Block-Prozess Tag 63: Letzter Ent­führer macht Chris­tina Block ver­ant­wort­lich

von Jakob Hoffmann

10.07.2026

Sündenbock oder Selbsterhaltungs-Lügner mit Gewissen? Als letzter Zeuge der Kammer schildert der mutmaßliche Entführer Jonathan G., wie David Barkay ihn manipuliert habe – und macht auch Christina Block persönlich verantwortlich.

Die Befragung knüpft am 63. Tag im Block-Prozess unmittelbar dort an, wo sie am vorigen Tag unterbrochen wurde – bei den Fragen von Verteidiger Dr. Sascha Böttner zur Psyche des Zeugen Jonathan G. Das schwedisch-israelische Model soll als Letzter zu dem Team gestoßen sein, das in der Silvesternacht 2023/24 die Kinder von Millionärserbin Christina Block beim Vater in Dänemark entführte. 

Gestern hatten Böttner und Richterin Isabel Hildebrandt schon über einen möglichen Ausschluss der Öffentlichkeit für die intimen Fragen nachgedacht. Böttner fragt Jonathan G. daher nun, ob er nähere Angaben zu seinem psychischen Zustand machen möchte und wenn ja, ob er das öffentlich tun wolle. Nach § 68a StPO, der Zeugen das Recht gibt, Fragen höchstpersönlicher Natur die Antwort zu verweigern, könnte er der Fragelinie schließlich auch generell einen Riegel vorschieben. Nach einer kurzen Beratung mit seinem Anwalt erklärt Jonathan G., er wolle dazu aussagen. Aber nicht in der Öffentlichkeit. Die Kammer schickt Publikum und Presse daraufhin aus dem Saal. 

Es ist erst das zweite Mal in dem brisanten Verfahren voller Mossad und BND, Hamburger High Society und persönlichster Familiendramen, dass die Öffentlichkeit nicht dabei sein darf. Gleich dreimal wird heute aber hinter verschlossener Tür verhandelt – mit mehr Konsequenzen, als den Beteiligten im ersten Moment vielleicht bewusst war

Wenn fehlende Wut zum Verhängnis wird

Im öffentlichen Teil der Befragung versucht Böttner, den Zeugen auf deutliche Aussagen festzunageln, ein klares Bild zu schaffen – um darin nach Widersprüchen zu suchen. Der 35-Jährige, der als Deutsch-Dolmetscher von dem Team angeheuert worden sein soll, hatte nämlich Details des Geständnisses von Böttners Mandanten Tal S. widersprochen. Der bald seit zwei Jahren in Untersuchungshaft sitzende S. hatte zugegeben, als Kampfkunst-Experte dafür zuständig gewesen zu sein, bei der Entführung den Vater der Kinder in Schach zu halten. Gewalt habe er dabei nach seinem Verständnis aber nicht angewendet. Die Schläge und Tritte, von denen der Vater vor Gericht berichtet hatte, seien planwidrig von Jonathan G. gekommen. 

Jonathan G. berichtet nun von seiner Angst vor der Vergeltung des Mossad wegen seiner Aussage. Davon, dass er geglaubt habe, "den Mossad" mit seiner "heroischen" Beteiligung zu beeindrucken. Mit der Zeit habe er aber nun verstanden, dass "Frau Block und Barkay" ihn betrogen hätten "Ich verstand, dass ich selbst ein Opfer war, und meine Welt brach zusammen", erklärt er bitter. Er fühle sich dumm, dass er "darauf reingefallen" sei. "Ich bin ein Opfer meiner selbst", konstatiert er. 

Böttner interessiert sich aber weniger für die, denen er Vorwürfe macht, sondern eher für den, den er verschont: "Mein Mandant meint, ich soll das fragen, also tue ich das: Gibt es noch irgendjemand anderen, auf den Sie sauer sind?" Jonathan G., der ansonsten meistens geradeaus blickt (ins Leere? Zur gegenübersitzenden Staatsanwaltschaft?) schaut zu Böttner. "Wie wen?", übersetzt die Dolmetscherin seine verdutzte Nachfrage. Böttner lächelt. "Ganz genau." Es folgt eine pointierte Belehrung. "Wissen Sie, wie man in deutschen kriminellen Kreisen jemanden nennt, der andere einer Straftat bezichtigt? Ratte. Und wenn Sie jemanden zu Unrecht belasten? Mieseratte." Es wird dann auch gleich deutlich, worauf er mit dieser Slang-Lektion hinauswill. "Wenn das, was Sie sagen, wahr ist, hätte mein Mandant Sie völlig ohne Not richtig in die Scheiße geritten." Warum er nicht wütend auf Tal wäre, wenn dieser ihn doch als aggressiven Schläger dargestellt hätte? Warum er nur geantwortet hätte, "Ich bin nicht der Deutsche"? 

