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Block-Prozess: Tag 53: Rück­ho­lung ist nicht gleich Ent­füh­rung

von Jakob Hoffmann

01.06.2026

Christina Block und ihre Verteidigerin Paula Wlodarek gehen zum Verhandlungssaal im Strafjustizgebäude

Christina Block und ihre Verteidigerin Paula Wlodarek gehen zum Verhandlungssaal im Strafjustizgebäude. Foto: picture alliance/dpa/Georg Wendt.

Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

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War nur eine Rückholung der Kinder geplant – oder von Anfang an eine Entführung? Um diese Frage kreist der 53. Verhandlungstag im Block-Prozess. Es ist schon der vierte Verhandlungstag in Folge, an dem die Zeugin Keren T. befragt wird. Unter dem Decknamen "Olga" soll die 51-jährige Israelin zu einer engen Vertrauten von Christina Block geworden sein und die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder beim Vater in Dänemark organisiert haben. Ob mit oder ohne Auftrag von Block, darüber wird vor dem Landgericht Hamburg nun seit bald einem Jahr gestritten. Zuletzt ging es zunehmend darum, ob der Auftrag auch vom mitangeklagten Vertrauensanwalt von Blocks Familie, Dr. Andreas Costard, gekommen sein könnte. 

Weder Costard noch seine Anwälte sprechen mit den Medien, sodass es bisher keine Reaktion des Juristen gab, der zudem als stellvertretender Vorsitzender im Aufsichtsrat der Block-Gruppe sitzt. Sein Verteidiger Dr. Marko Voß bemüht sich heute, das zuletzt von "Olga" gezeichnete Bild mit gezielten, systematischen Fragen und dröhnend lauter Stimme zu kontern.

Eine Frage der Auslegung

Kern seiner Strategie ist dabei, dass die Rückholung der Kinder nach Deutschland drei Eskalationsstufen durchlaufen hat: Zunächst auf dem Rechtsweg, durch Verhandlungen und Gerichtsverfahren. Das war unstreitig legal. Dann die physische Rückholung, dass also jemand die Kinder in Dänemark aufgreifen und nach Deutschland bringen würde. Hier ist die rechtliche Bewertung zwischen den Parteien strittig: Die Verteidigung vertritt die Auffassung, dass der Vater die Kinder widerrechtlich in Dänemark zurückgehalten habe und die Mutter sie aufgrund ihres alleinigen Aufenthaltsbestimmungsrechts daher nicht im Sinne des § 235 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB) entziehen konnte, indem sie sie zu sich holte. Die Anwälte von Blocks Ex-Mann Stephan Hensel bestreiten, dass ihr dieses Recht überhaupt noch zustand. Gegen den Vater der Kinder läuft ebenfalls noch ein Strafverfahren wegen Kindesentziehung. Definitiv rechtswidrig war dagegen die Rückholung, wie sie dann inzwischen wohl unstreitig in der Silvesternacht erfolgt ist: Unter Anwendung von Gewalt. 

Die kritische Frage für sowohl Costard als auch Block ist, welche dieser Eskalationsstufen sie beauftragt haben. Bei Costard geht es zusätzlich darum, zu welcher dieser Stufen er rechtlich beraten hat. Keren T. wirft ihm vor, dass sie ihr Vertrauen in die Legalität der Aktion auf seine Zusicherung gestützt habe. Begrifflich wird von den meisten Zeugen und auch oft in den Äußerungen der Beteiligten aber nicht zwischen den drei Stufen differenziert. 

Diese Differenzierung ist auch deshalb wichtig, weil die physische Rückholung allein, auch wenn sie strafbar gewesen sein sollte, einen deutlich geringeren Strafrahmen hat, hier sind eine Bewährungsstrafe oder sogar nur Geldstrafe möglich. Auf die Qualifikation nach § 235 Abs. 4 StGB dagegen, die bei einer Gefahr für Gesundheit oder seelische Entwicklung der Kinder einschlägig wäre, steht eine Freiheitsstrafe von eins bis zehn Jahren. 

Jedenfalls von den Gewaltelementen, die die Qualifikation ausmachen – etwa das Niederschlagen des Vaters, das Knebeln und Fesseln der Kinder – will Block nichts gewusst haben. In ihren Einlassungen hatte sie erklärt, so etwas hätte sie nie beauftragt. Auch die Verteidigung von Costard erklärt immer wieder, für einen solchen Auftrag oder entsprechende Kenntnis Costards gäbe es keine Beweise. 

