Block-Prozess: Tag 49: "Kommste mit zur Aus­lands­ob­ser­vie­rung, kannste viel lernen"

von Jakob Hoffmann

06.05.2026

Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Als die Polizeibeamten an die Scheiben des geparkten Vans klopfen, schneidet Kevin D. gerade seinem Kollegen ein Stück Baguette ab. So schildert der Zeuge D. es am 49. Block-Prozesstag. Besonders stolz kann er nicht sein. Der Privatdetektiv fliegt schon auf, bevor es für ihn mit der verdeckten Überwachungsoperation in Dänemark überhaupt los geht. 

In dem Hamburger Strafprozess, der sich um die mutmaßliche Entführung der zwei jüngsten Kinder von Blockhouse-Erbin Christina Block in der Silvesternacht 2023/24 dreht, geht es am 49. Verhandlungstag um eine Aktion, die sich bereits Ende 2022 abgespielt haben soll - und die einige Parallelen zur Silvesteraktion aufweist. Die Staatsanwaltschaft schätzt die Observation durch ein Team aus privaten Sicherheitsleuten als ersten Entführungsversuch ein. Der Privatdetektiv D. schildert das Geschehen im Ton einer Anekdote, ein Einsatz, der aus dem Ruder lief. 

"Zwei dicke Urteile" als Rechtsgrundlage

D. berichtet, wie ihn der Chef der Sicherheitsfirma BPS 360°, für die der 46-Jährige gelegentlich als Ausbilder tätig war, im Herbst 2022 für einen "spannenden Auftrag" nach Berlin mitgenommen habe. Dort hätten sie sich mit Thorsten M. getroffen, der sich als Geschäftsführer der Firma System 360 vorgestellt habe. Im Aufsichtsrat des Schweizer Unternehmens sitzt auch Ex-BND-Chef August Hannning. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hanning und M. ebenfalls wegen möglicher Verstrickungen in den Fall; Hanning bestreitet jegliche Beteiligung. 

Aufgrund der namentlichen Ähnlichkeit werden in der Berichterstattung und auch im Saal beide Unternehmen häufig als "System 360 Grad" betitelt. Außerhalb dieser Zusammenarbeit bestehen jedoch keine Verbindungen: BPS 360° ist ein Sicherheitsunternehmen in Gera, das Privatpersonen gehört. Das Beratungsunternehmen System 360 hat seinen Sitz in der Schweiz und Tochterfirmen in Berlin und Hamburg; wer hinter dem Unternehmen steht, ist nicht öffentlich bekannt.

Rechtswidrigkeit ≠ Schuld ≠ Strafbarkeit

Der Privatdetektiv D. berichtet, man habe ihm Akten vorgelegt, wonach Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel ihre Kinder nach Dänemark entführt hätte. Der M. habe den Sorgerechtskonflikt geschildert: "Heirat, Kinder, Trennung". Hensel habe ein Haus von den Blocks als Abfindung bekommen. Man habe ihm gesagt, "dass der Vater die Kinder wahrscheinlich indoktriniert hat." 

Man habe ihm versichert, es sei nicht rechtswidrig, die Kinder nach Deutschland zurückzuholen, allein die dänischen Behörden "würden halt nicht dabei helfen". Er habe die Unterlagen prüfen wollen, betont D. mehrfach, um auszuschließen, dass es sich um einen "Racheakt" handele. Vorgelegt worden seien ihm zwei "dicke Urteile", die ihn davon überzeugt hätten, dass die Mutter im Recht sei: ein Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts, das Christina Block im Oktober 2021 das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zusprach, sowie eine Entscheidung eines dänischen Gerichts, das diese Entscheidung als wirksam anerkannte, ihre Vollstreckung in Dänemark jedoch ablehnte.