Jonathan G. ringt sichtlich um eine Antwort. Er wirkt aufgeregt, rattert so schnell einige etwas zusammenhanglos anmutende Sätze runter, bei denen die Dolmetscherin Schwierigkeiten hat, mitzukommen. Dann wird er klarer: "Ich kann Tal nicht bezichtigen, weil er alles tun würde, um hier rauszukommen, und wenn ich in dieser Situation wäre, würde ich es vielleicht auch tun. Ich werde die bezichtigen, die für all das hier verantwortlich sind." "Die Verantwortlichen", das waren für ihn David Barkay – und Christina Block. Zum ersten Mal macht damit einer der mutmaßlichen Entführer Christina Block selbst ganz ausdrücklich verantwortlich. Die anderen hatten zwar von ihrer Anwesenheit berichtet, sie aber stets als die Mutter dargestellt, der sie unbedingt helfen wollten; verantwortlich gemacht hatten sie vor allem David Barkays Manipulation oder Andreas Costards angeblich falschen Rechtsrat. Der Vertrauensanwalt der Blocks ist in dem Verfahren ebenfalls angeklagt und weist jede Verantwortung von sich.

Der letzte Zeuge der Kammer

Mit Jonathan G. entlässt die Kammer dann heute ihren letzten Zeugen. Die letzten Termine für die Fortsetzung der Vernehmung der Hauptermittlungsführerin stehen noch aus, aber damit sei ihr Beweisprogramm abgeschlossen, erklärt die Vorsitzende. Also doch ein früheres Prozessende? Nicht unbedingt. Bis Ende August gibt es mit dem Gutachten der Sachverständigen zu den Kindern, der Hauptermittlungsführerin und einer angekündigten langen Erklärung von Christina Block noch ein enges Programm, das die Vorsitzende mit im Akkord runtergeratterten Anträgen und strikter Unterbindung von Ausschweifungen der Anwält:innen eisern voranzutreiben versucht. Und dann dürften noch so einige Beweisanträge kommen, die von verschiedenen Seiten immer wieder angekündigt werden. Je länger das Verfahren geht, desto mehr ringen Gericht und Anwält:innen um Beschleunigung des Verfahrens einerseits und berechtigte Mittel der Verteidigung andererseits. Eines wurde heute allerdings ganz still und leise klar: Wann immer die Schlussplädoyers dann kommen – hören wird die Öffentlichkeit sie nicht. Mit dem Ausschluss der Öffentlichkeit wurde heute eine Prozessnorm ausgelöst, die auch das große Finale des inzwischen einjährigen Gerichtsverfahrens hinter verschlossene Türen verbannt.

Entlastend? Das kommt darauf an

War die Aussage des vermutlich letzten tatbeteiligten Zeugen nun im Ergebnis belastend oder entlastend für die Angeklagten? Kommt darauf an, wen man fragt. Und wem man glaubt. Die Verteidiger:innen und die Nebenklage scheinen generell ein ähnliches Bild von Jonathan G. zu haben: "Psychisch labil", von Mossad-Märchen und James-Bond-Fantasien verführt. Von einem belasteten Gewissen getrieben, aber bemüht, seinen eigenen Tatbeitrag runterzuspielen. Was sie aber daraus machen, verläuft naturgemäß entlang der Interessen ihrer Mandant:innen.

Die Angeklagten Andreas P., das Ehepaar B. und Christina Blocks Lebensgefährte Gerhard Delling tauchen in der Aussage nicht auf. Ihre Verteidiger:innen werten das als entlastend, wenn auch "wenig überraschend". Auch Andreas Costard konnte der Zeuge nicht mit der Aktion in Verbindung bringen – wie sein Verteidiger Dr. Marko Voß herausarbeitete, hatte er diesen nämlich nie tatsächlich identifiziert, sondern nur einen Mann gesehen, den er ohne näheren Anhaltspunkt als "den Anwalt" bezeichnete. Irgendwie wurde daraus im Narrativ des Prozesses dann Costard.

