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Sollte man kennen: Sechs wich­tige Urteile des BAG aus 2017 – und ein inter­es­santer Ver­g­leich

von Tanja Podolski

13.12.2017

3/7: Unbillige Weisungen sind unverbindlich

Zäsur! Im Juli teilte der Fünfte Senat mit, er hielte an seiner bisherigen Auffassung zu unbilligen Weisungen des Arbeitgebers nicht länger fest. Bis dahin war er stets der Auffassung, Arbeitnehmer müssten unbilligen Weisungen ihres Arbeitgebers folgen, bis sie vor Gericht obsiegten. Der 10. Senat stellte dies in Frage (Beschl. v. 14.06.2017, Az. 10 AZR 330/16) – und überzeugte die Kollegen. Nun herrscht Einigkeit in Erfurt – doch einige Experten meinen: zu Lasten der Arbeitnehmer.

Denn zuvor war die Sachlage klar: Der Arbeitgeber hat ein Weisungsrecht, der Arbeitnehmer hat zu folgen, sonst drohten Verlust des Vergütungsanspruchs oder gar die Kündigung. Nun trage der Arbeitnehmer das Abschätzungsrisiko: Stelle sich nach einer häufig mehrere Monate dauernde arbeitsgerichtliche Auseinandersetzung heraus, dass die Weisung doch wirksam war, muss er auch die arbeitsrechtlichen Konsequenzen bis hin zu einer Kündigung tragen.

Zitiervorschlag

Tanja Podolski, Sollte man kennen: Sechs wichtige Urteile des BAG aus 2017 – und ein interessanter Vergleich . In: Legal Tribune Online, 13.12.2017 , https://www.lto.de/persistent/a_id/25987/ (abgerufen am: 15.10.2019 )

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 13.12.2017 11:26, Talon

    Seite 6
    "Das KSchG setze nicht nur die dauerhafte Beschäftigung von mehr als zehn Arbeitgebern voraus,"

    Ich schätze, ihr meint die Arbeitnehmer :)

  • 13.12.2017 15:20, OmiOpi

    S. 6 "Es gibt Probleme, die muss man erst mal haben."

    Seien Sie doch froh über derartige Probleme Frau Podolski, dadurch haben Sie einen Job, dürfen drüber schreiben und werden dafür bezahlt. Das Problem hat also positive finanzielle Auswirkungen auf Sie.

  • 13.12.2017 20:27, Hans

    Es gibt keine wichtigen Urteile. Nur solche von denen irgendjemand annimmt, diese wären wichtig.