Block-Prozess Tag 55: "Die Gerichts­sprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus"

von Jakob Hoffmann

13.06.2026

Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Zum Verhandlungsbeginn ist die Nebenklagebank am Freitag zunächst leer. Dr. Philip von der Meden, der Christina Blocks Ex-Mann und Nebenkläger Stephan Hensel berät, schleicht sich erst mit zehn Minuten Verspätung in den Saal – und auch sonst wird es nicht sein Tag.

Block-Verteidiger Dr. Ingo Bott startet in seiner am Donnerstag aufgeschobenen Erklärung zur Zeugenaussage des Psychologen Dr. R. gleich mit einem Verbalangriff auf von der Meden. "Ich schätze den Nebenklagevertreter, persönlich und professionell, seit Jahren." Er verstehe aber seine konstanten Versuche nicht, alle Zeugen zu diskreditieren, die sich zum Verhältnis der beiden in der Silvesternacht 2023/24 entführten Kinder zu ihren Eltern äußern. Von der Meden nimmt das jedenfalls äußerlich gelassen hin und blickt nur zur Vorsitzenden Richterin Isabel Hildebrandt, die daraufhin eine förmliche Verwarnung gegen Bott ausspricht: Seitenschüsse auf den Nebenklagevertreter sind nicht vom Erklärungsrecht nach § 257 Abs. 2 Strafprozessordnung (StPO) erfasst.

Nach der ersten Bott-Erklärung des Freitags lässt der zunächst seinem Kollegen Dr. Marko Voß den Vortritt. Bott hat schließlich noch etwas Programm vor sich am Freitag. Voß verteidigt den ebenfalls angeklagten Familienanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard. Er ist wegen Beihilfe zu der Block vorgeworfenen Kindesentziehung angeklagt. Beide bestreiten die Vorwürfe.

Voß verteidigt im Konjunktiv

Voß ist damit der erste, der seine Erklärung zur viertätigen Vernehmung von Keren T., Deckname "Olga", abgeben kann. Lange haben alle Beteiligten auf die Erklärungen gewartet, "Olga" soll eine Schlüsselrolle spielen. Die 51-jährige Israelin soll Christina Block sehr nahegestanden haben und mitverantwortlich für die Entführung der beiden jüngsten Block-Kinder beim Vater in Dänemark gewesen sein. Voß hält "Olgas" Aussagen für grundsätzlich unglaubwürdig und weist darauf hin, dass sie in einigen Punkten im direkten Widerspruch zu Aussagen anderer Zeugen stehe. "Es kann nur eine Darstellung richtig sein, die andere ist gesichert gelogen." Wenn man aber nicht feststellen könne, wer von ihnen lüge, dürfe das Gericht in dubio pro reo, also im Zweifel für den Angeklagten, keine der Aussagen belastend verwerten. 

Der Zweifelsgrundsatz verpflichtet das Gericht, nicht aufklärbare Widersprüche zugunsten des Angeklagten zu bewerten. Voß erinnert die Kammer daran, einzelne belastende Aussagen nicht isoliert herauszugreifen.

Bei Voß wird die richtige Wortwahl oft zur Gratwanderung: Er verteidigt Costard in diesem Prozess ganz überwiegend im Konjunktiv, weil er eine gestaffelte Verteidigungsstrategie für seinen Mandanten fährt. Voß argumentiert für den Fall, dass Costard eine physische Rückholung, nicht aber Gewalt beauftragt haben sollte – aber ohne diese Konstellation je einzuräumen. Jede strafbare Handlung Costards weist Voß scharf zurück. Der Konjunktiv bleibt daher wichtig: Selbst wenn das Gericht zu der Auffassung gelangt, dass Costard die Entführung beauftragt haben soll, so wäre die Gewaltanwendung jedenfalls ein Exzess der Entführer und nicht des womöglich beauftragenden Costards gewesen, ist Voß' zweite Verteidigungslinie.

Zudem könne der Tatbestand der Kindesentziehung nach § 235 Strafgesetzbuch (StGB) gar nicht erfüllt sein, meint Voß: Man hätte die Block-Kinder gar nicht entziehen können, ihre Mutter Christian Block habe nur die rechtmäßige Lage wiederhergestellt. Vater Hensel habe die Kinder nach einem Wochenendbesuch schließlich rechtswidrig in Dänemark zurückbehalten. 

Im Oktober 2021 hatte das Hanseatische Oberlandesgericht (OLG) geurteilt, dass Hensel zur Herausgabe der Kinder an die Mutter verpflichtet sei. Nach Auffassung von Voß hätte er die Kinder also in der Silvesternacht 2023/24 gar nicht mehr bei sich haben dürfen. Jede Entziehung setze nach natürlichem Wortsinn aber voraus, dass der angegriffene Elternteil die Kinder im Tatzeitpunkt legal bei sich gehabt haben müsse.

