Block-Prozess Tag 38: "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier"

von Jakob Hoffmann

12.03.2026

Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Der Iran-Krieg brachte den Verhandlungstag durcheinander. Eigentlich war für heute erneut eine Vernehmung des oft als "Kronzeuge" betitelten David Barkay geplant. Doch aufgrund des Kriegs im Nahen Osten schafft er es nicht nach Hamburg. Doch im Block-Prozess mangelt es nie an Verhandlungsmaterial. Stattdessen wurden kurzerhand zwei Kriminalbeamtinnen als Zeugen geladen, die mit dem Fall der in der Silvesternacht 2023/2024 entführten Block-Kinder direkt am Neujahrstag befasst waren. 

Zunächst geht alles seinen inzwischen schon gewohnten Gang. Christina Block ist still, trägt wie üblich helle Farben, ihre mitangeklagte Cousine Uta B. läuft in ihrer schwarzen Lederjacke unruhig im Raum umher. Als die Justizbeamten die Fotografen ankündigen, lehnen sie und ihr Mann Mark B. sich runter auf das Fensterbrett. Außer Sicht. Ihre Verteidiger, die Rechtsanwälte Daum und Fock, stehen als einzige Anwälte, und zwar vor der Nische. Damit versperren sie den Fotografen die Sicht auf ihre Mandanten. 

Das einzige ungewohnte Bild findet sich auf der Bank der Nebenklage: Dort sitzt heute an Philip von der Medens Stelle dessen Kanzleikollege Christoph Henckel. Auch die Plätze von Stephan Hensel und Gerd Uecker bleiben leer.

Bevor es zur Vernehmung der Beamten kommt, plädiert Verteidigerin Gül Pinar leidenschaftlich für eine Abtrennung des Verfahrens ihres Mandanten, den mitangeklagten Chef einer Sicherheitsfirma. Der Verteidiger von Mark B., Rechtsanwalt Fock, schließt sich Pinar an. Als die Vorsitzende für fünf Minuten unterbricht, stecken Pinar und Fock sofort die Köpfe zusammen. Einmal mehr bekommt man den Eindruck, dass die Verteidigung der sieben Angeklagten in diesem Prozess bisweilen zur Gruppenarbeit gerät. Danach verliest die Vorsitzende mal wieder ein paar ablehnende Beschlüsse für Anträge. Darunter ist auch Pinars Antrag auf Verfahrensabtrennung.

Kripo vermutete Gefahr für Christina Block

Die erste der beiden für heute geladenen Zeuginnen ist eine 33-jährige Hamburger Kriminalbeamtin. Sie berichtet, sie habe beim Kriminaldauerdienst gearbeitet, als ihr in den frühen Morgenstunden des 1. Januars 2024 ein Einsatz übertragen worden sei: Der Polizei sei um 4 Uhr morgens gemeldet worden, dass die Kinder von Stephan Hensel und Christina Block entführt worden seien. Dabei sei von Hensels Anwalt auch ein Tatverdacht gegen Christina Block geäußert worden, erinnert sich die Zeugin. 

Erst einmal habe die Kriminalpolizei aber eine andere Befürchtung gehabt: Die Familie Block sei sehr bekannt und vermögend. Sie hätten vermutet, Christina Block könne in Gefahr sein. Mittags hätten sie dann den Amtshilfeauftrag von der dänischen Polizei erhalten, die Mutter der entführten Kinder zu informieren. An ihrer Wohnadresse hätten sie Block nicht angetroffen, auch beim Grand Elysée nicht. Dort sagte man ihnen, sie habe Silvester im Hotel verbracht und dieses dann am Vormittag eilig verlassen, aber wo sie jetzt sei, wisse keiner. 

Als auch weder ihr Vater Eugen Block, noch ihr Lebensgefährte Gerhard Delling weiterhelfen konnten, ließen sie Christina Blocks Handy orten, das an ihrer Wohnadresse angezeigt wurde. Deshalb seien sie dorthin gefahren, wo auch Delling und Costard dazugekommen seien. Auf dem Weg dorthin seien sie informiert worden, dass Dellings Tochter einen Anruf von Christina Block entgegengenommen habe. Block habe berichtet, es ginge ihr gut, sie müsse verreisen und sei in den nächsten Tagen schlecht erreichbar. Die Polizei habe sich in dem Haus trotzdem umsehen wollen, um sicherzugehen. Dort hätten sie aber keine Anzeichen eines Kampfes gefunden.

