Neun neue Jura-Dissertationen: Echte aka­de­mi­sche Nacht­ar­beit

von Martin Rath

05.11.2017

Plagiatsskandale haben Doktorarbeiten in den vergangenen Jahren in Verruf gebracht. Martin Rath stellt neun neue Dissertationen vor, die wohl in jahrelanger Nachtarbeit entstanden sind. Mit dabei: Spiel, Sport und Prostitution. 

 

Vor sieben Jahren erschütterte die Affäre um Karl-Theodor zu Guttenbergs zusammenkopierte Doktorarbeit "Verfassung und Verfassungsrang" nicht nur das juristische Promotionswesen.

Die geistes- und sozialwissenschaftlichen Fächer mussten sich von Seiten der Fakultäten, deren Erkenntnisse sich auf naturwissenschaftliche Evidenzen stützen, den Vorwurf gefallen lassen, keine hinreichenden Seriositätsmaßstäbe an ihre höheren akademischen Arbeiten zu stellen.

Seither wird hier in unregelmäßigen Abständen und in kurzer Form auf neuere rechtswissenschaftliche Doktorarbeiten oder solche, die für die Wissenschaft vom Recht interessant sein mögen, aufmerksam gemacht.

Doktorarbeiten befriedigen in der Rechtswissenschaft ein oft dogmatisch eng gestecktes Erkenntnisinteresse. Der Versuch, ihnen einen für die allgemeine, auch juristisch unvorgebildete Öffentlichkeit bemerkenswerten Gesichtspunkt abzugewinnen – mancher der frischgebackenen Doktoren wird womöglich denken: aufzubürden – mag witzig, vorwitzig oder auch vorlaut sein.
Sollten sich hier allzu vorwitzige Zugänge abzeichnen: Bitte lesen Sie es nur als bescheidenen Hinweis auf Werke, die tatsächlich in jahrelanger mühevoller Nachtarbeit entstanden sind.

Zitiervorschlag

Martin Rath, Neun neue Jura-Dissertationen: Echte akademische Nachtarbeit. In: Legal Tribune Online, 05.11.2017, https://www.lto.de/persistent/a_id/25375/ (abgerufen am: 20.11.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 05.11.2017 14:04, Doktorand, der seine Arbeit alleine schreibt

    Der Autor deckt dankenswerterweise auf, dass er gewerbliche "Korrekturdienstleistungen" für Dissertationen anbietet (s. Seite 11/11).

    Gar nicht dankenswert ist, dass er mit diesen "Korrekturdienstleistungen" Beihilfe zu einer Täuschung leistet, nämlich einer Täuschung über das (rechts-)sprachliche Vermögen des Doktoranden und damit über einen bewertungsrelevanten Umstand.

    Natürlich wird diese Dienstleistung auch bei der Versicherung des Doktoranden, die Arbeit ohne fremde Hilfe verfasst zu haben, nicht angegeben. Im Interesse aller ehrlichen Doktoranden, die ihre Arbeit ohne professionelle Hilfe Dritter verfassen, wäre es zu Abschreckungszwecken sehr wünschenswert, dass das mal auffliegt und zu einer Aberkennung des Doktorgrads führt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.11.2017 14:26, Hammer

      Wenn das mal kein Skandal ist! Wirklich seltsam, dass das noch niemandem aufgefallen ist. Da muss was geschehen, und zwar gleich. "Doktorand, der seine Arbeit alleine schreibt", übernehmen Sie!

  • 05.11.2017 14:06, Doktorand_der_seine_Arbeit_alleine_schreibt

    Der Autor deckt dankenswerterweise auf, dass er gewerbliche "Korrekturdienstleistungen" für Dissertationen anbietet (s. Seite 11/11).

    Gar nicht dankenswert ist, dass er mit diesen "Korrekturdienstleistungen" Beihilfe zu einer Täuschung leistet, nämlich einer Täuschung über das (rechts-)sprachliche Vermögen des Doktoranden und damit über einen bewertungsrelevanten Umstand.

    Natürlich wird diese Dienstleistung auch bei der Versicherung des Doktoranden, die Arbeit ohne fremde Hilfe verfasst zu haben, nicht angegeben. Im Interesse aller ehrlichen Doktoranden, die ihre Arbeit ohne professionelle Hilfe Dritter verfassen, wäre es zu Abschreckungszwecken sehr wünschenswert, dass das mal auffliegt und zu einer Aberkennung des Doktorgrads führt.

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 05.11.2017 15:35, Fabian Hein

    Lieber Doktorand der seine Arbeit alleine schreibt,

    gerade Leute wie du sind der Grund, warum die meisten juristischen Doktorarbeiten totaler Müll sind. Wissenschaft lebt vom Diskurs, man schreibt einzelne Kapitel, diskutiert sie, bekommt Feedback etc. Würden Juristen das häufiger tun, z.B. auch mit Vertretern von Nebendisziplinenen wie Philosophie und Soziologie, dann würde das der Qualität von Doktorarbeiten sicher zu Gute (nicht zu Guttenberge) kommen.

    Herzlich
    ein Doktorand, der seine Arbeit nicht alleine schreibt, sondern die Thesen im Diskurs entwickelt.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 06.11.2017 02:51, Aras Abbasi

      Zumal nicht jede Korrektur auch ein Plagiat ist. Solange der resultierende Text tatsächlich eine Eigenleistung des Autors darstellt, ist es nicht verboten den Text Dritten zu überlassen, damit diese ihre Anregungen geben.

  • 05.11.2017 20:20, Fränze

    Und wieder mal fast keine Frauen. Wenige unter den ausgesuchten Doktorarbeiten und noch weniger Doktormütter

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 05.11.2017 22:42, Woran könnte das liegen?

      Ein Fall von mittelbarer Diskriminierung? Was tun?

    • 06.11.2017 08:16, Schade eigentlich

      Aber die wirklich wichtigen Themen sind alle von Frauen bearbeitet worden: Vergiftungsgeschrei, Prostitution und der Pater Familias. Was will man mehr?

  • 05.11.2017 21:52, Fritz Keil

    Die Diss von Gutti hieß "Verfassung und Verfassungsvertrag", nicht "Verfassung und Verfassungsrang".

    Peinlich, dass dieser Fehler im Artikel.

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 06.11.2017 21:39, Welche Diss?

      Wusste gar nicht, dass der Gutti promoviert hat.

  • 06.11.2017 09:53, tüdelütütü

    Psychiater müssen beim Lesen (von lto) wahre Glücksrauschmomente erleben können.

    Auf diesen Kommentar antworten
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