Block-Prozess Tag 52: War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?

von Jakob Hoffmann

28.05.2026

Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Bisweilen mutet die Verteidigung im Block-Prozess etwas wie Gruppenarbeit an. Es wird sich gegenseitig unterstützt und einander beigepflichtet. Da die Strafvorwürfe gegenüber den einzelnen Angeklagten teilweise eng miteinander verbunden sind, ist das nur natürlich. Bei der Befragung der Zeugin Keren T., die unter dem Decknamen "Olga" im Zentrum des mutmaßlichen Tatgeschehens gestanden haben soll, zeigt sich jedoch wieder, dass jeder der Anwälte hier einen anderen Auftrag hat – und dass die kollegiale Unterstützung genau so weit reicht, wie es dem eigenen Mandanten nützt.

Dass Dr. Sascha Böttner eine etwas andere Linie fährt als seine Kolleg:innen, ist nicht neu. Sein Mandant Tal S. sitzt als einziger in Untersuchungshaft, er hat auch als einziger eine Beteiligung an der Entführung der beiden minderjährigen Block-Kinder eingeräumt. Schließen sich alle anderen einem Antrag an, ist er oft der einzige, der sich abgrenzt. Für gewöhnlich stützen sich die Verteidiger der beiden zentralsten Angeklagten – Unternehmerin Christina Block und der Familienanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard – gegenseitig, greifen die Punkte des anderen auf und unterstützen dessen Anträge.

Dass Costard derzeit zunehmend als mutmaßlich zentrale Figur in der Organisation der Entführung, als "Fixer" von Familienpatriarch Eugen Block dargestellt wird, hat spürbar den Wind gedreht – und plötzlich sind Costards Verteidiger Dr. Marko Voß und Block-Verteidiger Dr. Ingo Bott Gegner. Jede Zeugenaussage im Prozess verändert, wer Auftraggeber der Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewesen sein könnte. In der Strafverteidigung gibt es zwei klassische Strategien: Entweder eine plausible alternative Version des Sachverhalts präsentieren, die den Mandanten entlastet, oder die Version der Staatsanwaltschaft durch Hervorrufen von Zweifeln zu Fall bringen. Erscheint der jeweils andere als Auftraggeber plausibler, könnten Block respektive Costard in einem besseren Licht dastehen.

Lichtverhältnisse im Hamburger Winter

Wie von den bisherigen Zeugenbefragungen gewohnt, beginnt Bott die Befragung "Olgas" aber mit letzerer Strategie. Er will erschüttern, was die Anklage gegen seine Mandantin stützt, etwa durch Widersprüche in den Aussagen von Belastungszeugen. Dafür knüpft er sich zunächst einmal mehr das schon viel diskutierte Treffen am 28. Dezember 2023 im Hotel Grand Elysée vor, bei dem Christina Block laut mehreren Zeugen über den Entführungsplan informiert worden sein soll. Block streitet vehement ab, dass es so ein Treffen jemals gegeben habe. Bott fragt T. am Donnerstag also, um wie viel Uhr das Treffen stattgefunden haben soll. "Am Nachmittag", sagt sie, "vielleicht 16 oder 17 Uhr." Wie das Wetter war, fragt Bott weiter, und ob es schon dunkel gewesen sei. "Es ist fast den ganzen Tag hell in Hamburg", erklärt "Olga". Bott murmelt sarkastisch: "Ja, vor allem im Dezember."

T. bleibt aber dabei, dass es auf jeden Fall noch hell war. Ein Widerspruch, findet Bott, denn der mutmaßliche Chef-Entführer David Barkay und Anführer der Israeli-Truppe, die die Entführung durchgeführt haben soll, habe von einem Treffen am Abend gesprochen. Ob sie diesen Widerspruch auflösen könne, hakt Bott bei T. nach. "Nein, kann ich nicht", sagt die nur knapp. Bott hält ihr vor, Said B., der auch Teil des Teams um Barkay gewesen sein soll und Anfang des Monats ausgesagt hatte, habe vom 29. Dezember 2023 gesprochen, während T. vom 28. Dezember rede. "Er hat sich geirrt", sagt T. nur, als Bott nachfragt. Auch ein weiterer Zeuge habe den 28. Dezember als Tag, an dem es zu dem Treffen gekommen sein soll, ausgeschlossen, konfrontiert Bott "Olga", die sich aber nicht aus der Ruhe bringen lässt und knapp antwortet: "Der hat sich auch geirrt."