Keren T. sagte aus, dass Costard ab einem Treffen mit Barkay im März 2023 in dessen Hotelzimmer im Grand Elysée ausdrücklich die physische Rückholung der Kinder verlangt habe. Block sei ab einem Treffen am 28. Dezember 2023 in einem Konferenzraum des Hotels informiert gewesen. Beide bestreiten diese Treffen. Keren T. sagte ebenfalls aus, Costard habe ihnen versichert, dass die Aktion legal sei. Um herauszuarbeiten, welchen Auftrag und welchen Rechtsrat sie Costard genau zuordnet, konfrontiert er "Olga" mit Aussagen ihres früheren Chefs und mutmaßlichen Mit-Entführers, David Barkay, vor, der die Entführung geleitet haben soll und im Prozess ebenfalls schon ausgesagt hat.

Beauftragung, aber wofür?

Als erstes will Marko Voß von Keren T. wissen, welchen Auftrag sie genau von Costard bekommen haben soll. Barkay hatte berichtet, die physische Rückholung sei lange kein Thema gewesen. Ihr einziger Auftrag sei gewesen, Informationen für die Gerichtsprozesse zu sammeln. Der Umschwung auf eine physische Rückholung der Kinder sei schleichend gekommen, erst ab Juli 2023 hätten sie intern geprüft, ob es möglich wäre, die Kinder physisch zurückzuholen. Der Unterschied, auf den Voß wohl hinauswill: Bei Barkay könnte Costard auch nur die Informationsbeschaffung beauftragt haben, um die Kinder auf dem Rechtsweg zurückzuholen, und für die weitere Eskalation nicht verantwortlich sein. Keren T. dagegen hatte ihn zuletzt als treibende Kraft hinter der Eskalation dargestellt.

Auch in ihrer Version kommt es Voß aber auf die Differenzierung an und seziert mit der Zeugin ihre genaue Formulierung. "Bring the kids" (dt. bringt die Kinder) soll Costard Barkay laut ihr bei dem Treffen im März 2023 angewiesen haben. Sie bestätigt ihm, die Anweisung "bring the kids" sei, sollte Costard sie denn ausgesprochen haben, nur auf die physische Rückholung der Kinder bezogen gewesen – nie auf Gewalt. 

Dr. David Rieks, Verteidiger des ebenfalls angeklagten Lebensgefährten von Block, Gerhard Delling, bekommt eine weitere Konkretisierung von der Zeugin: Auch beim Titel der Signal-Gruppe „Bring Kids Home“, in der die Beteiligten der Rückholung miteinander kommuniziert haben sollen, sei dieses "nach Hause bringen" weit zu verstehen gewesen. Es sei darum gegangen, Block zu helfen, die Kinder durch das Rechtssystem in Deutschland zurückzuholen. Dass es nie um Gewalt gehen sollte, bekräftigt sie auch damit, wie sie die Teammitglieder ausgewählt hätten: "Es sollten keine Verbrecher sein." Sie hätten gerade erfahrene Kampfsportler ausgewählt, damit diese den Vater der Kinder ohne Anwendung von Gewalt zurückhielten. Ihr mutmaßlicher Mitstreiter Jonathan C. habe dann planwidrig und zum Unmut der anderen den Vater attackiert. 

Der Deutsche, der erst sehr spät zu dem Team gestoßen sein soll, hat bisher nicht vor Gericht ausgesagt. Die Staatsanwaltschaft lehnte bisher ab, ihm freies Geleit zu gewähren. Noch vor einigen Wochen hatte die Oberstaatsanwältin Mona Paul das für nicht erforderlich erklärt. Auch gegen Jonathan C. wird wegen der Entführung ermittelt, er hält sich in Israel auf. Nun bestätigte die Staatsanwaltschaft, auch ihm die Versicherung nach § 295 Abs. 1 Strafprozessordnung (StPO) erteilt zu haben, damit er in Hamburg aussagen kann.

Zwar dürfte auch das angeblich ursprünglich geplante "Zurückhalten" körperlich wirkenden Zwang und damit "Gewalt" im Sinne des § 240 StGB darstellen. § 235 Abs. 4 StGB bezieht sich aber nur auf Auswirkungen auf die Kinder und nicht auf deren Vater. Trotzdem spielt die Unterscheidung hier eine Rolle. Sehen Kinder, wie ihr Vater niedergeschlagen wird, beeinflusst sie das wohl mehr, als wenn er "nur" zurückgehalten wird.

