Block-Prozess: Tag 47: Der Flucht­wa­gen­fahrer gerät ins Schleu­dern

von Jakob Hoffmann

29.04.2026

Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Die Kunst der Zeugenbefragung kennt viele Wege. Im Block-Prozess waren sie an diesem Verhandlungstag nebeneinander zu besichtigen: präzise, empathisch, frontal – und bisweilen schwer durchschaubar. Die Verteidiger:innen der Angeklagten im Block-Prozess setzten bei der fortgesetzten Befragung des mutmaßlichen Fluchtwagenfahrers bei der Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 ganz unterschiedlich an. 

Dr. David Rieks, Verteidiger von Gerhard Delling, versucht es methodisch, arbeitet sich mit klaren Fragen akribisch durch die Aussagen des 35-jährigen Israelis. Gül Pinar, Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitsunternehmers P., gibt sich nahbar und setzt auf Einfühlsamkeit. Sascha Böttner, Verteidiger von Tal S., dem einzigen bisher Geständigen unter den sieben Angeklagten, geht sehr direkt vor und versichert sich teilweise bei der Vorsitzenden Richterin, ob seine Fragen nicht schon gestern in seiner Abwesenheit beantwortet wurden. Der Verteidiger der Hauptangeklagten, Dr. Ingo Bott, verfolgt hingegen eine als chaotisch anmutende Strategie. Mit erratischen Fragen, deren Relevanz für die Schuldfrage sich nicht erschließt und die er auch nicht erklären will, lässt er sich nicht in die Karten schauen. Er springt zwischen Situationen, Personen und Zeitpunkten kaum verfolgbar hin und her und versucht offenbar auf diese Art, den Zeugen aus der Reserve zu locken.

So unterschiedlich die Befragungsmethoden der Verteidiger:innen auch sind, sie führen an diesem Tag in der Gesamtheit zum Erfolg. Das gestern noch sehr lückenhaft gebliebene Bild vervollständigt sich nach und nach; was am Ende offen bleibt, erscheint aufgrund der von den Verteidiger:innen aufgedeckten Widersprüche nicht unabsichtlich. Doch der Reihe nach: 

Hilfe für Ingo Bott

Ingo Bott setzt mit der Befragung an, wo er am Vortag aufgehört hatte. Er stellt Fragen zum Arbeitgeber des Zeugen, zu den Eltern der mutmaßlichen Entführungs-Organisatorin Keren T., zu politischen Aktivistengruppen. Der Vorsitzenden geht bisweilen der Überblick verloren, welche Frage Bott jetzt genau beantwortet haben möchte. Die Bezüge sind oft unklar. Richterin Hildebrandt gibt sich Mühe, herauszubekommen, was er tatsächlich wissen will, und formuliert seine Fragen so um, dass sie zulässig sind. 

Doch auch klar formulierte Fragen beantwortet der Zeuge oft vage; auf andere Fragen möchte er gar nicht antworten. "Es geht aber nicht darum, was Sie möchten", kontert Bott. Auf sein Nachhaken, was er genau über Chef-Entführer David Barkay wisse, gibt der Zeuge nur einsilbige Antworten. "Er ist eine berühmte Person in Israel", ringt Bott ihm schließlich ab. Das sei "einfach die Wahrheit". Den Widerspruch dazu, dass er von Barkay vor seiner Rekrutierung nicht wirklich gehört haben will, löst er nicht auf. Der immer wieder behauptete Ruhm David Barkays als Ex-Mossad-Agent bleibt damit ein zunehmend zweifelhaftes Rätsel. 

