Block-Prozess Tag 43: "Span­nend, was für eine Zeugin die Neben­klage da aus dem Hut zau­bert"

von Jakob Hoffmann

01.04.2026

Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Nachdem die vergangenen drei Verhandlungstermine ausgefallen waren, ging es am Dienstag in Hamburg mit dem 43. Tag im Block-Prozess weiter. Als Zeugin traten eine Nachbarin von Christina Block und ein weiterer Beamter der Kriminalpolizei (Kripo) auf.

Die erste Zeugin des Tages berichtete, sie wohne ein Haus versetzt gegenüber von Block in Hamburg und könne aus dem Küchenfenster deren Grundstückseinfahrt sehen. Am Silvestertag 2023 habe sie Block gesehen, wie sie viele Supermarkttüten in die Garage getragen habe. "Bei Blocks gibt’s wohl große Party", habe sie sich deshalb gedacht, denn sonst kaufe die Hauptangeklagte nie so viel ein. Für Anwalt Dr. Philip von der Meden, der Blocks Ex-Mann und Nebenkläger Stephan Hensel berät, steht damit "inzwischen ohne jeden Zweifel" fest: Block muss von den Entführungsplänen gewusst und die Kinder erwartet haben. Sonst hätte sie ja nicht so groß eingekauft.

Die Nachbarin berichtet, sie habe von der Meden kontaktiert, nachdem sie von dem Block-Prozessbeginn gehört hatte, weil sie Schuldgefühle geplagt hätten. Sie habe sich häufig Sorgen um die Block-Kinder gemacht, die viel alleine gewesen seien. Einmal will sie beobachtet haben, wie der damals etwa dreijährige Sohn im strömenden Regen ohne Schuhe draußen gestanden und fürchterlich geweint habe. Sie habe ihre Tochter nach dem Block-Sohn geschickt, um nachzusehen. Als die Tochter zurückkam, berichtete sie laut der Zeugin, Block habe nur gesagt, der Junge "wisse schon, warum er da draußen stehe". 

Auf den Vorfall angesprochen habe die Zeugin Block aber nie direkt, erklärte sie am Dienstag mit zitternder Stimme, weil Block ja eine Prominente sei. Zu der gehe "man nicht einfach so hin". Weil sie damals aber nicht eingeschritten sei, wolle sie "den Kindern jetzt eine Stimme geben", da diese selbst ja nicht aussagen wollten.

Verteidiger nehmen Nachbarin die Zange

Anwalt von der Meden verliest danach seine Notizen, die er sich gemacht hatte, als die Nachbarin ihn kontaktierte. Sie bestätigt, was von der Meden vorträgt. 

Wichtige Details weichen aber voneinander ab: von der Medens Notizen sind dramatischer, es ist von "Anschreien" die Rede. Die Aussagen der Zeugin am Dienstag sind aber sehr viel vorsichtiger. Sie spricht von nicht immer freundlichem Umgang Blocks mit ihren Kindern, von "Hektik" am Morgen und davon, dass die "ein oder andere Kaffeetasse kaputtgegangen" sei, weil Block sie in der Eile aufs Autodach gestellt habe und losgefahren sei. Sie könne auch nicht sicher festmachen, ob die Kinder nun wirklich besonders gelitten hätten. Als die Sachverständige, die an der Erstellung eines Gutachtens über die entführten Kinder arbeitet, die Nachbarin bittet, präziser zu werden, etwa ob sie sicher sagen könne, dass "gebrüllt" worden wäre, bejaht die Zeugin das zwar. Sie erzählt dann aber nur, es sei oft eilig und hektisch bei den Blocks gewesen. 

Das alles sind nur Nuancen, aber eben welche, auf die es ganz entscheidend ankommt: Einen Alltag ohne jede Hektik kennt wohl keine Familie mit vier minderjährigen Kindern. Seine Kinder deswegen regelmäßig anzubrüllen, lässt sich dagegen nur schwer mit dem Bild der hingebungsvollen Mutter vereinbaren, das die Verteidigung von Block zeichnet. Deshalb kommt es am Dienstag sehr darauf an, was die Nachbarin am Dienstag wie konkret sagt und wie glaubhaft sie dabei wirkt.

