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Welches "Gehalt" verdient ein Staatsanwalt? Besoldung in der Justiz

Wenn sich Juristen für den Staatsdienst in Deutschland entscheiden, wird ihr Gehalt durch das Bundesbesoldungsgesetz (BBesG) bzw. durch die einzelnen Landesbesoldungsgesetze geregelt.

Für Richter und Staatsanwälte gilt die Besoldungsordnung R. Die Zugehörigkeit zu einer der neun Besoldungsgruppen R1 bis R9 und damit auch die Höhe des Grundgehalts eines Staatsanwalts richtet sich nach verschiedenen Kriterien: nach dem Aufgabenbereich, dem Ort des Arbeitsplatzes, der Größe des Gerichtes, der Verantwortung und Berufserfahrung. Dabei gilt: je höher die R-Gruppe, desto höher die Besoldung. Das Gehalt kann zusätzlich durch Zulagen, Vergütungen und Familienzuschläge aufgestockt werden.

Die ersten beiden Besoldungsgruppen werden nochmals in Stufen unterschieden. Berufsanfänger steigen in der ersten Stufe ein.

Bundesbesoldungstabelle 2018

 

Besoldungsgruppe Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Stufe 4 Stufe 5 Stufe 6 Stufe 7 Stufe 8
R14.2794.6915.1045.4705.8346.2006.5636.931
R25.1995.4665.7326.0956.4616.8257.1917.557

Alle Angaben des Bruttogehalts in Euro pro Monat auf Bundesebene, gültig ab 01.03.2018

 

Welche Karrierestufe entspricht welcher Besoldungsgruppe?

In die Gruppe R1 fallen Staatsanwälte ohne herausgehobene Funktionen. Auch Gruppenleiter bei der Staatsanwaltschaft werden nach R1 besoldet und erhalten zusätzlich eine Amtszulage.

Zu R2 gehört beispielsweise der Staatsanwalt beim Bundesgerichtshof oder ein Oberstaatsanwalt als Abteilungsleiter einer Staatsanwaltschaft bei einem Landgericht. Leitende Oberstaatsanwälte kleinerer Staatsanwaltschaften bis 10 Planstellen könne je nach Bundesland ebenfalls in R2 eingruppiert sein.

In R3 arbeiten unter anderem ein Oberstaatsanwalt beim Bundesgerichtshof oder ein leitender Oberstaatsanwalt als Leiter einer größeren Staatsanwaltschaft bei einem Landgericht mit 11 bis 40 Planstellen.

Ein Generalstaatsanwalt als Leiter der Staatsanwaltschaft beim Landgericht Berlin oder ein leitender Oberstaatsanwalt bei einem Landgericht mit 41 und mehr Stellen für Staatsanwälte landet in R4, ein Generalstaatsanwalt als Leiter einer Staatsanwaltschaft bei einem Oberlandesgericht mit bis zu 100 Planstellen in R5.

Das Spitzengehalt für Staatsanwälte ist normalerweise mit der Besoldungsgruppe R8 erreicht. R9 kann man nur als Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof erreichen.

Je nach Bundesland kann die Besoldung für Staatsanwälte und Richter stark variieren. Unterschiede von mehr als 25 Prozent weist der Ländervergleich aus. So verdient der Staatsanwalt in Hessen beim Einstieg knapp 3.900 Euro, während er in Baden-Württemberg mit über 4.300 Euro nach Hause kommt.

Der Staatsanwalt in R3 in Hessen bekommt rund 7.500 Euro als monatliches Gehalt, der Anwalt der selben Besoldungsgruppe in Bayern kann sich hingegen auf etwas mehr als 7.800 Euro freuen.

Was verdienen Berufseinsteiger in der Staatsanwaltschaft? Besoldung in verschiedenen Bundesländern

 

Region Besoldungsgruppe Stufe 1 Stufe 11
Hessen R13.8926.011
Thüringen R14.0286.276
Schleswig-Holstein R14.1606.440
Baden-Württemberg R14.3426.728

Alle Angaben des Bruttogehalts in Euro pro Monat, gültig ab 2018

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