Kontakt

Universität Marburg
FB1 - Rechtswissenschaften
Universitätsstraße 6
35032 Marburg

Fakten

NC im WS 2017/2018:3,5
Studenten an der Fakultät: 2.390
Hauptamtliche Professoren: 19
Honorarprofessoren: 13
Wiss. Mitarbeiter: 55

Quelle: Website der Fakultät (03/2018)

Kurzcheck

  • Kleinere Fakultät mit langer Tradition
  • 73% erreichen im Schwerpunkt eine Prädikatsnote
  • Gute Noten im 1. Staatsexamen

Universitätsprüfung

Studienjahr 2015/16:
Teilnehmer: 95
Notendurchschnitt: 10,16 pt.

Quelle: Bericht des DJFT 2017

Schwerpunktbereiche

 1.  Recht der Privatperson
 2.  Recht des Unternehmens
 3.  Medizin- und Pharmarecht
 4.  Staat und Wirtschaft
 5.  Völker- und Europarecht
 6.  Nationale und Internationale Strafrechtspflege

Stand: Dezember 2017

Staatliche Pflichtfachprüfung

Die Note in der staatlichen Pflichtfachprüfung in Hessen ergibt sich aus folgenden Leistungen:

Art der Leistung Anteil Gesamtnote
6 Klausuren 66,67%
Mündliche Prüfung 33,33%

Ausbildungsstatistik des BfJ, Stand: November 2017

Erste juristische Prüfung

In der ersten juristischen Prüfung in Hessen werden sehr gute Noten ver­geben: Der Anteil an Prädikats­examina in der Staats­prüfung liegt im Schnitt bei 17 %.

Universität Marburg und juristische Fakultät

 

Die Philipps-Universität Marburg wurde im Jahre 1527 gegründet. Sie ist die älteste protestantische Universität der Welt. Die juristische Fakultät war neben Medizin, Philosophie und Theologie eine der vier Gründungsfakultäten.

Heute sind 23.000 Studenten in Marburg eingeschrieben, davon 2.000 für das Fach Rechtswissenschaften. Sie werden von rund 4.500 Universitätsmitarbeitern betreut. Damit ist die Hochschule der größte Arbeitgeber der Region.

Rahmenbedingungen

Die juristische Fakultät bietet übersichtliche Studentenzahlen und ein gutes Betreuungsverhältnis. Die Studierenden kennen sich untereinander und beim Lehrpersonal stehen regelmäßig die Türen offen.

Noch vor Studienbeginn gibt es erste Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen. In der Einführungswoche der Jura-Fachschaft lernen sich die Erstsemester bei verschiedenen Veranstaltungen kennen und treffen ihre künftigen Professoren. Zusätzlich gibt es eine Online-Einführung für Erstsemester. Sie erklärt, wie man sich für Arbeitsgemeinschaften anmeldet, seinen E-Mail- und Uni-Account nutzt, Notebooks mieten kann und vieles mehr. Die Einführungs-Vorlesungen werden von Tutorien, begleitet, in denen die Studieninhalte unter Anleitung älterer Semester nachbereitet werden.

Die Bibliothek des Fachbereichs ist sieben Tage in der Woche bis 23 Uhr geöffnet. Studierende können Dokumente dort gebührenfrei scannen. Auf dem gesamten Universitätsgelände steht kostenfreies WLAN zur Verfügung.

Im Bereich Schlüsselqualifikationen bietet die juristische Fakultät Marburg ein vergleichsweise kleines Programm. Die Studierenden können wählen zwischen zum Beispiel Verhandlungsmanagement, Mediation, einem strafrechtlichen Planspiel oder der Teilnahme an verschiedenen Moot Courts.

Einen Sprachschein können die Studierenden in verschiedenen Veranstaltungen erwerben. Natürlich bietet die Jura-Fakultät "Englisch für Juristen" an. Darüber hinaus gibt es Kurse in französischer Sprache und zu lateinamerikanischem Recht.

In der dreimonatigen praktischen Studienzeit müssen Studenten in Marburg – wie in ganz Hessen - ein einmonatiges Gerichtspraktikum und zwei je einmonatige Wahlpraktika ableisten.