Unter den vielen Nachfragen der Verteidiger geraten ihre Aussagen gehörig ins Wanken. Plötzlich erinnert sie sich doch, dass Block öfter mal große Einkäufe selbst ins Haus getragen habe. Außerdem wollen die Verteidiger wissen, warum sie nie das Jugendamt oder sonst jemanden informiert hat, wenn sie sich doch solche Sorgen um die Block-Kinder gemacht habe. Antwort: Sie weiß es nicht. Dass sie sich an Hensels Anwalt von der Meden statt an das Gericht gewandt hat, erklärt sie damit, dass sie nicht wisse, wie man sich bei Gericht melde.

Bei der Befragung nimmt Blocks Anwalt Dr. Ingo Bott die Zeugin so sehr in die Zange, dass die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt ihn mehrfach ermahnen muss. "Sie setzen die Zeugin ziemlich unter Druck, ich habe auch eine Schutzfunktion", warnte sie mehrmals und wies Bott scharf zurecht, die Zeugin "mit Respekt zu behandeln."

Block widerspricht Vorwürfen: "Das ist normal, das ist Alltag"

Block hält sich im Gerichtssaal für gewöhnlich sehr zurück. Im Gegensatz zu ihrem Ex Hensel, der durch seine Kommentare und Grimassen regelmäßig mit der Verteidigung aneinandergerät, kann man manchmal schon beinahe übersehen, dass die Hauptangeklagte selbst auch jeden Tag im Gericht ist. Sie äußert sich nur noch selten, aus Sorge, dass ihre Worte verwendet werden, um ihre Kinder zu manipulieren, wie sie sagt. Doch die Aussagen der Zeugin vom Dienstag kann sie offenbar nicht auf sich sitzen lassen. 

Es sei ja spannend, "was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut gezaubert hat", meldet sie sich zu Wort. Sie kenne die Frau nämlich gar nicht. So von ihr beobachtet worden zu sein, löse ein großes Unbehagen in Block aus. Ihre direkten Nachbarn kennt Block nach eigenen Angaben übrigens alle, zu denen habe sie guten Kontakt, die hätten für den Notfall sogar Schlüssel zu ihrem Haus. Die Zeugin dagegen wohne drei Häuser weiter und nicht bloß eines, wie sie Blocks Verteidiger Bott auf mehrfache Nachfrage hin versichert hatte. 

Für Block ist klar: Die Zeugin kann damit höchstens die nur wenige Meter große Grundstückseinfahrt einsehen. Das Familienleben habe sich aber im Garten hinter dem Haus abgespielt, erklärte Block. Dass sie den Garten nicht einsehen kann, hatte die Zeugin zuvor bereits zugegeben. Auch sei die geschilderte Szene, sie habe ihren Sohn absichtlich im Regen stehen lassen, absurd. Hätte die Nachbarin das wirklich so beobachtet, wüsste sie, dass man sich in der Einfahrt der Blocks leicht unter der Garage oder dem Vordach unterstellen könne, so Block.

Dass es morgens hektisch gewesen sei, liege in der Natur einer großen Familie, schilderte Block. Zehn Jahre lang habe sie ihre vier Kinder jeden Morgen zur Schule und in den Kindergarten gebracht, abgeholt, nachmittags zu Freunden gefahren. "Das ist normal", sagt sie, "das ist Alltag." Eingekauft habe sie auch immer selbst. 

Bis hierhin war ihr Vortrag ruhig und gefasst, nun fällt sie beim Sprechen ein wenig in sich zusammen, ihre Stimme verliert den Ton. "Seit August 2021 ist das leider nicht mehr so. Für wen soll ich auch einkaufen?" Damit spielt sie darauf an, dass Hensel die zwei jüngsten der gemeinsamen Kinder nach einem Wochenendbesuch im August 2021 bei sich behalten hatte.

Für die Polizei war in der Silvesternacht egal, wo die Block-Kinder hingehören

Die Befragung des zweiten Zeugen bringt überraschend Neues zum Vorgehen der Polizei am Neujahrstag 2024. Wieder ist es ein Beamter, der im Vergleich zu den bisherigen Zeugen aus den Reihen der Kripo aber konkreter wird.

Er erklärt, die Polizei habe zuerst befürchtet, dass es sich bei der Entführung der Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 um einen erpresserischen Menschenraub handelt. Man habe vermutet, dass Fremde die Kinder entführt hätten, um Geld von den Blocks zu erpressen. Deshalb seien alle höchst alarmiert gewesen. Der Beamte sagt, er habe damals Blocks Lebensgefährten Delling gesagt, bei erpresserischem Menschenraub würden Polizei und Staatsanwaltschaft nicht ruhen, ehe die Kinder nicht wieder dort wären, wo sie hingehören. 

