Block-Prozess Tag 58: Streit um ungleiches Maß der Ermittler: Warum glaubte man anderen – den Ange­klagten aber nicht?

von Jakob Hoffmann

25.06.2026

Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Auch von Temperaturen jenseits der 30 Grad in Hamburg lässt sich der Block-Prozess nicht aufhalten. Die Anwälte krempeln nicht nur die sprichwörtlichen Ärmel hoch, die Fenster werden auf Durchzug gestellt und die ansonsten allgegenwärtigen schwarzen To-Go-Becher aus dem Gerichtsautomaten weichen Coladosen. Und dann macht man sich im Landgericht Hamburg mit vielen Trinkpausen und zumindest zwischenzeitlich gegenseitiger Rücksicht an den 58. Verhandlungstag.

Nach einigen Wochen Vernehmung der israelischen Tatbeteiligten ist heute wieder die Hauptermittlungsführerin dran. Zunächst berichtet sie von einem Gespräch mit der Tochter der Hauptangeklagten Christina Block, die gemeinsam mit ihrem jüngeren Bruder in der Silvesternacht 2023/24 von maskierten Männern beim Vater in Dänemark entführt und nach Deutschland gebracht worden war. Block verteidigt sich hier vor Gericht gegen den Vorwurf, die Aktion beauftragt zu haben. Die Kriminalbeamte schildert, dass das Mädchen berichtet habe, mehrere Menschen gebeten zu haben, ihr zu helfen, also sie zurück zu ihrem Vater zu bringen. Keiner habe ihr zugehört. Dr. Marko Voß, der den ebenfalls angeklagten Vertrauensanwalt der Blocks Dr. Andreas Costard verteidigt, fragt daraufhin, warum das nirgends in den Akten stünde. Die Ermittlungsführerin kann ihm aber auch nicht erklären, warum sie dazu keinen Vermerk fertigte: "Hätte ich machen müssen, habe ich nicht gemacht. Dafür habe ich keinen guten Grund."

Aussagegenehmigung erneut Streitpunkt

Beim ersten Vernehmungstermin der Hauptermittlungsführerin hatte es viel Streit um ihre Aussagegenehmigung gegeben. Heute setzt sich dieser Streit fort. Viele Fragen der Verteidiger haben mit den diversen parallel laufenden Ermittlungen und Verfahren zu tun, die in dem Komplex Block laufen. Besonders oft geht es um Stephan Hensel, der Vater der Kinder, und seine neue Ehefrau, gegen die schon lange vor der Silvester-Entführung ebenfalls ein Strafverfahren wegen Kindesentziehung lief – weil Hensel die Kinder 2021 in Dänemark zurückbehielt, auch nachdem der Mutter gerichtlich das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zugesprochen wurde. Auch das Ermittlungsverfahren gegen den Geschäftsführer der Sicherheitsfirma System 360 Grad und dessen Geschäftspartner, Ex-BND-Chef August Hanning, kommt immer wieder zur Sprache. 

Die Zeugin erklärt immer wieder, zu diesen Verfahren nicht aussagen zu dürfen. Polizeibeamte dürfen nach § 37 Abs. 1 S. 1, Abs. 3 S. 1 Beamtenstatusgesetz auch vor Gericht nur dann über das sprechen, was ihnen aufgrund ihrer polizeilichen Tätigkeit bekannt wird, wenn die zuständige Dienststelle das vorher genehmigt hat. Hier waren der Beamtin auch nach Ersuchen des Gerichts um eine Erweiterung der Aussagegenehmigung nach dem Eklat der letzten Vernehmung nur die Vorgänge freigegeben worden, die Aktenbestandteil dieses Prozesses geworden waren. 

Marko Voß kritisiert, dass die Anträge auf Beiziehung der Akten in dem Hensel-Verfahren mit dem Hinweis abgelehnt wurden, sie könnten ja Akteneinsicht beantragen, was sie auch erhalten hätten. Wenn man ihnen dann aber jetzt sage, sie dürften dazu nichts fragen, weil es nicht beigezogen wurde, "dann beißt sich die Katze in den Schwanz", meint Voß.

