Tag 48 im Block-Prozess: Wel­chem Zeugen kann man noch glauben?

von Jakob Hoffmann

04.05.2026

Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Eigentlich sollte am Montag noch einmal der Kinderpsychologe Dr. R. aussagen, der Christina Block monatelang beraten hatte. Er ist aber krank, die Vernehmung entfällt. So konnten nur die Erklärungen zur Zeugenaussage der vergangenen Woche abgegeben werden. 

Der Verteidigung des mitangeklagten Israelis Tal S. ist das nur recht: Dessen Hauptverteidiger Dr. Sascha Böttner steckt derzeit offenbar im Ausland fest. Sein Vertreter hat Zeitdruck und kündigt früh an, schon nach wenigen Stunden wieder weiter zu müssen. Die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt zeigt sich aber zuversichtlich, den 48. Verhandlungstag bis dahin gut über die Bühne zu bekommen. Christina Block, die ihren 53. Geburtstag im Gerichtssaal verbringen muss, wäre sicherlich froh darüber. Dann geht es los.

Warum die Aussagen der israelischen Zeugen so wichtig sind

Systematisch nehmen die Verteidiger:innen die Schilderungen des 35-jährigen Israelis Said B. auseinander, der vergangene Woche erneut ausgesagt hatte. Er soll Teil der Gruppe gewesen sein, die in der Silvesternacht 2023/24 die damals zehn bzw. 13 Jahre alten Block-Kinder vom Wohnort ihres Ex-Manns Stephan Hensel in Dänemark nach Deutschland entführten. Block als Hauptangeklagte soll den Auftrag zu dieser Entführung gegeben haben, was sie seit Prozessbeginn abstreitet.

Mehrere Mitglieder der Israeli-Gruppe hatten sich erst während des laufenden Prozesses bei den Ermittlern gemeldet. Ihre Aussagen, die Christina Block schwer belasten, waren in der Berichterstattung vielfach als Wendepunkt in dem Hamburger Mammut-Prozess gesehen worden. Die Verteidiger:innen aller Angeklagten versuchen seitdem, durch Herausarbeiten von Lücken in den Zeugenaussagen, Widersprüchen und Unstimmigkeiten Zweifel an der Glaubwürdigkeit der israelischen Zeugen zu sähen.

Widersprechen sich die Israelis?

Vielfach geht es daher am Montag um vermutete Widersprüche in den Aussagen des Zeugen. Dieser hatte immer wieder Aussagen aus seiner polizeilichen Vernehmung korrigiert, Fragen an ihrem Kern vorbei beantwortet und zunehmend verschlossener auf die Fragen der Verteidiger reagiert. Außer B. haben der mutmaßliche Chef der Entführergruppe, David Barkay, und weitere israelische Zeugen ausgesagt, allerdings nur unter Garantie des freien Geleits. Wie auch B. und Tal S., der als einziger der mutmaßlichen Entführer in Untersuchungshaft sitzt, beteuern sie durchgängig, in dem Glauben gehandelt zu haben, sich an einer "Rettungsaktion" und nicht an einer Entführung zu beteiligen. Diese Darstellung wird zunehmend von Verteidigung wie Nebenklage in Frage gestellt, auch die Fragen der Richterin an die Zeugen hinterfragen das kritisch.

In seiner Erklärung vom Montag kommentiert Blocks Verteidiger Dr. Ingo Bott die Aussagen von B. so: "Wer ist nicht lieber Held als ahnungsloser Mitläufer? Wer will nicht lieber einer armen Mutter geholfen haben, als an einem finanziellen Vorteil interessiert gewesen zu sein?" Er glaubt zudem, dass der Zeuge von David Barkay nur in etwas "hineingezogen" worden sei, so wie seine Mandantin auch. Er hält die Zeugen nicht für glaubwürdig.

Eine große Rolle spielt auch das Treffen, das am 28. Dezember 2023 in einem Konferenzraum des Grand Elysée Hotels, das den Blocks gehört, stattgefunden haben soll. Die mutmaßlichen Entführer hatten nacheinander behauptet, dort Block persönlich getroffen und mit ihr über einen konkreten Entführungsplan gesprochen zu haben. Block bestreitet dagegen, dass es ein solches Treffen jemals gegeben hat.

Ein angeblicher Teddy und eine tote Oma

Unter anderem hatte B. in der vergangenen Woche von einem Teddy der Kinder berichtet, den Block ihnen bei dem Treffen mitgebracht haben soll. Hier setzt Bott mit seiner Kritik wieder an: Ein Israeli sagte, der Teddy sei in einer schwarzen Tasche übergeben worden, ein anderer sprach von einer weißen Plastiktüte, und in den Aussagen der Kinder tauche schon gar kein Teddy auf.

