Studie zur Angemessenheit von Strafe: Jeder dritte Jurastudent will die Todesstrafe zurück

Jurastudenten fordern heute deutlich längere und härtere Strafen als noch vor 25 Jahren – obwohl sie sich subjektiv sicherer fühlen. Rund ein Drittel sieht die lebenslange Freiheitsstrafe nicht als ausreichend an, über die Hälfte würde unter bestimmten Bedingung auch Folter befürworten. Das geht aus einer Studie des Erlanger Strafrechtsprofessors Franz Streng hervor.

 

Die Grundlage der Studienergebnisse bildet ein Fragebogen, den Streng den Besuchern seiner Vorlesung, zumeist Erst- oder Zweitsemestern, im Zeitraum zwischen 1989 und 2012 zur anonymen Beantwortung vorlegte. Erfasst wurden darin unter anderem die subjektive Einschätzung zur Kriminalitätslage, die Haltung zu den unterschiedlichen Strafzwecken und die Vorstellung zum angemessenen Strafmaß von insgesamt 3.133 Studenten.

Vor allem letztere hat sich über die Jahre drastisch verändert. Für den hypothetischen Fall eines Totschlags im Affekt im Rahmen einer Trennung wollten die Studenten 1989 durchschnittlich rund sechs Jahre Haft verhängen; 2012 war die Zahl auf 9,5 Jahre angestiegen, wobei mit den Jahren auch immer häufiger starke Ausschläge nach weit oben hinzukamen, bis hin zur Forderung einer lebenslangen Freiheitsstrafe.

Überhaupt hat sich die Haltung der Studenten zu dieser Strafform stark gewandelt. In einer vorgelagerten Untersuchung aus 1977 – dem Jahr, in dem das Bundesverfassungsgericht die lebenslängliche Haftstrafe für unter Einschränkungen verfassungsgemäß erklärte – forderte noch jeder Dritte, dass sie vollends abgeschafft werden sollte, nur 6,7 Prozent hielten sie für eine im Einzelfall zu milde Strafe. 2012 hingegen sprach sich nur noch jeder fünfzigste Student für eine Abschaffung aus, demgegenüber sah fast jeder Dritte die lebenslange Freiheitsstrafe als zu milde an.

Todesstrafe: Zahl der Befürworter fast verdreifacht

Dass mit dieser Wertung nicht nur eine Kritik an der Handhabung durch die Gerichte und Justizvollzugsanstalten verbunden ist, welche die Täter in der Praxis selten tatsächlich ein Leben lang hinter Gittern lassen, sondern durchaus auch der grundsätzliche Wunsch nach einer Rückkehr zu archaischeren Strafformen, zeigen die Antworten auf eine weitere Frage. Im Jahr 1977 befürworteten lediglich 11,5 Prozent der Befragten eine Wiedereinführung der Todesstrafe; 2012 waren es mit 31,9 Prozent fast drei Mal so viele. Als deren würdige Delikte nannten sie den Sexual- und den grausamen Mord mit Abstand am häufigsten, wobei der Fragebogen Optionen wie Kriegsverbrechen oder auch Straftaten an Kindern nicht vorsah.

Todesstrafe, Strafzweck, Kriminalität: ausgewählte Grafiken & Tabellen aus der Studie

Zur Rettung eines Menschenlebens sahen in einer zwischen 2003 und 2010 durchgeführten Zusatzuntersuchung 22,1 Prozent der Befragten die Folter als zulässiges Mittel an; weitere 29,2 Prozent bejahten dies nur für die Abwehr schwerster Gefahren für die Allgemeinheit wie etwa dem Einsatz von Massenvernichtungswaffen durch Terroristen, 42 Prozent lehnten die Folter auch dann – und insoweit in Übereinstimmung mit Art. 104 Abs. I S. 2 Grundgesetz, Art 3 Europäische Menschenrechtskonvention – ab.

Vergeltung und Sicherheit werden wichtiger, Resozialisierung unwichtiger

Die Antworten korrelieren mit den Präferenzen, welche die Studenten im Hinblick auf den Strafzweck äußerten. Wer den Aspekt "Sicherung der Allgemeinheit" hoch, den Aspekt "Resozialisierung" hingegen niedrig bewertete, verhängte im Schnitt auch längere Strafen. Für die Frage nach der Todesstrafe zeigte sich zudem eine Korrelation zur Strafzweckpräferenz "Vergeltung / Sühne", für die Frage nach der lebenslangen Freiheitsstrafe außerdem noch eine solche zur "Abschreckung des Täters", jeweils in die zu erwartende Richtung.