Das ist gefundenes Fressen für Dellings Verteidiger Dr. David Rieks. Der kritisiert erneut scharf, dass die Polizei die Sorgerechtssituation nicht ausreichend recherchiert habe. "Sie meinen also, Ziel sei gewesen, die Kinder dahin zu bringen, wo sie hingehören", sagte er am Dienstag süffisant. "Wie geht das denn, ohne zu wissen, wo sie wirklich hingehören?", fragte Rieks bissig und spielte auf den erbitterten Sorgerechtsstreit an, der bis nach Dänemark reicht. Der Kripo-Beamte winkt ab und bleibt lässig. Als Polizist sei ihm in so einer Situation erst einmal egal, wo die Kinder juristisch betrachtet wirklich hingehören. Es gehe in so einer Situation darum, ein Verbrechen aufzuklären und die Kinder zu schützen. 

An dieser Stelle schaltet sich Dr. Marko Voß ein, der den mitangeklagten Familienanwalt der Blocks, Dr. Andreas Costard, verteidigt. Er arbeitet in der Zeugenbefragung heraus, dass Hensel der Polizei in der Silvesternacht nicht – wie es bisher dargestellt wurde – den Sorgerechtsbeschluss eines Gerichts, sondern lediglich eine E-Mail weitergeleitet habe, in der einer seiner Anwälte mitteilte, dass nach seiner Einschätzung Hensel das Sorgerecht zustehe. Auf diese Mail alleine hatte sich die Polizei laut dem Zeugen in der Silvesternacht verlassen. Dabei heikel: An dieselbe Mailadresse der Polizei hatte Delling den Beschluss des Hanseatischen Oberlandesgerichts geschickt, mit dem es Block vorläufig das alleinige Sorgerecht zugesprochen hatte. Von Dellings Mail, die laut Akten sogar sieben Minuten vor Hensels eintraf, wusste der Zeuge allerdings nichts.

Das Bild, das die Befragungen aller Kripo-Zeugen in den vergangenen Wochen ergeben haben, verfestigt sich damit: eine Polizei, die sich an kaum etwas konkret erinnern kann und sich schwertut, ihr eigenes Vorgehen in der hitzigen Silvesternacht zu erklären. Für Dellings Verteidiger Rieks bringt die Zeugenaussage trotzdem etwas "Licht ins Dunkle". Er verstehe jetzt, warum die Polizei "ihre eigenen Entscheidungen selbst nicht mehr nachvollziehen kann": Es sei ihr nicht mehr wichtig vorgekommen, als die Block-Kinder kurze Zeit später an einem Bauernhof in Süddeutschland auf ihre Mutter trafen und damit außer Gefahr waren.

Rieks schlussfolgert, dass die Aussage des Kripo-Beamten vom Dienstag nicht verwertet werden dürfe, jedenfalls in Bezug auf seinen Mandanten Delling. Der Grund: Dieser sei in der Silvesternacht nicht richtig belehrt worden. Ein weiterer Verteidiger schließt sich an, nun wird die Kammer über ein weiteres Beweisverwertungsverbot entscheiden müssen.

Zeugen-Kontaktdaten an den Spiegel weitergegeben?

Ein ständiger Nebenschauplatz im Block-Prozess ist das Thema Medien. Immer wieder gelangen nicht öffentliche Verfahrensinhalte an die Presse. Die Verteidigung wirft der Nebenklage vor, immer wieder Unterlagen an die Medien durchzustechen. Ihre Versuche, dagegen vorzugehen, wie zuletzt gegen SpiegelTV, scheiterten bisher. 

Der Spiegel war am Dienstag erneut Thema: Die Nachbarin, die der Öffentlichkeit zuvor nicht bekannt war und über deren kurzfristig terminierte Vernehmung die Presse erst am vergangenen Freitag informiert wurde, berichtete, dass eine Spiegel-Reporterin sie kontaktiert habe. Sie habe daraufhin Hensels Anwalt Philip von der Meden angerufen, um zu fragen, woher die Presse ihre Handynummer habe. Eine Reaktion von ihm habe sie aber bis heute nicht bekommen.

Bis zum 14. April ist jetzt Pause. Welche Zeugen als Nächstes aussagen werden, steht bisher nicht fest.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 43: . In: Legal Tribune Online, 01.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59636 (abgerufen am: 11.04.2026 )

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