"Dir auch ein Frohes Neues!"

Weiter geht es mit einer Nachricht, die am Mittwoch schon Thema war und die "Olga" und Block per Messenger-Dienst ausgetauscht haben sollen. Am Neujahrsmorgen soll T. Block geschrieben haben "Happy New Year" – was Code gewesen sei für "Wir haben die Kinder, es ist alles in Ordnung". Das sei mit Block so abgesprochen gewesen, sagt T. Bott hält ihr daraufhin vor, dass Barkay in seiner Polizeivernehmung nichts davon gewusst haben wolle, wie Block über den Erfolg der Aktion informiert worden sei. "Ich nehme an, dass [Keren] sie irgendwie informiert hat", habe Barkay ausgesagt. Auf die Frage des Staatsanwalts, ob die "Happy New Year"-Nachricht "eine Art Code" sei, habe Barkay geantwortet: "Sieht so aus". Und: "Vielleicht war das der Code, dass sie sie anruft". Für Bott steht damit fest, dass der mutmaßliche Entführer-Chef Barkey nichts von einem Code gewusst hat. "Olgas" Vorwürfe, Block sei der Code "Happy New Year" als Erfolgsmeldung versprochen worden, stünden entsprechend auf tönernen Füßen.

Damit ist Bott mit seinen Fragen aber noch nicht durch, er spielt danach ein Tonband ab. Zunächst versteht man überhaupt nichts, zu laut dröhnen die Boxen. Als er die Aufnahme noch einmal leiser abspielt, kann man doch einiges hören. Auf der Tonaufnahme reden viele Leute durcheinander. Man hört die Staatsanwältin während der Zeugenaussage T.s sprechen: "[…] Denn sonst wäre ja 'Happy New Year' an Neujahr ein Code, den man nicht so einfach versteht". Der Dolmetscher auf der Aufnahme lacht, "[…] Sonst würde es ja keinen Sinn ergeben, die Nachricht zu senden". Dann hört man "Olgas" Stimme: Es müsse ein Code sein, sonst hätte Block ja einfach "Happy New Year to you too" geantwortet.

Zunächst herrscht Verwirrung: Worauf will Bott hinaus, scheinen sich viele Anwesende im Saal zu fragen, wenn man ihre ratlosen Gesichter so deuten mag. Klar wird das, als Bott triumphierend zur Pointe kommt: Er legt "Olga" den Chatverlauf zwischen ihr und Block am Neujahrsmorgen vor. "Happy New Year", liest sie ihre eigene Nachricht vor. "Und was hat Frau Block geantwortet?". Olga liest weiter vor: "To you too". Block lächelt zufrieden.

Gefesselte Kinder

Die lange Befragung fordert ihren Tribut, "Olga" wird immer müder. Als am Nachmittag Böttner mit seinen Fragen an der Reihe ist, tut sie sich sichtlich schwer, diesen zu folgen. Die Englisch-Dolmetscherin tut sich zudem mit den langen, verschachtelten Fragen schwer. Es geht immer zäher voran. Böttner will wissen, womit genau nach "Olgas" Informationen die Kinder auf der Fahrt gefesselt wurden, sie verstehen einander aber nicht. Irgendwann kann der Hebräisch-Dolmetscher nicht mehr ruhig bleiben. "Kabelbinder, das meint Kabelbinder!", ruft er in Richtung des Zeugenpults, steht auf und kreuzt demonstrativ seine Handgelenke, wie bei gefesselten Händen.

