Block-Prozess Tag 61: "Sie war wie Prin­zessin Diana"

von Jakob Hoffmann

01.07.2026

Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Am Dienstag wird die Videovernehmung des zweiten mutmaßlichen Fluchtwagenfahrers aus Israel fortgesetzt. Die an die Saalwand geworfene Übertragung ist durch das Licht der gegenüberliegenden Fenster schwer zu erkennen, auch für die Verteidiger:innen. Immer wieder meinen sie, zu sehen, wie der israelische Anwalt neben Thach K. ihm hinter vorgehaltener Hand etwas zuflüstert – sie befürchten, dass er ihm taktische Antworten vorsagt. Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt kann aber die Vorhänge nicht zuziehen lassen, da sonst die Befragenden für den Zeugen nicht sichtbar sind. Auch dem Anwalt kann sie nur die Bitte weitergeben, er möge seinem Mandanten nichts vorsagen. 

Um Thach K. selbst geht es dann aber erstaunlich wenig. Denn immer wieder enden seine Antworten bei dem Mann, dem er blind vertraut haben will und von dem er sich heute bitter enttäuscht und ausgenutzt fühlt: David Barkay. Dass der Zeuge so wenig selbst zu berichten weiß und alle Fragen am Ende zum Ex-Mossad-Agenten Barkay führen, ist ein gefundenes Fressen für die Verteidiger:innen. Sie stürzen sich darauf, David Barkay als allein agierenden, eigensinnigen Manipulator darzustellen, der jeden anlügt und betrügt, den er trifft – einschließlich der Angeklagten. Barkay habe die Entführung auf eigene Faust durchgeführt, in der Hoffnung, sich als Problemlöser für wohlhabende Kunden in Deutschland etablieren zu können, so die These von Dr. Ingo Bott, Dr. David Rieks und Dr. Marko Voß. Sie verteidigen Christina Block, ihren Lebensgefährten Gerhard Delling und den Anwalt der Block-Familie, Dr. Andreas Costard.

Barkay selbst hatte sich in seiner neuntägigen Befragung als den Hauptverantwortlichen der Aktion dargestellt – die strafrechtliche Verantwortung aber auf Christina Block und Block-Familienanwalt Andreas Costard geschoben. Beide bestreiten diese Darstellung, wie auch die übrigen Anklagevorwürfe.

Zeuge: Profis hätten bei der Aktion nie mitgemacht, wir aber waren "leicht zu verarschen"

Der per Video aus Israel zugeschaltete Thach K. erhebt am Dienstag eigene Vorwürfe gegen seinen Ex-Chef. Barkay habe alles über ihn gewusst, über seine familiäre Situation und den Sorgerechtsstreit mit seiner Ex-Frau um das gemeinsame Kind. Barkay habe ihn manipuliert und ausgenutzt. "Als Mensch, der andere Menschen lesen kann, hat er auch mich gelesen", erklärt der 42-jährige Israeli. Sein Tonfall klingt bitter. Hatte Barkay also die Lage von Block genutzt, um K. für das chaotische Entführungsunternehmen zu gewinnen?

Seit die israelischen Zeugen auf der Bildfläche erschienen sind, wird im Saal immer wieder die gleiche Frage gestellt: Warum wurden ausgerechnet sie für die Entführung ausgesucht? Wie kamen ein Ingenieur, ein Projektmanager, ein Karate-Trainer und eine Start-up-Managerin aus Israel ohne irgendeine relevante Qualifikation dazu, Kinder von Dänemark nach Deutschland zu entführen? Der mutmaßliche Fluchtwagenfahrer K. liefert nun am 61. Verhandlungstag endlich eine Erklärung dafür: Weil Profis bei der Aktion nie mitgemacht hätten. Barkay habe sie angeheuert, weil sie "einfache Leute" waren – "leicht zu beeinflussen, leicht zu verführen, leicht zu verarschen."