Auch losgelöst von der Frage der Korrelation haben sich die Strafzweckpräferenzen merklich verschoben. Während der Resozialisierungsgedanke auf einer Skala von 0 (unwichtig) bis 3 (sehr wichtig) 1989 noch auf eine 2,63 kam, landete er 2012 bei etwa 2,2 Punkten; die Sicherung der Allgemeinheit kämpfte sich im gleichen Zeitraum von 2,16 auf 2,57 empor, und die Vergeltung / Sühne stieg von 1,03 auf 1,58 – womit sie allerdings immer noch mit großem Abstand den letzten Platz belegt.

Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Studie zur Angemessenheit von Strafe: Jeder dritte Jurastudent will die Todesstrafe zurück. In: Legal Tribune Online, 14.10.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/13472/ (abgerufen am: 05.12.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 14.10.2014 14:24, Johannes

    Der in der Studie aufgezeigte Wandel lässt sich meinem "Empfinden" nach auch im universitären Tagesablauf wiederfinden. Dort wo ein Großteil der Kommilitonen Strafrecht als Schwerpunkt hat, weil es "übersichtlicher und leicht verständlicher" erscheint, dem mangelnde Praxisbezug eine höhere Bedeutung zugemessen wird als das Wissenschaftliche und das Gros unumwunden zugibt Jura zu studieren, weil die Gehaltsaussichten gut sind lässt erahnen, mit welcher Geisteshaltung nicht nur Recht studiert wird, sondern auch mit welchem Personal später der Rechtsstaat gefüllt wird.

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    • 21.10.2014 09:02, Ullrich Dobke

      Bin seit 35 Jahren als Jurist tätig!
      Natürlich macht die Zukunft Angst, aber ich erlebe seit "gestern" und im Jetzt eine nachgewachsene Juristengeneration, die bereits beängstigend ist. Aber wie war das doch mit der Vergangenheitsbewältigung der NS-justiz? Auch das war beschämend für Justizangehörige, ganz zu schweigen von der NS-Justiz selbst. Ein Bremer Professor sagte einmal - zu Recht(!):
      Formaljuristisch betrachtet ist die Vergangenheitsbewältigung in Ordnung gewesen, aber die Justiz hat dabei ihre Würde verloren! Ich frage mich, wann sie denn in Deutschland Würde besaß!

  • 14.10.2014 14:51, Ivo

    Diese Kommilitonen verstehe ich auch nicht. Wie kann man in der heutigen Welt allgemein noch für die Todesstrafe sein. Interessiere mich auch am ehesten für Strafrecht; aber für mich steht der Resozialisierungsgedanke an oberster Stelle. Kein Mensch hat den tot verdient, auch wenn man sich das gerne mal ab und an wünscht.
    Wer mit einer solchen Einstellung Jura studiert, hat man sich meiner Meinung nach arg vergriffen. Es geht um Gerechtigkeit und den Wunsch den Menschen zu helfen. Das war im Ergebnis meine Intention das Studium zu beginnen. Und alleine dass man viel verdient heißt ja nichts... man kann auch tief fallen.
    Aber leider gibt es ja auch rechtsradikale die Jura studiert haben :( ...

    Wollen wir hoffen das dieser Trend sich nicht so fortsetzt !!!

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    • 20.10.2014 18:14, Korrektor

      Ihrer Rechtschreibung und Zeichensetzung nach zu urteilen, haben Sie nicht mal Abitur; also schwallen Sie hier nicht rum, als seien Sie in die Marterie eingebunden.

    • 21.10.2014 12:28, günther

      für diese arrognte antwort kopf ab. jakobiner und "volksschüler

    • 21.10.2014 12:38, Arno Nühm

      "Marterie"? Ernsthaft?

    • 21.10.2014 13:17, Anon

      Wenn sie wüssten mit was man heutzutage alles Abitur bekommt.
      Dieser Umstand ist vermutlich auch für diese Extrema der Studie verantwortlich und macht es mir schwer dieser Studie eine definitive Aussage abzunehmen. Das Studium in Erlangen ist zulassungsfrei was die sowieso schon nicht zu vernachlässigende Abbrecherquote von 26% im Durchschnitt an deutschen Hochschulen noch weiter anheben wird.
      Wirklich interessant wäre eine Gegenüberstellung der Prüfungsergebnisse mit den der Studenten die kurz vor dem Examen stehen

    • 21.10.2014 14:49, lutz

      Bravo Ivo!

    • 21.10.2014 16:52, Kurt Unbekannt

      Ich unterstelle mal zugunsten des Herrn 'Korrektor', er sei einer der qualitativ hochwertigeren Trolle.

    • 21.10.2014 21:12, KeinOberlehrer

      in deutschland gibt es keine vorgeschriebene rechtschreibung oder zeichensetzung. nur die schulen und der oeffendliche dienst ist an offizielle regeln gebunden.

      wer die form wichtiger findet als den inhalt, ist eh ein flachdenker.

