Block-Prozess Tag 40: "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist"

von Jakob Hoffmann

19.03.2026

Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Zeitweise sind kaum 20 Leute im Zuschauerraum von Saal 237 am Landgericht Hamburg. Ob es am milden Wetter liegt? Der Tag startet jedenfalls vergleichbar angenehm, bevor es später wieder einmal eskalieren sollte. 

Geplant für den Donnerstag ist, dass ein Zeuge aus den Reihen der Kriminalpolizei (Kripo) aussagt. Doch zunächst gibt es eine Fortsetzung der Debatten vom Dienstag. Bestand die mutmaßliche Entführertruppe wirklich aus professionellen Ex-Mossad-Agenten, wie es manche Presseberichte suggerieren, oder war sie doch eher mit einer "Schulhofbande" vergleichbar, wie Gerhard Dellings Verteidiger David Rieks am Dienstagabend kurz vor Ende der Verhandlung witzelte?

Über den Angeklagten Tal S. war am vergangenen Verhandlungstag jedenfalls viel gesprochen worden. Der Israeli sitzt als einziger der Angeklagten in Untersuchungshaft, weil er bereits zugegeben hat, an der Entführung beteiligt gewesen zu sein. Sein Verteidiger Dr. Sascha Böttner, der Dienstag nicht dabei war, greift die Diskussion deshalb wieder auf. Er wolle sich ausdrücklich gegen die "Verteidigung von Frau Block" stellen und meint deren Verteidiger Dr. Ingo Bott. Natürlich sei die Entführergruppe ein zusammengewürfelter Haufen gewesen, meint Böttner, und greift die Wortwahl Rieks' vom Dienstag auf: "Schulhofbande trifft es glaube ich ganz gut."

Er zieht daraus aber ganz andere Schlüsse aus dieser Beobachtung als die Verteidiger von Christina Block und Delling. Bott und Rieks hatten am Dienstag argumentiert, dass mutmaßliche Entführer ja wohl kaum unvermummt im Grand-Elysée-Hotel der Block-Familie herumgelaufen wären, wenn sie wirklich an einem geheimen Treffen mit Block hätten teilnehmen wollen. Ein geheimes Abstimmungstreffen mit Block, bei dem die mutmaßlichen Entführer Masken getragen hätten, habe es damit nie gegeben. 

Genau das sieht Böttner aber anders. Eine Vermummung müsse nicht der Identitätsverschleierung dienen. Die mutmaßliche Entführertruppe hätte ja auch erst bei einem eben doch möglichen Treffen mit Block Masken oder Ähnliches aufsetzen können. Kunden würden eben bestimmte Bilder erwarten: Sie wollten ihre Anwälte in Anzügen, ihre Ärzte in weißem Kittel und ihre vermeintlichen Mossad-Agenten eben in Vermummung sehen. Böttner selbst sagte, er trage heute auch keinen Anzug und sei deshalb nicht direkt als Anwalt zu erkennen. Eine Unterhaltung der Pressefotografen in der Pause gibt ihm recht: Sie hatten ihn am Morgen nicht erkannt.

Bott: Planloses Vorgehen passt nicht zur "übermäßig kommunikativen" Block

Böttners Schlussfolgerung kann Bott natürlich nicht so stehen lassen. Er bezeichnet die mutmaßlichen Entführer als "einfach keine Raketenforscher" und "nicht die hellste Kerze auf der Torte". Vor allem David Barkay, Chef der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll, stellt Bott als selbstdarstellerischen Schwindler dar, dessen spontanes, planloses Vorgehen nicht zu der peniblen, "übermäßig kommunikativen" Christina Block passe, die detailliert Tagebuch geführt hatte. Bott hatte sich massiv gegen die Verwertung des Tagebuchs gewehrt. Er wird so ausschweifend, dass Richterin Isabel Hildebrandt ihn warnt, er halte ein vorgezogenes Plädoyer. Schließlich gibt sie eine Verwarnung an Bott zu Protokoll, es zu unterlassen, eine Beweiswürdigung vorzunehmen.

