Block-Prozess Tag 56: Voß' großer Rund­um­schlag

von Jakob Hoffmann

16.06.2026

Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Mehrere der Verteidiger hatten am 56. Verhandlungstag gehofft, mit ihren Fragen an den Zeugen David Barkay Widersprüche und Details bestätigen zu lassen, die sie in den vergangenen Wochen und Monaten herausgearbeitet hatten. Barkay ist nach eigener Aussage der Hauptverantwortliche der Aktion, bei der in der Silvesternacht 2023/24 die beiden jüngsten Kinder Christina Blocks aus Dänemark entführt wurden.

Barkay ist der mutmaßliche Chef der Israelis, die die Entführung durchgeführt haben sollen. Am Montag ist er den Anwälten aber keine große Hilfe dabei, ihre jeweiligen Verteidigungslinien zu untermauern. Seine Aussagen sind bedacht und ausschweifend. Je mehr die Fragen allerdings ins Detail gehen, desto weniger weiß er. "Bis auf meinen Namen bin ich mir bei gar nichts sicher, das ist zu lange her", sagt er irgendwann im Verlauf des Nachmittags.

Der Frust der Verteidiger, die auf ihre Fragen keine Antworten bekommen und diese immer wieder wiederholen müssen, weil Barkay sie nicht verstanden haben will, droht durch einen aggressiv intervenierenden Dr. Björn Kruse, Barkays Anwalt, immer wieder zu eskalieren. Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt hat alle Mühe, die Oberhand zu behalten und die Befragung voranzutreiben. Sie hat einen straffen Zeitplan: Im August will sie das Verfahren abschließen. Wie häufig am Montag das Wort "Beweisantrag" fällt, kann ihr da gar nicht ins Konzept passen – anmerken lässt sie sich aber nichts.

Nachhilfe im Strafprozessrecht

Am Ende des vergangenen Verhandlungstages hatte Dr. Marko Voß, der den Block-Familienanwalt Dr. Andreas Costard verteidigt, für Wirbel gesorgt, als er eine Prozesserklärung von Dr. Philip von der Meden auseinandernahm. Dabei warf er von der Meden, der den Nebenkläger und Blocks Ex-Mann Stephan Hensel vertritt, vor, Rechtsauffassungen einfach erfunden zu haben. Weil von der Meden am Montag nicht da ist, äußert sich dazu Hensels anderer Anwalt, Gerd Uecker. Voß lässt das nicht unkommentiert: Wenn von der Meden ihm wie vergangenen Freitag angekündigt wirklich hätte widersprechen wollen, hätte er sich "auch hierher bewegen können." Dass jetzt Uecker sich zu dem Vorwurf, eine Rechtsauffassung erfunden zu haben, verhalten soll, passt ihm nicht.

Dass von der Meden fehlt, hat aber noch andere Tücken, wie sich schnell zeigt. Nicht nur ist Uecker eher sporadisch im Block-Prozess anwesend und stellt Barkay deshalb überwiegend Fragen, die als "schon beantwortet" von der Vorsitzenden kassiert werden. Er ist auch Familienrechtler, kein Strafrechtler, und dem Anschein nach nicht allzu gut mit den Gepflogenheiten des Strafprozesses vertraut. Mehrfach verweist er Barkay und Kruse auf die Ermittlungs- und Verfahrensakten, woraufhin ihn die Vorsitzende belehren muss, dass Zeugen im Strafprozess keine Akten bekommen. 

Das ist aber nicht alles: Immer wieder formuliert sie seine Fragen um oder stellt sie gleich für ihn. Sie kassiert so viele seiner Fragen als suggestiv, dass Dr. Sascha Böttner, der den geständigen Israeli Tal S. vertritt, irgendwann nicht mehr zusehen kann: "Damit das jetzt nicht ewig so geht: Tauschen Sie einfach 'dass' gegen 'ob' aus", wirft er von der Seite ein. Richterin Hildebrandt stimmt ihm zu: "Dass" sei suggestiv, "ob" dagegen offen. Dann müsse sie nicht fast jede Frage kassieren.

Uecker scheint sich Böttners Tipp jedoch nicht zu Herzen zu nehmen. Seine Fragen werden weiter kassiert. "Nur, weil sie andere Wörter benutzen, bleibt das die gleiche Frage", beanstandet die Vorsitzende. Zwischenruf eines Verteidigers: "Und wir hatten das schon an den anderen Tagen!" Hildebrandt seufzt. "Ja, das auch." 

Das Hin und Her zwischen Voß und Uecker läuft irgendwann so sehr aus dem Ruder, dass Uecker seinem Kollegen zuruft: "Herr Dr. Voß, ich glaube, wir beide wollen nicht miteinander kommunizieren, das können wir gerne später machen."