Zudem hatte B. ausgesagt, bei der Entführung sei alles schiefgelaufen, weil sie nicht gewusst hätten, dass die Kinder Alarmknöpfe trugen, wodurch sich die dänische Polizei in der Entführungsnacht sofort an ihre Fersen heftete. Bott erinnert daran, dass Block 2022 zuerst zur dänischen Polizei gegangen sei, bevor sie versuchte, ihre Kinder direkt zu kontaktieren. Das habe sie getan, weil sie gewusst habe, dass die Kinder Alarmknöpfe trügen, so Bott. Wieso hätten die Entführer also nicht von den Alarmknöpfen gewusst, wenn Block die Entführung wirklich in Auftrag gegeben hätte? 

Botts Fazit: Alles unglaubwürdig, auch weil B. darauf bestanden hatte, Block habe bei dem Treffen von ihrer schwer kranken Mutter berichtet, die die Kinder unbedingt habe wiedersehen wollen; nur sei Großmutter Block zu diesem Zeitpunkt schon lange tot gewesen. B. war bei seiner Version der Geschichte geblieben, obwohl Staatsanwältin Mona Paul mehrfach nachgehakt hatte. Bott hatte damit zur Abwechslung mal die Möglichkeit, ihr suggestive Befragung vorzuwerfen; für gewöhnlich muss er sich diesen Vorwurf anhören.

Wem von den Israelis soll man jetzt glauben?

Bott ist mit seiner Einschätzung aber nicht allein. Auch die übrigen Verteidiger:innen sehen Widersprüche. Einmal will B. für seine Teilnahme an der Entführung 10.000 Euro von Barkay bekommen haben, ein anderes Mal 5.000 Euro von einem der anderen Israelis, Keren T. Einen weiteren der mutmaßlichen Entführer, Jonathan C., will B. das erste Mal in Deutschland getroffen haben, ein anderes Mal dagegen schon zuvor in Israel. Auch die Tageszeit, zu der das behauptete Treffen im Grand-Elysée-Konferenzraum stattgefunden haben soll, ändert sich je nach Zeugenaussage immer wieder.

Insbesondere bei Barkay hatten sich unter den kritischen Fragen der Vorsitzenden Richterin und der Verteidiger nach und nach immer tiefere Risse in der Glaubwürdigkeit seiner Schilderungen gebildet. Am Montag vertiefen sich diese Risse: Dr. Marko Voß, Verteidiger des mitangeklagten Block-Familienanwalts Andreas C., erinnert daran, Barkay habe in einer Aussage vor Gericht im Januar behauptet, er habe während der Entführung in einem der Fluchtautos gesessen. Jemand habe ihm dann ein Kind ins Auto hereingereicht. B. dagegen hatte letzte Woche eindeutig ausgesagt, Barkay sei einer der Männer gewesen, die die Kinder ihrem Vater entrissen und in die Autos getragen hätten.

Der Verteidiger von Blocks wegen Beihilfe angeklagtem Lebensgefährten Gerhard Delling, Dr. David Rieks, kritisiert zudem, bei für die Straffrage wesentlichen Details müsse man sich immer wieder entscheiden, ob man Barkay glaube oder anderen Zeugen. Das ziehe dessen Glaubwürdigkeit stark in Zweifel. Schon wie Zeuge B. überhaupt an Barkay geraten sein will, ergibt für Rieks keinen Sinn: "Halten wir es wirklich für realistisch, dass ein Bauingenieur sich in einem Café mit einer Frau trifft, die er nicht kennt, und wenige Wochen später Kinder auf einem anderen Kontinent von einem Land ins nächste verschleppt?" Die rhetorische Frage bleibt offen im Raum stehen.

Nebenklage: Kleine Abweichungen ein Indiz für Glaubwürdigkeit

Die Nebenklage sieht die Abweichungen in den Zeugenaussagen weniger problematisch. Die Schilderungen des Zeugen hätten eher "noch einmal gezeigt, wie traumatisch" die Erlebnisse der Silvesternacht für die Kinder gewesen sein müssen. Sie seien "wie Säcke über die Schultern geworfen" worden, sagt Christoph Henckel, Anwalt von Blocks Ex-Mann und Nebenkläger Stephan Hensel. 

Kleine Abweichungen in den Aussagen zeigten ja gerade, dass die Sorge der Verteidigung, die israelischen Zeugen würden sich absprechen, unbegründet sei. Darüber, ob die Abweichungen der Aussagen aller israelischen Zeugen voneinander aber noch "unwesentlich" genug sind, besteht zwischen Verteidigung und Nebenklage naturgemäß Uneinigkeit. Fest steht nur, dass nach der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs die Glaubwürdigkeit von Zeugen nicht nach einzelnen Indizien, sondern nach einer Gesamtschau zu bewerten ist.

