Block-Prozess Tag 64: Doch noch ein Haft­be­fehl gegen Chris­tina Block?

von Jakob Hoffmann

28.07.2026

Eskalation im Block-Prozess: Hat die Hauptangeklagte versucht, die Gutachterin ihrer Kinder zu beeinflussen? Die Vorsitzende lässt vor dem Ausschluss der Öffentlichkeit die Bombe platzen. Muss Block auf den letzten Metern noch in U-Haft?

Wer den Block-Prozess verfolgt, weiß, dass der 64. Verhandlungstag kein angenehmer Tag für die Hauptangeklagte werden konnte: Hinter verschlossenen Türen geht es um den intimen Bericht der Gutachterin zum Gesundheitszustand der zwei Block-Kinder, die in der Silvesternacht 2023/24 entführt worden waren. 

Doch bevor die Öffentlichkeit aus dem Saal gebeten wird, lässt die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt die eigentliche Bombe des Verhandlungstages platzen. Sie spricht ohne Umschweife die Hauptangeklagte Block direkt an: Die sachverständige Gutachterin hatte demnach am Montag dem Gericht gemeldet, dass Block ihr außerhalb der Hauptverhandlung einen Briefumschlag mit Unterlagen zu ihren Kindern gegeben hatte. 

An sich ist das nichts Außergewöhnliches, denn beide Elternteile hatten der Kinderpsychiaterin Unterlagen zur Verfügung gestellt, um sie bei der Begutachtung der beiden Kinder zu unterstützen. Das Brisante: Die Unterlagen, die Block der Gutachterin zusteckte, enthielten nicht einfach Informationen zu den Kindern und ihrem Leben bei der Mutter, sondern Beweisanträge und einen persönlichen Brief. Beide Dokumente sind bislang nicht Aktenbestandteil im Prozess. 

Ignorierte Block die vorherige Androhung des Haftbefehls?

Für Hildebrandt steht damit am Dienstag fest, dass das eine versuchte Einflussnahme auf die Sachverständige war. Schon im November hatte die Richterin Block gedroht, sie werde einen Haftbefehl gegen sie erlassen, sollte sie weiter auf Zeugen einwirken. Am Dienstag wirft sie Block vor, genau das getan zu haben. 

In scharfem Tonfall fordert Hildebrandt die Hauptangeklagte auf, den Vorfall irgendwie zu erklären. Von Block kommt aber keine Antwort; an ihrer Stelle versucht ihr Verteidiger Dr. Ingo Bott, die Situation zu relativieren: "Das war ein Versehen, was meine Mandantin auch bedauert", sagt er. Er ringt sichtlich mit den richtigen Worten, scheint selbst überrascht zu sein, eine richtige Erklärung ist kaum herauszuhören. Er bittet um Verständnis für seine Mandantin. Bei Hildebrandt trifft er damit aber erwartungsgemäß auf taube Ohren. Nur ein Verstehen? Das kauft sie dem Verteidiger nicht ab. 

"Das ist ja nicht aus der Tasche gefallen", hakt sie nach, und erinnert auch Bott an ihre Warnung im November. "Jetzt passiert wieder so etwas, dass das ein Zufall sein soll, vermag ich schwer zu glauben." Hildebrandt, die sich sonst selten in die Karten schauen lässt, klingt ungewohnt aufgebracht. Für den Zuschauer ist es, als schwinge in den Vorwürfen ein Hauch Ärger mit – womöglich darüber, dass Block sie ihrer Warnung zum Trotz ausgerechnet auf der Zielgeraden des Prozesses noch einmal in die verflixte Situation bringt, über einen Haftbefehl entscheiden zu müssen.

Hildebrandt knöpft sich auch Bott vor, der selbst für seine Verhältnisse umständlich vage Formulierungen macht. Sie nagelt ihn fest: "Muss ich das jetzt so verstehen, dass Sie auch nichts davon wussten?", schlussfolgert sie. Bott ringt erneut mit den Worten, dann aber knickt er ein und gibt zu: "Ich war genauso überrascht."

