Block-Prozess Tag 45: "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staats­an­wältin?"

von Jakob Hoffmann

21.04.2026

Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Die Verhandlung läuft kaum fünf Minuten, da geraten Dr. Ingo Bott, Verteidiger der wegen Kindesentziehung angeklagten Christina Block, und die Vorsitzende Richterin schon lautstark aneinander. Es geht darum, wann das Verfahren gegen Blocks Ex-Mann Stephan Hensel und seine neuen Frau wegen Entziehung Minderjähriger beginnt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, die Kinder von Christina Block und Stephan Hensel im August 2021 nach einem Besuchswochenende in Dänemark nicht zur Mutter zurückgebracht zu haben. Damals bestand noch gemeinsames Sorgerecht.*

Die Diskussion mündet nahtlos in die Debatte, die bereits den Vortag dominiert hatte: Was sind zulässige Fragen? Immer wieder kassiert die Vorsitzende Botts Fragen an die als Zeugin geladene Hauptermittlungsführerin. Suggestiv, zur Bewertung auffordernd, unklar, Schätzfragen. Zeugen dürfen aber nur zu eigenen Wahrnehmungen befragt werden. Bott meint dann oft, er sei noch gar nicht fertig gewesen. Anschließend konkretisiert er seine Fragen so lange oder formuliert diese um, bis sie zugelassen werden. Genervt konstatiert Bott: "Das ist hier kein Germanistik-Grundkurs." Sein Kollege Dr. David Rieks gibt ihm ungefragte Formulierungshilfe, was die Vorsitzende aber mehr zu stören scheint als Bott. "Ich glaube, dass Herr Dr. Bott das ganz gut alleine hinkriegt", mahnt sie den Verteidiger des mitangeklagten Ex-Sportschaumoderators Gerhard Delling. Wie Block bestreitet auch der wegen Beihilfe angeklagte Delling die Vorwürfe der Anklage.

Was in der Zeugenvernehmung tatsächlich gesagt wird, ist durch die Bandwurm-Fragen, ständigen Zulässigkeitsdiskussionen und Paralleldiskussionen schwer zu verfolgen. Zwischendurch verwarnt die Vorsitzende Ingo Bott, seine "Fragen an die Zeugin nicht mit Bemerkungen zu garnieren". Die Hauptermittlungsführerin bemüht sich sichtlich zu verstehen, was sie eigentlich beantworten soll, auch wenn sie in ihrer eigenen Befragung zunehmend zur Randfigur gerät. Durchgängig bleibt sie aber geduldig und souverän. Selbst, als einer der Verteidiger sie laut und aggressiv mit Vorwürfen überzieht, behält sie die Ruhe. Wenn der Verteidiger ihr Fragen stelle, solle er sie doch auch antworten lassen. 

Ungewöhnlich häufig meldet sich die Oberstaatsanwältin Paul zu Wort, antwortet für die Zeugin und diskutiert mit Verteidigern. Bott kritisiert mit dramatischem Duktus die unterschiedliche Behandlung von Block und Hensel, denen beiden Kindesentziehung nach § 235 Strafgesetzbuch vorgeworfen wird. Die Zeugin hatte berichtet, viel mit Hensel telefoniert zu haben, weil dieser Geschädigter einer Straftat gewesen sei, aber nicht mit Block, als die Situation nach Hensels Zurückbehaltung der Kinder 2021 in Dänemark andersherum war; die Polizei habe sich von ihm manipulieren lassen und "auf einem Auge blind" ermittelt, so die Einschätzung von Bott. Die Zeugin hört sich seine Vorwürfe geduldig an, zunächst wirkt sie amüsiert, mit der Zeit gelangweilt. 

Staatsanwaltschaft und Verteidiger geraten aneinander

Staatsanwältin Paul nimmt Botts Vorwürfe weniger gelassen auf und geht dazwischen. Dass sich bei Sorgerechtsstreitigkeiten ein Elternteil mit den Kindern ins Ausland absetzt, sei der typische Kindesentziehungs-Fall, erklärt sie. Natürlich werde da anders vorgegangen als bei einer Entführung im Ausland durch maskierte Fremde. Zudem habe die Hauptermittlungsführerin Hensel offensichtlich "genauso als Verdächtigen und Straftäter behandelt wie die hier Angeklagten" – schließlich habe sie alles Nötige getan, damit die Staatsanwaltschaft eine ausreichende Grundlage zur Anklage gegen Hensel hatte. 