Eine zentrale Verteidigungslinie Blocks gegen den von ihr bestrittenen Anklagevorwurf der Kindesentziehung richtet sich darauf, dass sie in der Silvesternacht das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht gehabt habe. Kinder, die bei ihr sein sollten, könne sie gar nicht entziehen. Dass sich die Beweisaufnahme immer wieder mit dieser Frage befasst, hängt auch mit dem in § 17 Strafgesetzbuch (StGB) geregelten Verbotsirrtum zusammen: Wer sich nicht bewusst ist, Unrecht zu tun, und diesen Irrtum nicht vermeiden konnte, handelt ohne Schuld. Wer glauben durfte, rechtmäßig zu handeln, kann also nicht bestraft werden. Wer dazu anstiftet, obwohl er nicht daran glauben durfte, dagegen schon. 

"Rote Linie": Bei Gegenwehr sofort Abbruch

Wenige Tage nach dem Treffen in Berlin sei er gefragt worden, ob er an einem Einsatz in Dänemark teilnehmen wolle, berichtet Kevin D. "Jawoll, da mach ich mit!", erinnert er sich nachdrücklich an seine Antwort. Also sei er mit seinem Auszubildenden nach Dänemark gereist: "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen", hätte er zu ihm gesagt. Das erheitert nicht nur das Publikum.

Der BPS‑360°-Chef Frank M. hätte ein Team mit insgesamt acht Personen zusammengestellt, aufgeteilt in zwei Gruppen. Dass acht Personen für eine Observation eher ungewöhnlich sind, räumt D. selbst ein. Wirklich gewundert habe ihn das aber nicht. Seine nachgeschobene Erklärung: "Die Frau Block hat halt viel Geld." Die Implikation: Der Chef habe ihr vielleicht einfach mehr aufgequatscht, als notwendig gewesen wäre. Ihre Verteidigung und auch Block selbst hatten schon in der Vergangenheit versucht, dieses Bild zu zeichnen: eine hilflose Mutter, reich, und in ihrer Verzweiflung empfänglich dafür, sich in vager Hoffnung auf die Rückkehr ihrer Kinder alles Mögliche aufquatschen zu lassen. Wie weit aber wäre sie dabei gegangen? Das soll der Prozess aufklären.

Laut D. habe der Auftrag  darin bestanden, den Tagesablauf der Familie auszuspähen, um Gelegenheiten für ein Treffen zwischen Mutter und Kindern zu finden. Nur wenn die Kinder freiwillig mitkommen wollten, habe man dies ermöglichen wollen. Ziel sei aber nie gewesen, die Kinder gegen ihren Willen mitzunehmen. "Das wäre eine rote Linie gewesen", sagt D. Unter den Beteiligten habe Einigkeit bestanden: Bei Gegenwehr "brechen wir sofort ab". Gewalt habe nie zur Debatte gestanden.

Messer oder Dolch? Jedenfalls ungünstig

Die eigentliche "Arbeit" dauerte nach Darstellung des Zeugen kaum länger als eine Stunde. Noch bevor sein Team aktiv werden konnte, sei eine andere Gruppe bereits aufgeflogen. Er habe noch mit seinem Kollegen in ihrem Observations-Van gesessen und Kaffee getrunken, als die Polizei an die Scheibe klopfte. Ungünstig: Er sei gerade dabei gewesen, seinem Kollegen eine Scheibe Baguette abzuschneiden. Deshalb habe er ein Messer in der Hand gehabt. 

Die Vorsitzende Richterin hält ihm vor, in der Akte sei von einem Dolch die Rede. D. sagt, es war ein Klappmesser. Mit einem Dolch schneide man doch kein Baguette. Was solle er überhaupt damit: "Bringt ja auch nichts, auf ner Observation mit nem Dolch rumzurennen", meint er. Genau das fragen aber auch die Staatsanwaltschaft und die Nebenklage: Ob nun Dolch oder Messer, warum habe er eine so lange Klinge bei einer Observation dabei? "Weil ich in meinem Auto immer ein Messer habe", meint D. Der Staatsanwalt erinnert ihn daran, dass das gar nicht sein Auto war.