Geduldsfaden reicht eine Stunde 

Richterin Hildebrandts Geduld für Bott reicht dieses Mal kaum über die erste Stunde. Beanstandungen seiner Fragen durch die Anwältin des Zeugen, Johanna Braun, wischt er einfach beiseite, was ihm eine scharfe Rüge von Hildebrandt einbringt. Bott selbst beharre immer so auf seinen Prozessrechten, dann müsse er auch die der anderen ernst nehmen. Ein erstes Aneinandergeraten mit der schnell reagierenden Zeugenanwältin, dem noch einige folgen sollten. Dann will Bott aus einer Stellungnahme zitieren, die sich ein mutmaßlicher Mitentführer in einem Podcast zu eigen gemacht habe, und den Zeugen zu Fotos aus dem Live-Ticker der Bild befragen. Ob man jetzt wirklich Beweisaufnahme mit Podcasts und Bildern aus der Bild mache, moniert die Vorsitzende und ist sichtlich genervt – auch weil wieder andere Verteidiger einfach in die Diskussion einsteigen. Diesen Zwischenbemerkungen scheint die Richterin an diesem Tag den Kampf angesagt zu haben. 

Die Schwierigkeiten des Balanceakts zwischen den Regeln und Gepflogenheiten des Strafprozesses und den Besonderheiten des Block-Prozesses zeigen sich auch in der nächsten Auseinandersetzung mit Zeugenanwältin Braun. Sie gerät mit Bott aneinander, weil dieser dem Zeugen schon Protokolle vorhält, bevor er überhaupt seine Frage gestellt hat. Nach ihrem Verständnis von der StPO frage man erst und halte nur vor, wenn sich der Zeuge nicht erinnere, meint sie empört und stichelt: "Offensichtlich brauchen Sie ein bisschen Unterstützung" – damit meint sie wohl auch die Formulierungshilfen von der Seite, mit denen seine Kollegen seinen Fragen immer wieder zur Zulässigkeit verhelfen. Bott kontert nur mit "Jetzt haben Sie auch ihre Bild-Überschrift", als könne es ihr nur darum gehen. Die Vorsitzende weist ihn dafür scharf zurecht, gibt aber Bott recht. Zwar könne man über die   Sinnhaftigkeit der Fragestrategie streiten, die StPO verbiete sie aber nicht. 

Gravierende Widersprüche in der Aussage des Zeugen 

Als David Rieks übernimmt, wird es deutlich ruhiger. Mit gezielten Fragen arbeitet er Widersprüche in der Aussage des Zeugen heraus. So soll die entführte Tochter bei der Polizei ausgesagt haben, die Entführer auf dem Bauernhof, zu dem sie aus Dänemark gebracht worden waren, wären alle vermummt gewesen. Der Zeuge besteht aber darauf, das treffe auf ihn nicht zu. In der Polizeivernehmung Ende 2025 soll er zudem ausgesagt haben, er habe 10.000 Euro an einer Tankstelle von David Barkay als Belohnung für seine Beteiligung bekommen. Ausdrücklich hatte der Zeuge heute und gestern aber mehrfach erklärt, lediglich 5.000 Euro bekommen zu haben, von Keren T. Auf Rieks' Nachfragen erklärt er zudem, dass die Kontaktaufnahme mit den deutschen Behörden von seiner Seite aus erfolgt sei. Von einem Treffen seiner Anwälte mit deutschen Behörden wisse er nichts. 

Gestern hatte seine Anwältin bei Differenzen in den Aussagen darauf hingewiesen, dass es damals große Probleme mit dem Dolmetscher gegeben habe. Ihre Schilderung schien nachvollziehbar, die Tücken der Sprachbarriere hatten sich im Prozess bereits mehrfach gezeigt. Ihr eigener Mandant bringt die Erklärung der Anwältin nun jedoch ins Wanken. 

Der Dolmetscher sei israelischer Araber gewesen, der Arabisch, Hebräisch und Deutsch gesprochen habe, erklärt der Zeuge Verteidigerin Gül Pinar. Sie hätten auf Arabisch angefangen, dann aber ins Hebräische gewechselt, damit sein israelischer Anwalt sie verstehen konnte. Seine deutsche Anwältin hatte es gestern genau andersherum erklärt: Der Dolmetscher hätte Probleme mit Hebräisch gehabt und auf Arabisch gewechselt, hätte aber ein anderes als der Zeuge gesprochen. 