Bei der Hauptangeklagten Block ist es komplizierter. Einig waren sich nun alle Zeugen des Entführer-Teams, dass Block an einem Treffen mit ihnen teilnahm, was sie bestreitet. Wann und wie, da sind sich die Israelis uneins. Aber reicht das, um die Block vorgeworfene Mitwisserschaft ins Wanken zu bringen? Ihr Verteidiger Dr. Ingo Bott meint: ja. Die Nebenklage widerspricht. Entschieden wird die Frage wohl nicht mehr in der Beweisaufnahme, sondern erst in deren Würdigung durch die Kammer.

Lügner mit Gewissen?

Auch für Tal S. könnte die Aussage belastend sein – schließlich widersprach der Zeuge Tal's Version, nach der für die Gewalt gegen den Vater nur er, Jonathan, verantwortlich war. Er schiebt die Verantwortung aber auch niemand anderem zu. Tal's Verteidiger Böttner resümiert dazu: "Er macht den Fehler wie viele Zeugen, die versuchen, irgendwie durchzukommen, aber ein Gewissen haben." Er habe erkennbar Tal S. nicht belasten wollen, ohne sich dadurch selbst zu belasten. Deshalb ergebe seine Aussage keinen Sinn: Wäre er wirklich unschuldig zum Sündenbock gemacht worden, hätte er dann nicht klarer widersprochen? 

Bei G. habe sich für den Angriff auf den Vater ein deutliches Motiv gezeigt: Kinder gingen ihm persönlich sehr nahe und er habe geglaubt, der Vater sei pädophil. Das habe zwar auch auf Tal S. zugetroffen, aber: "Mein Mandant ist kampferfahren", erklärt Böttner, "da geht der Puls nicht mal hoch. Das war bei Herrn G. sicherlich anders." Also sei es naheliegend, dass er die Situation falsch eingeschätzt habe – und überreagierte.

Für Ingo Bott und Dellings Verteidiger Dr. David Rieks ist die Sache ebenfalls klar: Die Aussagen der Israelis seien zu widersprüchlich, damit man "irgendwem irgendwas" glauben könne. Schon beinahe kabarettistisch spricht Bott von einem "Selbstentlastungsfestival" der "Hasardeure" Barkay und seiner rechten Hand Keren T., vom "Möchtegern-Mossad" und "Barkay-Verschwurbelungen".

Delling-Verteidiger prangert Ermittlungsversäumnisse an

Rieks hat zwar zu seinem schon länger im Prozess nicht mehr erwähnten Mandanten selbst nichts zu sagen, lässt es sich aber nicht nehmen, einige Spitzen gegen die Ermittlungsarbeit in dem Fall zu verteilen: So sei Jonathan G. nicht von den Ermittlern, sondern erst von der Bild identifiziert worden, obwohl er sogar im Reality-TV zu sehen war, die anderen Israelis seien dagegen aufgrund von schwer erkennbaren Bildern auf Entfernung schnell identifiziert worden. Zudem habe Jonathan G. sich zur gleichen Zeit wie die anderen Israelis gemeldet: "Während diese aber die Schuld auf Herrn G. auslagern durften, bekam dieser als Einziger kein freies Geleit". Dass er nun mit freiem Geleit aussagen und der Version seiner ehemaligen Mitverschwörer widersprechen konnte, habe nicht etwa an einem Umdenken der Staatsanwaltschaft gelegen, sondern sei erst durch einen eigenen Antrag des Zeugen beim Amtsgericht zustande gekommen. 

Auch ansonsten sei die Rolle des "Deutschen", wie er stets genannt worden war, nicht schlüssig ermittelt worden. So habe die entführte Tochter etwa ausgesagt, der "Deutsche" habe akzentfrei Deutsch gesprochen und sei 50 bis 60 Jahre alt gewesen. Der 35-jährige Jonathan G. mit dem schon fast jungenhaften Auftreten beherrscht laut eigener Aussage gerade einmal die Grundzüge der Sprache. 

Das Mädchen habe auf einem Bild zudem den alterstechnisch passenderen Barkay als "den Deutschen" identifiziert, der es ja aber nicht gewesen sein könne. Dieser hatte in seiner letzten Vernehmung zwar mit der Erklärung verblüfft, seine Muttersprache sei gar nicht Hebräisch, sondern Spanisch, und aufgewachsen sei er mit Französisch, denke aber in Englisch. Deutsch war aber nicht Teil seiner Sprachtalent-Enthüllung gewesen. "Wobei ich es mittlerweile auch nicht mehr ausschließe, dass Herr Barkay fließend Deutsch spricht und nur vergessen hat, das in der Befragung zu erwähnen", witzelt Rieks sarkastisch und legt noch einmal nach: Die Geschichte von der Mossad-Aktion, an die Jonathan G. geglaubt haben möge, sei nun endgültig widerlegt. "Er reist mit seinem echten Reisepass an, sitzt im falschen Auto, sodass er seine zentrale Aufgabe nicht erfüllen kann, und geht dann nach 20 Minuten im Wald verloren, woraufhin über 24 Stunden niemand weiß, wo er abgeblieben ist. Ich kenne mich nicht im Detail mit dem Mossad aus, aber weniger Mossad geht nicht."

