Block-Prozess Tag 39: "Der Mossad wäre sehr stolz auf das TikTok-Ver­halten seiner Agenten"

von Jakob Hoffmann

18.03.2026

Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Mindestens ungewöhnlich ist die Befragung des Zeugen am Dienstag: Der 43-jährige Ermittler soll dem Gericht erklären, was in den Tagen nach der mutmaßlichen Entführung des damals zehnjährigen Sohnes und der damals 13 Jahre alten Tochter der Unternehmerin Christina Block und ihres Ex-Ehemannes Stephan Hensel geschehen ist. Der leitende Kriminalbeamte erinnert sich jedoch an kaum etwas, gibt Antworten, die nicht wirklich zu den Fragen passen. Er will eigentlich klar gestellte Fragen nicht verstanden haben, und stellt dann Nachfragen dazu, die die Fragesteller verwirrt zurücklassen. 

Die Befragung des leitenden Kriminalbeamten in Hamburg, der ab Anfang Januar 2024 die Leitung der Ermittlungsgruppe in dem Fall übernommen hatte, hilft nicht, die Kritik der letzten Woche an der Hamburger Kripo zu entkräften. Von allen Zeugen im Prozess habe ausgerechnet dieser am meisten gemauert, sagt Anwalt David Rieks am Ende des Verhandlungstages. Er verteidigt den wegen Beihilfe angeklagten Lebensgefährten von Christina Block, Ex-Fernsehmoderator Gerhard Delling.   

"Nur gucken, nicht ansprechen"

Der Polizist beschreibt seine Rolle so: bei ihm seien alle Ermittlungsstränge zusammengelaufen, er sei aber nicht immer selbst in alles eingebunden gewesen. Am 3. Januar 2024 habe er den Hinweis erhalten, die Kinder seien bei Christina Block in Hamburg. Der 52-jährigen Unternehmerin wird vorgeworfen, die Entführung ihrer beiden jüngsten Kinder in Auftrag gegeben zu haben. 

Seine Ermittlungsgruppe habe den Auftrag von der Staatsanwaltschaft und dem Allgemeinen Sozialen Dienst (ASD) bekommen, zu nachzusehen, ob die Kinder tatsächlich dort und unversehrt sind. Vor dem Wohnhaus Blocks hätten sich ihnen plötzlich Personen von hinten genähert. "Sie haben gefragt, wer wir sind. Wir haben dann natürlich gefragt, wer sie denn sind." Im Zuschauerraum gibt es Gelächter. Noch ist die Stimmung locker. 

Die Personen hätten sich als privater Sicherheitsdienst vorgestellt. Sie hätten aufzupassen, dass keine Unbefugten das Grundstück betreten, berichtet der Polizist. "Das hat dann ja schon mal nicht so gut geklappt, weil Sie waren ja auf das Grundstück gekommen", bemerkt die Vorsitzende Richterin Isabel Hildebrandt. "Das stimmt", bestätigt der Polizist amüsiert. Mit der Chefin der angeblichen Security-Leute, Frau W., habe er dann Kontaktdaten ausgetauscht, um sich zukünftig koordinieren zu können. Denn Frau W. habe ihn informiert habe, dass ihre Mitarbeiter bewaffnet seien, so erzählt es der Kriminalbeamte ruhig. Mit diesem Austausch habe man für die Zukunft verhindern wollen, dass einer Waffen auf die anderen richten würde und es zu "unschönen Vorfällen" käme, zumal die Beamten in Zivil gewesen seien und ihre Waffen verdeckt getragen hätten. Welche oder wie viele der Security-Mitarbeiter Waffen getragen hätten, wisse er nicht, er habe auch keine Waffen gesehen. Ihm sei das auch gar nicht so wichtig vorgekommen. So erzählt er es ganz unaufgeregt.

Christina Block habe sie dann ins Haus gelassen, allerdings habe man sich mit ihr darauf geeinigt, dass nur eine Polizistin und zwei ASD-Mitarbeiterinnen zu den Kindern gingen. "Nur gucken, nicht ansprechen" sei Blocks Ansage gewesen. Ihr Verteidiger Ingo Bott erklärt im Gerichtssaal dazu, sie sei auf das Kindeswohl fokussiert gewesen und habe keinen ganzen Polizeitrupp ins Haus lassen wollen, der die Kinder verängstigen könnte. 

1,5 Jahre später verfasster Vermerk wirft Fragen auf

Diese kurze Interaktion zwischen dem Kripo-Beamten und der Security-Frau wird zu einem Kernthema des Tages. Denn der dazu verfasste Vermerk soll die einzige Stelle in der Akte sein, die eine Bewaffnung der Security erwähnt. Besonders für den mitangeklagten Leiter des Sicherheitsunternehmens, Andreas P., hat das große strafrechtliche Bedeutung. 

