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Volvo V60 : Ecken und Kanten waren gestern

Ingo Reuss

23.09.2010

Eckig und kantig war lange Zeit die Devise der Designer bei Volvo. Steile Front und abgehackt wirkende Heckpartien der Kombis vergangener Zeiten sind Beispiele dafür. Diese Formensprache passt heute nicht mehr: Von der Kundschaft verlangt wird vielmehr Premium, Dynamik und nicht zuletzt Lifestyle. Der neue Volvo-Kombi V60 steht für diesen Aufbruch.

Kaum noch etwas erinnert an die kühlen Schweden vergangener Jahre. Der durch und durch neue V60 fällt durch seine fast schon revolutionär rundlichen Formen auf. Er reiht sich ein in die Lifestyle-Kombis wie den Dreier-BMW, das Mercedes T-Modell der C-Klasse oder den Audi A4 Avant. Auch bei ihnen steht die Frage im Raum: Haben sie ihre praktischen Tugenden verlernt?

Beim V60 kann das angesichts des knappen Laderaum-Volumens vermutet werden: Exakt 430 Liter nennt Volvo im genormten Maß. Bei Reisen zu viert ist der Volvo-Kombi also kein Lademeister, die schärfsten Konkurrenten Audi A4 Avant und Dreier-BMW Touring bieten dreißig bis sechzig Liter mehr. Deutlich größer wird der Stauraum durch Umlegen der Rücksitzlehnen. Sie sind im nützlichen Verhältnis 40:20:40 geteilt. Dabei entsteht mit einer gewissen Leichtigkeit eine völlig ebene Ladefläche. Ins variable Stauabteil passen maximal 1.241 Liter. Serienmäßig lässt sich sogar die Lehne des Beifahrersitzes umklappen.

Mit ein oder zwei Personen besetzt wird der V60 dann doch zum Kleintransporter. Freilich kann man auch zu viert verreisen, wobei großgewachsene Insassen im Fond Kontakt mit dem Dachhimmel bekommen können. Vorn ist das Raumangebot dagegen großzügig und auch der Sitzkomfort lässt nicht zu wünschen übrig.

Zum Marktstart Mitte November kann der Kunde zwischen fünf Benzinern und zwei Dieselmotoren wählen. Zur dynamischen Optik des Kombis passt am besten die "T4"-Motorisierung mit 1,6 Liter Hubraum. Der neue turbogeladene Vierzylinder mit Benzindirekteinspritzung leistet hier 132 kW (180 PS). Der zusammen mit Ford entwickelte Turbo klingt nicht gerade bullig, entfaltet aber seine Kraft harmonisch. Schon knapp über Leerlaufniveau setzt sein Turboschub sanft ein und zügig geht es weiter. Allerdings schaltet das optionale Doppelkupplungsgetriebe etwas träge.

Keine Kompromisse bei der Sicherheit

Volvo liefert nur noch Turbomotoren. Grundsätzlich ist der V60 frontgetrieben, der Dreiliter-Turbo verfügt über einen Allradantrieb. Bei den Selbstzündern gesellt sich zu den beiden größeren Motoren im Januar kommenden Jahres eine besonders sparsame und umweltfreundliche "Drive"-Variante, die 115 PS aus 1,6 Liter holt. 

In einer Disziplin lassen die Schweden keine Irritationen aufkommen – der Sicherheit. Schon in der Basisausstattung steckt viel Technik im V60. Dazu kommt das serienmäßige City-Safety-System, das Kollisionswarnungen in die Frontscheibe einspiegelt und vor dem drohenden Crash eine Vollbremsung einleitet. Gegen Aufpreis kann ein Radarsensor bestellt werden, der Fußgänger auf der Fahrbahn erkennt. Optional warnt der Volvo zudem vor Fahrzeugen im toten Winkel des Rückspiegels, oder wenn der Fahrer die Fahrspur verlässt oder durch Müdigkeit vom rechten Kurs abgebracht wird. Wer die straffe Fahrwerksabstimmung nicht mag, kann die komfortbetonte "Four-C"-Variante ordern.

Mit dem Neuen hat Volvo viel vor: Der Kombi V60 soll mit der Limousine S60 und dem SUV XC 60 um den Spitzenplatz bei den Verkaufszahlen in der Volvo 60er-Baureihe kämpfen. Insider erwarten, dass der Kombi die ebenfalls noch junge S60-Limousine bei den Zulassungen um Längen schlägt. Die Preise für den V60 beginnen bei 28.000 Euro.

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Ingo Reuss, Volvo V60 : Ecken und Kanten waren gestern . In: Legal Tribune Online, 23.09.2010 , https://www.lto.de/persistent/a_id/1552/ (abgerufen am: 29.10.2020 )

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