Block-Prozess Tag 60: Die Ant­wort auf alle Fragen lautet "David Barkay"

von Jakob Hoffmann

29.06.2026

Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Mit dem 42-jährigen Thach K. sagt am Montag ein weiterer mutmaßlicher Tatbeteiligter in dem Kindesentziehungs-Prozess gegen die Hauptangeklagte Steakhaus-Erbin Christina Block aus. Er soll der zweite Fluchtwagenfahrer sein, der als Teil der Israeli-Gruppe die zwei jüngsten Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 aus Dänemark nach Deutschland geholt haben soll. 

Er tritt aber nicht direkt vor dem Hamburger Landgericht (LG) in den Zeugenstand, stattdessen schaltet ihn sein Anwalt in Israel per Videoübertragung aus dem Büro hinzu. Eine solche Videovernehmung ist nach § 247a Abs. 1 S. 1 Hs. 2 iVm. § 251 Abs. 2 Strafprozessordnung (StPO) unter bestimmten Voraussetzungen zulässig. Zum Beispiel dann, wenn nicht zu beseitigende Umstände einen Zeugen daran hindern, anzureisen, seine Aussage aber für die Wahrheitsfindung wichtig ist. 

Die Umstände, die K. daran hindern dürften, nach Deutschland vor Ort im Block-Prozess zu erscheinen: Er wird wegen der Entführung der beiden minderjährigen Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 international gesucht. Verlässt er Israel, riskiert er Verhaftung und Auslieferung nach Deutschland. So ist es bereits seinem mutmaßlichen Kollegen Tal S. widerfahren, dem bisher einzigen Geständigen der sieben in diesem Verfahren Angeklagten. S. sitzt auch als einziger Angeklagter in Untersuchungshaft.

Verteidiger kritisiert Videovernehmung

Die Verteidigung kritisiert, dass K. per Videoschalte vernommen wird, wie es schon bei anderen israelischen Zeugen diskutiert worden war: Der Anreiz, die Wahrheit zu sagen, sei viel geringer, wenn ein Zeuge nicht persönlich vor Ort auftaucht. Das freie Geleit, das die Staatsanwaltschaft etwa dem Schlüsselzeugen und Israeli-Chef David Barkay von der Staatsanwaltschaft zugesichert hatte, damit er nach Hamburg kommt, um auszusagen, schützt nämlich nur vor Verhaftung wegen der angeklagten Straftat. Es verhindert aber nicht die Festnahme, sollte ein Zeuge zum Beispiel mit einer Falschaussage vor Gericht eine neue begehen. Außerdem wirkt ein Kreuzverhör natürlich anders, wenn der Zeuge nicht 4000 Kilometer vom LG Hamburg entfernt vor einer Webcam sitzt. Anders ging es aber nun laut Gericht nicht, also müssen die Verteidiger:innen am Montag mit der Videobefragung leben. Auch Thach K. hatte von der Staatsanwaltschaft zwar freies Geleit zugesichert bekommen, wie eine Sprecherin bestätigte. Die Kammer hatte dennoch die Videovernehmung angeordnet, weil sie davon ausging, dass gem. § 247a Abs. 1 S. 1 Hs. 1 StPO die dringende Gefahr eines schwerwiegenden Nachteils für das Wohl des Zeugen bestünde, wenn er in Gegenwart der in der Hauptverhandlung Anwesenden vernommen würde, so eine Gerichtssprecherin. Das sei durch eine entsprechende fachärztliche Einschätzung gelegt worden.

