Block-Prozess Tag 59: Die Kammer denkt an August, die Ver­tei­di­gung an den BGH

von Jakob Hoffmann

26.06.2026

Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

So viele Fragen und dann darf die Zeugin nur so wenig dazu sagen. Auch am 59. Verhandlungstag reißt der Streit um die Aussagegenehmigung der Hauptermittlungsführerin nicht ab: Es ist am Donnerstag kaum mehr als eine Stunde vergangen schon gibt es die dritte längere Unterbrechung, damit die Kammer sich beraten kann. Was sie als Ergebnis anschließend mitteilen kann: Wo die Beamtin sage, dass eine Frage nicht von ihrer Aussagegenehmigung umfasst sei, da müsse und dürfe sie nicht antworten. Eine Ausweitung der Aussagegenehmigung wird nicht beantragt. Denn die Kriminalbeamtin ist in mehreren Ermittlungsverfahren tätig, bei ihr laufen die Fäden zusammen. Deshalb interessiert sich die Verteidigung von Christina Block so dafür. Etwa Anwalt Dr. Ingo Bott will diese Beschränkungen ihrer Aussagen nicht akzeptieren, ihm und der Verteidigung gehen aber die verfahrensrechtlichen Mittel aus – zumindest vor dem Landgericht (LG) Hamburg.

Es geht um eine sehr grundsätzliche Frage: Bilden die verschiedenen Ermittlungsverfahren wegen der Entführung der minderjährigen Block-Kinder in der Silvesternacht eigentlich einen Fall? Die Verteidigung hält die Aufspaltung in eine ganze Reihe einzelner Ermittlungsverfahren für künstlich und führt sie lediglich auf verfahrensökonomische Gründe zurück. So laufen einzelne Verfahren jeweils gegen den Vater Stephan Hensel wegen mutmaßlicher Entziehung derselben Kinder im Vorfeld der Entführung und gegen Dr. August Hanning und seinen Geschäftspartner u.a. wegen Beteiligung daran und an fabrizierten Pädophilievorwürfen. 

Die Verteidigung kritisiert, durch die Aufspaltung gingen verfahrensübergreifende Erkenntnisse der Hauptermittlerin für die Verteidigung der Angeklagten verloren. Mit Ausnahme von Tal S., der bereits zu Beginn des Prozesses gestanden hatte, an der Durchführung der Silvesteraktion beteiligt gewesen zu sein, bestreiten alle Beschuldigten in den genannten Verfahren die Vorwürfe. Von Aussagen der auch in diesen Verfahren tätigen Hauptermittlerin erhoffen sich die Anwält:innen unter anderem Erkenntnisse darüber, wie die Ermittler:innen hier Umstände und Tatsachen bewerteten, die ihrer Meinung nach für die Fragen der Tatbestandsmäßigkeit einer Entziehung oder mutmaßlicher Tatbeiträge und damit die Schuldfrage eine wichtige Rolle spielen.  

Pattsituation zu Polizeizeugin verzögert Verhandlung

Die Kammer stellt klar, sie werde ganz sicher nicht auf die Zeugin einwirken, Rechtsbruch zu begehen. Die Verteidiger:innen beeilen sich nachzusetzen, wie die Richterin denn auf die Idee komme, dass die Verteidiger das von ihr verlangen würden. Die Verteidigung stellt immer neue Anträge, ohne Erfolg. Auch unter den Verteidigern herrscht sichtbar zeitweise Unschlüssigkeit, wie man mit diesem Prozedere umgehen solle. Es wird untereinander, mit dem Gericht und der Staatsanwaltschaft beraten, scheinbar ohne Erfolg. Es kommt der Eindruck auf, dass teils aneinander vorbeigeredet wird. David Rieks bringt es auf den Punkt: Man verstehe die Position des Gerichts, dass nur Fragen im Umfang der Aussagegenehmigung Beantwortung finden können, es sei aber als Reaktion aus Revisionsgesichtspunkten notwendig, die daraufhin unbeantwortet gebliebenen Fragen zu protokollieren. Langsam zeichnet sich damit ein Perspektivwechsel bei der Verteidigung ab: Die Anwält:innen führen den Prozess zunehmend auch in Vorbereitung einer Revision

Wenn das Urteil in dem nun bald seit einem Jahr laufenden Prozess gesprochen ist, können nach § 337 Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) die Angeklagten und die Staatsanwaltschaft, sowie in den sie betreffenden Punkten gem. §§ 395, 400 StPO die Nebenklage dagegen Revision zum Bundesgerichtshof (BGH) einlegen. Der wird dann aber nicht neu verhandeln, sondern nur auf Grundlage der Akten und der Verhandlungsprotokolle überprüfen, ob das Urteil auf einer Rechtsverletzung beruht. In dem Fall müsste eine andere Kammer des LG dann noch einmal neu verhandeln – das gesamte bereits erfolgte Beweisprogramm müsste sie aber nicht in jedem Fall wiederholen. 