Verteidigerin Gül Pinar, die für den mitangeklagten Sicherheitsunternehmer Andreas P. im Raum steht, hat noch ein ganz anderes Problem: Sie kritisiert, dass in den Schilderungen der Zeugen gar kein Platz wäre für einen Tatbeitrag ihres Mandanten, der seinem Anklagevorwurf entspräche. Vergangene Woche habe sie herausgearbeitet, dass Drohnenaufnahmen, die die Entführung vorbereitet haben sollen, laut B. im Sommer entstanden sein müssen. P. sei aber erst im Dezember von den Blocks mit der Erstellung möglicher Rückführungsszenarien beauftragt worden. Dass P. also die Lage ausgekundschaftet und die Entführung vorbereitet haben soll, wie die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft, passe nicht zu den Aussagen. Sie hält es für völlig unverständlich, dass die Staatsanwaltschaft an den Vorwürfen gegen ihren Mandanten festhalte, obwohl man ihm keinen konkreten Tatbeitrag zuordnen könne: "Ein Strafverfahren darf nicht zu einem dunklen Wald werden, in dem so lange nach einem Schatten gesucht wird, bis der Schatten auf einen Angeklagten fällt", verbildlicht sie ihre Position und betont: "Ein Strafverfahren verlangt Licht."

Anwesenheitspflicht für Ehepaar B. und Sicherheitsunternehmer P. soll aufgehoben werden

Die Erklärungen sind damit durch, weiter geht es mit Anträgen. Schon mehrfach hatten die Verteidiger des Ehepaars B. und P.s versucht, eine Abspaltung der gegen sie geführten Verfahren zu erreichen, um ihren Mandant:innen den langen, belastenden Hauptprozess zu ersparen, in dessen Beweisaufnahme sie bisher kaum Erwähnung finden. Erfolg hatten sie damit bisher nicht. 

Nun versucht Nils Fock, Verteidiger des wegen Beihilfe angeklagten Mark B., es auf anderem Wege. Er beantragt, seinen Mandanten von der nach § 231 Abs. 1 S. 1 Strafprozessordnung (StPO) für alle Angeklagten bestehenden Anwesenheitspflicht zu entbinden. Das ist nach § 233 Abs. 1 S. 1 StPO möglich, wenn die zu erwartende Strafe gering ist. 

Fock argumentiert, sein Mandant könne maximal Beihilfe zur Grundtat der Entziehung Minderjähriger (§ 235 Abs. 1 Strafgesetzbuch (StGB)) geleistet haben, nicht aber zur strafschärfenden Qualifikation nach § 235 Abs. 4 StGB, die die Mindestfreiheitsstrafe auf ein Jahr anheben würde. Die Schuld seines Mandanten sei, wenn überhaupt, sehr gering. Es seien außerdem diverse Umstände gem. § 47 und § 49 StGB strafmildernd zu berücksichtigen: Er sei nicht vorbestraft, sein Tatbeitrag minimal und die lange Verfahrensdauer eine zusätzliche Belastung: Bald sind es schon 50 Verhandlungstage. Angesetzt sind noch einmal mindestens ebenso viele. 

Fock betont, Mark und Uta B., Blocks Cousine, seien beide selbstständig und hätten Kinder im Schulalter. Der Auftragseinbruch, weil sie den Zeitaufwand des Prozesses nicht ausgleichen könnten, sowie die Kosten des Verfahrens drohten, die Existenzgrundlage seines Mandanten zu zerstören. Seine Anwesenheit sei zur Sachaufklärung auch nicht erforderlich, weil er sich (im Gegensatz zu seiner Frau Uta) von Beginn an auf sein Schweigerecht beruft und das sich auch nicht ändern werde. Nach § 236 StPO könne das Gericht seine Anwesenheit ohnehin jederzeit wieder anordnen.

Sein Vortrag trifft auf breites Verständnis. Staatsanwältin Paul gibt ihm recht: Es komme für Mark B. wohl wirklich nur eine Mindeststrafe in Betracht. Sie könne den Antrag deswegen gut nachvollziehen. Auch Focks Kolleg:innen befürworten den Antrag, einschließlich des Nebenklagevertreters, der das Gericht bittet, eine Lösung zu finden, um die Belastung der beiden zu minimieren. Das Gericht muss über den Antrag nun nach seinem Ermessen entscheiden und dabei die Belastung des Angeklagten mit dem Gewicht der Sache und der Bedeutung der Anwesenheit des Angeklagten für die Sachaufklärung abwägen. Dabei hat es einen weiten Ermessensspielraum.

