Block-Prozess Tag 54: "Brau­chen Sie eine Pause, um ein Ableh­nungs­ge­such zu for­mu­lieren?"

von Jakob Hoffmann

12.06.2026

Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Die aufregende Befragung der Schlüsselzeugin Keren T., Deckname "Olga", brachte in den vergangenen vier Verhandlungstagen ordentlich Schwung in den Block-Prozess. Mit Spannung erwarten vor allem die Zuschauer die Erklärungen zur Befragung nach § 257 Strafprozessordnung (StPO). Daraus sollte am Donnerstag aber nichts werden, denn die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt zieht die Befragung des Psychologen Dr. Stefan R. vor.

Nebenklagevertreter Dr. Philip von der Meden meint, er könne seine Erklärung zur "Olga"-Befragung schnell durchziehen, woraufhin sein Gegenspieler, der Christina Block verteidigende Dr. Ingo Bott, natürlich gleich mitzieht. Hildebrandt, die nach über 50 Prozesstagen die Verfahrensbeteiligten mehr als gut kennt, reagiert amüsiert: "Das liegt ganz in ihrer Hand, ob noch Zeit bleibt." Spoiler: Es blieb (natürlich) keine Zeit. Dann geht es mit der Befragung R.s los.

R. war schon einmal befragt worden. Als Psychologe soll er die Hauptangeklagte Christina Block im Ringen um ihre Kinder psychologisch beraten und unterstützt haben. Im Januar durften das Gericht und die Staatsanwaltschaft R. Fragen stellen, am Donnerstag bekommt das Wort daher direkt Bott, der gleich loslegt.

Zeuge attestiert Hensel Narzissmus

R. berichtet in seiner zweiten Befragung vor allem über die Familienverhältnisse bei Blocks und über den Vater der entführten Kinder, Stephan Hensel, der im Prozess als Nebenkläger auftritt. Der Mutter Christina Block wird vorgeworfen, die Entführung in Auftrag gegeben zu haben, was sie vehement bestreitet.

R. berichtet, Hensel sei ihm als "aggressiver Ich-Durchsetzer" beschrieben worden. Woher genau er diese Formulierung hat, weiß er aber nicht mehr. Von Hensels Verhalten bei seiner Hochzeit mit Block spricht er. Ihm sei berichtet worden, Hensel habe gefeiert wie jemand, der "am Ziel seiner Träume sei" – aber mehr als "Aufstieg in den finanziellen Hochadel" als "wie jemand, der gerade geheiratet hat". Er attestiert Hensel "Narzissmus und manipulativen Psychopathismus". Hensel hört sich das alles ruhig mit an, zeigt aber keine Reaktion darauf, schaut mit dem Bügel seiner Brille im Mundwinkel nur nachdenklich in den Raum. Er bestreitet diese Darstellung.

Direkt mit Hensel gesprochen haben will der Psychologe aber nur ein Mal – und zwar als dieser ihn aus dem Nichts angerufen und ihm vorgeworfen habe, ob er wisse, "was er angerichtet" habe. Was Hensel damit meinte, habe er nicht gewusst. "Hatten Sie Angst?", fragt einer der Verteidiger. "Ja", antwortet der Psychologe. Er habe sich bedroht gefühlt. Diese Stelle interessiert auch den Staatsanwalt direkt: Ob das eine konkrete Drohung gewesen sei, will er wissen. R. verneint. Es sei die Art der Gesprächsführung gewesen.

Dann wird es detailliert und zäh.