Vorwürfe gegen Polizei

Hier schaltet sich Christina Blocks Verteidiger Ingo Bott ein. Wenn die Kripo von einer möglichen Gefahr für Christina Block ausging, warum fuhr sie dann um 4 Uhr morgens nicht direkt zur Wohnadresse der Hamburger Unternehmerin? Warum wurde erst mittags versucht, die Mutter der entführten Kinder zu informieren? Die Zeugin erklärt, sie habe nur die Amtshilfeaufträge der dänischen Polizei ausgeführt. Und der Auftrag, die Mutter zu informieren, sei eben erst mittags gekommen. Bott lässt nicht locker. Warum habe trotz befürchteter Gefahr niemand versucht, Christina Block zu kontaktieren? Die Zeugin wiederholt wieder und wieder, die Polizei habe nur Amtshilfe geleistet. Ein Tatverdacht habe zu der Zeit nicht bestanden, erst gegen 16 Uhr habe die Staatsanwaltschaft sie über einen Anfangsverdacht informiert. Sie hätten erst einmal nur zur Gefahrenabwehr gehandelt und auf Aufträge der dänischen Polizei gewartet. 

"Sie sind aber die deutsche Polizei!", kontert Bott. Die Kriminalpolizei habe also eine Gefahr für Block und ihre Kinder für möglich gehalten. Hätte sie dann nicht unabhängig von den dänischen Behörden selbst tätig werden müssen? Sei das nicht die Pflicht der Polizei? 

"Ja, es ging ja auch um Gefahren für deutsche Staatsbürger", gibt die Beamtin schließlich zu. "Und warum sind Sie dann nicht da hin?" Die Zeugin ringt sichtlich um Worte. "Es wurde sich dagegen entschieden", ringt sie sich schließlich ab. 

Dafür, dass Bott erklärt hatte, er wollte nicht vorwerfen, sondern nur verstehen, erhebt er dann einen sehr schweren Vorwurf gegen die Polizei. Denn zu der Zeit, zu der die Polizei Kenntnis von der Entführung erlangte und Christina Block als potentiell gefährdet sah, befand sich diese noch im Hamburger Grand Elysée, wie schon verschiedene Zeugen bestätigt hatten. Hätte die Polizei ihren Job gemacht und wäre sofort zu ihr gefahren, "dann wären wir heute nicht hier, denn dann wäre das alles nicht passiert", meint Bott. Seiner Darstellung nach hätten die Beamten dann eine völlig unwissende Christina Block angetroffen und niemand wäre auf die Idee gekommen, dass sie in die Entführung verwickelt wäre.

Bei der Befragung ihrer Kollegin, der zweiten Zeugin des Tages, gehen die Vorwürfe gegen die Polizei weiter, nun von Dellings Verteidiger Dr. David Rieks. Warum belehrte sie Delling als Zeugen, nachdem dieser das Wohnhaus von Christina Block aufgeschlossen hatte, wenn die Polizei zu diesem Zeitpunkt doch noch rein zur Gefahrenabwehr gehandelt haben will? Auf welcher Grundlage wurden die Handys von Block und ihrer Tochter sichergestellt? 

Als die Vorsitzende ihn darauf hinweist, dass die Zeugin keine rechtlichen Erklärungen vornehmen kann, sondern nur Erlebtes berichten kann, fasst er seinen Punkt in einer Frage zusammen: "Sind nach Ihrem Verständnis alle Maßnahmen bis zur Mitteilung des Anfangsverdachts durch die Staatsanwaltschaft zur Gefahrenabwehr gewesen?" Sie bejaht. Rieks bezeichnet die Darstellungen der Zeugin als unzutreffend und meint, die Polizei habe nicht gewusst, wie sie mit der Situation umgehen soll, und sich für einen prozessual unzulässigen Weg entschieden. Dabei geht es auch erneut um Christina Blocks Handy, über dessen Verwertung immer wieder im Verfahren gestritten worden war.