Eine Abtrennung des Verfahrens gegen ihren Mandanten P. wäre auch Pinar zwar immer noch am liebsten. Sie meint, die Sache ihres Mandanten sei entscheidungsreif. Hilfsweise beantragt auch sie aber, die Anwesenheitspflicht ihres Mandanten aufzuheben.

Pinar beantragt Berücksichtigung von Akten aus Hanning-Verfahren

Anschließend stellt Pinar aber noch einen ganz anderen Antrag: Sie fordert, die Akten aus dem parallel laufenden Ermittlungsverfahren gegen u. a. Ex-Bundesnachrichtendienst-Chef August Hanning zum Block-Verfahren gem. § 147 Abs. 1 StPO heranzuziehen. 

Die Hamburger Behörden ermitteln gegen Hanning wegen einer möglichen Verstrickung in die Entführung in der Silvesternacht sowie wegen eines früheren mutmaßlichen Entführungsversuchs im November 2022. Hanning, der im Block-Prozess zunächst seine Aussagebereitschaft erklärt, dann die Aussage jedoch nach § 55 StPO verweigert hatte, weist diese Vorwürfe zurück. Gegenüber LTO erklärte er auf Anfrage, an der Entführung in der Silvesternacht 2023/24 weder beteiligt gewesen zu sein noch Kenntnis davon gehabt zu haben, weshalb er "gegen diese haltlosen Beschuldigungen sowohl zivil- als auch strafrechtlich vorgehe".

Aus den Akten des Parallelverfahrens geht laut Pinar deutlich hervor, dass die Staatsanwaltschaft annehme, August Hanning sei mit der Entführung in der Silvesternacht beauftragt gewesen und für die Geschehnisse in der Silvesternacht strafrechtlich verantwortlich. Als ein Indiz führt sie dafür eine Aussage aus dem Vermerk des verdeckten Ermittlers an, den die Staatsanwaltschaft bei der Firma System 360 eingeschleust hatte. Darin geht es um eine angebliche Reise nach Israel, die Hanning mit Christina Block gemacht haben soll. Hanning dagegen sagte LTO, er sei zuletzt im September 2018 in Israel gewesen. 

Pinar beruft sich für ihren Antrag auf den Grundsatz der Aktenwahrheit. Dieser folgt aus dem Rechtsstaatsgebot nach Art. 20 Abs. 3 Grundgesetz und besagt, dass die Akten alle bislang erzielten Ergebnisse des Ermittlungsverfahrens und seine Entwicklung umfassend, klar und wahrheitsgetreu erkennen lassen müssen. Ihr Kalkül: Wenn die Staatsanwaltschaft in dem Parallelverfahren davon überzeugt ist, dass Hannings Firma System 360 für die Organisation der Entführung verantwortlich war, könnte das für die Strafbarkeit ihres Mandanten P. im Block-Prozess große Bedeutung haben. Die Firma System 360 sei eine in sich geschlossene Einheit, in die P. nicht eingebunden war. Die Akten des Hanning-Verfahrens müssten daher beigezogen werden, weil sich daraus ergebe, dass für P. keine strafbare Beteiligung vorliegen könne, da andere die ihm vorgeworfenen Tatbeiträge übernommen hätten. "Herr P. sitzt seit Monaten hier auf der Anklagebank wegen einer Memo und einer WhatsApp Nachricht", richtet sie eindringlich an die Richterbank. "Mehr nicht."

Nach nur knapp eineinhalb Stunden ist damit am Montag schon Schluss. Das haben sogar die Blumen, die eine Zuschauerin Christina Block mitgebracht hat, überlebt. Am Dienstag geht es weiter mit der Befragung eines Privatermittlers.

Hinweis: Der letzte Abschnitt wurde um Pinars Hinweis auf die Aussage des verdeckten Ermittlers, sowie Hannings Stellungnahme dazu ergänzt [05.05.26, 20:57 Uhr, jh].

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Zitiervorschlag

Tag 48 im Block-Prozess: . In: Legal Tribune Online, 04.05.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59883 (abgerufen am: 14.05.2026 )

Infos zum Zitiervorschlag

LTO Karriere - Deutschlands reichweitenstärkstes Karriere-Portal für Jurist:innen

Jetzt Pushnachrichten aktivieren

Pushverwaltung

Sie haben die Pushnachrichten abonniert.
Durch zusätzliche Filter können Sie Ihr Pushabo einschränken.

Filter öffnen
Rubriken
oder
Rechtsgebiete
Abbestellen