T. wird emotional, als sie spricht. Erst zurück in Israel will sie von ihren Anwälten erfahren haben, dass die Kinder gefesselt worden waren. Das habe sie sehr mitgenommen. Böttner will wissen, warum sie dann nicht Christina Block als Mutter davon erzählt habe, immerhin seien sie doch gut befreundet gewesen. "Olga" meint, bei ihrem letzten Kontakt mit Block habe sie von der Fesselung noch nichts gewusst. Dabei blickt sie ihre einstige Freundin Block direkt an. Beteuernd? Entschuldigend? Das wissen wohl nur die beiden Frauen selbst. 

Obwohl sie schräg übers Eck zu ihr sitzt, schaut Block während der Befragung nicht zu ihrer früheren Vertrauten herüber, der sie vorwirft, sie ausgenutzt zu haben. Wie der Israeli S. betont auch T. noch einmal, dass sie auf die Erklärung von Familienanwalt Costard vertraut habe, ihr Vorgehen in der Silvesternacht 2023/24 sei legal gewesen.

Durften die mutmaßlichen Entführer darauf vertrauen, rechtmäßig zu handeln?

Böttner knüpft an dieser Stelle direkt an. Auch sein Mandant S. beteuert stets, im festen Vertrauen auf die Legalität der Aktion gehandelt zu haben. Für die Frage der Strafbarkeit ist das von großer Bedeutung: Dem Täter muss zwar nicht bewusst gewesen sein, dass sein Handeln strafbar war. Er muss sich aber bewusst gewesen sein, Unrecht zu tun. Fehlt dem Täter dieses Unrechtsbewusstsein, fehlt ihm nach § 17 Strafgesetzbuch (StGB) auch die Schuld – und ohne Schuld gibt es keine Strafe. Hätte er seinen Irrtum vermeiden können, kann er immer noch eine Strafmilderung nach § 49 StGB bekommen.

S. beteuert im Block-Prozess von Anfang an, er habe geglaubt, es sei legal gewesen, die Block-Kinder aus Dänemark nach Deutschland zu holen. Er habe Menschen aus einer Gefahrenzone befreien wollen, die Kinder habe er in einer solchen gewähnt, auf die Zusicherung der Legalität durch Block-Familienanwalt Costard vertraut. Für ihn geht es um die juristische Frage, ob er das Unrecht seiner Tat hätte erkennen müssen.

Sein Verteidiger Böttner stellt "Olga" deshalb viele Fragen, die das Umfeld des Israelis S. zeigen sollen, das gerade von deutschen Vorstellungen abweiche. "In Deutschland hat der Großteil der Bevölkerung keine Schusswaffen", erklärt er und fragt: "Ist das in Israel anders?" Keren T. nickt. "In Israel ist jeder Soldat. Jeder weiß, wie man Waffen verwendet." Böttner fährt fort: "Hier in Deutschland möchte man nicht gerne, dass die Bevölkerung Sachen selbst in die Hand nimmt." Ob es in Israel vorkomme, dass jemand, der nicht Polizist ist, Sachen wie die Befreiung von Geiseln selbst in die Hand nehme? "Natürlich", sagt T., ergänzt dann aber augenrollend, Israel sei "ja nicht die Dritte Welt".

Anders als andere Anwälte zieht Böttner seine Schlussfolgerungen daraus nicht schon in der Befragung vor, man muss sich also wie vorgesehen bis zu seiner morgigen Erklärung nach Entlassung der Zeugin gedulden. Sein Standpunkt dürfte aber klar sein: Er wird argumentieren, S. sei überzeugt gewesen, entführte Kinder zu retten, und habe aufgrund der israelischen Kultur, in der er aufgewachsen ist, nicht daran gezweifelt, dabei rechtmäßig zu handeln, was ihm von einem Rechtsanwalt, dessen Autorität er vertraute, bestätigt worden sei. Damit würde es dann auf die Frage ankommen, die der Nebenklagevertreter Dr. Philip von der Meden am Mittwoch zum Abschluss erneut aufwarf: Hätten nicht nur S., sondern alle Israelis dem Familienanwalt der Blocks einfach so trauen dürfen?

Weiter geht es gleich am Freitag.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 - Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 - Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51 - Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 52: . In: Legal Tribune Online, 28.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60083 (abgerufen am: 17.06.2026 )

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