Vorlesung in forensischer Psychologie

Botts Befragung des R. läuft alles andere als flüssig. An Details erinnert sich der Psychologe kaum. Bei Fragen zu konkreten Daten antwortet er immer wieder, "dafür hätte ich meine Sekretärin mitbringen müssen." Bott und R. reden immer wieder aneinander vorbei, R. antwortet auf Fragen, die Bott gar nicht gestellt hat. Es wird für alle Beteiligten zunehmend schwer, zwischen Botts Zitaten aus Akten, den langen Ausführungen des Psychologen und den komplizierten Fragen den Überblick zu behalten, was der Zeuge nun eigentlich aussagt. Auch Bott und R. sind sich da bald nicht mehr einig: Als Bott auf einem vermeintlich gemeinsam herausgearbeiteten Punkt aufbauen will, korrigiert Dr. R. ihn scharf: "Nein Herr Bott, das haben Sie gesagt!".

Doch auch wenn Bott seine Fragen klar und präzise stellt, sorgt das nicht für mehr Erkenntnisgewinn. Regelmäßig bekommt Bott von R. vortragshafte Ausführungen, die zwar interessant sind, aber nicht die Frage beantworten. Vorsitzende Hildebrandt weist den Zeugen schließlich zurecht: Es sei nicht seine Aufgabe, "eine Vorlesung zu halten", bemerkt sie energisch.

In seinen Aussagen macht der Psychologe einen fachlich kompetenten Eindruck. Trotzdem passen viele seiner Antworten nicht zu dem, was Bott wissen will: R. redet lieber über andere Leute als über seine eigenen Handlungen, nach denen er gefragt wird. An den ausufernden Vorträgen des Zeugen stört sich auch Nebenklagevertreter von der Meden. R. sei nicht als Sachverständiger, sondern als Zeuge hier. Bott verlese zudem nur von R. erstellte Schreiben und lasse sich deren Inhalt bestätigen, die ohnehin schon in den Akten vorlägen. Das sei "völlig ziellos". Die Vorsitzende Hildebrandt erklärt von der Meden sichtlich resigniert, sie könne eben nur prüfen, ob die Fragen formell zulässig seien, "und nicht, ob sie sinnhaft sind." 

Ohnehin scheint die Vorsitzende am Donnerstag nicht in Diskutierlaune zu sein. Als sie eine von Botts Fragen als unzulässig rügt und der aufbegehrt, bügelt sie ihn knapp ab: "Wenn Sie dagegen vorgehen wollen, können Sie gerne eine gerichtliche Entscheidung beantragen." Es wirkt, als sei Hildebrandt des Chaos, das sich in den über 50 Prozesstagen zusammengebraut hat, zunehmend überdrüssig. Daraufhin will R. die nächste zulässige Frage nicht beantworten, wegen "dieser Spannung zwischen Ihnen beiden", und meint damit Hildebrandt und Bott. Er befürchte, wenn er antworte, würde der Streit gleich wieder losgehen. Die Vorsitzende weist den Psychologen frostig darauf hin, dass Beanstandungen normaler Teil eines Strafprozesses seien, und er nun bitte einfach die Frage beantworten solle.

Die Luft ist zum Schneiden dick, als es kurz darauf zwischen Bott und Hildebrandt kracht.

Bott wirft Kammer Desinteresse vor

Der Block-Verteidiger wirft der Kammer mangelnde Aufmerksamkeit vor. Nach der schnellen Bemerkung will er R. weiter befragen, aber so einfach lässt ihn Hildebrandt nicht davonkommen. "Also sollte das jetzt nur dem dienen, Stimmung gegen die Kammer zu machen?", fordert sie ihn heraus. Jetzt muss er sich der Konfrontation stellen. Die Blicke der Kammer, also der Vorsitzenden Hildebrandt und ihrer beiden Beisitzer, gingen so oft ins Leere gingen, kritisiert Bott. Seine Mandantin Block habe den Eindruck, die Kammer könnte schon lange eine vorgefasste Meinung haben und sich deshalb wenig für Dinge wie die Befragung des R. interessieren, die für Block aber relevant seien. 