Dass das Verfahren in die Revision gehen wird, daran hat hier wohl kaum jemand Zweifel. Die Anwälte müssen Rechtsfehler daher für das Revisionsgericht sichtbar machen: Etwa durch protokollierte Fragen, protokollierte Entscheidungen der Kammer und Anträge, über die sie entscheidet. Es werden also Fragen gestellt in dem Wissen, dass sie kassiert werden, Anträge gestellt, auf deren Erfolg sie sich keine Hoffnung machen – um konkrete Fälle für die Protokollierung zu schaffen. Die Befragung der Ermittlungsführerin, die schon in ihrer ersten Befragung im April ins Stocken geraten war, kommt daher nun nur noch langsam vorwärts: Immer wieder muss dokumentiert werden, dass die Zeugin die Aussage aufgrund fehlender Genehmigung verweigert, die Kammer muss die Einschränkung bestätigen. Die Verteidigung fordert die Kammer dann auf, eine Erweiterung der Genehmigung zu ersuchen, was die Kammer verweigert. Diese Verweigerung könnte die Verteidigung dann in der Revision als Verletzung der Sachaufklärungspflicht der Kammer rügen, wenn sie dadurch die Fragemöglichkeiten für die Verteidigung unzulässig beschränkt. 

Kritik an Beeinflussung der Kinder-Aussagen durch Hensel

Gerhard Dellings Verteidiger Dr. David Rieks schafft es dann doch noch, ein paar Fragen zu stellen, die nicht erst von der Kammer beraten werden müssen: Er beschäftigt sich mit den Vernehmungen, die die Ermittlerin nach der Entführung mit den Kindern führte. Ihn interessiert dabei besonders der Umgang mit Aussagen, die möglicherweise vom Vater der Kinder beeinflusst wurden. 

Die Zeugin erzählt, der damals 10-jährige Junge habe berichtet, dass ein Schloss auf eines der Autos geworfen worden wäre. Da er aber nicht in dem Auto gewesen war, auf welches das Schloss geworfen wurde, habe diese Aussage nicht von ihm kommen können. Sie habe deshalb nachgefragt, woher er das wisse. Der Junge habe erklärt, sein Vater hätte ihm das gesagt. Bei der ersten Befragung im Januar 2024 hätten die Kinder zudem behauptet, die Entführer hätten Serbisch gesprochen, dann hieß es Rumänisch. Der kleine Junge hatte gesagt, er wisse nicht, welche Sprache das sei. Bei Vernehmungen im Oktober 2024 habe er dann ausgesagt, es sei Hebräisch gewesen: Seine Mutter hätte die Entführer "engagiert", diese gehörten zu einem "israelischen Unternehmen", das wisse er dadurch, dass sie "Israelisch" sprächen, wird die Aussage des Jungen wiedergegeben. Ob der Zehnjährige auf diese Ideen und Wortwahl wirklich selbst gekommen war, daran hätte sie Zweifel gehabt und deshalb den Vater gebeten, die Kinder nicht zu beeinflussen. Auch der erste Hinweis der Ermittler auf die israelische Herkunft der Entführer sei von Hensel gekommen: "Die kommen nicht aus England oder [den] USA. Das war irgendein brutales Land", habe er der Polizei gesagt

Die Ermittlungsführerin stellt klar, sie hätte nicht den Eindruck gehabt, dass die Kinder in den Vernehmungen gelogen hatten, vielmehr sei sie überzeugt, dass die Kinder das glaubten, was sie erzählten. Woher sie die Informationen jedoch hatten, etwa aus den Medien, aus Gesprächen, oder eigener Erinnerung, das könne sie nicht sagen. Dass die Vernehmungsbeamten das ebenfalls bezweifelten und hinterfragten, lässt sich schon an den Fragen erkennen, die David Rieks aus den Vernehmungsprotokollen zitiert: Immer wieder wurden die Kinder gefragt, wie sie auf bestimmte Behauptungen kämen, woher sie Informationen hätten. Die Antwort lautet oft: Stephan Hensel.

Das alles bestätigt die Ermittlerin, das sei ihnen bewusst gewesen. Rieks stört sich dann aber daran, wie diese Skepsis über den Wahrheitsgehalt der Aussagen in die abschließende Beurteilung der Ermittler einfloss. So führt Rieks an, die Kinder hätten ausgesagt, nach der Ankunft auf dem Hof mehrere Stunden im kalten Wohnmobil haben warten müssen. Im Abschlussbericht habe die Beamtin dies als feststehende Tatsache dargestellt. Sie hatte aber auch ermittelt, dass nur etwa eine Stunde verging zwischen der Ankunft auf dem Hof und dem Foto, das Block mit den schlafenden Kindern zeigte, um den Behörden zu zeigen, dass sie und die Kinder wohlauf waren. Ja, das passe offensichtlich nicht zusammen, meint die Zeugin. Warum sie in ihrem Abschlussbericht dann die Aussage der Kinder als Fakt dargestellt habe? "Das kann ich Ihnen auch nicht erklären", sagt sie.