Brisant an dem Vermerk ist, dass der erst im Juli 2025 im Auftrag des ermittelnden Staatsanwalts und nur eine Woche vor Prozessauftakt erstellt wurde, also mehr als eineinhalb Jahre nach der Begegnung auf Blocks Grundstücks. 

Die Verteidiger stellen infrage, warum sich der Zeuge, der sich "nicht mal korrekt daran erinnern konnte, wann denn der Vermerk verfasst worden ist, auf den er sich ja die ganze Zeit bezieht" (der Zeuge hatte den Vermerk auf deutlich früher datiert), dann derart lebendig an die kurze Unterhaltung mit der Security-Frau erinnern konnte, dass er dazu eineinhalb Jahre später einen Vermerk verfassen konnte. Zumal er die Interaktion für so unwichtig gehalten habe, dass er damals nichts dazu aufgeschrieben und mit niemandem darüber gesprochen habe, was die Verteidigung befremdlich findet. Man prüfe doch, welche Personen Waffen tragen. Laut eigener Aussage hatte er aber nicht einmal Notizen dazu gemacht. Der Kripo-Beamte kann diesen Widerspruch auch nicht auflösen: Damit konfrontiert, sagt er nur, er verstehe die Frage nicht. "Ja aber ich glaube alle anderen hier haben das ganz gut verstanden", konstatiert Marko Voß, Verteidiger des mitangeklagten Familienanwalts. 

Auch werfen die Verteidiger die Frage auf, wie die Staatsanwaltschaft obwohl sie nicht dabei war, es keine Aufzeichnungen dazu gab und der Zeuge es niemandem erzählt hatte, überhaupt Kenntnis davon erlangen konnte. Und vor allem, um es für so wichtig zu halten, eineinhalb Jahre später dann einen Vermerk darüber anzufordern. Der Kripo-Beamte selbst will das nicht hinterfragt haben: "Wenn die Herrin des Verfahrens meint, da fehlt noch was, dann schreib ich das." 

Erneut erhebt die Verteidigung damit einen schweren Vorwurf gegen die Ermittler: Der Staatsanwalt könnte erst später festgestellt haben, dass er etwas in seiner Anklage geschrieben hatte, was er gar nicht belegen konnte. Und erst deshalb nachträglich den Vermerk beauftragt haben. 

Hitzige Wortgefechte: "Passen Sie auf, was Sie sagen!"

Es ist nichts Neues im Block-Prozess, dass es mitunter schwer fällt, Ingo Botts Fragen zu verstehen. Heute hat man jedoch den Eindruck, Bott und der Zeuge wollen sich nicht richtig verstehen und reden aneinander vorbei. Immer wieder antwortet der Zeuge, er wisse das nicht "en détail". "Das ist viel en détail", bemerkt Bott. Er benutzt die Formulierung so oft, dass Bott am Ende scherzt: "Hätten wir jedes Mal einen Espresso getrunken, wenn er das gesagt hat, hätten wir jetzt einen Herzinfarkt."

Der Zeuge ist mit der Zeit sichtlich genervt und antwortet irgendwann patzig. Er ist streitlustiger als die meisten bisherigen Zeugen, unterbricht seine Aussagen immer wieder für Wortgefechte mit den Verteidigern. "Sie brauchen auch gar nicht zu lachen", kommentiert er etwa scharf in Botts Richtung, als dieser über eine Antwort grinst. 

Die Stimmung heizt sich zunehmend auf. Voß wird in seiner Befragung des Zeugen sehr laut und macht ihm Vorwürfe, er verstricke sich in Widersprüche und es sei unglaubwürdig, dass er sich an nichts erinnern könne. Richterin Hildebrandt weist ihn zurecht: Er dürfe auch ihr später gerne Vorwürfe machen, aber Zeugen müssten sich das nicht anhören. Voß beschwert sich dann bei ihr, Nebenkläger Stephan Hensel feixe "in einer Tour" und kommentiere jede Frage von Bott. Die Vorsitzende weist Hensel zurecht, sein Anwalt Gerd Uecker antwortet: "Das tut mir sehr leid, das fällt nur so schwer bei diesem Gespräch."

Auch die Zuschauer muss die Vorsitzende mehrfach ermahnen. Einer Besucherin, die die Erklärungen der Anwälte konstant deutlich hörbar kommentiert, stellt sie Ordnungsgelder und Saalverweise in Aussicht. "Ich habe da ein ganzes Portfolio an Maßnahmen", warnt sie.

Die Situation droht schließlich zu eskalieren, als Bott in einer Frage von den "engagierten ASD-Mitarbeiterinnen" spricht, woraufhin ihn der Kriminalbeamte scharf unterbricht: "Werfen Sie mir vor, dass ich nicht so engagiert wäre? Passen Sie auf, was Sie sagen!" Bott versteht das als Drohung, der Zeuge verliert beinahe die Fassung: "Alter das war doch…" … Weiter kommt er nicht, die Vorsitzende unterbricht die Verhandlung. 