Während des Jura-Studiums können die Studierenden in Marburg Zusatzqualifikationen erwerben. Dazu müssen sie drei bis vier Semester lang zusätzliche Vorlesungen eines Schwerpunkts besuchen. Im Angebot sind Pharmarecht, privates Baurecht sowie Recht und Wirtschaft.

Zur Vorbereitung auf die erste juristische Prüfung gibt es das "Marburger Examens Coaching". Es beinhaltet ein Uni-Repetitorium, einen Examensklausurenkurs, Arbeitsgemeinschaften sowie ein Probeexamen. Nach bestandener erster juristischer Prüfung können Studierende sich den Grad eines "Diplom-Juristen" verleihen lassen.

Lage in der Stadt

Die Universität hat nicht einen einzigen zentralen Campus, sondern ist auf mehrere Standorte im Stadtgebiet verteilt.

Die juristische Fakultät ist im Landgrafenhaus (Hörsäle) und im Savignyhaus (Institute, Bibliothek) untergebracht, benannt nach dem Universitätsgründer Landgraf Philipp bzw. nach Friedrich Carl von Savigny, der zu Anfang des 19. Jahrhunderts in Marburg lehrte. Beide Häuser liegen zentral an der Universitätsstraße. Das sanierungsbedürftige Savignyhaus soll abgerissen werden. Ersatzräumlichkeiten werden auf einem neuen Campus am nahe gelegenen Alten Botanischen Garten geschaffen.

Weitere Universitätseinrichtungen sind über die Innenstadt verteilt und teilweise in historischen Gebäuden untergebracht. Die naturwissenschaftlichen Fakultäten und das Universitätsklinikum liegen auf dem Campus Lahnberge außerhalb der Stadt.

 

Studentische Initiativen

ELSA, die European Law Students' Association, hat eine Gruppe an der Uni Marburg. Sie organisiert zum Beispiel Veranstaltungen wie Fahrten zu Bundesgerichten oder zum Europäischen Gerichtshof, Rhetorikkurse oder Moot Courts für ihre Mitglieder.

Die Marburg Law Review ist eine Zeitschrift von Studenten nach dem Vorbild amerikanischer Law Journals. Sie erscheint seit 2008 einmal pro Semester und richtet sich mit ausbildungsrelevanten Inhalten an Studenten und Referendare.

Die Studentische Rechtsberatung der Universität Marburg bietet Kommilitonen Hilfe an in kleineren zivilrechtlichen Fällen, in Fragen des öffentlichen Rechts oder des Straßenverkehrsrechts. Bis zu einem Streitwert von 600 Euro geben Jura-Studenten unentgeltlich ihre Einschätzung zu Rechtsfragen ab.

Wer bereits während des Studiums Kontakte zur regionalen Wirtschaft knüpfen und Erfahrungen in Projektarbeit machen möchte, der kann sich in der studentischen Unternehmensberatung Phlink engagieren. Gemeinnützige Projekte unterstützt die Gruppe kostenlos.

Leben in Marburg

 

Marburg liegt in mittelhessischen Lahntal, auf halbem Weg zwischen Frankfurt und Kassel nahe der Grenze zu NRW. Die Stadt hat rund 70.000 Einwohner. Einen Großteil davon stellt die 23.000 Köpfe zählende Studentenschaft. Ein bekannter Spruch charakterisiert Marburg deshalb mit den Worten: "Marburg hat keine Universität, Marburg ist eine Universität."

Von Weltkriegsbomben verschont, winden sich enge, verwinkelte Gassen einer historischen Altstadt von der Lahn hinauf zum Landgrafenschloss auf dem Schlosshügel. Wer nicht so gut zu Fuß ist, nimmt einen der öffentlichen Aufzüge, die hinauf in die Oberstadt fahren. Für Fahrradfahrer ist Marburg nicht optimal. Egal wohin man fährt – es geht eigentlich immer ein Stück steil bergauf.