Nicht nur die Verteidigung, auch Staatsanwaltschaft und Nebenklage reagieren mehrfach ungläubig auf die Aussagen des Zeugen. Der Zeuge meint, bis die Gruppe in der Silvesternacht 2023/24 bereits auf dem Weg nach Dänemark waren, seien keine genauen Pläne besprochen worden – das hatten Barkay und Keren T. ganz anders geschildert. "Ich kann mir das nicht so richtig vorstellen. Sie sind da die ganze Zeit zusammen in diesem Hotel, wissen, warum Sie da sind, aber Sie sprechen nicht darüber?", fragt etwa Dr. Tanja Jeney, die Anwältin der Kinder. Eine Erklärung dafür liefert Thach K. nicht. Sie hätten einfach getan, was ihnen Barkay sagte. 

Befragung über Bande

Verwirrung gibt es auch um die behaupteten Interaktionen des Zeugen mit der Hauptangeklagten Christina Block. Wann er genau wo mit ihr sprach, lässt sich bis zum Schluss nicht ganz eindeutig klären. Nur, dass sie nicht viel selbst gesagt habe, da ist sich K. sicher. Barkay habe schnell wieder die Unterhaltung übernommen. 

Die Sprachbarriere sorgt dabei auf beiden Seiten der Richterbank und der Videoübertragung für Frustration. Es muss viel über Bande gespielt werden heute: Zwischen Hebräisch und Deutsch kann fast niemand so wirklich überprüfen, was bei der anderen Seite wirklich angekommen ist. Zwischendurch ruft der deutsche Anwalt des Zeugen sogar kurz in Israel an, um seinen erzürnten Kollegen mit einer Erklärung der Situation zu besänftigen. 

Besonders bei verschachtelten oder mehrschrittigen Fragen geht merklich etwas auf dem Weg verloren. Wenn dann auch noch die Fragen häufig mehrfach umgestellt werden, damit die Kammer sie zulässt, stößt auch der stets sehr bemühte Dolmetscher an die Grenzen seiner Vermittlungskünste. Insbesondere herauszuarbeiten, was der Zeuge aus irgendeiner anderen Quelle als David Barkay wusste, erweist sich als schwierig. Nur eines wird einmal mehr deutlich: Jedenfalls was den Informationsfluss der Operation anging, führen alle Spuren zu David Barkay.

Wie Prinzessin Diana

Die Krönung des Übersetzungschaos kommt, als Ingo Bott Thach K. zu Aussagen befragen will, die er in einem Interview mit dem israelischen TV-Sender Channel 12 geäußert haben soll. Er habe mit Block mit Champagner angestoßen, ihr gesagt, sie sei "wunderschön wie eine Prinzessin". Weil er keine beglaubigte Übersetzung der Sendung mitgebracht hat, lässt Bott seine Kollegin Paula Wlodarek den Ausschnitt, auf den es ihm ankommt, vom Laptop und ins Mikrofon abspielen – die Audioanlage im Saal ist ja schon von der Videoübertragung belegt. Der Hebräisch-Dolmetscher übersetzt simultan mit, während aus dem Laptop von Botts Kollegin sehr schnell gesprochenes, aufgeregtes Hebräisch erklingt: "Ich fuhr weiter und fuhr zum Hotel zurück und wir hatten Champagner, ich meine wir hatten Kinder gerettet. Die Mutter, sie war glücklich, sie hatte gar nicht mehr damit gerechnet. Sie sah wie Prinzessin Diana aus. 'Du siehst wie eine Prinzessin aus', habe ich gesagt." 

Unsicher bleibt aber, wann sich das abgespielt haben soll. Der Zeuge meint, nach der Aktion habe er nicht noch einmal mit Block im Hotel gesprochen. Auf der Aufnahme klingt aber es so, als habe er mit Block nach der Aktion im Hotel gesprochen. Die Aufnahme scheint jedoch eher wie ein Zusammenschnitt des Interviews. 