Böttner widerspricht daraufhin Botts Darstellung, die Aussagen der angeklagten Israelis seien abgesprochen und unwahr, worauf Bott gleich wieder antworten will. Die Vorsitzende reagiert genervt und seufzt. "Sie müssen anscheinend immer das letzte Wort haben." Das spart sich Bott dann aber und streitet lieber mit Philip von der Meden, dem Vertreter des Nebenklägers Stephan Hensel. Von der Meden wirft Bott vor, in Schwafeleien auszubrechen, die nur Zeit stehlen. Bott kontert, von der Meden wolle nur "Überschriften für die Presse produzieren, die den Herrn Hensel froh machen". Hensel grinst nur. Er sieht müde aus an diesem Tag, schreibt und markiert durchgängig in Unterlagen.

Die ansonsten große Geduld der Vorsitzenden hält am Donnerstag nicht sehr lange. Nach dem verbalen Ping-Pong und gegenseitigen Sticheleien fragt sie: "Hat hier sonst noch jemand etwas zu erklären?" Sie klingt fast zynisch. "Ich habe sowieso das Gefühl, dass hier einige mal etwas loswerden wollen." Gül Pinar, Verteidigerin des mitangeklagten Sicherheitschefs der Block-Gruppe, reagiert vorwurfsvoll: "Das meinen Sie nicht ernst!"

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Zeuge: Hensel war aus Sicht der Blocks der "Böse" und der "Feind"

Aufgrund dieses ausufernden Vorgeplänkels beginnt die Befragung des Zeugen fast zwei Stunden später als geplant. Wieder ist es ein Beamter der Kriminalpolizei. Im Gegensatz zu den vorigen Verhandlungstagen läuft die Befragung aber schon beinahe gesittet ab. Zeuge Johannes M. berichtet von verschiedenen Vernehmungen. Dabei bleibt der 45-Jährige stets ruhig und sachlich. Dr. Marko Voß, Verteidiger des Block-Familienanwalts Andreas Costard, bescheinigt ihm am Ende: "Sie machen hier den Eindruck wie jemand, der sagt, was er weiß und was er nicht weiß."

Zuerst geht es um die Frage, welchen Eindruck M. von der Vernehmung des mitangeklagten P. hat. Nach Schilderung des Kriminalbeamten hatte der Sicherheitsunternehmer ausgesagt, er sei von Eugen Block beauftragt worden, an der Wiederherstellung des Kontakts zu den beiden jüngsten Kindern seiner Tochter Christina Block zu arbeiten – und zwar ganz klar mit dem Ziel, sie zurück nach Deutschland zu holen. Vater Hensel hatte die Kinder im August 2021 bei sich in Dänemark behalten, obwohl Block das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht zustand, was einen erbitterten Sorgerechtsstreit auslöste. P. habe berichtet, dass der Familienpatriach Eugen Block und Familienanwalt Costard den Ex-Schwiegersohn als den "Bösen" und den "Feind" dargestellt hätten. Sie hätten "auf alles, was es so gibt, geschimpft und deutlich gemacht, dass das Who-is-who der Stadt [Hamburg, Anm. d. Red.] in die Causa eingebunden" sei.

Der Kriminalbeamte wiederholt oft, P. habe darauf bestanden, eine Lösung per Verhandlung herbeizuführen. Insbesondere habe sich P. von den Methoden der Firma "System 360“ distanzieren wollen, die 2022 schon mit einem Entführungsversuch gescheitert sein und versucht haben soll, den Vater der Kinder durch untergeschobene Festplatten mit Kinderpornografie zu diskreditieren. Mit so einer Firma habe P. ausdrücklich nichts zu tun haben wollen, sagt M. Er berichtet auch von P.s Aussage zu einem Treffen mit u. a. Eugen Block und Costard am 2. Januar 2024, bei dem nach der Rückkehr der Kinder "Glüchwunschatmosphäre" geherrscht habe.

Und wieder ein Beweisverwertungsverbot?