Sowohl Staatsanwaltschaft als auch Nebenklage sehen in der Aktion einen ersten Entführungsversuch, der nach § 235 Abs. 3 i. V. m.Abs. 1 Nr. 2 bzw. Abs. 2 Nr. 1 StGB strafbar wäre. Daher interessieren sich die Juristen auch mehr dafür, wer wann wo war, als für das Baguette des Privatdetektivs: die einen, weil sie beweisen wollen, wer alles da war – die anderen, um zu zeigen, wer es gerade nicht war. So stellt der Verteidiger des mitangeklagten Block-Familienanwalts Andreas C. nur eine einzige Frage an diesem Tag: "Hatte Herr C. damit irgendwas zu tun?" Der Zeuge guckt ihn irritiert an. "Ich kenn' Sie gar nicht." 

Der Richterin kann er dagegen nicht weiterhelfen, als sie wissen will, wer von der Familie Block sonst noch vor Ort gewesen wäre. "Die Oma wollte mit da sein", überlegt er. "Aber ich hab keine Oma gesehen." Ob Blocks Bruder dagewesen sei? "Ich wusst bis jetzt ja nicht mal, dass die Frau Block nen Bruder hat." Auch sonst kann er zur Hauptangeklagten wenig sagen. Einmal kurz sei sie Ihnen als "die Auftraggeberin" vorgestellt worden. Dann habe er sie aber nicht mehr gesehen und bei den Planungsmeetings sei sie auch nicht dabei gewesen. Gesprochen habe er mit ihr überhaupt nicht. "Ist ja auch eigentlich nicht üblich, dass ich als kleiner Detektiv mit ner Millionärin rede", kommentiert er das.

Auch nach der Aktion habe es keinen Kontakt mehr gegeben. Lediglich mit Frank M. habe er später noch beim Kaffeetrinken über die Aktion gesprochen. Fazit: "Dass das ganze Ding ne Riesenkacke war."

"Jetzt haben sie uns – aber warum so schnell?"

Dass die Polizei erschien, habe ihn an sich nicht gewundert, so D. Man habe ihm gesagt, Hensel sei "sehr alarmiert". "Hinter jedem Baum" würde er erwarten, dass "ihm jemand die Kinder wegnehmen möchte". Seine Kollegen hätten die Konfrontation mit Hensel tatsächlich aber eher als ruhig beschrieben. Überrascht sei D. allerdings davon gewesen, wie schnell die Polizei vor Ort war und alle festnahm. "So schnell bin ich noch nie aufgeflogen", sagt er – aufs Wort die gleiche Erfahrung, die ein anderer Privatdetektiv gemacht hatte, den der Großvater der Kinder, Eugen Block, im September 2021 mit einem ähnlichen Ziel beauftragt haben soll. Auch dieser war binnen kürzester Zeit entdeckt worden.

Aber nicht nur diese Bemerkung sorgt für Déjà-vus. Die spontane Zusammenstellung des Teams, der feste Glaube an die Legalität, die im Chaos endende Entgleisung der Aktion, weil unerwartet schnell die Polizei eingriff: Die Eckpunkte erinnern an die Befragungen der mutmaßlichen Entführer der Silvesternacht. Es scheint sich bei allen Akteuren zu wiederholen: Die Pläne, die Probleme. 

Auf die Frage, warum er ausgewählt worden wäre, hat Kevin D. aber eine klarere Antwort als die Beteiligten der Silvesternacht: Er habe gedacht: "Die wollen nen Guten haben, darum haben sie mich genommen." Da habe er sich "was drauf eingebildet". Mit der Verhaftung kam dann aber die Ernüchterung.

Kippt das dänische Urteil den Vorsatz der Angeklagten?