Immer wieder beanstandet die Staatsanwältin, dass die Zeugin zu Fragen der Verteidiger nicht aussagen dürfe, weil diese nicht von ihrer Aussagegenehmigung nach § 54 Strafprozessordnung gedeckt seien. Dies war schon gestern großes Streitthema gewesen. David Rieks kommentiert das schließlich etwas provokant mit "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Paul?". Ingo Bott setzt noch einen drauf und meint, sie solle bitte aufhören, alles so persönlich zu nehmen. Das werde langsam echt zum Problem. Bevor die Lage weiter eskalieren kann, mahnt die Vorsitzende Bott, das "mal lieber" zu lassen und jetzt die Befragung der Zeugin fortzusetzen.

Entspannung folgt dadurch nicht wirklich, aber die Zeugin kann nun länger sprechen. Am Vortag hatte sie erklärt, den Kontakt mit den dänischen Behörden gering gehalten zu haben. "Weil…die Dänen uns von der Arbeit abgehalten haben", begründet sie das heute. Ein Kontrast zu vorigen Aussagen von Polizist:innen, die berichtet hatten, auf Aufträge der dänischen Ermittler gewartet zu haben. 

Zeugin hatte keinen Zweifel, dass die Kinder zum Vater wollten

Dann geht es wieder um die Wiedervereinigung der Kinder mit ihrem Vater, die gestern schon zentrales Thema war. Auf Botts Nachfrage erklärt die Zeugin, sie habe die Kinder belehrt, sobald diese von Christina Block in ihre Obhut gekommen waren. Die Kinder hätten daraufhin gesagt, sie wollten etwas aussagen. Warum sie die Kinder dann nicht direkt vernommen, sondern erst zu ihrem Vater gebracht hätte, will Bott wissen. 

Die Zeugin reagiert etwas perplex und macht ihre Irritation über die Frage deutlich. "So, erst einmal Vernehmung, dann könnt ihr zu Papa? Das ist doch lebensfremd", erklärt sie und verteidigt ihr Vorgehen standhaft. Sie gibt zu, dass das kein übliches Vorgehen gewesen sei. "Aber es war keine übliche Situation." Auch, dass sie die Kinder nicht fragte, ob sie traurig wären, nicht mehr bei ihrer Mutter zu sein, verteidigt sie. Als sie die tränenreiche Wiedervereinigung gesehen habe, habe sie nicht "den Hauch eines Zweifels" gehabt, dass es das war, was die Kinder wollten. 

Bott beantragt, zu Protokoll zu geben, dass die Zeugin eine direkte Vernehmung der Kinder als “völlig lebensfremd” bezeichnet habe. Die Richterin lehnt den Antrag ohne Umschweife ab. Bott will die Kammer per Beschluss entscheiden lassen. 

Daraufhin schaltet sich Dr. Sascha Böttner, der Verteidiger des bisher einzig geständigen Angeklagten Tal S., ein. Er meint, diese langen Befragungen seien ja Botts Recht, auch wenn er sie nicht für zielführend und was Bott damit herausarbeiten wolle, für "nicht kriegsentscheidend" halte. Aber diese ständigen Anträge würden nur Zeit kosten und seinen Mandanten, der als Einziger nun seit fast eineinhalb Jahren in Untersuchungshaft sitzt, erheblich belasten. Bott scheint daraufhin zurückrudern zu wollen. Die Richterin gibt ihm über die Mittagspause Zeit, seinen Antrag zu überdenken – er zieht ihn schließlich zurück. 

Richterin weist Staatsanwältin zurecht

Im Anschluss geht es noch einmal um den kritischen Satz der Hauptangeklagten Christina Block, von dem die Zeugin gestern berichtet hatte. Nachdem sie Block über den Entführungsvorwurf gegen sie belehrt habe, habe diese gesagt, sie mache eine Rückführung, ihr Ex-Mann eine Entführung. Das habe sie als Erklärung verstanden, dass sie für die Entführung verantwortlich war, also als Teilgeständnis verstanden: Die Angeklagte zuckt nur die Schultern, als sich ihr Verteidiger zu ihr umdreht. Blocks Blick ist traurig. Sie wirkt erschöpft. 