Zwei Wochen lang ist nun Pause. Dann geht es am 27. Juli mit dem Gutachten der Sachverständigen weiter.

Tag 1 – Prozessauftakt: Hat sie die Entführung ihrer Kinder in Auftrag gegeben? In Hamburg hat der Prozess gegen Steak-House-Erbin Christina und weitere Angeklagte begonnen. Die Verteidigung macht der Staatsanwaltschaft viele Vorwürfe.

Tag 2 - Strafprozess gegen Christina Block vorerst unterbrochen: Eigentlich war eine Einlassung der Block-House-Erbin angekündigt, doch der Prozess gegen Christina Block wurde unterbrochen. Grund ist ein Streit um die Nebenklage ihrer 14-jährigen Tochter. Die Verhandlung wird am 25. Juli fortgesetzt.

Tag 3 - "Du hast mich fertig gemacht": "Ich habe die Entführung meiner Kinder weder beauftragt noch gewollt": Über mehrere Stunden ließ sich Christina Block vor der Strafkammer des LG Hamburg ausführlich im Entführungsprozess gegen sie ein und schilderte ihre Sicht der Dinge.

Tag 4 - "Sie haben meiner Tochter einen Alarmknopf um den Hals gehängt": Im "Block-Prozess" schildert Christina Block ihre verzweifelten Pläne, ihre Kinder zurückzuholen – von Bootsfahrten bis Maskenbildner. Im Fokus: Freundin "Olga", 120.000 Euro Bargeld und der Vorwurf eines Alarmknopfs um den Hals der Tochter.

Tag 5 - "Ich habe die schlechteste Position, meine Kinder jemals wiederzusehen": Routine im Saal, aber offene Fragen im Verfahren: Christina Block antwortet ausweichend, schildert Erinnerungslücken und wirft ihrem Ex-Mann Manipulation vor. Die Rolle der Cyberfirma bleibt ungeklärt. 

Tag 6 - "Ich werde von nun an insgesamt schweigen": Am sechsten Verhandlungstag im Kindesentführungsprozess verweigerte Christina Block alle Antworten auf Fragen der Nebenklage. Prozessuale Fragen, Framing- und Manipulationsanschuldigungen dominierten im aufgeladenen Gerichtssaal. 

Tag 7 - "Bestrafen Sie mich": Der Mitangeklagte und in Untersuchungshaft befindliche Tal S. gibt an, die Block-Kinder nur gerettet haben zu wollen. Er übernahm für die Entführung volle Verantwortung und appellierte an den Vater, "Frieden zu stiften".

Tag 8 - "Sie wirkte wie im Traum": Der Angeklagte Tal S. schildert am achten Verhandlungstag, wie er den Kindern Klebeband über Mund und Hände legte – bei dem Mädchen "härter", als es nicht kooperierte. Später gerieten Blocks Verteidiger und die Vorsitzende noch aneinander.

Tag 9 - "Hätte niemals gedacht, als rechtstreuer Bürger jemals vor Gericht zu stehen": Im Block-Prozess bestreiten ihr Lebenspartner Gerhard Delling, Cousine Uta B. und Sicherheitsunternehmer P. jede Beteiligung an der Entführung der Block-Kinder. Vater Hensel spricht derweil von Gewalt und "Todesangst" in der Silvesternacht.

Tag 10 - "Zum Glück hatte ich meine Hände schützend vor dem Gesicht": Blocks Ex-Ehemann beschreibt im Hamburger Entführungsprozess Schläge, Tritte und die Schreie der gemeinsamen Kinder in der Silvesternacht. Zudem wirft er Christina Block häusliche Gewalt vor, dem die Hauptangeklagte widersprach.

Tag 11 - "Unsere Verteidigerpflicht ist, das Wort zu erheben, wenn es notwendig ist": Im Prozess gegen Christina Block entbrennt eine hitzige Auseinandersetzung um Verteidigerrechte. Nebenkläger Hensel berichtet über die psychische Belastung der Kinder mit Aussagen, die stellenweise für Irritationen im Saal sorgten.