Sein Kollege Dr. David Rieks, der Blocks mitangeklagten Lebensgefährten Gerhard Delling verteidigt, pflichtet ihm bei. Richterin Isabel Hildebrandt entgegnet, man könne ja Polizeibeamte nicht zu jedem Verfahren befragen, was sie irgendwann mal auf dem Tisch hatte. Rieks kritisiert daraufhin, dass er nicht verstehe, warum sie mit "Spott" reagiere. Auch später greift er das noch einmal auf, er halte es für absolut unangemessen, bei diesen eng verbundenen Verfahren von "irgendwas, was sie mal auf dem Tisch hatte" zu sprechen. Hildebrandt weist den Vorwurf von sich: "Spott ist wirklich das allerletzte, was ich zum Ausdruck bringen wollte." Sie habe nur ihre Rechtsauffassung kundgetan.

Die Verteidiger:innen vertagen die Debatte über die Aussagegenehmigung auf nach der Mittagspause, um Zeit für eine Klärung zu schaffen. Zunächst machen sie mit den unstrittigen Fragen weiter. 

Hofbetreiberin fragte Chef-Entführer, "ob er noch ganz normal sei"

Marko Voß befragt die Zeugin nach ihren Ermittlungen bei der Familie, auf deren Bauernhof die Kinder nach der Entführung aus Dänemark zunächst gebracht worden waren und wo sie ihre Mutter dann wiedertrafen. 

Die Hauptermittlerin erklärt, die Familie sei überrascht gewesen von dem Erscheinen der Israelis mit den Kindern, sie hätten sie nicht erwartet. So habe die Hofbetreiberin den selbsterklärten Chef des Entführerteams, David Barkay, gefragt, "ob er noch ganz normal" sei, als er mit seinem Team und den Kindern auf dem Hof aufkreuzte. Ob sie sich von Barkay "redlich" behandelt gefühlt hätten, will Voß wissen. Sie hätten ihm geglaubt, berichtet die Ermittlerin. Im Nachhinein hätten sie sich "ausgenutzt und betrogen" gefühlt. 

Voß interessiert dann weiter, warum die Ermittlungsverfahren gegen die Farmeigentümer später eingestellt wurden, obwohl belastende Umstände vorlagen. "Alle diese Umstände konnten sie erklären", meint die Kriminalbeamte. Das Wohnmobil hätten sie gekauft, "weil Herr Barkay Urlaub machen wollte", Barkay habe sie von der Legalität überzeugt, Geld, das die Hofbetreiberin auf Barkays Konto einzahlte, sei von diesem selbst gekommen und sie hätte es für ihn eingezahlt, weil sie ohnehin zur Bank gewollt hätte. Das seien für die Ermittler alles nachvollziehbare Erklärungen gewesen. 

Voß hakt nach: "Haben Sie das irgendwie überprüft oder sich auf das Wort der Familie verlassen?" "Wir haben uns auf ihr Wort verlassen", gibt die Ermittlungsführerin zu. Darauf scheint Voß es angelegt zu haben. "Von David Barkay betrogen und ausgenutzt, überrascht von der Silvesteraktion, von der Legalität überzeugt … Kommt Ihnen das von anderen Beschuldigten bekannt vor?", fragt er. Damit spielt er offensichtlich auf diejenigen der Angeklagten an, denen vergleichsweise geringe Beihilfehandlungen vorgeworfen werden – bei denen sie darauf beharren, diese für legal gehalten und von den Entführungsplänen nichts gewusst zu haben. 

Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß?

Die Spannung der Frage ist im Saal spürbar. Bei ihrer Antwort wirkt die Stimme der Ermittlungsführerin gehetzt und überschlägt sich. Sie wisse nicht, was hier inzwischen ermittelt und was im Gerichtsverfahren gesagt worden sei. Sie könne nicht sagen, was bei den hier Beschuldigten anders sei. Mit dem Recht und der Pflicht zur Klageerhebung liegt die finale Entscheidungsverantwortung bei der Staatsanwaltschaft.