Die Tücken zeigen sich schnell: Zwischendurch muss der Techniker kommen, weil die Verbindung abreißt. Dr. Marko Voß, der den mitangeklagten Familien-Anwalt der Blocks verteidigt, Dr. Andreas Costard, will auch erst einmal wissen, wie man denn überhaupt sicher sein könne, dass der Mann mit Glatze und grauem T-Shirt auf dem Video wirklich K. ist. Staatsanwalt Marvin Steinberg kann ihn aber identifizieren, sein Anwalt hält zudem den Personalausweis in die Kamera, auf dem man verschwommen ein Foto erkennt, das zu dem Gesicht neben ihm passt. Dann schwenkt der israelische Anwalt seine Webcam kurz durch sein Büro: "The door – locked. A very nice picture. And that's the view of Israel, and that's it", beschreibt er und hält die Kamera zum Fenster hin, woraufhin die Hamburger Zuschauer Skyline Hochhäuser zu Gesicht bekommen. 

Das müsse "dann wohl reichen", akzeptiert Voß zähneknirschend, schiebt aber noch hinterher: "Auch wenn man natürlich nicht sehen kann, ob sich da vielleicht jemand weggeduckt hat."

Immer wieder lautet die Antwort: "David Barkay"

Dann soll K. erst einmal seine Sicht der Dinge schildern. Der Hebräisch-Dolmetscher übersetzt, was der Israeli zur Vorbereitung und Durchführung der Aktion in der Silvesternacht zu sagen hat. In den wesentlichen Eckpunkten deckt es sich mit dem, was die anderen Zeugen Keren "Olga" T., Said B. und S. gesagt haben: Man habe geglaubt, die Block-Kinder vor einem gefährlichen Vater retten zu müssen. Ihnen sei dabei mehrfach versichert worden, das sei alles legal, Mutter Block habe davon gewusst. Erst am Ende habe es für die Israelis ein unschönes Erwachen gegeben, nämlich als sich herausgestellt habe, dass die Entführung möglicherweise doch nicht ganz so legal gewesen sein könnte.

Wie T., B. und S. lautet K.s Antwort auf viele Fragen immer wieder: "David Barkay." Der Ex-Mossad-Mitarbeiter und mutmaßliche Kopf der Israeli-Truppe habe die Kontakte hergestellt. Er habe die Pläne gemacht, er habe ihnen gesagt, was sie wie machen sollen. K. habe dem mutmaßlichen Chef-Entführer einfach alles geglaubt, dieser hätte als Ex-Agent schließlich gewusst, wie man "sowas macht". 

"Mein Auftrag war nicht, David irgendwelche Fragen zu stellen", sagt K. Wenn man mehr wissen wolle, müsse man also Barkay fragen. Dessen Vernehmung ist aber erst vor zwei Wochen zu Ende gegangen – nach satten neun Tagen Befragung. Wie schon die zuvor befragten Israelis betont K., auf die Legalität der Aktion vertraut zu haben. Er gibt aber im Gegensatz zu ihnen zu, das Team habe geahnt, dass es eine "gewisse graue Zone" gebe.

Von wem kam die "golden data"?

In einigen wesentlichen Detailfragen weicht K. mit seinen Aussagen aber von denen der anderen Israelis ab. So hat es nach übereinstimmenden Aussagen ein sehr wichtiges Treffen Ende Dezember 2023 gegeben, an dem unter anderem Block und die Israelis teilgenommen haben sollen. Treffpunkt: Das Grand Elysée Hamburg, das der Block-Familie gehört. 

So hatte Barkay behauptet, dieses mutmaßliche Treffen mit Christina Block habe am 27. Dezember 2023 stattgefunden. Es ist ein wesentliches Indiz für die Staatsanwaltschaft, um ihre Anklage zu stützen, weil die davon ausgeht, dass Mutter Block zumindest teilweise in die Entführungspläne eingeweiht war. T. sprach allerdings vom 28. Dezember, B. hatte auf den 29. Dezember bestanden und K. wirft am Montag mit dem 30. Dezember als Datum des mutmaßlichen Treffens die nächste Version in den Raum.