Tag 12 - "Wir haben Kinder, die funktionieren": Am zwölften Verhandlungstag ging die Befragung Stephan Hensels weiter. Er musste sich Vorhalte machen lassen, die ins Persönlichste gingen. Eine Verteidigerin lockte den Nebenkläger mit ihren Fragen sichtbar aus der Reserve.

Tag 13 - "Ich konnte mir nicht vorstellen, dass sie etwas Böses wollten": Am dreizehnten Verhandlungstag des Block-Prozesses sorgt die Befragung von Nebenkläger Stephan Hensel erneut für Streit im Saal: An die Presse geleakte Akten, § 55 StPO, und ein ungewöhnlich emotionales Statement eines israelischen Mitangeklagten.

Tag 14 - "Alles, was aus Deutschland kam, wurde verteufelt": Am vierzehnten Verhandlungstag im Block-Prozess dominiert die juristische Kontroverse zum Umgang mit Handydaten. Block präsentiert sich kämpferisch, attackiert Hensel und bittet eindringlich, ihre Tochter nicht öffentlich aussagen zu lassen.

Tag 15 - Augenzeugen schildern Entführung der Kinder: Am 15. Verhandlungstag berichten Augenzeugen von der Entführung in der Silvesternacht 2023/24, während ein emotionaler Brief der Großeltern und Erklärungen zu psychischer Belastung der Kinder sowie Blocks Einlassungen für Spannung sorgen.

Tag 16 - "In so einer rekordverdächtigen Zeit bin ich noch nie aufgeflogen": Ein Sicherheitsberater berichtet über die Observation der Block-Kinder in Dänemark, sein Auffliegen vor Ort, einen riskanten Plan und ein heikles Mittagessen mit Anwälten: Einblicke in den 16. Verhandlungstag des Block-Prozesses.

Tag 17 - "Das ist alles nicht meine Kanne Bier": In welchem Verhältnis standen deutsche und israelische Sicherheitsfirmen? Aufschluss darüber sollte die Befragung des nächsten Zeugen im Block-Prozess geben. Außerdem gab es erneut Streit darum, ob Datenträger ausgewertet werden durften.

Tag 18 - "Die ganze Sache ist nicht mein cup of tea": Wie ist der Kontakt zur Firma zustandegekommen, die die Block-Kinder in der Silvesternacht 2023/24 gewaltsam nach Deutschland geholt haben soll? Am Mittwoch sagte ein geheimnisvoller Zeuge aus, der "in höchsten Sicherheitskreisen" verkehrt.

Tag 19 - "Eine nicht mehr hinnehmbare Verletzung der Unschuldsvermutung": Während der ehemalige Chef des Bundesnachrichtendienstes seine Aussage verweigert, flammt der Streit über die ausgelesenen Handydaten von Christina Block wieder auf: Mehrere Verteidiger stellen Befangenheitsanträge am 19. Prozesstag.

Tag 20 - "Wer hat mit der israelischen Sicherheitsfirma gesprochen?": 20. Tag im Block-Prozess: Gericht und Staatsanwaltschaft würgen eine Erklärung Christina Blocks ab. Außerdem berichten Zeugen von ungewöhnlichen Hotelübernachtungen im Elysee-Hotel. Wer hatte Kontakt zur israelischen Sicherheitsfirma?

Tag 21 - Warum die Vorsitzende der Steakhouse-Erbin mit Haftbefehl drohte: Im Block-Prozess dreht sich an Tag 21 alles um die mysteriöse israelische Sicherheitsfirma, massive Zweifel an IT-Warnungen und eine scharfe Ansage der Vorsitzenden: Christina Block geht in Haft, wenn sie weiter Kontakt zu Zeugen hat.

Tag 22 - Audioaufnahmen aus der Silvesternacht 2023/24 erschüttern den Saal: Im Mittelpunkt von Tag 22 stand die Inaugenscheinnahme mehrerer Audioaufzeichnungen nach § 86 StPO. Die Dateien dokumentieren in Tonaufnahmen dramatische Minuten einer Entführung.

Tag 23 - "Hier lügt jemand": Christina Block soll den Auftrag erteilt haben, zwei ihrer Kinder aus der Obhut des Ex-Manns zu entführen. Dessen neue Ehefrau wendet sich als Zeugin direkt an die Angeklagte – und spricht am 23. Verhandlungstag von "Todesangst" der Tochter.

Tag 24 - "BKH - Bring Kids Home": Zuschauergedrängel, doppelte Sicherheitskontrollen, gespannte Blicke. Im Mittelpunkt: Die Vernehmung von David Barkay, Geschäftsführer der Firma, die die Block-Kinder entführt haben soll. Am Ende des Tages gibt es eine böse Überraschung.