Pinar fragt ihn deshalb nun noch einmal ganz deutlich, wie gut sie sich verstehen konnten. Der Zeuge meint, er habe den Dolmetscher gut verstanden und dieser ihn auch. Worin aber soll dann das Problem gelegen haben? Der Zeuge bestätigt auch, dass eine Tonaufnahme von der Befragung existiere und man ihm die schriftliche Aussage zur Prüfung vorgehalten habe. "Das passt so", will er geantwortet haben. Wenn es also keine Verständnisprobleme mit dem Dolmetscher gab und er das Protokoll sogar überprüft hatte, wie kann er dann immer wieder behaupten, Aussagen in dem Protokoll nie gemacht zu haben? Wie lassen sich die teils signifikanten Abweichungen zwischen seinen Aussagen erklären?

Zeugenschutz durch Zettelchen zuschieben?

Eine Antwort darauf bekommen wir heute nicht. Gül Pinar macht da weiter, wo Ingo Bott zuvor im Formulierungsstreit vom Thema abkam. Sie will, dass der Zeuge seinen Arbeitgeber benennt. Dieser meint, das sei privat und tue nichts zur Sache. Pinar sieht das anders, sie will damit die Glaubwürdigkeit des Zeugen prüfen. Sie hält es immer noch für seltsam, dass ein Ex-Mossad-Agent einen ihm unbekannten israelischen Bauingenieur als Fluchtwagenfahrer für eine Aktion in Dänemark angeheuert haben soll. Dazu hatte der Zeuge bisher nicht mehr gesagt, als dass David Barkays "trainierte" Leute alle im Gaza-Krieg gewesen seien und er deshalb auf "nicht trainierte" wie ihn selbst habe zurückgreifen müssen. 

Pinar sagt, ihr sei bewusst, dass sich der Zeuge auf sein Aussageverweigerungsrecht nach § 55 StPO berufen könne, auch eine Verweigerung helfe ihr aber. Zeugen müssen im Strafprozess grundsätzlich wahrheitsgemäß alles sagen, was sie wissen. Tun sie das nicht, droht ihnen gem. § 153 Strafgesetzbuch eine Freiheitsstrafe. Weil niemand aber gezwungen sein darf, sich selbst zu belasten, dürfen nach § 55 StPO Aussagen verweigert werden, durch die der Zeuge Gefahr läuft, sich selbst zu belasten. 

Die Zeugenanwältin versucht zu erklären, warum man ihren Mandanten nicht zwingen dürfe, den Namen zu nennen: Er sei Teil der arabischen Minderheit in Israel und müsse um seinen Job und "um sein leibliches Wohl fürchten", wenn das über die Medien nach Israel gelange. Pinar, die in diesem Prozess auch viel für die Anonymität ihres Mandanten kämpft, zeigt Verständnis und schlägt vor, den Namen auf einen Zettel zu schreiben und der Staatsanwaltschaft zu geben. Tal S.'s Verteidiger Dr. Sascha Böttner meint, Zettel übergeben sei "in der StPO so jetzt nicht vorgesehen". Er schlägt stattdessen vor, dafür die Öffentlichkeit auszuschließen.

Die Kammer zieht sich zur Beratung zurück. Als sie wiederkommt, hat man das Gefühl, es tue der Richterin leid, dem Zeugen erklären zu müssen, dass die Frage zulässig sei und ihr eine einschlägige Rechtsgrundlage fehle, um die Öffentlichkeit auszuschließen. § 172 Nr. 1a Gerichtsverfassungsgesetz (GVG) erlaubt das zwar bei Gefahren für Leib oder Leben des Zeugen. Das sah die Kammer aber nicht als ausreichend erwiesen an. Der Zeuge scheint das sportlich zu nehmen und beantwortet die Frage ohne Umschweife. Er arbeite für ein Bauunternehmen, den Namen nennt er und erklärt ihn sogar. Das Unternehmen baue auch Wohnungen; für viele davon sei er zuständig. 

