Bekenntnisse einer Trump-Richterin in einem Buch
Amy Coney Barrett ist seit gut fünf Jahren Richterin am US Supreme Court, sie folgte auf die legendäre Ruth Bader Ginsburg. Jüngst veröffentlichte die einstige Rechtsprofessorin ein Buch mit dem Titel "Listening to the Law", das Einblicke in die Arbeitsweise des obersten Gerichts gibt. Das hat auch die ehemalige Richter:in am Bundesverfassungsgericht, Rechtsprofessorin Susanne Baer gemacht mit ihrem Buch "Rote Linien". Darüber hinaus verbindet die beiden Frauen vermutlich nicht allzu viel.

Barrett wurde von US-Präsident Donald Trump nominiert, lebt offen katholisch und ist dogmatisch dem Originalismus zuzuordnen, wonach Rechtstexte so interpretiert werden müssten, wie sie zum Zeitpunkt ihrer Verabschiedung verstanden wurden.
In Barrets Amtszeit fielen bis dato Urteile u.a. zum Stopp der affirmative Action und zur Billigung von staatlichen Abtreibungsverboten. Gleichwohl votierte sie auch schon mit der liberalen Minderheit am Gericht, was Trump wohl persönlich ärgerte.
Das Buch gewährt zudem Einblicke in die gelebte Kollegialität am Supreme Court und in ihren Tagesablauf als Richterin und Mutter von sieben Kindern. Barrett versteht die Aufgabe von Richter:innen so: "They are referees, not kings, because they decide whether people have played by the rules rather than what the rules should be." (Sie sind Schiedsrichter, keine Könige, denn sie entscheiden, ob die Leute sich an die Regeln gehalten haben, und nicht, wie die Regeln aussehen sollten."
Amy Coney Barrett: Listening to the Law – Reflections on the Court and Constitution. ISBN: 978-0593421864 (Englisch), 336 Seiten, Penguin Random House, ca. 32 Euro.
Bücher, Spiele, Schönes: . In: Legal Tribune Online, 06.12.2025 , https://www.lto.de/persistent/a_id/58762 (abgerufen am: 12.09.2026 )
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