Dem Zeugen K. ist wichtig: Barkay habe ihn nie über irgendwelche Pläne informiert und er habe meistens nicht wirklich gewusst, was er da gerade warum mache. Nur drei Elemente habe Barkay durchgängig wiederholt: "Pädophilie, Gewalt, Entfremdung". Das seien die Vorwürfe gegen den Vater der Kinder, Stephan Hensel, gewesen. Konkreter? Weiß er nicht. Nachweis? David Barkay. Hensel hat diese Vorwürfe vollumfänglich zurückgewiesen.

Glaubhaft, unbrauchbar oder ganz egal?

Wie zu erwarten, fallen die anschließenden Bewertungen der Aussage von Thach K. sehr unterschiedlich aus. Christoph Henckel, der in Dr. Philip von der Medens Abwesenheit Nebenkläger und Block-Ex-Mann Stephan Hensel vertritt, hält die Aussage für glaubhaft. Dies werde von kleinen Abweichungen gerade unterstrichen. Thach K. habe zudem stets klargestellt, was er selbst erinnere und was ihm nur berichtet worden sei. Die knappe Erklärung des Nebenklagevertreters verwundert zumindest in dieser Hinsicht etwas: Selbst der deutsche Anwalt des Zeugen hatte darauf hingewiesen, man müsse den Zeugen ausdrücklich fragen, was er selbst wahrgenommen habe. Ansonsten kam oft erst nachträglich durch Zufall heraus, welche der Aussagen des Zeugen tatsächlich Ansagen von David Barkay gewesen seien. 

Marko Voß resümiert, die belastenden Aussagen von Barkay und Keren T. könne man nicht verwerten, weil zu viele Widersprüche zu anderen Zeugen wie Thach K. bestünden. Damit setzt er seine Verteidigungslinie der letzten Wochen fort: Kann von zwei Versionen nur eine richtig sein, müsse man in dubio pro reo davon ausgehen, dass keine richtig sei – und damit auch jene Aussagen, die seinen Mandanten als "Fixer" von Eugen Block zur zentralen Handlungsfigur machen sollten. Auch Ingo Bott meint, "für die Wahrheitsfindung" sei die Aussage von K. "schlicht unbrauchbar".

Gül Pinar, die den Sicherheitsunternehmer Andreas P. vertritt, ist dagegen "ganz egal", welcher Version man denn nun glaube: In keiner davon deute irgendetwas auf eine Beteiligung ihres Mandanten hin, also spiele es keine Rolle, welcher man glaube. Auch die Verteidiger von Blocks mitangeklagter Cousine und ihrem Ehemann können nur einmal mehr darauf verweisen, das alles habe – wie "von vornherein klar gewesen" sei – nichts mit ihren Mandanten zu tun und man verstehe nicht, warum diese noch hier sitzen müssten. Anträge darauf, ihnen zumindest die Anwesenheitspflicht zu erlassen, hatte die Kammer in der Vergangenheit abgelehnt – mit Verweis auf ein baldiges Prozessende noch im August. Das aber scheint bereits wieder außer Reichweite gerückt zu sein.

Wer brachte die Kinder in Gefahr?

Marko Voß hatte beantragt, Akten aus dem Parallelverfahren gegen unter anderem Ex-BND-Chef Dr. August Hanning beizuziehen. Das war allerdings abgelehnt worden. Voß kritisiert diese Entscheidung als "insbesondere vor dem Hintergrund der geradezu kafkaesken Befragung der Hauptermittlungsführerin nicht nachvollziehbar" . Den kafka-typischen Eindruck einer absurden, sinnfrei scheinenden Situation ohne Ausweg konnte man nach zähen Stunden des immer gleichen Ablaufs aus Frage, Antwortverweigerung, Beanstandung, Kammerberatung, Ablehnung und Beschwerde dagegen durchaus nachvollziehen. 