Verteidiger von Block und Costard schieben Verantwortung hin und her

Die Block-Verteidigung hatte in der letzten Zeit bereitwillig die Möglichkeit von Costard als Auftraggeber aufgegriffen, um die Verantwortung weg von der Hauptangeklagten zu lenken; Voß spielt den Ball nun zurück. Er spricht den "Friedensplan" an, den Barkay im Sommer 2023 erstellt haben sollte, um die Situation zwischen Block und ihrem Ex-Mann am Verhandlungstisch zu lösen. "Olga" hatte ausgesagt, dass Block diesem sofort zugestimmt habe, Costard aber dagegen gewesen sei. Bei der Polizei hätte Barkay dagegen ausgesagt, dass es andersherum war: Costard wäre dafür gewesen, Block dagegen. Zuvor hatte Voß sie gefragt, wer dann lüge – sie oder Barkay. Dort hatte sie noch versucht, die beiden Versionen in Einklang zu bringen. Hier lässt sie den Widerspruch stehen.

Block-Verteidiger Dr. Ingo Bott gefällt das naturgemäß gar nicht, dass Voß die Auftraggeber-Rolle wieder auf seine Mandantin verlagern will. Er kann sich einige Zwischenkommentare nicht verkneifen, was die Vorsitzende mit einem entnervten "beanstanden Sie jetzt die Antwort der Zeugin?" quittiert. Bott lacht nur und wedelt abweisend mit der Hand. 

Voß redet wie gewöhnlich sehr laut und aggressiv, je mehr er in Fahrt kommt, umso durchdringender schallt seine Stimme durch den Saal. Mehrfach bittet die Zeugin Voß, nicht so zu schreien, weil sie sonst die Dolmetscherin nicht verstehen könne. "Ich versuche, mich in der Lautstärke zu zügeln", versichert er, was aber nur ein paar Sätze weit reicht. Der Rechtsbeistand der Zeugin daraufhin: "So, wie Sie's jetzt gesagt haben, hätte es das Mikrofon gar nicht gebraucht."

Was riet Costard den Israelis wirklich?

Als nächstes geht es Voß um den Rechtsrat, den Costard erteilt haben soll. Welche genaue Formulierung Costards hätte die israelische Gruppe als Versicherung verstanden, dass ihr Handeln legal sei? "Even if you take the kids" (dt. selbst, wenn ihr die Kinder mitnehmt), sei seine genaue Formulierung gewesen, sagt die Zeugin und erklärt, sie hätten immer auf Englisch kommuniziert, was Costard aber nicht gut spreche. 

Voß versucht, herauszufinden, was sie unter "even if you take the kids" verstand: Legal, "sogar, wenn Gewalt angewendet wird"? "Nein", sagt sie. Um Gewalt sei es nie gegangen. Ob Costard ihnen gesagt habe, es werde "keine rechtlichen Konsequenzen in Deutschland" geben, wenn der Vater der Kinder "im Zuge der Entführung zu Boden gebracht und geschlagen" würde, wenn die Kinder in den Fußraum des Autos gedrückt würden und keine Luft bekämen, wenn sie gefesselt, ihnen Klebetape um den Kopf gewickelt und sie bei Nacht über die Schulter geworfen und nach Deutschland transportiert würden? All das verneint sie. Sie glaube auch nicht, dass Barkay seine Pläne mit Costard geteilt habe. Wozu aber solle er sie dann denn falsch beraten haben, fragt Voß.

Der Grundtatbestand wäre da natürlich noch. Voß konnte zwar herausarbeiten, dass auch Keren T. nicht behauptet, Costard hätte ihnen auch Gewaltelemente als als legal dargestellt. Daran, dass Costard ihnen versichert haben soll, die Kinder wegzunehmen und über die Grenze zur Mutter zu bringen sei legal, änderte sich dadurch nichts. Zumal die Qualifikation auch unabhängig von der Gewaltanwendung greift, wenn man dafür bezahlt wird, was zumindest auf einige der Israelis laut deren Aussagen zutrifft. In dem Fall hinge alles daran, ob das Gericht der Argumentation der Verteidiger (und hier sind sie sich dann wieder einig) folgt, dass aufgrund der Familienrechtslage Block die Kinder nicht im Sinne des Grundtatbestands "entziehen" konnte. Hierzu hat sich das Gericht im Verfahren jedoch noch nicht geäußert.