Hensel wird laut

Am Ende seiner Befragung von Barkay hat Uecker kaum eine Frage durchbekommen. Hensel scheint das nicht zu stören: Er grinst weiter breit. Ruhe kehrt dadurch aber nicht ein, denn Voß beschwert sich bei der Vorsitzenden über vermeintliche Kommentare von der Seite. Sein Tisch steht im rechten Winkel zur Bank der Nebenklage, Hensel und seine Anwälte sitzen also dicht neben ihm.

Voß moniert, dass von Hensel andauernd Kommentare wie "Jetzt ist ja alles klar!" oder "Jetzt haben wir euch!" kämen. Anwältin Gül Pinar, die den mitangeklagten Chef einer Sicherheitsfirma verteidigt, pflichtet Voß bei; sie sitzt eine Bank weiter hinten und fühlt sich auch von Hensels Kommentaren gestört. Da greift sich Hensel ein Mikrofon, im Saal ertönt es laut: "Immer diese Verleumdungen!" Er regt sich sichtlich auf und ist ungewohnt laut, für gewöhnlich spricht er nämlich schon fast im Flüsterton. Immer wieder kommt ist es wegen seiner angeblichen Seitenkommentare und dem permanenten Grinsen zu Streit im Saal. Hensel reagiert darauf regelmäßig mit Verleumdungsvorwürfen.

Hildebrandt versucht, Hensels Tirade zu unterbrechen: "Herr Hensel, Sie sind jetzt nicht dran!" Er protestiert lautstark. Die Richterin hat von ihrer Richterbank aus keine Kommentare gehört. Sie weist Hensel deshalb nur ganz allgemein darauf hin, dass man hier im Mammut-Prozess eng beieinandersitze und deshalb nichts kommentieren dürfe, weil das die anderen immer mithörten. Angebliche Kommentare von Hensel kann man jedenfalls durch die Plexiglasscheibe im Zuschauerraum nicht hören. Man kann ihn aber regelmäßig grinsen, flüstern und feixen sehen.

Voß und Kruse im Schlagabtausch

Voß scheint am Montag angriffslustig zu sein. Außer mit Hensel, Uecker und Hildebrandt streitet er sich heftig mit Kruse. Wie üblich wird seine Stimme dabei schnell laut, was Kruse zu der Bemerkung verleitet: "Nur weil Sie lauter reden, haben Sie nicht Recht!" Kruse greift konstant in die Befragung seines Mandanten Barkays ein, um Fragen zu beanstanden, als bereits beantwortet abzuweisen oder abzublocken. Dass er dabei immer wieder Fragen anstelle von Barkay beantwortet, sie umformuliert oder übersetzt, ärgert Voß. "Meine Fragen formuliere ich selbst und für Übersetzungen haben wir eine Dolmetscherin", kritisiert er seinen Kollegen. Hildebrandt gibt Voß recht: Ein Rechtsbeistand dürfe nur gestellte Fragen beanstanden, mehr nicht.

Kruse scheint sich davon nicht beeindrucken zu lassen und interveniert bei der nächsten Frage direkt mit der Bemerkung, für die Beantwortung dieser Frage bräuchten er und  Barkay mehr Kontext. Voß' Stimme hallt durch den Saal: "Sie brauchen mehr Kontext, ich frage ja aber Ihren Mandanten!" Kruse antwortet spöttisch: "Herr Kollege, bleiben wir mal ein bisschen sachlich."

Befragung wird zur Geduldsprobe

Voß geht sichtlich die Geduld aus. Jede Frage muss er mehrfach wiederholen, umstellen, neu formulieren, noch einmal wiederholen. Jedes Mal wird das begleitet von Wortgefechten im Dreieck mit Kruse und Hildebrandt. Die Dolmetscherin blickt bisweilen hilflos zwischen den gleichzeitig redenden Jurist:innen hin und her. Da komme sie nicht mit, beklagt sie. 

Voß wirft Kruse vor, Barkay mit Kopfnicken zu signalisieren, auf welche Fragen er antworten soll. "Das ist so leicht zu durchschauen, Herr Kruse", spöttelt Voß, "lassen Sie das doch einfach mal." Als Voß nur wenige Sätze später erneut eine Geste von Kruse bemerkt haben will, platzt ihm der Kragen: "Jetzt hören Sie mal auf, immer irgendwelche Signale an Ihren Mandanten zu geben. Ich stelle die Frage! Danach können Sie gerne beanstanden", poltert er.

