Block-Prozess Tag 42: "Das per­fekte Ver­b­re­chen gibt es nur im Kino"

von Jakob Hoffmann

24.03.2026

Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Der Tag 42 und die Block-Woche endet abrupt. 

Nach über 40 Verhandlungstagen in dem Mammut-Prozess hat sich im Hochsicherheitstrakt des Landgerichts Hamburg alles eingespielt, hat seine Routine gefunden. Angeklagte, Anwälte, Justizbeamte, Pressevertreter, Angehörige von Angeklagten, Besucher: Man kennt sich. Es wird gegrüßt, geplaudert, gescherzt. Jeder hat hier seine Rolle zu erfüllen. Die Justizbeamten, die mit Argusaugen den Einlass bewachen, scherzen mittags über Süßigkeiten; die Anwälte, die sich im Gerichtssaal verspotten, laufen in Pausen lachend nebeneinander her. 

Im Publikum wechseln sich die Schulklassen ab, die Rechtsreferendare, die Freunde von Zeugen, die zur Unterstützung gekommen sind, und natürlich die neugierigen Gelegenheitsbesucher, die "einfach mal den Block-Prozess sehen" wollen. Und dann sind die da, die immer da sind: Journalisten, Angehörigen und die Hobby-Zuschauer, die eigentlich auch Profis sind. Sie reisen jeden Tag pünktlich an, sind bestens informiert und haben zu allem eine Meinung. "Alles, was an der Welt schief läuft, das zeigt sich hier", sagt eine Zuschauerin. 

Doch kein Theater?

Schon häufiger hat die Vorsitzende Richterin das Publikum zu mehr Zurückhaltung während der Verhandlung ermahnt – der Prozess sei kein Theaterstück und das Publikum habe sich daran auch nicht zu beteiligen. Genau diesen Eindruck bekommt man aber manchmal, nicht nur durch die Theatralik der Anwälte oder den Medienrummel. Sondern gerade auch wegen Zuschauern, die das Verfahren mehr wie eine interaktive Seifenoper als einen Strafprozess behandeln, sich Erdnüsse mitbringen und die Verhandlung kommentieren wie auf der Couch vor dem Fernseher. Da sind einige dabei, die in den Pausen sofort zu dem abgesperrten Bereich der Prozessbeteiligten stürzen, versuchen mit Christina Block zu reden, die Anwälte im Gang abzupassen oder zumindest einen Journalisten zu erwischen, dem sie erzählen können, was sie von seiner Berichterstattung erhalten. Andere beklagen, dass man im Hochsicherungstrakt keine Selfies machen darf.

Am Dienstag wird die Suche nach Erklärungen für das Vorgehen der Polizei fortgesetzt. Blocks Verteidiger verfolgen seit mehreren Prozesstagen die Ansicht, Hensel und seine Frau hätten in der Ermittlung auch als selbst mutmaßliche Entführer behandelt werden müssen. Dass die Polizei das nicht getan habe, hätte die Ermittlung verzerrt. 

Als Zeugin ist eine weitere Kriminalbeamtin der Hamburger Polizei geladen. Die Verteidigung beteuert gleich, keine Fundamentalkritik an der Polizei üben zu wollen, kommt aber nicht ganz ohne aus. Und für die Profis im Publikum gerät die Befragung etwas monoton – die Fragen sind nicht neu, die Antworten auch nicht. Das führt zu kuriosen Szenen. Die Anwälte auf beiden Seiten scheinen schon so aufeinander eingestellt, dass sie versuchen, einander zu kontern, noch bevor sich die Gegenseite geäußert hat. 

Viel Neues fördert die heutige Zeugenbefragung nicht zu Tage. Die geladene Beamtin war aber auch nur für etwa vier Stunden für den Fall zuständig. Sie gehörte zu den ersten, die unmittelbar nachdem die Hamburger Polizei in der Silvesternacht 2023/24 Kenntnis von der gewaltsamen Entführung der Block-Kinder in Dänemark erlangt hatte, mit dem Fall betraut war. Das damals dreizehnjährige Mädchen und ihr zehnjähriger Bruder sollen in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dem Vater Stephan Hensel entrissen und nach Deutschland gebracht worden sein; seiner Ex-Frau Christina Block wird vorgeworfen, den Auftrag dazu gegeben zu haben, was diese abstreitet. Unter den insgesamt sieben Angeklagten sind auch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling und der eng mit den Blocks verbundene Familienanwalt C.

Hensel-Anwalt von der Meden wählte in Silvesternacht den Notruf

Wie schon die bisher befragten Kriminalbeamt:innen erinnert sich die heutige Zeugin an vieles nicht mehr, etwa ob die Kinder minderjährig oder volljährig waren. Zumindest differenziert sie aber klar, was sie selbst noch erinnert, was sich nur aus ihrem Vermerk ergibt und was sie gar nicht weiß. Interessant ist , was sie von dem Notruf in der Silvesternacht berichtet. 

Getätigt hatte den Notruf kurz nach Mitternacht Stephan Hensels Anwalt Dr. Philip von der Meden, der ihn auch in diesem Prozess vertritt. Er habe von dem Angriff auf Hensel und der Entführung der Kinder berichtet, dabei auch direkt den Sorgerechtsstreit erwähnt und die Kindesmutter, sowie deren Vater (Familienpatriarch Eugen Block) als mögliche Drahtzieher benannt. Danach habe sie auch mit Hensel selbst noch telefoniert. 