Erneut schaltet sich hier die Staatsanwältin ein. Sie hätte den Satz damals auch so verstanden. Es ist dann aber nicht Bott, der empört reagiert, sondern Sascha Böttner. Das hier sei Botts Zeugenbefragung, die Staatsanwältin dürfe da nicht einfach reinreden, sie mache hier quasi selbst eine Zeugenaussage. Er wirft ihr vor, das Verfahren für die Presse zu führen und sich rechtfertigen zu wollen, obwohl sie dazu an dieser Stelle kein Recht habe. 

Bott selbst scheint das weniger eng zu sehen. Es sei ja sehr interessant, was Oberstaatsanwältin Paul da sage, Böttners Kritik bezeichnet er als "Quatsch". Daraufhin wird er von der Richterin scharf zurechtgewiesen, so könne er nicht über Meinungen von Kollegen reden. Das sieht dafür Böttner nicht so eng und meint, das sei ja eine zulässige Meinungsäußerung. Die Spannung scheint sich ein wenig zu entladen. Die Richterin schließt sich Böttners Kritik an der Staatsanwältin an: Erklärungen während Zeugenbefragungen hätten zu unterbleiben. Paul entschuldigt sich kleinlaut; sie werde sich zurückhalten. 

Kein schöner Geburtstag für Gerhard Delling 

Zum Abschluss versuchen mehrere Anwälte noch Widersprüche im Vorgehen der Ermittler herauszuarbeiten. So soll der Beschluss, mit dem der Einsatz eines verdeckten Ermittlers im Verfahren gegen Ex-BND-Chef August Hanning angeordnet worden war, in der Begründung die Aussage treffen, Christina Block und ihr Vater Eugen hätten den Auftrag zu der Entführung erteilt. Zu diesem Zeitpunkt sei das Ermittlungsverfahren gegen den Block-Patriarchen aber bereits mangels Tatverdacht eingestellt worden. Weiter kritisiert David Rieks, wie die befragte Ermittlerin Nachrichten gedeutet hat, die sein Mandant Delling ihr am Tag nach der Entführung geschickt hatte. Darin hätte er sie aufgefordert, Hensels vermeintliche Verletzungen zu überprüfen, weil dieser den Angriff nur behaupten würde. Die Zeugin meint, sie hätte das als Täterwissen ausgelegt, da diese Informationen noch nicht öffentlich bekannt gewesen seien. Rieks meint, das ergäbe keinen Sinn, denn hätte Delling Täterwissen gehabt, hätte er doch gewusst, dass Hensel tatsächlich angegriffen worden war. 

Die Zeugin lässt sich davon aber ebenso wenig beeindrucken wie von Rieks' Argumentation, Delling hätte nicht die Unwahrheit gesagt, als er der Polizei am Abend des 1. Januar 2024 mitteilte, er wisse nicht, wo Block sei. Denn es gäbe keinen Nachweis, dass sie ihm überhaupt gesagt habe, wo sie sich aufhalte. Für die Ermittlerin Wortklauberei. Er habe gewusst, dass sie morgens mit dem Zug aufgebrochen war, um ihre Kinder in Empfang zu nehmen. 'Ich weiß nicht, wo sie ist' sei deshalb unvollständig und nach ihrer Auffassung trotzdem eine Lüge gewesen.

Am Ende der tagesfüllenden Verhandlung wirkt Delling erschöpft. Seinen 67. Geburtstag hatte er sich wohl anders vorgestellt.

Wie von der Vorsitzenden zu Beginn des Tages prophezeit, werden die Anwälte auch heute nicht fertig mit der Befragung der Zeugin. Sie soll zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden, bis dahin sollen Erweiterungen für ihre Aussagegenehmigungen erbeten werden. Das muss aber noch etwas auf sich warten lassen, denn für den 46. Verhandlungstag am nächsten Montag sind erst einmal israelische Zeugen angesetzt.

*Korrektur am 23.04.2026, 13.18 Uhr: Hier hatte es fälschlicherweise geheißen, das Landgericht Hamburg habe Anklage gegen Hensel zugelassen.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – “Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina”: Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 45: . In: Legal Tribune Online, 21.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59782 (abgerufen am: 20.05.2026 )

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