Das Eingeständnis, dass die Ermittlungen gegen andere Beteiligte eingestellt wurden, weil man ihnen schlicht glaubte, dass sie überrumpelt wurden, von nichts wussten und darauf vertrauten, dass ihr Handeln legal sei, sorgt auch unter den Angeklagten für Aufregung. Besonders betroffen ist das Ehepaar B. Uta B., eine Cousine von Christina Block, wird Beihilfe vorgeworfen, weil sie Block mit den Kindern auf dem Weg zurück nach Hamburg abholte und die letzten Kilometer nach Hause fuhr. Ihr Ehemann Mark ist wegen Beihilfe angeklagt, weil er ihr dazu Anweisungen über WhatsApp geschickt haben soll. 

Voß will daraufhin direkt einen Antrag stellen, Hildebrandt meint, das lasse sie jetzt nicht zu. Voß meint, nein, er habe noch das Fragerecht und im Anschluss noch weitere Fragen. Er und Hildebrandt fangen wieder an, sich zu übertönen. Gül Pinar, Verteidigerin von Sicherheitsunternehmer Andreas P., schaltet sich ein und meint auch, sie hätte noch Fragen, aber würde in das gleiche Problem laufen. Auch sie wird nicht müde, darauf hinzuweisen, dass keiner der Tatbeteiligten ihrem Mandanten einen Tatbeitrag zuschreiben kann. Uta B.s Verteidiger Reinhard Daum macht ein Timeout-Zeichen mit den Händen. Er bittet um eine Auszeit für seine Mandantin, die von dem Eingeständnis der Ermittlerin sichtlich mitgenommen ist. 

Kaum hat Hildebrandt zugestimmt, springen die Anwälte auf und ziehen die Roben aus, knöpfen Kragen auf und rollen Ärmel hoch. Der Einzige, der konsequent Anzug und Krawatte anbehält, ist Andreas Costard. Die Luft im Saal ist inzwischen schwer zu atmen. 

Auf dem Flur ruft Uta B. ihrer Cousine aufgebracht zu: "Mark [ihr Ehemann] sitzt hier wegen einer SMS!"

Streit über verweigerte Aussagegenehmigung

Als es am Nachmittag mit der angekündigten Debatte über die Aussagegenehmigung weitergeht, kippt die Stimmung. Gül Pinar hat das gleiche Problem wie zuvor ihre Kollegen: Immer wieder bekommt sie von der Kriminalbeamtin zu hören, die Antwort auf ihre Frage sei nicht von ihrer Aussagegenehmigung gedeckt. Bisweilen greift Richterin Hildebrandt Pinar sogar unter die Arme und tastet sich so heran, wie sie meint es müsse zulässig sein. Auch die Vorsitzende stößt jedoch zunehmend auf Grenzen. Schließlich schaltet sich Nebenklagevertreter Dr. Philip von der Meden dazwischen und fragt, ob man nicht jetzt einmal abschließend klären könnte, was von der Aussagegenehmigung gedeckt sei und was nicht, um nicht jedes Mal diskutieren zu müssen. 

"Manchmal hat die Nebenklage absolut Recht", sagt Pinar und lacht in Richtung des Kollegen. Hildebrandt zeigt sich etwas ungehalten darüber, dass sich keiner gemeldet hätte, als die Kammer den Beteiligten ihren Antrag auf Erweiterung der Aussagegenehmigung übermittelt habe, jetzt aber Beschwerden kämen. Rieks ist etwas ungehalten darüber und nimmt der Vorsitzenden immer noch übel, dass sie das Verfahren gegen Hensel und seine Ehefrau mit jeder beliebigen Akte auf dem Tisch der Ermittlerin gleichgesetzt hatte. "Sie laden vor sechs Tagen Frau B. und jetzt sind WIR schuld daran, dass das unvollständig war", beschwert er sich.