Jetzt reagiert Hildebrandt offensiv. "Okay, weil der Blick ins Leere geht, liegt eine vorgefasste Überzeugung vor?" Bott hat mit seiner Bemerkung ganz offensichtlich Unheil heraufbeschworen. Er versucht, abzuwiegeln, indem er auf die Befragung des R. zurückkommt. Er sagt, er habe gerade das Wort und er werde jetzt den Zeugen weiter befragen. Aber Hildebrandt nagelt ihn fest: Wenn Bott wirklich glaube, dass die Kammer voreingenommen sei, "dann müssen Sie ein Ablehnungsgesuch stellen. Wollen Sie eine Pause, damit Sie eines formulieren können?"

Über einen solchen Ablehnungsantrag wegen Befangenheit nach §§ 24, 26 Abs. 1 StPO entscheidet das Gericht, dem der Richter angehört – in diesem Fall also die Große Strafkammer 32 des Landgericht (LG) Hamburg, deren Vorsitzende Hildebrandt ist. Als unzulässig verwerfen kann die Kammer den Antrag einstimmig auch unter Mitwirkung der abgelehnten Richterin nach § 26a Abs. 1 Nr. 3, Abs. 2 S. 2 StPO. Ist er dagegen zulässig, entscheidet die Kammer ohne sie. Wird der Antrag dann als unbegründet zurückgewiesen, kann man erst in der Revision zum Bundesgerichtshof dagegen vorgehen. Erfolgte die Zurückweisung zu Unrecht, hebt dieser das Urteil auf und verweist es zur erneuten Entscheidung ans LG zurück. 

Sollte die Kammer einem der inzwischen deutlichen zweistelligen Befangenheitsanträge jedoch als begründet stattgeben, müsste die abgelehnte Richterin ausscheiden, was eigentlich den Abbruch der Hauptverhandlung zur Folge hätte. Damit der ganze Mammut-Prozess in einem solchen Fall nicht wiederholt werden müsste, sitzt im Block-Prozess von Beginn an eine Ergänzungsrichterin nach § 192 Abs. 2 GVG auf der Richterbank, die in diesem Fall einspringen könnte. So würde das Gebot gewahrt, dass alle am Urteil beteiligten Richter:innen während der Verhandlung durchgehend anwesend gewesen sein müssen. Körperliche Anwesenheit alleine reicht dafür im Übrigen nicht aus: Fängt ein Richter beispielsweise an zu schnarchen, gilt er als abwesend.

Befangen wäre die Richterin, wenn Zweifel an ihrer verfassungsrechtlich gebotenen Unvoreingenommenheit und Unabhängigkeit bestünden. Dabei wäre unerheblich, ob sie tatsächlich befangen ist. Entscheidend ist nur, dass dies vom Antragsteller nachvollziehbar so wahrgenommen wird.

Am Donnerstag gibt es aber keinen weiteren Befangenheitsantrag: Bott knickt nach Hildebrandts Offensive ein. Die übrigen Verteidiger:innen haben der Befragung Botts nicht viel hinzuzufügen.

Im Verlauf des Freitags dürften wir erfahren, was die Anwält:innen der Angeklagten nun zur abgeschlossenen Zeugenaussage von Keren T. zu sagen haben. Bott-Erklärungen wird es dann gleich zwei geben: Er will zunächst Rücksprache mit Block halten, bevor er seine Erklärung zur Vernehmung ihres Psychologen abgibt. Damit ist er morgen zwei Mal dran – vorausgesetzt, die Zeit reicht.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 - Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 54: . In: Legal Tribune Online, 12.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60187 (abgerufen am: 21.07.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag

LTO Karriere - Deutschlands reichweitenstärkstes Karriere-Portal für Jurist:innen

ads lto paragraph
ads career people

Wir haben die Top-Jobs für Jurist:innen

Jetzt Pushnachrichten aktivieren

Pushverwaltung

Sie haben die Pushnachrichten abonniert.
Durch zusätzliche Filter können Sie Ihr Pushabo einschränken.

Filter öffnen
Rubriken
oder
Rechtsgebiete
Abbestellen