Hensel sei einzige Quelle zur Rechtslage der Kinder gewesen

Die Fragen der Verteidiger kreisen daraufhin vor allem um zwei Punkte: Was wusste die Polizei zu dem Sorgerechtsstreit und hat jemand versucht, Christina Block zu kontaktieren? Es sind Punkte, die in den letzten Wochen immer mehr ins Zentrum des Verfahrens gerückt sind. Bisher fehlen klare Antworten darauf. Die befragten Polizist:innen haben Erinnerungslücken, wollen nicht zuständig gewesen sein und verweisen immer wieder auf andere. Die Suche der Verteidiger nach den Personen, die in der Ermittlung die zentralen Entscheidungen getroffen haben, gleicht zunehmend einer Schnitzeljagd.

Ein kleiner Vorstoß gelingt heute Dr. Ingo Bott, der die angeklagte Christina Block verteidigt. Nach einigem Hin und Her in der Befragung erreicht er von der Zeugin die Bestätigung, dass ihr Wissen um den Sorgerechtsstreit, der immerhin schon im ersten Notruf an die Polizei als vermuteter Hintergrund der Entführung benannt worden war, einzig auf den Aussagen vom Kindesvater und seinem Anwalt beruhte. "Hensel und von der Meden. Ah.", stellt Bott daraufhin fest, und das mit einem Gewicht und einer Zufriedenheit, als sei damit schon sehr viel gesagt. 

Worauf Bott hinauswill, bleibt bei seiner langgezogenen und verschachtelten Sprechweise manchmal schwer zu erahnen. Die Verteidiger der Mitangeklagten Delling und Familienanwalt C., Dr. David Rieks und Dr. Marko Voß, erkennen die mögliche Bedeutung von Botts Fragelinie aber sofort. Wenn ein Vater die Entführung seiner Kinder aus Dänemark meldet und sofort die Mutter in Deutschland verdächtigt, immer wieder auf einen Sorgerechtsstreit hinweist und die Polizei nachvollziehen kann, dass die Kinder offiziell bei der Mutter in Deutschland gemeldet sind, musste sich eine Frage aufdrängen: Warum wurde nicht nachgeforscht, ob die Kinder überhaupt in Dänemark sein durften? Warum wurde sich einzig auf das Wort des Vaters verlassen, und wie konnte die Polizei nicht berücksichtigen, dass gegen diesen ein Verfahren wegen der Entziehung eben dieser Kinder lief? Auch warum Christina Block, als Mutter mit Meldeadresse der Kinder, nicht kontaktiert wurde, kann die Polizistin im Zeugenstand nicht aufklären. 

Anwälte streiten über Bewertung

Wenn man die Block-Verteidiger fragt, dann spricht der Umstand, dass Christina Block wie jedes Jahr den Silvesterabend im Hotel feierte, in Hamburg erreichbar und auffindbar war, dagegen, dass sie die Entführung beauftragt habe. Wer so etwas ablaufen lasse, so das Argument, der verhalte sich konspirativer.

Der Vertreter von Stephan Hensel, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, hatte offenbar schon geahnt, was die Block-Verteidiger der Zeugenbefragung anschließen wollen und versucht ihnen zuvorkommen. Die Verteidigung werde gleich wieder mit ihrem "Rumgestochere" belegen wollen, dass die Angeklagten keinen Tatplan gehabt haben könnten. Das perfekte Verbrechen gäbe es aber nur im Kino, argumentiert der Nebenklagevertreter. Kriminelle machten nun mal Fehler und träfen dumme Entscheidungen, das sei kein Beweis von Unschuld.

Bott kontert damit, dass das Verhalten seiner Mandantin nicht nur dumm, sondern "komplett irre" wäre, wenn sie von den Entführungsplänen gewusst hätte. Auch Rieks passt die Spitze des Nebenklagevertreters nicht. "Das ist kein kleines Detail im perfekten Verbrechen", sagt er. Es sei jahrelange Tradition, dass die Block-Familie Silvester in dem ihr gehörenden Hotel Grand Elysée feiert, das sei bekannt; die Handynummern hätten der Polizei auch vorgelegen. Die Mutter wäre also leicht zu kontaktieren oder aufzufinden gewesen, warum das nicht versucht wurde, ergebe keinen Sinn. Christina Block, die über Prozesstage hinweg den Schlagabtausch verfolgt ohne eine Regung zu zeigen, nickt mehrmals.  

Videovernehmung der israelischen Zeugen?

Schon letzte Woche hatte die Vorsitzende Richterin von ihren Schwierigkeiten berichtet, Ersatzzeugen für die Israelis zu finden, die eigentlich an den nächsten Terminen hätten aussagen sollen. Aufgrund des Iran-Krieges können die derzeit nicht anreisen. Für die restlichen beiden Prozesstermine in dieser Woche ist ihr das nicht gelungen, die Termine fallen aus. Weiter geht es daher am Montag.

Für die Israelis prüfe man nun die Möglichkeit einer Videovernehmung, falls sich die Lage nicht absehbar entspannen sollte. Davon geht die Vorsitzende Richterin aber nicht aus: "Meine persönliche Vermutung ist, dass das noch länger dauert."

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 42: . In: Legal Tribune Online, 24.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59592 (abgerufen am: 19.04.2026 )

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