Die Oberstaatsanwältin Mona Paul wirft ein, die Zeugin habe in der Pause versucht, eine Aussagegenehmigung für das Parallelverfahren zu bekommen, was ihr aber "abschließend verweigert" worden sei. Diese Genehmigung ist jedoch ein Verwaltungsakt, ihre Verweigerung muss daher nach § 39 Absatz 2 Nummer 1 Alt. 1 Verwaltungsverfahrensgesetz begründet werden. Nach der Rechtsprechung des BVerwG muss die zuständige Stelle dem Gericht dafür ihre Wertung der Tatsachen als geheimhaltungsbedürftig so einleuchtend darlegen, dass sie unter Berücksichtigung rechtsstaatlicher Belange als triftig anerkannt werden kann. Ein Bericht über ein Telefonat mit der Beamtin in der Mittagspause dürfte also nicht reichen, würde das Gericht die Dienststelle zur Erweiterung der Genehmigung auch auf die Parallelverfahren auffordern. 

Die Verteidiger sind daher überzeugt, das dürfe nicht das letzte Wort in der Sache sein. "Einer, der 650 Kilometer mit den Kindern gefahren ist, wird anders behandelt als eine, die die letzten 20 gefahren ist", donnert Voß. Dazu müsse man doch Fragen stellen dürfen. Staatsanwalt Marvin Steinberg wirkt darüber belustigt. Nils Fock, der Mark B. vertritt, kommentiert, er könne ruhig lachen. In der Haut der Staatsanwaltschaft, die nun wie so oft in dem Prozess ihr Vorgehen rechtfertigen muss, "möchte [er] auch nicht stecken."

Gemeinsamer Antrag der Anwält:innen erneut nicht erfolgreich

Voß steigert sich wie üblich in eine immer durchdringendere Lautstärke hinein. Als er offenbar einen neuen Spitzenpegel erreicht, reißt sich Richterin Hildebrandt mit verärgertem Gesichtsausdruck die Kopfhörer vom Kopf, auf die die Mikrofone übertragen. Seine nächste Debatte führt Voß dann leiser – zumindest aus Zuschauerperspektive, denn es entspinnt sich eine hitzige Auseinandersetzung zwischen ihm und der Oberstaatsanwältin, die ihm schräg gegenübersitzt, weshalb die beiden ihren Zwist auch ohne Mikrofon austragen. Für sonderlich relevant scheint die Vorsitzende das nicht zu halten: Was nicht ins Mikrofon gesprochen wird, ist nicht öffentlich und deshalb nicht Teil der Verhandlung; Hildebrandt unterlässt es aber, die beiden dazu aufzufordern, das noch einmal für die Öffentlichkeit zu wiederholen.

Nebenklagevertreter von der Meden schlägt der Kammer vor, bei der für die Aussagegenehmigung zuständigen Dienststelle anzuregen, die Entscheidung über die Nichterteilung noch einmal zu überdenken. Es wäre ja schön, das geklärt zu haben. Er glaube nicht, dass das irgendwas ändern würde, aber dann hätte man es zumindest versucht.

So versöhnlich das vielleicht auch klingen sollte, fassen seine Kollegen das scheinbar anders auf. Hier gehe es nicht um "schön" oder "zumindest versucht", das sei die Aufklärungspflicht der Kammer, kontern sie. Die in § 244 Abs. 2 Strafprozessordnung normierte Aufklärungspflicht verpflichtet das Gericht, alle die Angeklagten entlastenden und belastenden Beweismittel und -möglichkeiten auszuschöpfen.

Die Kammer lässt sich den Antrag diktieren, dem sich alle Anwält:innen anschließen, und zieht sich also zur Beratung zurück. Damit bekommen alle Beteiligten noch einmal eine dankend angenommene Trinkpause. 

Den Antrag lehnt die Kammer dann aber ab. Sie sieht sich nicht zum Tätigwerden verpflichtet und überhaupt sei der Antrag auch schon zu unbestimmt. Große Überraschung darüber lässt sich bei keinem der Beteiligten erkennen. Anträge werden in diesem Prozess viele gestellt – stattgegeben wird nur den wenigsten.

Die Verteidiger müssen ihre Fragen also innerhalb der bereits bestehenden Aussagegenehmigung stellen. Heute wird das aber nichts mehr, der Tag ist rum. Weiter geht es mit der Befragung daher morgen.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 58: Streit um ungleiches Maß der Ermittler: . In: Legal Tribune Online, 25.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60280 (abgerufen am: 08.08.2026 )

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