Hildebrandt belehrt Bott mehrmals

Dann ist Bott wieder an der Reihe. Er sieht die Zeugenaussage von Keren T. als "Wendepunkt". Das muss aber nichts heißen, Bott hat im Prozessverlauf bereits mehrere Erklärungen als "Wendepunkt" bezeichnet, bisher erfolte jeweils kein erkennbarer Kurswechsel. Am Freitag will er anhand von zehn Punkten erklären, warum "Olgas" Befragung nun aber wirklich einen "Wendepunkt" darstellte. In seiner Erklärung ist die Rede von "entscheidenden Belastungselementen", die "Olga" nicht konkret Block zuordnen können habe. Es geht um die Motivationen der israelischen Zeugen bis hin zu Unterlagen des mutmaßlichen Organisators und Chefs der Israelis, David Barkay, die "alles Schmu" seien.

Um das zu untermauern, zitiert Bott lang und umfangreich aus Vernehmungsprotokollen der Polizei. Nach einer Weile unterbricht ihn die Vorsitzende und erklärt ihm lehrbuchhaft das Mündlichkeitsprinzip. Nach § 261 StPO darf nur der mündlich vorgetragene und erörterte Prozessstoff dem Urteil zugrunde gelegt werden. Die Vernehmungsprotokolle seien aber gerade nicht mündlich in die Hauptverhandlung eingeführt worden. Insbesondere würden die Schöffen den Inhalt dieser Protokolle nicht kennen. Daraus zu zitieren sei daher unzulässig, erläutert Hildebrandt.

Bott meint, das sei falsch, die Literatur sehe das anders. Die Vorsitzende will wissen, was daran falsch sein solle. Wie am Donnerstag, als es zwischen ihm und Hildebrandt ordentlich krachte, ficht Bott seine begonnenen Konflikte am Freitag jedoch nicht aus. Er meint, das sei ohnehin nicht mehr so wichtig, weil er jetzt auch damit fertig sei. Als er fortfährt, geht es wieder los: "Ich weise Sie gerade darauf hin, dass das [Zitieren aus Protokollen, Anm. d. Red.] unzulässig ist", mahnt Hildebrandt. Bott geht darauf nicht ein und sagt, er "mache dann mal weiter."

Er kommt aber nur ein paar Sätze weit, dann unterbricht ihn Hildebrandt schon wieder. Er zitiert gerade auf Englisch aus einer in der Befragung vorgespielten Tonaufnahme. "Die Gerichtssprache ist Deutsch, Sie haben sich auf Deutsch zu äußern. Das denke ich mir nicht aus, das steht im Gesetz", sagt Hildebrandt. Auch das will Bott aber nicht ausdiskutieren, er sei "ja jetzt schon fertig damit." 

Ex-Vertraute "Olga": "Eine Frau für eine Frau"

Aus Botts Sicht hat die Zeugenaussage von "Olga" "mal wieder" gezeigt, dass Block über die Silvester-Entführung nicht informiert gewesen sei und sie deshalb auch nicht habe beauftragen können. Block hätte, so Bott, niemals akzeptiert, bei so einer Aktion nicht dabei sein zu können. Deshalb habe ihr "natürlich niemand etwas gesagt", alleine schon, um sie nicht "an der Backe" zu haben.

Auch Blocks Bericht aus ihrer Einlassung, ihr Vater habe nach einem gescheiterten Rückholungsversuch im November 2022 das Vertrauen in sie verloren, seine Enkelkinder zurückzuholen, weshalb man sie außenvor ließ, sei durch "Olgas" Aussagen bestätigt worden. Aus ihren Aussagen habe sich ergeben, dass sie und Block von vielen Vorgängen kaum gewusst hätten. "Olga" habe deshalb in der Befragung auch viele Nachfragen nicht beantworten können und oft auf ihren Chef Barkay verwiesen. Das alles, so Bott, seien viele Anhaltspunkte, die dafür sprächen, dass Block von der Entführung der Kinder im Vorfeld nichts gewusst haben könne.

Weil sich Block aber immer wieder habe einmischen wollen, habe man ihr "Olga" als Vertraute zur Seite gestellt: "Eine Frau für eine Frau" eben, sagt Bott. T. habe sich Blocks emotionale Probleme anhören sollen, damit sie den Männern "nicht im Weg" war. Sie und "Olga" seien "eine kleine Schicksalsgemeinschaft" gewesen, meint Bott. Er stellt sie als zwei Frauen dar, die mitlaufen durften, wenn man sie gerade brauchte, die man in die Pläne aber nie eingeweiht habe. Man habe sie ausgeschlossen und ihnen nichts gesagt. "Und dann stolpern zwei Blinde durch ein seltsames Jahr", dramaturgisiert er. Daraus könne man aber nicht schließen, dass Block Kenntnis von den Entführungsplänen gehabt habe.