Tag 25 - "Operation Golden Ice #5" und der Moment der Entscheidung: Am 25. Prozesstag schildert der Organisator der Entführung minutiös den Ablauf und wie die Aktion fast abgebrochen worden wäre. Sein Narrativ der Gewaltfreiheit gerät ins Wanken, als die Vorsitzende seine Aussage Punkt für Punkt prüft.

Tag 26 - "Ich bin erleichtert, dass Sie jetzt tun, was getan werden muss": Klare Fragen, knappe Antworten: Am 26. Prozesstag gerät Cyber Cupula-Chef Barkay unter Druck. Es geht um kostenlose Unterbringung, Gratisbüro, Chats und Kameras in Dänemark - und die Grenze zwischen Informationsbeschaffung und Entführung.

Tag 28 - "Dass Hensel die Kinder isoliert hat, war eine Machtdemonstration": Am 28. Verhandlungstag haben im Block-Prozess Ex-Mitarbeiterinnen des Hamburger Jugendamts ausgesagt. Sie werfen Blocks Ex-Mann vor, höchst unkooperativ gewesen zu sein. Diese Vorgeschichte sei eine "Zäsur", sind sich die Verteidiger einig.

Tag 29 - "Ex-Hotelmitarbeiter sagen im Block-Prozess aus Offene Rechnungen, geschlossene Augen”: Am 19. Verhandlungstag führte der Block-Prozess tief hinein in die Welt eines Luxushotels jenseits regulärer Abläufe. Außerdem wollten zwei Anwälte wissen, gegen welchen Vorwurf sie verteidigen sollen.

Tag 30 – "Es war mein Traum, in einem Wohnmobil durch Europa zu reisen": Überraschendes Wiedersehen, der israelische Ex-Agent David Barkay sagt erneut detailliert vor Gericht aus. Wo er Erinnerungslücken hat, lässt das Gericht seine Notizbuchseiten an die Wand projizieren. Ein Eintrag stammt von Christina Block.

Tag 31 - "Jede Mutter hier im Raum würde so handeln": Ein Zeuge im Blitzlicht, der immer wieder ausweicht: Das Gericht ringt Barkay Details zur Entführung der Block-Kinder ab. Je mehr er einräumt, desto brüchiger wird seine Erzählung von einer "Rettung" im Interesse der Kinder.

Tag 32 - "Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat": Ein von Christina Block konsultierter Kinderpsychologe schildert seine Eindrücke von den entführten Kindern. Am Ende stehen jedoch nicht seine Beobachtungen im Fokus, sondern ein Frontalangriff der Verteidigung auf seine fachliche Kompetenz.

Tag 33 - "Eine objektive Wahrheitsfindung ist nicht mehr möglich": Weil ein Zeuge nicht erschien, beschäftigte sich das LG Hamburg mit Anträgen der Verteidigung. Der skurrilste: Blocks Verteidiger will das Verfahren wegen der Medienberichterstattung einstellen lassen. Es gebe zu viele "Realitätsangebote".

Tag 34 - "Ich will nicht, dass diese Frau im Knast sitzt, weil ich etwas gesagt habe": Treffen mit Christina Block, die er zuvor nicht erwähnt hat: Der mitangeklagte Israeli Tal S. macht eine interessante Einlassung. Zusätzlich geht es am Freitag um die Rolle von Blocks Vater: Welche Rolle spielte "der Patriarch"?

Tag 35 – "Ich weiß, dass ich einen Fehler gemacht habe": Ein militärisch präziser Plan, der gründlich schiefgeht: im Block-Prozess schildert Kronzeuge David Barkay, wie die "Rettung der Kinder" zum Fiasko geriet.

Tag 36 - "Wir wollten in der Lage sein, alles zu hören, was rein- und rausging": David Barkay gibt Einblicke in die Überwachung der Familie Hensel, seine eigene Rolle entfacht eine Diskussion.

Tag 37 – "Hier nur für Sie der Bericht, Smiley":Eine Mitarbeiterin des Jugendamtes sagt zu einem Hausbesuch bei Christina Block und den Kindern aus – gab es eine Sonderbehandlung? Eine Befragung mit Folgen für das mögliche Strafmaß. Und am Ende spielt sogar der Krieg im Nahen Osten eine Rolle.

Tag 38 - "Hätte die Polizei ihren Job gemacht, wären wir heute nicht hier": Zwei Kripo-Beamtinnen standen im Fokus des Prozesstages. Blocks Verteidiger Ingo Bott nutzt ihre Aussagen für schwere Vorwürfe gegen die Polizei – und sieht darin zugleich ein Argument gegen den Vorsatz seiner Mandantin.