Verteidiger wollen Vorfall herunterspielen

Botts Kollege Dr. David Rieks springt ein. Eigentlich verteidigt er Blocks Lebensgefährten Gerhard Delling. Der ist aber vor allem wegen Beihilfe zu den Taten angeklagt, die Block als Haupttäterin vorgeworfen werden. Wie es Rieks' Mandanten Delling ergeht, hängt also maßgeblich davon ab, ob und gegebenenfalls zu was Block verurteilt wird. Deshalb steht er am Dienstag vor dem Landgericht (LG) Hamburg nicht zum ersten Mal unter Zugzwang, eine Angeklagte zu verteidigen, die nicht seine Mandantin ist.

Er mischt sich in das Gespräch zwischen Hildebrandt und Bott ein und relativiert: Auch Stephan Hensel, der Vater der Kinder und Nebenkläger im Block-Prozess, habe Unterlagen an die Sachverständige gegeben. Block und Hensel seien beide dazu auch aufgefordert gewesen, um die Kinderpsychiaterin bei ihrer Begutachtung zu unterstützen. Bott nutzt den Gedankenanstoß und greift Rieks' Aussage auf: Seine Mandantin Block habe "eben nicht die Lebens- und Berufserfahrung", um zu wissen, dass sie diese Unterlagen der Gutachterin nicht hätte geben dürfen. Zudem habe es sich bei den Unterlagen um Beweisanträge gehandelt, die ohnehin in die Hauptverhandlung eingeführt werden sollten – sie seien also gerade nicht geheim, weshalb keine Verdunklungsgefahr bestehe, die einen Haftgrund darstellt (§ 112 Abs. 2 Nr. 3 b) der Strafprozessordnung (StPO)).

Neben Beweisanträgen war in dem Umschlag aber auch ein Brief einer Bekannten von Block, der damit beginnt, dass sie ihn in der Hoffnung schreibe, jemand wie "die Kinderpsychologin" würde ihn lesen. So zitiert es Hildebrandt, die nach wie vor nicht locker lässt. Das Verständnis für die Laiin Block, um das Bott sie wiederholt eindringlich bittet, ist in den Gesichtszügen der Vorsitzenden nicht zu erkennen.

Anwalt Dr. Marko Voß, der den ebenfalls angeklagten Familienanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard, verteidigt, mischt sich daraufhin ein. Er versucht es gar nicht erst auf die Tour, um Verständnis für Blocks Verhalten zu werben und es wie Bott emotional zu rechtfertigen. Stattdessen geht er in die Offensive: Er sei überrascht, dass das jetzt so groß gemacht werde. Verdunkelungsgefahr sei schon nicht gegeben, weil die Gutachterin erkennbar "viel zu professionell" sei, um sich von Unterlagen beeinflussen zu lassen, die ausgerechnet die Eltern der zu begutachtenden Kinder ihr zusteckten. Das habe auch Block gewusst. Die für einen Haftgrund erforderliche Gefahr für die Wahrheitsermittlung habe nicht vorgelegen. 

Ob das die Kammer überzeugt? Juristisch kommt es entscheidend darauf an, ob das Gericht auch noch in Zukunft die Verdunkelungsgefahr sieht, und zwar nicht nur auf die Gutachterin bezogen, sondern auf den gesamten Prozess. Diese Gefahr wird aber immer schwieriger anzunehmen sein, je weiter ein Verfahren bereits fortgeschritten ist: In einem langwierigen Verfahren wie dem Block-Prozess sind mit jedem Verhandlungstag noch weniger Beweismittel offen, die durch Handlungen wie die von Block beeinflusst werden könnten. Die Kammer hatte kürzlich angekündigt, mit ihrem Beweisprogramm fast durch zu sein.