Zwei Anträge abgelehnt, zwei neue gestellt

Zum Abschluss geht es dann noch einmal um Anträge. Weitere Akten aus dem Verfahren gegen Hanning und seinen Geschäftspartner werden nicht beigezogen, die Kammer sieht keine Veranlassung dazu. Sie begründet, Pinar habe nicht begründet, was genau sie in den Akten denn Wichtiges zu finden hoffe, und könne immer noch einfach Akteneinsicht beantragen und darüber dann einen Beweisantrag stellen. Zudem gehe die Kammer ohnehin davon aus, dass Pinars Mandant Andreas P. in keine unmittelbare Kommunikation mit dem israelischen Entführer-Team, Hanning oder der Firma 360 eingebunden war, besonders weil Chef-Entführer David Barkay selbst ausgesagt hatte, P. nicht zu kennen.

Auch der gemeinsame Antrag aller Verteidiger:innen, die Richterin zu vernehmen, die am Hanseatischen Oberlandesgericht (OLG Hamburg) für den Sorgerechtsstreit zuständig war, wird abgelehnt. Hier ging es den Verteidiger:innen darum, herauszufinden, ob das OLG sich bei seiner Entscheidung im Januar 2024, die Herausgabe der Kinder an den Vater anzuordnen, noch als zuständig ansah (was die Nebenklage bestreitet) und ob diese Entscheidung darauf basierte, dass die Hauptermittlungsführerin die Aussage Blocks "Ich mache eine Rückführung, er macht eine Entführung" als Teilgeständnis gewertet hatte. Die Kammer sieht aber die Relevanz für die Schuldfrage nicht; zudem dürfe die Richterin ohnehin nicht über die kammerinterne Beratung aussagen. 

Philip von der Meden gibt der Kammer dann gleich noch zwei neue Anträge mit auf den Weg: Er will ein Schreiben mit Zustellnachweis von Hensels Familienrechtler Gerd Uecker verlesen, der im Oktober 2023 den Block-Familienanwalt Andreas Costard von seiner Rechtsauffassung in Kenntnis gesetzt habe, dass mit der Erklärung des OLG Hamburg, die dänischen Gerichte seien von nun an für den Fall zuständig, auch die Anordnung der Herausgabe der Kinder außer Kraft gesetzt worden sei und damit Block kein rechtliches Mittel mehr habe, um die Herausgabe ihrer Kinder zu erzwingen. 

Darin sieht von der Meden die Begründung eines späteren Eventualvorsatzes für die den Angeklagten vorgeworfene Kindesentziehung nach § 235 Strafgesetzbuch (StGB), da durch Mitteilung dieser Rechtsauffassung jedenfalls Costard und seine Mandantin Block zumindest mit der Möglichkeit hätten rechnen müssen, dass Block das Aufenthaltsbestimmungsrecht materiell nicht mehr hatte und damit ihre Kinder iSd. § 235 StGB entziehen konnte, sofern es darauf überhaupt ankäme.

Costards Verteidiger Dr. Marko Voß kontert, das Argument ergäbe schon in sich keinen Sinn, weil Block in dem Schreiben aufgefordert werde, auf ihre Rechte zu verzichten. Wenn sie aber nach Ansicht von Hensels Anwälten gar keine Rechte mehr gehabt habe, warum habe sie dann darauf verzichten sollen?  

Mit einem weiteren Antrag will von der Meden noch eine Krankenakte des entführten Jungen als Beweis einreichen, schon die Staatsanwaltschaft äußerte allerdings Zweifel darüber, was er damit beweisen wolle.

Wohl doch kein Prozessende im August

Die sich abzeichnenden Verzögerungen durch die Pattsituation bei der wichtigen Polizeizeugin zwischen Verteidigung und Kammer sind auch keine guten Nachrichten für den ambitionierten Plan der Kammer, im August noch das Verfahren abschließen zu können. Vorsorglich lädt sie die Kriminalbeamtin gleich auf sechs weitere Termine Ende August – danach würde es in die Sommerpause gehen, der nächste Verhandlungstermin wäre dann erst wieder für Ende September angesetzt. Das Ende des Verfahrens ist damit wohl doch wieder weiter in die Ferne gerückt.

Weiter geht es am 29. Juni, dann soll noch einmal ein neuer israelischer Zeuge per Videoübertragung aussagen.

Red. Hinweis: Wir haben die Überschrift sowie einen Satz im Text geändert, da für die Revision der 5. Strafsenat des BGH zuständig sein dürfte, der seinen Sitz nicht in Karlsruhe, sondern in Leipzig hat (29.06.2026, 12:35 Uhr, mk).

 

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Ange­klagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 59: . In: Legal Tribune Online, 26.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60294 (abgerufen am: 16.07.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag

LTO Karriere - Deutschlands reichweitenstärkstes Karriere-Portal für Jurist:innen

Jetzt Pushnachrichten aktivieren

Pushverwaltung

Sie haben die Pushnachrichten abonniert.
Durch zusätzliche Filter können Sie Ihr Pushabo einschränken.

Filter öffnen
Rubriken
oder
Rechtsgebiete
Abbestellen