Immer wieder prangert Voß eine mögliche Beeinflussung Barkays durch Kruse an. Als einer der anderen Verteidiger Barkay zu Absprachen mit der Staatsanwaltschaft fragt, beteuert der, seine Anwälte hätten ihm erklärt, dass solche Deals in Deutschland nicht möglich seien. Niemand habe ihm oder den anderen Israelis, die als Zeugen ausgesagt haben, etwas für ihre Aussage versprochen. Als man Barkay einen Vermerk der Staatsanwaltschaft zu einem Gespräch über eine mögliche Bewährungsstrafe vorhält, wird Kruse sichtlich unruhig. Barkay sagt, er wisse von nichts, da beantragt Kruse sofort eine Unterbrechung, um sich mit Barkay zu beraten. Voß stützt resigniert das Kinn in die Hände. Als Barkay und Kruse zurückkommen, weiß Barkay dann auf einmal doch, von welchem Gespräch die Rede ist.

Barkay macht viele Pausen, wenn er spricht, hält kurz inne, bevor er Fragen beantwortet. Seine Antworten wirken wohlüberlegt. Er verwendet wie schon in früheren Befragungen immer wieder die gleichen Formulierungen, die aber den Fragen der Verteidigung ausweichen.

Auch für Böttner wird die Befragung Barkays zur Geduldsprobe: Während der Israeli langatmig und langsam spricht und so die Fragen letztlich nicht wirklich beantwortet, schließt Böttner die Augen, schüttelt leicht den Kopf. Seine Fragen stellt er präzise zu ganz speziellen Elementen, bekommt von Barkay aber nur allgemeine Antworten. 

Zumindest kriegt er nach mehrmaligem Nachhaken eine Antwort auf seine Frage, ob die Kinder im Auto nach ihrer Entführung irgendwie geäußert hätten, wie sie zu dem Plan stünden, zu ihrer Mutter gebracht zu werden: "So wie ich mich erinnere, haben sie gesagt, dass sie nicht wollen", erinnert er sich.

Er hätte da nur noch eine Frage…

Einige der Verteidiger bitten die Kammer gegen Ende des Nachmittags darum, durch ein Rechtsgespräch nach § 257b Strafprozessordnung ihre Position zu einigen der im Prozess viel diskutierten Rechtsfragen klarzustellen oder diesbezüglich ein obiter dictum zu erlassen. Zum Beispiel dazu, ob Block in der Silvesternacht noch das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht und einen Herausgabeanspruch für die Kinder gegenüber ihrem Ex-Mann hatte oder ob dieser bereits erloschen war. Genau darum hatten sich Voß und von der Meden am Freitag gestritten. Die Idee dahinter: Wenn sie wenigstens die Antworten auf einige wesentliche Kernfragen kennen würde, wüssten die Verteidiger:innen besser, womit sie arbeiten können. So würden Spannung und Eskalationspotenzial aus der aktuell sehr konfliktbeladenen Situation genommen, damit es im ohnehin schon für alle Beteiligten sehr zermürbenden Prozess endlich wieder ruhiger werde. 

Solche Rechtsgespräche sind nicht nur im Strafprozess übliche Praxis. Ein obiter dictum dagegen fügen üblicherweise eher letztinstanzliche Gerichte ihren Urteilen bei, um über diese hinaus eine Rechtsauffassung zu äußern. In einem Beschluss mitten in einem Prozess vor dem Landgericht wäre das eher unüblich.

Als sich der Verhandlungstag dem Ende zuneigt, sind noch zwei Verteidiger übrig, die noch nicht am Zug waren, Barkay zu befragen. Die Vorsitzende will gerade verkünden, dass die Befragung am Mittwoch fortgesetzt wird, als die beiden ihr zurufen, sie hätten keine Fragen an den Zeugen. Wenn sie das kurz erklären könnten, bräuchte man Barkay nicht noch einmal zu laden – kurz blitzt die Hoffnung auf, die Befragung des vermeintlichen Ex-Mossad-Agenten könnte nun nach acht Tagen endlich abgeschlossen sein. Da hat man aber die Rechnung ohne Block-Verteidiger Dr. Ingo Bott gemacht: Ganz im Columbo-Stil hätte Bott da "noch eine Frage".

Was diese Frage ist, erfahren wir am Montag aber nicht mehr. Es schlägt vier Uhr nachmittags, damit ist der Verhandlungstag beendet und das Finale der Barkay-Befragung muss noch bis Mittwoch warten. Die anschließenden Erklärungen dürften interessant werden.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 56: . In: Legal Tribune Online, 16.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60213 (abgerufen am: 22.07.2026 )

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