Staatsanwaltschaft will keinen Haftbefehl beantragen

Die Staatsanwaltschaft wolle nicht so weit gehen, einen Haftbefehl zu beantragen, sagt Staatsanwalt Marvin Steinberg am Montag. Die Voraussetzungen lägen aber vor, betont er. Davon scheint auch Hildebrandt auszugehen: "Da müssen wir nicht viel diskutieren, das ist der Versuch einer Verdunklungshandlung", sagt sie in kompromisslosem Tonfall.  Sie könnte den Haftbefehl auch ohne Antrag der Staatsanwaltschaft nach eigenem Ermessen erlassen, denn nach § 125 StPO ist die Staatsanwaltschaft nur im Ermittlungsverfahren für Haftbefehle zuständig. Da die Verfahrensherrschaft mit der Anklageerhebung auf das Gericht übergeht, braucht die Kammer für den Erlass von Haftbefehlen im laufenden Hauptverfahren keinen Antrag der Staatsanwaltschaft mehr.

Hildebrandt hat im bisherigen Prozessverlauf immer wieder gezeigt, dass sie konsequent ihr Verständnis der Prozessordnung durchsetzt, egal welche noch so emotionalen Vorträge an sie gerichtet werden. Einige der Verteidiger:innen kritisieren sie dafür regelmäßig scharf, weil sie der Meinung sind, die Vorsitzende agiere in ihrer Verfahrensleitung unverhältnismäßig. Hildebrandt hatte von Beginn des Block-Prozesses an klargemacht, dass sie das Verfahren führt und sich dabei von niemandem hereinreden lässt. Nicht einmal, als sämtliche Verteidiger:innen, Nebenklagevertreter:innen und die Staatsanwaltschaft einen gemeinsamen Antrag stellten, ließ sie sich beeindrucken und wies ihn trotzdem ab.

Wie viel Beweisprogramm kommt noch?

Es kommt nun auf die Bewertung von Hildebrandt und ihrer Kammer an. Hat Block versucht, die Sachverständige zu beeinflussen? Besteht angesichts der fast abgeschlossenen Beweisaufnahme wirklich noch die Gefahr, Beweise zu verdunkeln? Die Kammer hatte mit Jonathan G. am letzten Verhandlungstag ihren letzten Zeugen entlassen. Damit steht in ihrem Beweisprogramm nur noch der Abschluss der Befragung der Hauptermittlungsführerin. Diverse Anwälte hatten jedoch schon angekündigt, noch so einige Beweisanträge stellen zu wollen. Wie viele Beweismittel tatsächlich noch offen sind, steht also noch gar nicht fest.

Die Nebenklage jedenfalls scheint mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, keinen Haftbefehl zu beantragen, nicht ganz glücklich zu sein. Er könne nicht über die Staatsanwaltschaft hinausgehen, erklärt Stephan Hensels Anwalt Dr. Philip von der Meden: "Das steht mir nicht zu." Ihn stört allerdings, dass in den Unterlagen auch ein Brief auf Rumänisch gewesen sei, der "schwere Verleumdungen" enthalte, die Hensels Sexualsphäre beträfen – möglicherweise geht es um die Pädophilievorwürfe gegen den Vater der Kinder. Gegenüber LTO sagte von der Meden im Nachgang des Verhandlungstages, er habe aber bewusst keinen Haftbefehlsantrag gestellt. Das Gericht werde "von Amts wegen tun, was es für erforderlich hält."

Anwalt Dr. Sascha Böttner versucht am Dienstag einmal mehr, den Spagat zu meistern, nicht sein eigenes Mandat zu überschreiten, gleichzeitig aber auch nicht den Kollegen tatenlos zusehen zu können. "Ich bin nicht der Verteidiger von Frau Block, auch wenn mein Mandant das gerne hätte, das kann ich nicht, das darf ich nicht", erklärt er. Für seinen Mandanten Tal S., der seine Beteiligung an der Entführung bereits gestanden hat, wäre es eine zusätzliche Last, wenn noch jemand anderes in Untersuchungshaft müsse, meint er.