Tag 39 - "Der Mossad wäre stolz auf das TiktTok-Verhalten seiner Agenten": Die Waffen der privaten Block-Security-Leute, ausgerechnet ein Polizist, der sich an kaum etwas erinnert, und vermeintliche Mossad-Agenten im Bademantel, die sich Herzen auf TikTok schicken. Das war Tag 39. Und es war hitzig und verwirrend.

Tag 40 - "Ich warte kurz, bis das Theater hier vorbei ist": Am Donnerstag sagt ein Kriminalpolizist als Zeuge im Block-Prozess ruhig und prägnant aus. Ein deutlicher Kontrast dazu, wie sich nicht nur Verteidigung und Gericht gegenseitig angehen, sondern auch die Verteidiger untereinander.

Tag 41 - "Das Haus wie ein Museum für eine Familie, die auseinandergerissen wurde": Am 41. Prozesstag hagelt es von den Anwälten Vorwürfe. Gegen die Arbeit der Ermittler, gegen die Anwälte auf der Gegenseite - und gegen das Publikum. Schließlich muss die Vorsitzende eingreifen. Auch als Fotos aus dem Block-Haus gezeigt werden.

Tag 42 - "Das perfekte Verbrechen gibt's nur im Kino": Warum kontaktierte die Polizei nach dem Notruf in der Silvesternacht nicht die Mutter der entführten Kinder? Wer bei der Polizei wichtige Entscheidungen traf, diese Suche gleicht einer Schnitzeljagd. Tag 42 und die Block-Woche enden abrupt.

Tag 43 - "Spannend, was für eine Zeugin die Nebenklage da aus dem Hut zaubert": Eine Nachbarin belastet Christina Block zunächst schwer, ihre Zeugenaussage gerät bei der Befragung aber gehörig ins Wanken. Das Bild von einer Polizei, die nicht genau erklären kann, was sie in der Silvesternacht tat, verfestigt sich.

Tag 44 – "Zuerst haben die Kinder noch Mama gesagt, dann nur noch Christina": Die Vernehmung einer Polizeibeamtin sorgt für Streit. Dann schildert die plötzlich eine für den Prozess wohl bedeutende Aussage von Christina Block. All das sorgt für einen emotionalen 44. Tag. Bis einen Angeklagten offenbar die Kräfte verlassen.

Tag 45 - "Wovor haben Sie denn Angst, Frau Staatsanwältin?": Der Streit über zulässige Fragen kocht über, eine Staatsanwältin ist streitlustig und Gerhard Delling bekommt statt eines Geburtstagsgeschenks harte Worte: Der Bericht zum 45. Verhandlungstag im Blockprozess.

Tag 46 - "Wenn ich was sage, werden mir schlechte Sachen passieren": Warum sollte ein israelischer Bauingenieur zum Fluchtwagenfahrer der Entführung werden? Und wurde er später bedroht? Eine Aussage zur Block-Großmutter gibt Rätsel auf und die Anwälte wollen am 46. Prozesstag die Fotografen aussperren.

Tag 47 - Der Fluchtwagenfahrer gerät ins Schleudern: Am 47. Tag im Block-Prozess zeigen die Strafverteidiger unterschiedliche Künste bei der Zeugenbefragung. In den Aussagen des Fluchtwagenfahrers tauchen Widersprüche auf. Das Gericht lehnt mit fragwürdiger Begründung eine Beschlagnahme ab.

Tag 48 – Welchem Zeugen kann man noch glauben?: Block bekommt zum Geburtstag einen kurzen Verhandlungstag, den sogar die Blumen überleben, die eine Zuschauerin ihr mitbringt. Derweil streiten Verteidigung und Nebenklage darüber, wie streng Abweichungen in Zeugenaussagen zu bewerten sind.

Tag 49 – "Kommste mit zur Auslandsobservierung, kannste viel lernen": Mit dem Dolch nach Dänemark - im Blockprozess beschreibt ein Privatdetektiv eine Observation in Dänemark, die vor allem eines war: kurz, chaotisch und "eine Riesenkacke". Die Staatsanwaltschaft hält sie für alles andere als harmlos.

Tag 50 – Olga packt aus und belastet nicht nur Christina Block: Die lang erwartete Aussage von "Olga" drängt den Fokus auf die Frage, wer die treibende Kraft hinter der Entführung der Kinder von Christina Block war. Die Vorsitzende liefert am Ende zwei Paukenschläge für den weiteren Prozessfortgang.