Die malerische Stadt hat auch häßliche Flecken: Auf der der Altstadt gegenüberliegenden Seite der Lahn schneidet eine Stadtautobahn durch das Tal, daneben erheben sich Betonklötze aus den 60er-Jahren, die die Philosophische Fakultät beheimaten.

Studentenleben

Wer in Marburg studiert kann zwar nicht aus einem großen Angebot an Clubs und Discos auswählen, dafür sind die Kneipendichte und die Zahl der Studentenpartys umso höher. Im Sommer bevölkern die Studenten die Ufer der Lahn oder die Plätze in der Oberstadt. Das gilt zumindest für das Semester. Während der Semesterferien hingegen ist das Nachtleben eher dürftig, da die meisten Studierenden zugezogen sind und die vorlesungsfreie Zeit in Ihrer Heimat verbringen.

Marburg ist Heimat von mehr als 30 Studentenverbindungen. Sie veranstalten jährlich am ersten Sonntag im Juli den "Marktfrühschoppen". Nach Protesten linker Gruppierungen seit den 90er Jahren kam es 2012 zum Verbot der Veranstaltung. 2013 durfte sie nach einer gerichtlichen Auseinandersetzung wieder stattfinden.

Studierende zahlen in Marburg einen Semesterbeitrag von 275 Euro. Darin enthalten ist ein Semesterticket für die Verkehrsverbünde Nordhessen und Rhein-Main, das unter anderem für Fahrten nach Kassel, Frankfurt, Mainz oder Wiesbaden gilt.

Wohnen in Marburg

Aufgrund der hohen Studentenzahl sind die Preise für geeignete zentral gelegene Wohnungen sehr hoch. Wer zu Beginn eines Semesters eine Unterkunft sucht, sollte einen langen Atem mitbringen. Der Markt ist überlaufen und das Studentenwerk muss Notunterkünfte einrichten, da nicht alle Studenten rechtzeitig ein Bleibe finden.

Für kleine Apartments müssen Interessenten 11 Euro pro Quadratmeter kalkulieren. Zwei- bis Drei-Zimmer-Wohnungen kosten rund 9 Euro/m² und größere Unterkünfte rund 8 Euro/m². Für ein WG-Zimmer sind im Schnitt 330 Euro fällig.

Verhältnismäßig günstige Zimmer gibt es in den 24 Studentenwohnheimen. Die 2.100 Wohnplätze kosten 150 bis 250 Euro, größere Zimmer können teurer sein. Besonders beliebt sind die Wohnheime direkt unterhalb des Landgrafenschlosses.

Beliebte Wohnquartiere bei Studierenden sind die Oberstadt und das Südviertel. Wer eine günstigere Alternative sucht, zieht in ein Viertel oder eine Ortschaft außerhalb des Zentrums wie zum Beispiel Wehrda. Er sollte dabei auf eine gute Busanbindung zur Uni achten.

Kultur und Freizeit

Das Hessische Landestheater betreibt fünf Bühnen in Marburg. Daneben gibt es drei freie Theater, diverse Museen und eine aktive Literaturszene. Die alternative Kulturszene trifft sich im Kommunikations- und Freizeitzentrum KFZ, in der Waggonhalle oder im G-Werk. Kinogänger können zwischen immerhin neun Kinos wählen, das Angebot reicht von Multiplex bis zum nichtkommerziellen studentischen Unikino.

Highlights des Kulturkalenders: Ende Februar feiert die lokale Musikszene das dreitägige MaNo-Festival, in dessen Rahmen rund 60 Bands aus Marburg und den Partnerstädten Northampton, Poitier und Maribor auftreten. Am zweiten Wochenende im Juli steigt das große Stadtfest "3 Tage Marburg" mit Bands auf 10 Bühnen.

Musikalisch aktiven Studenten bietet die Uni ein Sinfonieorchester, einen Chor, deine Philharmonie und eine BigBand.

Im Rahmen des Hochschulsports gibt es Kurse in fast 100 verschiedenen Sportarten. Entlang der Lahn und in den Lahnbergen erstrecken sich Radfahr- und Wanderwege. Auf der Lahn und diversen Seen im Umkreis gibt es Möglichkeiten zum Kanufahren, Wasserski- oder Wakeboardfahren.