Deshalb bittet er darum, auf Block noch einmal einzuwirken, sodass sie sich selbst erklären möge. Die Vorsitzende entgegnet, Block wolle nun einmal nicht. Um Diplomatie ringend erklärt Böttner, man müsse Block vielleicht noch einmal die Bedeutung des Vorfalls erklären und sie fragen, ob sie wirklich nichts selbst dazu sagen wolle. Hildebrandt sieht sich dadurch nicht zum Handeln veranlasst, bei Böttners Kollegen scheinen die Worte aber angekommen zu sein: Bott bittet um eine kurze Pause, um sich mit seiner Mandantin zu besprechen. "Will Frau Block sich dazu jetzt doch äußern?", fragt die Richterin nach. "Das will ich ja besprechen", entgegnet Bott angespannt. 

Block gibt doch noch Erklärung ab

Als es weitergeht, ergreift dann tatsächlich die Hauptangeklagte das Wort. "Tut mir sehr, sehr leid, das war nicht meine Absicht, hier irgendwas zu verdunkeln", sagt sie. Sie habe die Beweisanträge bei einem Treffen mit der Kinderpsychiaterin im Rahmen der Begutachtung dabeigehabt. An dem Tag habe sie außerdem den Brief im Briefkasten gefunden, deshalb habe sie ihn auch gleich mit in den Umschlag gesteckt. Er stamme von der Mutter der besten Freunde ihrer Kinder, sie habe ihn vorher gar nicht gelesen. Block habe gedacht, es wäre ja schade, wenn die Beweismittel nicht gehört würden. Die Gutachterin habe ihr auch gesagt, sie könne ihr die Unterlagen "gerne mitgeben". Warum sie allerdings einen Brief in den Umschlag steckte, den sie nicht gelesen haben will, ergibt sich aus ihrer Schilderung nicht.

Die Gutachterin stimmt auf Nachfrage der Version, die Block erzählt, zu – aber nur zum Teil. Sie habe zugestimmt, dass Block ihr etwas mitgeben könne, was für das Gutachten relevant sei. "Ich habe aber nicht gesagt, dass ich gerne Beweisanträge mitnehme und lese." Hätte sie gewusst, was für Unterlagen in dem Umschlag waren, hätte sie ihn nicht angenommen. So ließ sie sich die Unterlagen erst einmal geben, zu Hause habe sie dann aber gedacht: "Hm, was mache ich jetzt damit?" Besonders der Brief sei nicht Teil der Akte gewesen, ihr in Bezug auf Blocks Sohn aber relevant vorgekommen.

Zum Schluss bemüht sich Bott ein letztes Mal um das Verständnis der Richterin. Die Warnung sei "wirklich klar", "massiv" angekommen. Man habe nichts mehr zu befürchten. Hildebrandt lässt ihn abblitzen: "Ich hatte es so verstanden, dass das im November schon deutlich genug war." Ein letztes Mal versucht der Verteidiger es noch: "Ich appelliere da wirklich eindringlich. Wenn man da das Fingerspitzengefühl hat…", versucht er, die Vorsitzende zu erreichen. Die schneidet ihm das Wort ab: "Herr Bott, wir sind an Gesetz und Rechtsprechung gebunden", beendet sie das Thema. 

Zu welchem Ergebnis sie das führt, dazu lässt sie wie üblich nichts durchblicken. Das Gericht werde prüfen, wie es mit dem Vorfall umgeht, heißt es abschließend. Am Dienstag entscheidet sich das aber nicht mehr.

Auch am Mittwoch wird es jedenfalls planmäßig zunächst mit der Gutachterin weitergehen, wohl weiterhin unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Doch wie sich am Dienstag mal wieder gezeigt hat: Im Block-Prozess, da weiß man nie.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - "Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich": Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - "Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging": David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Tag 63 – Letzter Entführer macht Christina Block verantwortlich: Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich. 

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 64: . In: Legal Tribune Online, 28.07.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60537 (abgerufen am: 12.08.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag

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