Tag 51  Christina Block, Codename "Marienkäfer": Keren T., die "rechte Hand" des mutmaßlichen Chef-Entführers und Schlüsselfigur, sagt aus. Sie belastet Block, ihren Vater, den Familienanwalt und sogar den Leiter des Hamburger Hafens, stellt damit aber auch ihre Glaubwürdigkeit infrage.

Tag 52 – War "Happy New Year" ein Code für "Wir haben die Kinder"?: Im Block-Prozess dürfen die Verteidiger die wichtige Zeugin "Olga" befragen. Es geht um bewaffnete Israelis, die ihre Angelegenheiten selbst regeln, um codierte Nachrichten, Unrechtsbewusstsein und Hamburger Lichtverhältnisse im Winter.

Tag 53 – Rückholung ist nicht gleich Entführung: Rechtsweg, Rückholung, Entführung: Im Block-Prozess wird zunehmend entscheidend, wer welche Stufe der geplanten Rückkehr der Kinder kannte und billigte. Der Verteidiger von Blocks Familienanwalt attackiert an Tag 53 die Schlüsselzeugin. 

Tag 54 – "Brauchen Sie eine Pause, um ein Ablehnungsgesuch zu formulieren?": Die Befragung von Christina Blocks Psychologen R. zieht sich so in die Länge, dass es ordentlich zwischen Block-Verteidiger Bott und der Vorsitzenden Richterin Hildebrandt kracht. Die Erklärungen zu "Olgas" Befragung werden daher verschoben.

Tag 55 – "Die Gerichtssprache ist Deutsch, das denke ich mir nicht aus": Am 55. Tag beginnen die mit Spannung erwarteten Erklärungen der Verteidiger zur Befragung Keren T.s, die unter dem Decknamen "Olga" eine Schlüsselrolle gespielt haben soll. Für Nebenklagevertreter von der Meden wird es kein angenehmer Tag.

Tag 56 – Voß' großer Rundumschlag: Der Streit um zulässige Fragen und den Umgangston im Saal kocht über: Es wird sich gegenseitig korrigiert und verspottet, dann ruft Stephan Hensel ins Mikrofon. Costard-Verteidiger Voß legt sich besonders mit dem Gericht und zwei Anwälten an.

Tag 57 – "Ich habe niemals Leute manipuliert, ich habe andere Dinge getan": Ingo Bott hält eine Lesestunde. Der vermeintliche Kronzeuge Barkay erklärt bei seinem letzten Auftritt im Zeugenstand, dass er früher für den israelischen Geheimdienst gearbeitet hat. Was bleibt von der Befragung der israelischen Zeugen?

Tag 58 – Warum glaubte man anderen – den Angeklagten aber nicht?: Als eine Ermittlerin erklärt, dass das Verfahren gegen andere eingestellt wurde, weil man sich auf deren Wort verlassen habe, kochen im Block-Prozess die Emotionen über. Misst die Staatsanwaltschaft mit zweierlei Maß? 

Tag 59 – die Kammer denkt an den August, die Verteidigung an den BGH: Was darf eine zentrale Ermittlerin zum Block-Komplex aussagen? Am 59. Verhandlungstag zeichnet sich ab: Die Verteidiger bereiten sich schon auf die Revision vor. Und der Abschluss des Prozesses im August lässt sich wohl nicht mehr halten.

Tag 60 – Die Antwort auf alle Fragen lautet "David Barkay": Der zweite mutmaßliche Fluchtwagenfahrer berichtet per Videoschalte von der Entführung in der Silvesternacht: Beim Chef der Israelis, David Barkay, seien alle Fäden zusammengelaufen. Christina Block könnte noch etwas anderes gelegen kommen.

Tag 61 – "Sie war wie Prinzessin Diana": Kafka, Diana und David Barkay: Die Block-Verteidigung versucht, den mutmaßlichen Chef-Entführer als Strippenzieher darzustellen. Wer brachte die Kinder zuerst in Gefahr? "Profis" hätten bei der Aktion wohl nie mitgemacht.

Tag 62 – Der Entführer, der James Bond sein wollte: Ein Model aus GNTM weint nach einer Ansprache von Christina Block, wird zum Entführer und trinkt später angeblich mit einem Polizeihund aus einer Pfütze. Der Block-Prozess wird immer bizarrer – und zugleich immer schwerer aufzuklären.

Zitiervorschlag

Block-Prozess Tag 63: . In: Legal Tribune Online, 10.07.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/60392 (abgerufen am: 12.08.2026 )

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