Ingo Bott sieht keinen Vorsatz

Bott sieht nach der Zeugenvernehmung mal wieder das ganze Verfahren als erledigt an. Dieses Mal ist er der Ansicht, sie belege den fehlenden Vorsatz seiner Mandantin. Dass Christina Block Silvester gefeiert und ausgeschlafen habe, den Vormittag noch im Grand Elysée verbracht habe und dann informiert worden und überstürzt losgefahren sei, widerspräche einem vorsätzlichen Plan. Denn eigentlich sei ja zu erwarten gewesen, dass die Polizei direkt nach Bekanntwerden der Entführung zu Block fahren würde. Dass diese erst mittags versuchen würde, sie zu kontaktieren, habe ja keiner vorhersehen können. "Das wären die weltschlechtesten Tatplaner", resümiert er. "Das alles passt am Ende nicht, weil es keinen Plan gab, weil es keinen Vorsatz gab." 

Auch Dr. Rieks stellt heraus, dass es nicht erklärbar sei, warum Block bis vormittags im Hotel Elysée hätte bleiben sollen, wenn sie eigentlich doch damit hätte rechnen müssen, morgens von der Polizei aufgegriffen zu werden und dann nirgendwo mehr hinfahren zu können.

Schon zu Beginn ihrer Vernehmung hatte die Kriminalbeamtin erklärt, vor allem das aussagen zu können, was in ihrem Ermittlungsvermerk stünde, da sie sich selbst kaum noch erinnere. Auf Nachfragen hin muss die 33-Jährige ihre Schilderungen immer wieder dahin korrigieren, dass sie sich nicht ganz sicher sei, woher genau diese Information komme. 

Bei der zweiten Zeugin setzt sich das Problem fort. Vieles weiß die 32-jährige Kriminalbeamtin nicht mehr. Auch sie weist oft darauf hin, sich nicht erinnern zu können, sondern sich auf ihre Vermerke zu stützen. Zusätzlich stellt sich erst auf Nachfragen immer wieder heraus, dass sie teils auch nur schlussfolgert, was wohl gewesen sein müsste, damit ihr Vermerk Sinn ergibt. 

Immer wieder widersprechen sich die Zeuginnen selbst und gegenseitig. Es wird zunehmend unübersichtlich, was sie tatsächlich wissen und was sie sich nur im Nachhinein erschlossen haben. Auch daran, die strittigen Entscheidungen getroffen zu haben, will sich keine erinnern. Wer hat die Sicherstellung von Handys angeordnet? Wer hat entschieden, nicht tätig zu werden, bevor Amtshilfegesuche der dänischen Polizei kamen? Am Ende bleiben viele Fragezeichen.

Weiteres Zeugenprogramm noch ungewiss

Die Zeugenvernehmungen gehen schneller als erwartet, sodass die Richterin Isabel Hildebrandt schon eine Stunde vor der angesetzten Zeit den Tag beenden will. "Oder soll noch irgendwie ein Antrag gestellt werden?", fragt sie belustigt in die Runde. 

Ingo Bott fragt noch nach dem weiteren Programm für die nächsten Wochen, worauf Hildebrandt antwortet: "Ich kann die Weltlage nicht vorhersehen, wissen sie?". Sie werde Polizeibeamte vorbereiten, falls die Israelis nicht kommen können. 

Daum will noch wissen, ob man jetzt nicht mal die Vernehmungsbeamten zu den Aussagen der Block-Kinder im Ermittlungsverfahren befragen könnte. Diese haben von ihrem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch gemacht und werden daher im Prozess nicht aussagen. Die Vorsitzende sagt, darum könne man sich irgendwann kümmern. Daum erwidert zynisch: "Wann, kurz vor Weihnachten?" 

Die Vorsitzende würdigt die Bemerkung mit keiner Antwort mehr und beendet den Verhandlungstag.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - “Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich”: Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - “Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging”: David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 38: . In: Legal Tribune Online, 12.03.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59513 (abgerufen am: 21.04.2026 )

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