Hier setzt Anwalt Reinhard Daum an, der Blocks Cousine verteidigt. Ob sich D. erinnern könne, wer ihre Freilassung veranlasst habe. D. sagt, sie seien einer Richterin vorgeführt worden, die über die Untersuchungshaft entscheiden sollte. Es habe "keine Anhaltspunkte" gegeben. An Details erinnert sich D. kaum: "Ich hab nur gehört wir können gehen und war so puuuuh", er hebt im Gerichtssaal beide Arme hoch Richtung Decke.

Also hilft Daum seiner Erinnerung mit den Akten auf die Sprünge. Die dänische Richterin hätte die Freilassung mit den beiden Gerichtsentscheidungen begründet, die man ihnen gezeigt hätte. Weil es diese Entscheidung ja tatsächlich gegeben habe, sah sie keine hinreichenden Gründe, um einen Vorsatz anzunehmen. Für die Verteidigung der Angeklagten, denen nur Randbeiträge der Entführung angelastet werden, könnte das entscheidende Bedeutung haben. Auch diese könnten sich schließlich auf die "dicken" Urteile berufen, sie haben das teils auch schon getan. Dass dänische und deutsche Justiz nicht unbedingt reibungslos ineinandergreifen, zieht sich zwar grundlegend durch den Verfahrenskomplex. Ein dänisches Gericht, das sagt, wer diese Entscheidungen kannte, hatte keinen Vorsatz, dürfte trotzdem für die Straffrage auch in Deutschland relevant sein.

Daum fragt noch, ob ihre Freilassung der dänischen Staatsanwältin gefallen hätte. "Nee", antwortet er heiter. "Die war fuchtelig." Auch die Rechtsmittelinstanz in Dänemark hatte die Entscheidung aufrechterhalten.

Unterschiedliche Bewertungen im Saal

Der Zeuge schildert die November-Aktion wie eine Anekdote, die man "später beim Schnaps" erzählt. Tatsächlich berichtete er von genau so einer Situation ein Jahr später, als er einen der anderen Beteiligten auf einer Konferenz wiedergesehen habe. "Weißte noch", hätten sie gesagt und den Kopf geschüttelt. Er vermittelt den Eindruck von jemandem, der eine kuriose Geschichte erlebt hat und froh ist, mit einem blauen Auge davongekommen zu sein. Er scheint bemüht, zu erzählen was er weiß, zeitweise schon fast im Plauderton. Ob diese Unbefangenheit Ausdruck von Offenheit oder nachträglicher Verharmlosung ist, bleibt offen. 

Vielleicht kommt sie aber auch davon, dass mit der inzwischen erfolgten Einstellung der dänischen Verfahren wohl Anklageverbrauch eingetreten ist und die Vorsitzende mit ihrer als "nur noch der Vollständigkeit halber" kommentierten Beschuldigtenbelehrung zu signalisieren scheint, dass sie das auch in Deutschland für bindend halte.

Im Gerichtssaal bleibt der lockere Ton des Zeugen nicht ohne Widerspruch. Nebenklagevertreter Christoph Henckel äußert deutliche Zweifel, dass es sich tatsächlich nur um eine harmlose Observation gehandelt habe. Er verweist auf die Größe des Teams, die Ausrüstung und darauf, dass "die halbe Block-Familie" und Blocks Psychologe Dr. R. vor Ort gewesen seien. Der Zeuge versuche, "sich das Geschehen im Nachhinein schönzureden".

Blocks Verteidiger hält dagegen: Gerade weil die Kinder ihre Familie lange nicht gesehen hätten, sei deren Anwesenheit erklärlich. Ziel sei gewesen, eine behutsame Kontaktaufnahme zu ermöglichen. "Kinder einfach nur mitnehmen, wie einen Gegenstand – das ist ja nicht nachhaltig." Das spräche also nicht gegen, sondern für seine Mandantin: Man habe den Kindern ihre Familie zeigen wollen. 

Der 50. Verhandlungstag ist für Mittwoch in zwei Wochen angesetzt.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 - Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Zitiervorschlag

Block-Prozess: Tag 49: . In: Legal Tribune Online, 06.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59893 (abgerufen am: 12.05.2026 )

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