Fachausbildung Mediation 2022

08.09.2022, 10:00 Uhr - 28.01.2023, 18:30 Uhr

Köln

Professionelles Konfliktmanagement – ein modernes und intelligentes Tätigkeitsfeld in der beratenden Praxis

Mediation ist längst nicht mehr nur eine Alternative zur herkömmlichen Streitbeilegung; sie ist vielmehr eine wertvolle Ergänzung des Dienstleistungsportfolios für Rechtsanwälte und beratende Berufsgruppen.

Die originär anwaltliche Problembearbeitung stößt vielfach an Grenzen. Denken Sie an Umstrukturierungskonflikte, Störungen zwischen Gesellschaftern oder Geschäftspartnern, Familien- und Erbstreitigkeiten, Differenzen im Bereich der Nachfolge oder mit Lieferanten und Kunden. Selbst wenn diese Streitfälle nicht vor Gericht ausgetragen werden, so entstehen für die Beteiligten schnell immense Schäden – materiell und immateriell.

Mediative Konfliktbearbeitung setzt genau an dieser Stelle an. Durch Erweiterung der Handlungs- und Gestaltungsspielräume der Beteiligten wird der Weg für zukunfts- und interessenorientierte Lösungen gebahnt. 

Die Fachausbildung in fünf Modulen umfasst 120 Zeitstunden. Nach erfolgreichem Abschluss wird den Absolventen die Teilnahme bescheinigt (gem. § 7a BORA und § 5 Abs. 1 MediationsG). 

 1. Tag: 10.00 - 19.30 Uhr; 2. und 3. Tag: 09.00 - 18.30 Uhr 

Modul A: Camilla Hölzer

Einführung und Grundlagen der Mediation

  • Einführung Konflikt und Konflikttheorie
  • Entwicklung der Mediation
  • Abgrenzung zu anderen Konfliktbeilegungsverfahren
  • Prinzipien und Ziele der Mediation
  • Rechtliche Grundlagen
  • Grundlagen des Verhandelns & Harvard-Prinzip

Rolle des Mediators

  • Haltung/Selbstverständnis des Mediators, Wertschätzung
  • Allparteilichkeit
  • Neutralität
  • Verantwortung für das Verfahren

Überblick über Kommunikations- und Arbeitstechniken des Mediators

  • Arbeitsmaterial & Setting
  • Hypothesenbildung
  • Kommunikationstechniken wie Aktives Zuhören, Paraphrasieren

Vorbereitung und Durchführung sämtlicher Phasen einer Mediation 

Modul B: Alexandra Bielecke

Anbahnung einer Mediation

  • Herstellung eines Arbeitsbündnisses
  • Bedeutung des Mediationsvertrages
  • Schilderung von Sachverhalten
  • Sammlung und Formulierung von Themen

Phasenbezogene Methoden und Techniken des Mediators

  • Verbalisierung und Reformulieren
  • Fragetechniken
  • Eingehen auf Widerstände und Befürchtungen

Vertiefung Konflikttheorie

  • Psychologisches Hintergrundwissen
  • Konflikttypen und -ebenen
  • Motivation und Interessen/Bedürfnisse von Menschen

Fallbezogene Vertiefung von Auftragsklärung und Themensammlung

Einführung in die mediationsanaloge Supervision 

Modul C: Heiner Krabbe

Systematische Vor- und Nachbereitung der Prozessphasen

  • Phase I: Auftragsklärung
  • Phase II: Themensammlung
  • Phase III: Interessenerforschung und Problemeingrenzung
  • Phase IV: Sammeln und Bewerten von Lösungsoptionen
  • Phase V: Abschlussvereinbarung

Vertiefung Konflikttheorie

  • Erkennen von Widerständen und Eskalationen
  • Umgang mit Macht und Machtungleichgewichten
  • Umgang mit eigenen und fremden Emotionen 

Phasenbezogene Techniken des Mediators

  • Formulierung und Visualisierung von Interessen
  • Anregung Perspektivenwechsel

Mediationssettings

  • Einzelgespräche/Shuttlemediation
  • Interdisziplinarität der Mediation, Co-Arbeit
  • Spezifika verschiedener Anwendungsfelder

Fallbezogene Vertiefung der Prozessstufe „Interessenerforschung“ 

Modul D: Alexandra Bielecke

Optionen, Recht und Gerechtigkeit

  • Optionalität als Haltung
  • Rolle des Rechts in der Mediation
  • Maßstäbe für Fairness und Gerechtigkeit
  • Recht als Bezugspunkt interessengerechten Verhandelns
  • Rolle von Beratungsanwälten und anderen Experten (z. B. Steuerberatern)

Phasenbezogene Methoden und Techniken des Mediators

  • Erkennen rechtlich relevanter Sachverhalte
  • Kreativitätstechniken & Bewertung von Optionen
  • Risikoanalyse und -bewertung
  • Selbstreflexion des Mediators

Mediationssettings

  • Teammediation/Mehrparteienmediation

Fallbezogene Vertiefung Prozessstufe „Lösungsoptionen“

Fallvorstellung in der mediationsanalogen Supervision 

Modul E: Roland Fritz 

Verhandeln, Vereinbaren und Abschluss

  • Verhandlungsanalyse, Verhandlungsmodelle
  • Die Formel SMART
  • Rechtsberatung und Mediation/Rechtsdienstleistungsgesetz
  • Rechtliche Durchsetzbarkeit von Abschlussvereinbarungen
  • Abschluss der Mediation

Beruf des Mediators

  • Einbindung der Mediation in den Ursprungsberuf
  • Rechtliche Rahmenbedingungen, Berufsrecht
  • Interdisziplinäre Kooperationen
  • Vernetzung und Marketing
  • Zertifizierung und Fortbildung

Mediationssettings

  • Kurzzeitmediation, Collaborative Law

Fallbezogene Vertiefung der Prozessstufe „Abschlussvereinbarung 

 

 

Ihr Nutzen:

Die Ausbildung verfolgt das Ziel, Mediation als berufspraktische Zusatzqualifikation konkret zu erlernen. Neben theoretischem Wissen vermittelt Ihnen die Ausbildung das praktische Handwerkszeug für die Strukturierung und Begleitung von Mediationsprozessen. Sie lernen Ihr eigenes Konfliktverhalten zu professionalisieren. Darüber hinaus bietet Ihnen die Ausbildung ein solides Rüstzeug für die Begleitung anderer Verhandlungs- und Entscheidungsprozesse.

Bewerbungs- / Anmeldefrist:

01.09.2022


Veranstaltet von:

Verlag Dr. Otto Schmidt | Centrale für Mediation


Veranstaltungsort:

SeminarZentrum Gut Keuchhof
Braugasse 12
50859 Köln


Kontakt:

Anmelde-Hotline: 0221-93738-656

live@otto-schmidt.de


Zielgruppe(n):
Berufseinsteiger, Berufsträger, Mandanten, Studenten & Referendare

Weitere Veranstaltungen:

Veranstaltungsübersicht