Auch beim Thema Bezahlung widerspricht K. den übrigen Israelis. S. hatte ausgesagt, allen Mitmachern seien 10.000 Euro Bezahlung angeboten worden. Er habe jedoch abgelehnt, weil es ihm nur um die Kinder gegangen sei.  T. bestätigte diese Version, Barkay habe das Geld auch an alle ausgezahlt. B. dagegen hatte erklärt, er habe nur einen Teil des Geldes bekommen. K. ist sich am Montag sehr sicher: Auch S. habe das Geld nicht abgelehnt, und auch er selbst habe nur einen Teil des versprochenen Betrags bekommen, so wie B. Für den bald seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzenden S. ist diese Aussage belastend: Eine finanzielle Motivation für die Kindesentziehung wäre nach § 235 Abs. IV Nr. 2 StGB strafschärfend.

Im Hotel Grand Elysée, das im Vorfeld der Entführung stets der Dreh- und Angelpunkt der Entführer gewesen sein soll, sei ihnen gesagt worden, sie seien "hier quasi VIP-Gäste", so K. Bei ihrem Treffen mit Block sei diese "sehr bewegt, sehr traurig" gewesen. "Sie hat uns viel Erfolg gesagt, mit Tränen in den Augen", erinnert sich der Israeli. Die so wichtige "golden data", also die Information, die alles erst möglich gemacht habe, sei erst am 31. Dezember selbst gekommen: Erst so kurzfristig hätten die Eingeweihten erfahren, dass die Kinder mit ihrem Vater zum Feuerwerk aus dem dänischen Haus gehen würden, was den Zugriff erst ermöglicht habe. 

Die übrigen Israelis hatten ausgesagt, diese "golden data" sei von Christina Block selbst gekommen, was für ihre mögliche Verurteilung als Tatbeitrag eine entscheidende Rolle spielen könnte. K.s geht aber in die andere Richtung: Die Nachricht sei von einer der Töchter von Block "oder einem Kindermädchen" gekommen.

Erst Wein im Flugzeug, dann Enttäuschung

Eine weitere Ungereimtheit gibt es beim Thema Alarmknöpfe. K. gibt an, vorher habe schonmal "ein Team aus dem Balkan, aus Serbien" versucht, "die Kinder zurückzuführen". Deshalb würden die Kinder von der dänischen Polizei ausgehändigte Alarmknöpfe tragen, habe Barkay seiner Israeli-Truppe vor der Aktion gesagt. Die anderen Zeugen hatten dagegen angegeben, von den Alarmknöpfen völlig überrascht worden zu sein. Aufnahmen der aktivierten Alarmknöpfe hatten im Gerichtssaal bereits für Bestürzung gesorgt.

Für K. sei dagegen überraschend die Ansage gekommen, sie sollten die Kinder "zu dem Wald an der Grenze bringen". Das sei ihm "ganz schön komisch" vorgekommen: “Warum sollten wir die Kinder in einen Wald bringen?" Trotzdem sei er erst einmal von einer erfolgreichen Mission ausgegangen, als die Kinder wieder in Deutschland bei ihrer Mutter waren. "Wir haben im Flugzeug eine Flasche Wein bestellt, um zu feiern, dass die Kinder gerettet sind", berichtet er. 

Als sie dann spätestens mit S.' Verhaftung begriffen, dass man sie getäuscht habe, hätten sie sich an Barkay gewandt: "Wir sagten: 'Wo sind denn all diese Rechtsanwälte von Christina, die meinten, das sei in Ordnung?' David hatte keine Antwort darauf."

Nach der Befragung durch die Richter:innen muss der Anwalt des Zeugen schon los, die Befragung geht gleich am Dienstag weiter. Dann sind die Nebenklage und Verteidiger:innen mit ihren Fragen an der Reihe. Letztere dürften sich dankbar auf die Widersprüche zum angeblichen Treffen im Hamburger Hotel und über die "golden data" stürzen. Es dürfte wieder zäh werden.

Red. Hinweis: Ergänzt um nachträgliche Informationen von Gericht und Staatsanwaltschaft (30.06.2026, 10:42 Uhr, jh).

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - "Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich": Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - "Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging": David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 60: . In: Legal Tribune Online, 29.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60304 (abgerufen am: 16.07.2026 )

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