"Olga" reagiert darauf emotional. Für die Ereignisse in Dänemark könne man der israelischen Gruppe die Schuld geben. Sie hätte aber auf Costards Rat vertraut, wenn sie in Deutschland seien, wäre alles in Ordnung. In Deutschland sei aber alles schiefgelaufen. "Alles war falsch, die Wiedervereinigung mit der Mutter war falsch", erklärt sie und richtet sich mit traurigem Blick an Block, streckt fast flehend die Hand aus, "Nichts war in Ordnung."

Olga: 'Ich habe der Polizei alles gesagt!'

Als letzten Akt seiner zielstrebigen Befragung will Voß noch klären, warum die Zeugin vor Gericht immer wieder die drei Wörter "at any cost" (dt. um jeden Preis) wiederhole, wenn es um Costards angebliche Forderung geht, die Kinder zurückzuholen. In diese Formulierung ließe sich möglicherweise ein Billigen auch von Gewaltanwendung hineinlesen, was Keren T.'s voriger Versicherung widerspräche. Diese Formulierung sei sehr einprägsam für sie gewesen, sagt sie. 

Voß will wissen, warum sie das dann nicht in ihrer Vernehmung bei der Polizei gesagt habe. Warum überhaupt viele Details ihrer Vorwürfe gegen Costard in ihrer Polizei-Aussage noch nicht aufgetaucht wären. Auch in der Aussage des Fluchtwagenfahrers Said B. war Costard nicht erwähnt worden. Als Voß ihn vor Gericht fragte, ob er jemanden im Saal außer seinem mutmaßlichen Mitstreiter Tal S. und Christina Block kenne, hatte er verneint.

"Warum ich der Polizei das nicht gesagt habe? Ich habe der Polizei alles gesagt!", erklärt "Olga" aufgebracht und gestikuliert mit den Händen. Voß dagegen ist überzeugt, sie einer Lüge überführt zu haben.

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Kaum will die Vorsitzende Anträge, gibt es keine

Christina Block schaut ihre einstige Vertraute, von der sie sich laut ihrer Einlassung ausgenutzt fühlt, zeitweise schon fast demonstrativ nicht an. Als Richterin Hildebrandt sie entlässt, blickt Block ihr jedoch nach.

Nach der langen Aussage und Befragung fühlt sich keiner direkt bereit, dazu eine Erklärung nach § 257 StPO abzugeben, mit Ausnahme von Gül Pinar: Sie verweist darauf, dass ihr Mandant bisher von keinem der mutmaßlichen Entführer in irgendeiner Form erwähnt wurde. Dem Sicherheitsunternehmer wird Beihilfe durch Informationsbeschaffung und Absicherung von Blocks Wohnhaus vorgeworfen – den dafür erforderlichen Tatbeitrag zur Förderung der Haupttat will Pinar aber nicht erkennen können. Die Schilderung der israelischen Zeugen zu Tathergang und Vorbereitung sowie früherer Zeugen würde vielmehr keinen Platz für einen etwaigen Tatbeitrag seinerseits lassen.

Den übrigen Verteidigern erlässt die Vorsitzende die Erklärungen zur Zeugenaussage für heute, diese will sie dann am nächsten Verhandlungstag am 11. Juni entgegennehmen. Um die Zeit auszunutzen, gibt sie die Gelegenheit, die diversen in den vergangenen Tagen angekündigten Beweisanträge zu stellen. Jetzt will aber gerade keiner, sehr zum Unmut der Vorsitzenden. Ihre Kammer hat einen straffen Zeitplan. Jüngst hatte sie angekündigt, statt kurz vor Weihnachten schon im August das Verfahren abschließen zu wollen. Sie will deshalb wissen, wie lang die Erklärungen wohl werden, um für den Termin nochmal den Kinderpsychologen Dr. R. zu laden. Die Verteidiger meinen, man würde nicht allzu lange brauchen. Da diese Erklärungen aber regelmäßig fast zu Plädoyers ausarten und zu Diskussionen unter den Beteiligten führen, darf man das mit etwas Skepsis betrachten. 

Wie die Anwälte die Aussage der so lange erwarteten Zeugin nun abschließend bewerten, erfahren wir in knapp zwei Wochen: Am 11. Juni geht es weiter.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 – Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

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Block-Prozess: Tag 53: . In: Legal Tribune Online, 01.06.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60094 (abgerufen am: 17.06.2026 )

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