Inka Brunn beschreibt, was sie an Jura reizt, erklärt ihren Job bei Rocket Internet mit 50 Wörtern und verrät, warum sie nicht mehr in der Großkanzlei arbeitet.
Dr. Inka Frederike Brunn ist SVP Legal & General Counsel bei Rocket Internet. Zuvor war sie als Rechtsanwältin bei CMS Hasche Sigle tätig. Seit März 2022 gehört Brunn dem Vorstand der Stiftung Humboldt-Universität an. Für LTO Most Wanted hat sie Dr. Adrian Haase nominiert.
Mein Getränk und meine Bar:
Ein Cappuccino bei Akkurat oder ein Aperol Spritz in der strahlenden Sonne mitten in den Bergen bei Arnolds Schirmbar nach einem langen Skitag.
Ein Song, ein Buch, ein Ort:
Song: Texas hold ´em von Beyoncé – das Lied macht mir immer gute Laune.
Buch: “Lazar” von Nelio Biedermann.
Ort: Sylt – Luft und Geruch, einfach unvergleichlich.
Warum Jura?
Ich hatte irgendetwas mit Politik, Jura und neuen Medien bzw. Technologie im Kopf. Bei Jura war das Berufsbild am klarsten. Ich mag Sprache und Argumentieren und mich hat interessiert, wie Recht unsere Gesellschaft, Wirtschaft und unser Zusammenleben gestaltet. Außerdem habe ich in der Familie einige Juristen, die mein Jurastudium aber eher verhindern wollten.
Mein Job, erklärt in maximal 250 Zeichen:
Abwechslungsreich, herausfordernd und spannend. Ich kümmere mich um viele unterschiedliche Themen und arbeite mit allen Bereichen des Unternehmens, unterschiedlichen Entscheidungsträgern und Kanzleien eng zusammen. Außerdem bin ich im ständigen Austausch mit Startups, die Rocket Internet gegründet hat oder an denen Rocket Internet beteiligt ist. Auch hier ist die Themenvielfalt immens.
Mein typischer Freitag:
Den gibt es nicht. Ich mag es sehr, dass kaum ein Tag wie der andere ist.
Das erste juristische Problem, das mich heute beschäftigt hat:
Die Haftung für einen Weidezaun (es ist Ostermontag).
An meiner Arbeit mag ich:
… den ständigen Austausch und die Zusammenarbeit mit interessanten, hochmotivierten Menschen und dass sie mir laufend die Möglichkeit gibt, Neues zu lernen.
An meiner Arbeit stört mich:
Unnötig lange, unklare Emails.
Der herausforderndste Moment meiner Karriere:
Es gibt immer wieder herausfordernde Momente, im Herz steht natürlich das weltweite Inkubieren von Startups, wobei es immer wieder spannend ist, neue Gründer und neue Geschäftsideen kennenzulernen und zu überlegen, wie sich die Geschäftsideen umsetzen lassen und dabei auch neue Rechtsgebiete und Rechtsrahmen zu entdecken. Auf Holding Ebene waren das Delisting und die virtuellen Hauptversammlungen während Corona, bei denen noch keiner so richtig wusste, wie es funktionieren wird, sehr besondere Projekte.
Die Person, die mich beruflich am stärksten geprägt hat:
Mein Chef bei CMS, Philipp Lotze (Partner im Bereich Technologie, Medien & Communications) und meine Schwester Dr. Beatrice Brunn.
Ich arbeite nicht mehr in einer Großkanzlei, weil:
Ich habe sehr gern in der Großkanzlei gearbeitet. Die Tätigkeit im Unternehmen ermöglicht es mir aber, enger an Projekten zu arbeiten und mich ganz anders einzubringen. Auch den engen Austausch mit allen Bereichen des Unternehmens und die interdisziplinäre Arbeit schätze ich sehr.
Die EU Inc. ist für Startups:
Eine Chance.
Ein Paragraf, der dringend überarbeitet werden sollte:
Recht sollte sich immer weiterentwickeln.
Eine Vorlesung, die Jura-Studierende auf keinen Fall schwänzen sollten:
Nicht direkt eine Vorlesung, aber ich empfehle Auslandssemester bzw. Aufenthalte. Ich hatte die Gelegenheit in England und in den USA an der University of California in Berkely zu studieren. Die dort gewonnenen Eindrücke und Einblicke in fremde Rechtssysteme haben meinen Horizont erweitert. Die Vorlesungen in England haben mein Interesse am Gesellschaftsrecht verstärkt. In Berkely haben mich die Aufbruchstimmung und der ausgeprägte Innovationsgeist nachhaltig geprägt. In Hamburg empfehle ich die Medienrechtsvorlesungen von Prof. Dr. Wolfang Schulz.
Diese Juristin oder diesen Juristen müssen die LTO-Leser kennenlernen:
Anna Lissner ist Legal Counsel bei Axel Springer und übernimmt zum 1. Juli den Aufbau und die Leitung des Bereichs “Recht & Compliance” bei der Zeit Verlagsgruppe. Anna und ich haben uns im Referendariat beim NDR kennengelernt. Mit ihrem scharfen Verstand entdeckt sie Details, die anderen oft entgehen und denkt stets einen Schritt voraus. Besonders schätze ich an Anna die Leichtigkeit, mit der sie ihren Intellekt mit Humor verbindet.
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Köpfe: . In: Legal Tribune Online, 09.04.2026 , https://www.lto.de/persistent/a_id/59674 (abgerufen am: 19.04.2026 )
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