Saudis, die keine Saudis sind und noch ein abgelehnter Antrag

Als Pinar dann Fragen zur Ortskenntnis von David Barkay in Dänemark stellt, wird es kurios. Der Zeuge vermutet, "die Saudis" hätten Barkay wohl mit den Informationen versorgt. Diese beiden Mitglieder des Entführerteams hatte er immer wieder als junge, technisch versierte Männer beschrieben, die nur Barkay unterstanden und nicht mit den anderen geredet hätten. Als Pinar wissen will, ob die beiden dasselbe Arabisch wie der Zeuge gesprochen hätten, zeigt sich dieser verwirrt. "Die Saudis sind Israelis", klärt er auf. Aus "irgendeinem Grund" habe Barkay sie immer nur "Saudis" genannt. "Mit Saudi-Arabien haben die nichts zu tun." Sogar der ansonsten stets ernst und konzentriert dem Verfahren zuhörende Tal S. reagiert darauf mit sichtbarer Belustigung. Anhand von Screenshots auf dem Handy seines israelischen Anwalts identifiziert er die "Saudis" daraufhin spontan. Zumindest einer der Namen war wohl auch den Ermittlern noch nicht bekannt.

Antrag auf Handybeschlagnahme vor Ort wird abgelehnt 

Gül Pinar stellt daraufhin noch einen weiteren Antrag: Sie will das Handy des Zeugen sicherstellen oder notfalls beschlagnahmen lassen, um Chats und Geodaten daraus auszuwerten. Sie erhofft sich daraus einen Beweis, dass die Gruppe um David Barkay und Keren T. die ihrem Mandanten vorgeworfene Auskundschaftung des späteren Tatorts vorgenommen hatte. Aus ihrer Sicht hätte ein solcher Beweis entscheidende Bedeutung für seine Strafbarkeit. Während sich die meisten ihrer Kollegen dem Antrag anschließen, wirken die Staatsanwaltschaft und das Gericht überfordert. Die Staatsanwältin nimmt zu dem Antrag nicht einmal Stellung. Vielleicht weil sie sich selbst nicht sicher ist, was hier der einschlägige Rechtsrahmen ist.

Die Frage ist auch nicht gerade gewöhnlich: Kann das Gericht das Handy eines Zeugen beschlagnahmen, der Beschuldigter in einem gesonderten Verfahren ist, aber freies Geleit genießt? Die Kammer zieht sich für eine halbe Stunde zur Beratung zurück. Dann verlängert sie die Beratungszeit um weitere 30 Minuten. Am Ende umgeht sie die verfahrensrechtliche Frage, indem sie entscheidet, dass keine Beweistatsache vorliege. Damit nimmt sie statt eines Beweisantrags (§ 244 Abs. 3 S. 1 StPO) einen Beweisermittlungsantrag an, den sie nur nach Maßgabe ihrer Aufklärungspflicht (§ 244 Abs. 2 StPO) zu beurteilen hat. Zur Aufklärung sieht die Kammer die Beschlagnahme aber nicht als notwendig an. Die erhofften Informationen könnten daraus gar nicht gewonnen werden, da der Zeuge nicht mehr dasselbe Handy wie im fraglichen Zeitraum habe. Der Antrag wird damit abgelehnt, obwohl Verteidigerin Pinar auf die Möglichkeiten von Datenübertragungen und Wiederherstellungen gelöschter Chats hingewiesen hatte.*

Die Liste der gestellten Anträge im Block-Prozess ist lang. Die der erfolgreichen Anträge nicht. Die konstante Ablehnung der Anträge der Verteidigung wird von den Verteidigern immer wieder massiv kritisiert, sie sehen dadurch grundlegende Verfahrensrechte verletzt. Die Anzahl der unter anderem deshalb bereits gegen die Richter gestellten Befangenheitsanträge ist inzwischen unübersichtlich geworden.

Weiter geht es nächsten Montag, dann soll der nächste der israelischen Zeugen vor Ort aussagen. 

* Nachträglich ergänzt um Konkretisierung des rechtlichen Hintergrundes.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Zitiervorschlag

Block-Prozess: Tag 47: . In: Legal Tribune Online, 29.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59837 (abgerufen am: 13.05.2026 )

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