Der geständige Tal S. hat Entführung für "richtig" gehalten

Dr. Sascha Böttner schlägt etwas andere Töne an. Er vertritt den Israeli Tal S., der seine Beteiligung an der Entführung bereits gestanden hat und in Untersuchungshaft sitzt. Böttner hält "Olga" keineswegs für so unglaubwürdig, wie Voß und Bott sie darstellen. Aus seiner Sicht sind die Widersprüche in den Aussagen der Zeugen eher ein Beweis dafür, dass sie sich gerade nicht abgesprochen hätten. 

Schwerpunkt seiner Erklärung ist aber etwas anderes. Böttner will eher erklären, wie es dazu kam, dass S. zum Entführer der Kinder wurde. Für S. sei nicht entscheidend gewesen, ob die Tat legal sei, sondern, ob sie "richtig" ist. Das sei in seiner Kultur die relevantere Frage. Deshalb müsse man sehen, welche Realität im Vorfeld der Silvester-Aktion geschaffen worden sei: Allen Israelis sei ein stark vereinfachtes Bild präsentiert worden, in dem alle offenen Fragen, Zweifel und auch Vorwürfe gegen Block unterschlagen worden seien. In Israel und den umliegenden Staaten hätten Kinder zudem noch einen viel höheren Stellenwert als in Deutschland, meint er. Sie seien "heilig", man mache für Kinder alles. "Mehr als in Deutschland vielleicht." Wie weit Tal S. dafür gegangen ist, hat er bereits selbst früh im Prozess sehr ausführlich geschildert.

Voß attackiert von der Meden: Rechtsauffassung einfach erfunden?

Die letzten 100 Minuten des Tages werden zur Konzentrationsprobe: Zur Begründung seines Antrags auf Ladung einer weiteren Zeugin nimmt Voß zermürbend detailliert eine Prozesserklärung von der Medens auseinander. Darin hatte dieser argumentiert, Blocks Herausgabeanspruch für die Kinder sei bereits im Oktober 2023 erloschen, weil sich das OLG Hamburg für nicht mehr zuständig erklärt hatte. Zwar werde in der Literatur vertreten, dass solche Prozessbeschlüsse nicht geeignet seien, den Herausgabeanspruch erlöschen zu lassen. Es gäbe aber auch eine starke Literaturmeinung, die das anders sehe.

Voß meint am Freitag, diese Literaturmeinung habe sich von der Meden ausgedacht. Eine solche Meinung existiere in der Fachliteratur und Rechtsprechung nicht. Auch in den vom Nebenklagevertreter in seinem Schriftsatz angegebenen Quellen werde das nicht so vertreten, wie er es darstelle – es sei also keine (wenn auch etablierte und zu beachtende) Mindermeinung, sondern eine, die nur "Rechtsanwalt von der Meden und seine Claqueure" (= Beifallsklatscher) verträten. Von der Medens Prozesserklärung sei daher "bewusst irreführend".

Es bleiben nur noch wenige Minuten vor dem geplanten Ende des Prozesstags, die von der Meden nutzt, um sich zumindest ein wenig gegen die schweren Vorwürfe seines Kollegen Voß zu wehren. "Claqueure, das Wort ist so ungefähr 20 Jahre älter als ich", kommentiert er und moniert dann den Umgangston und persönlichen Angriff des älteren Kollegen Voß. Dessen Anschuldigungen weist er zurück, er wirkt dabei durchaus ehrlich erschüttert. 

Die Quellennachweise werde er prüfen, inhaltlich entkräfte Voß seine Argumente aber nicht, meint von der Meden und erklärt ungewöhnlich defensiv, auch er selbst vergreife sich vielleicht mal im Ton. Dann könne man gerne darüber sprechen. Derart persönlich zu werden, verbitte er sich aber. Dann ist der Tag im Gerichtssaal vorbei.

Vor dem Saal hat einer der Zuschauer noch Gesprächsbedarf mit von der Meden. Er ruft ihm laut zu, er müsse doch mal an die Kinder denken, und überzieht ihn mit Vorwürfen. Von der Medens Geduld haben aber am Freitag wohl schon seine Kollegen im Saal aufgebraucht. Er antwortet müde: "Mir ist bewusst, dass Sie schwere persönliche Probleme haben, aber das müssen Sie doch nicht an mir auslassen."

Weiter geht es am Montag, dann wird die Befragung des mutmaßlichen Chef-Entführers Barkay fortgesetzt.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 55: . In: Legal Tribune Online, 13.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60188 (abgerufen am: 21.07.2026 )

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