Verteidiger müssen viel erarbeiten

Als der Ermittlungsleiter schließlich unvereidigt entlassen wird, bleibt wieder eine Zeugenaussage aus den Reihen der Kripo, die kaum Fragen beantwortet, dafür aber neue aufwirft. Wieder kann man sich nicht erinnern, man war nicht zuständig, die Aussagen bleiben vage und unverbindlich. Wenn die Verteidiger konkrete Details von ihm haben wollen, will er die entsprechenden Informationen aus der Akte vorgehalten bekommen. Sonst erinnert er sich nicht. 

Hatten die beiden Polizistinnen am vorigen Verhandlungstag immer wieder auf Vorgesetzte verwiesen, verweist der Ermittlungsleiter nun auf seine Fallführerin. Wenn aber die tätigen Beamten nichts wissen, weil sie nur Anweisungen gefolgt sind, und der Leiter nicht, weil er nicht so nahe dran gewesen ist, wer weiß dann etwas? 

Von Beginn an formuliert der Beamte viel "werde ich wohl gemacht haben", "bestimmt" oder "das wird so gewesen sein". Später arbeiten die Verteidiger durch langes, genaues Nachfragen und durch Konfrontation des Zeugen mit Widersprüchen zu der Akte heraus, dass er damit meist meint, dass er sich daran nicht erinnert und nur Vermutungen anstellt. Mehrfach stellt sich zudem erst später heraus, dass der Zeuge etwas ganz anderes meint, als zunächst zu verstehen war. Als es beispielsweise um die Aussagen der Block-Kinder bei der Polizei geht, erklärt er, er habe mit den Kindern gesprochen. Kurze Zeit später sagt er dann, er habe die Kinder nicht befragt. Auf den Widerspruch hingewiesen, erklärt er, mit "gesprochen" habe er keine Vernehmung gemeint, das Gespräch hätte nichts mit der Sache zu tun gehabt. 

Auch konkretisiert der LKA-Gruppenleiter oft erst signifikant später an einzelnen Stellen auf Nachfragen, wen er mit bestimmten Pronomen eigentlich meint – etwa, dass er unter "ich" seine ganze Dienststelle versteht: "Ich identifiziere mich als Dienststelle", kommentiert er das. Ein Verteidiger fragt daraufhin irritiert: "Also erinnern Sie das oder ist das kollektive Erinnerung?" Die Frage stellt sich noch öfter, und zufriedenstellend beantwortet wird sie selten.

Auch die Verteidiger zeigen sich zunehmend frustriert, die Antworten des Kripo-Beamten werden immer einsilbiger. "Nichts." "Keine Ahnung." "Nein." "Weiß ich nicht." Die Verteidiger bitten ihn immer wieder, zu versuchen, sich zu erinnern. Ohne Erfolg. "Es ist zwei Jahre her, aber nicht zehn", seufzt David Rieks irgendwann.

Überwachungskameras und Social Media sollen Zweifel an Mossad-Darstellung wecken

Schließlich kommt die Vorsitzende auf die sieben dicken Ordnern hinter sich zu sprechen. Es werden Beweise durch Inaugenscheinnahme eingeführt. Darunter sind neben Notizbuchseiten auch seitenweise Bilder der Überwachungskamera in der Lobby des Hotel Grand Elysée, in dem die mutmaßlichen Entführer gewohnt und geplant haben sollen. Ingo Bott will die Bilder direkt kommentieren. Er erklärt, dass man darauf diverse mutmaßliche Beteiligte der Entführung wie Tal S. und Keren T., sowie deren Ehemann sehen könne. Diese liefen ohne irgendwelche Art der Verschleierung sorglos vor Überwachungskameras herum, teilweise im Bademantel. Dies widerspräche der Darstellung, dass alles unter absoluter Geheimhaltung geschehen wäre. So liefen auch keine Leute herum, die sich Unrecht bewusst wären: "Die sind ja nicht alle total bescheuert."

Zum Abschluss wird es dann noch ein wenig unterhaltsam, als die Vorsitzende die Social-Media-Recherche der mutmaßlichen Entführer verliest. Gemeinsame Fotos auf Facebook, Herzchen-Kommentare, TikTok-Kampfsport-Accounts. Dellings Verteidiger Rieks erklärt, diese Social-Media-Schau mache deutlich, dass hier jedenfalls keine "wie in den Medien manchmal dargestellt" hochprofessionellen Mossad-Agenten am Werk gewesen wären. "Der Mossad wäre sehr stolz auf das Tiktok-Verhalten seiner Agenten", witzelt er und vergleicht sie eher mit einer "Schulhofbande". Hensels Anwalt Philip von der Meden hält dagegen, sie seien immerhin professionell genug gewesen, nicht "wie in Mickey-Maus-Heften" im Alltag Masken zu tragen. 

Weiter geht es am Donnerstag, auf dem Programm steht die Einführung weiterer Beweise. 

 

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 39: . In: Legal Tribune Online, 18.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59538 (abgerufen am: 18.05.2026 )

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