Ingo Bott hatte sich dem Kollegen angeschlossen und betont, das gelte auch für die Aktenbeiziehung aus dem Verfahren gegen Stephan Hensel und seine neue Ehefrau: Es sei für die Frage der Schäden in der seelischen Entwicklung und damit für die Straf- und Rechtsfrage relevant, was hierzu in dem zeitlich früheren Verfahren festgestellt wurde. Heute will dem niemand noch etwas hinzufügen. Nebenklagevertreter Dr. Philip von der Meden kommentierte gegenüber LTO, Blocks Verteidigung habe schon nach § 406e Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) Akteneinsicht in das Verfahren erhalten. Auf den Weg der Akteneinsicht mit anschließendem Beweisantrag für die Unterlagen, die die Verteidigung für relevant hält, hatte die Vorsitzende Richterin immer wieder verwiesen. Von der Meden meint aber, den Grund dafür zu kennen, dass die Block-Verteidigung davon keinen Gebrauch mache: Sie trage aus dem Verfahren nichts vor, weil es ausschließlich Block belastende Beweismittel enthalte, etwa bezogen auf behauptete Übergriffe der Mutter auf ihre Kinder. 

Zudem komme es für die strafschärfende Qualifikation des § 235 Strafgesetzbuch (StGB), um die hier vor Gericht durchgängig gerungen wird, auf die Gefahr einer seelischen Schädigung an. Diese liege bei "einer Entführung durch schwarz maskierte Gangster", bei der die Kinder gefesselt durch einen nächtlichen Winterwald getragen wurden, "ohne jeden Zweifel vor". 

Ingo Bott konterte gegenüber LTO, die Kammer habe auf die Rechtsprechung des BGH (Beschl. v. 08.11.2018, Az. 4 StR 61/18) zur vergleichbar gefassten Misshandlung Schutzbefohlener (§ 225 StGB) hingewiesen. Nach dieser Rechtsprechung ist für den Fall, dass schon vor Tatgeschehen Schäden oder die Gefahr von Schäden bestanden haben, festzustellen, "ob durch das anklagegegenständliche Geschehen die Gefahr verursacht [wurde], die bereits vorhandenen oder zu befürchtenden Schäden in erheblichem Maße zu vergrößern bzw. die wegen einer bereits gegebenen individuellen Schadensdisposition bestehenden Gefahren messbar zu steigern". Die Frage nach der Gefahr einer seelischen Schädigung der Kinder lasse sich also – so Botts Logik – nicht für das Kindesentziehungsverfahren gegen die Mutter beurteilen, ohne die Erkenntnisse derselben Staatsanwaltschaft diesbezüglich im zeitlich vorgelagerten Kindesentziehungsverfahren gegen den Vater einzubeziehen. "Die Nebenklage im Prozess gegen Frau Block kennt dieses Verfahren sehr gut", erinnert Bott seinen Kollegen. Dort seien die Rollen vertauscht: Hensel sei dort Angeklagter und Nebenklagevertreter von der Meden der Verteidiger, während die hier angeklagte Block dort als Geschädigte auftritt. Das Verfahren liegt nach einigem Hin und Her zwischen Amtsgericht, Landgericht und Staatsanwaltschaft nun bei derselben Jugendschutzkammer, die auch im Block-Prozess zuständig ist, wie eine Gerichtssprecherin auf Anfrage bestätigte.

Weiter geht es am nächsten Mittwoch mit dem vorerst letzten Zeugen aus den Reihen der mutmaßlichen Entführer: Jonathan C., der laut eigener Aussage als Model arbeitet und angeblich erst sehr kurzfristig zu dem Team stieß. Er hatte sich erst Anfang des Jahres in den Medien zu Wort gemeldet und hat nun ebenfalls freies Geleit zugesichert bekommen. Ob er tatsächlich selbst erscheinen wird, bleibt abzuwarten.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - "Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich": Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - "Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging": David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 61: . In: Legal Tribune Online, 01.07.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60309 (abgerufen am: 22.07.2026 )

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