Eigentlich soll der Beamte dann zu zwei Vernehmungen eines Mitarbeiters des Grand-Elysée-Hotels aussagen, wogegen Verteidiger Voß Widerspruch einlegt: Nach der ersten Vernehmung hatte die Polizei bei einer Durchsuchung Kenntnis von Chatverläufen erlangt, aufgrund derer für sie feststand, dass der Hotelmitarbeiter vorhandenes Wissen zur Tat nicht mitgeteilt hatte. Das bestätigt auch der Kriminalbeamte. Damit sei der Mitarbeiter, so Voß, materiell Beschuldigter gewesen, worüber er bei der zweiten Vernehmung nicht aufgeklärt worden sei. Zudem sei er nur als Zeuge nach § 55 Strafprozessordnung (StPO) darüber belehrt worden, dass er nichts sagen müsse, das ihn selbst belaste. Als Beschuldigter hätte er aber nach § 136 StPO belehrt werden müssen, dass er die Aussage auch gänzlich verweigern könnte. Man dürfe M. also nicht zur Vernehmung des Hotelmitarbeiters befragen.

Staatsanwältin Mona Paul weist den Einwand Voß' zurück. § 136 StPO solle nur den Befragten schützen, nicht die Angeklagten im Prozess. Von der Meden widerspricht ihr: Wenn der Hotelmitarbeiter nicht korrekt belehrt worden sein sollte, liege nach § 136a StPO eine verbotene Vernehmungsmethode vor, die zu einem Beweisverwertungsverbot führe. Das müsse also zuerst geprüft werden. Dieser Auffassung schließen sich alle übrigen Verteidiger an.

Die Vorsitzende Hildebrandt stellt die Befragung des Zeugen zu den Vernehmungen des Hotelmitarbeiters daher zurück, bis die Kammer darüber entschieden hat.

Polizei wollte Hensels neue Frau vom Selbstermitteln abbringen

Abschließend wird der Kripo-Beamte zur Vernehmung von Astrid Have befragt, seit 2020 Ehefrau von Hensel und Stiefmutter der entführten Kinder. Hier schaltet sich der zwischenzeitlich ungewöhnlich still gebliebene Bott wieder ein und gerät prompt mit Hensel und von der Meden aneinander: "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist", sagt er in ihre Richtung. Richterin Hildebrandt zeigt sich aber eher genervt von Bott. Dessen Fragen an den Zeugen zielen darauf ab, ob der Polizist bei Haves Befragung nicht wusste, dass auch gegen sie ein Verfahren wegen Kindesentziehung läuft.

Gefragt wird M. außerdem über vermeintliche Suggestionen der Vernehmungsbeamten, etwa durch Erläutern der Tatbestandsmerkmale für besonders schwere Kindesentziehung oder Aussagen in einem Vorgespräch. Verteidiger Rieks und Staatsanwältin Paul geraten hart aneinander und versuchen, sich zu übertönen, sodass schließlich die Vorsitzende Hildebrandt einschreiten muss. Der Kripo-Beamte erklärt, in dem Vorgespräch hätten sie der ungeduldigen und aufgebrachten Have versucht, klarzumachen, dass es kontraproduktiv sei, selbst zu ermitteln, und dass sie es unterlassen solle, der entführten Tochter Fotos zu dem Fall zu zeigen, da die Kinder zu dem Zeitpunkt noch nicht befragt worden waren.

Nachdem die Vorsitzende die Verhandlung beendet hat, will Pinar noch etwas mit ihr besprechen. Doch Hildebrandt verlässt bereits den Raum, während Pinar ihr nachruft.

Am Freitag geht es weiter mit der Befragung eines weiteren Zeugen aus den Reihen der Kripo. Der soll ebenfalls zur Vernehmung des Hotelmitarbeiters aussagen. Weil er aber nur zur ersten Vernehmung Fragen beantworten soll, wirkt sich das noch ungeklärte Beweisverbot hinsichtlich der zweiten Vernehmung wohl nicht auf die Befragung am 41. Prozesstag aus.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 40: . In: Legal Tribune Online, 19.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59565 (abgerufen am: 19.04.2026 )

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