  • 14.10.2014 15:32, A.

    Oh mein Gott, das ist ja furchtbar!
    Interessant wäre allerdings ein Vergleich zu den Einschätzungen Studierender höherer Semester oder Examenskandidaten. Es verbleibt eine letzte Hoffnung, dass wenigstens in einigen Fällen eine Vermittlung der verfassungsrechtlichen Grundprinzipien im Laufe des Studiums möglich ist. Zu Beginn des Studiums mag der Einfluss von Medien und Stammtischen noch größer sein als der des Grundgesetzes, jedenfalls für diejenigen, welche später die Anwendung eben jenes Grundgesetzes in der Justiz durchführen sollen, bleibt zu hoffen, dass sich die Einschätzung der "Zulässigkeit" [sic] von Folter rechtzeitig vor Aufnahme der Tätigkeit noch etwas ändert.

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    • 09.11.2014 19:42, Mops

      Leider ändert sich die Einstellung auch später nicht. Besonders schockierend finde ich das an unserer Hochschule die Bachelor Studenten sogar die Todesstrafe ablehnten (!!!) weil dadurch kein Nutzen aus den Straftätern gezogen werde. Unsere Erstsemester befürworten mehrheitlich medizinische Experimente an verurteilten Straftätern.

  • 14.10.2014 16:12, Mk. 14 EBR

    Ich halte das, auch als Examenskandidat, für sehr begrüßenswert.

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  • 14.10.2014 18:33, Anon

    Also ich habe mein Studium dieses Jahr erfolgreich beendet und habe den Schwerpunktbereich Strafrecht mit knapp über 12 Pkt. abgeschlossen.

    Ich kann die Studenten gut verstehen. Die sind jung, gehen insb. noch feiern und erleben "die Straße" noch etwas näher. Einige wurden selbst - so wie ich - schon Opfer von Gewaltdelikten oder haben Opfer in ihrem Freundeskreis.

    Ich selbst habe viele Freunde die schon Opfer wurden, eigentlich fast jeder.

    Letzten Monat war ich noch mit einem Freund bei der Polizei um eine Anzeige zu erstatten. Der Polizist sagte meinem Freund das, was ich ihm auch schon aufgrund eigener Erfahrung gesagt habe.

    Er sagte ihm, dass der Täter schon öfter aufgefallen sein, mit einer Verurteilung aber wohl nicht zu rechnen sei, weil man nur noch schweren Delikten hinterher gehen könnte - mangels Personal.

    Ich selbst wurde beim Public-Viewing in Mitten von mehreren hundert Menschen von einem Menschen mit Migrationshintergund bewusstlos geschlagen.

    Der Täter wurde wegen schwerer Körperverletzung angezeigt.

    Das Verfahren wurde mangels Zeugen eingestellt, obwohl es eine Person gab, die den Täter identifiziert hat. Ich konnte mich leider nicht erinnern, weil ich durch die KV meine Erinnerungen an den Tag verloren habe und dem Staat fehlten anscheinend die Mittel weitere Zeugen zu finden, dabei muss es etliche gegeben haben.

    Solche Erfahrungen sind leider allgegenwärtig. Die meisten KV-Delikte werden doch gar nicht mehr angezeigt, weil man sowieso keine Hoffnung in das Verfahren setzt.

    Gerade die Kuscheljustiz ist doch der Grund für solche Ergebnisse, weil man den Eindruck hat, die Täter können sich hier alles erlauben und sollte es dann tatsächlich mal zu einer Verurteilung kommen, dann dreht es sich um den armen Täter und seine Resozialisierung.

    Mich wundert das Ergebnis nicht.

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    • 15.10.2014 00:25, Antwort auf Anon

      Mich wundern am meisten deine angeblich 12 punkte in strafrecht. Inwiefern soll es denn eine schwere kv gewesen sein? Bewusstlosigkeit fällt auf jeden fall nicht darunter.

    • 15.10.2014 01:03, Florian Rastetter

      Ich hoffe das soll kein Plädoyer für die Todesstrafe sein.

      Wer für die Todesstrafe ist, hat nichts verstanden, und hat im Jurastudium nichts verloren. Auch mit 12 Punkten im Strafrechtsschwerpunkt nicht.

      Schon allein das Argument einer unmöglichen Reversibilität einer Todesstrafe, sollte einleuchtend sein. Fehlurteile passieren. Das ist Fakt. Ein Rechtsstaat kann sich demnach unmöglich anmaßen über Tod oder Leben eines Angeklagten zu entscheiden. Art 1 GG. Die Würde des Menschen ist unantastbar.

    • 15.10.2014 03:21, Michael

      Ich stimme Dir in jeder Hinsicht zu. Und untermauere das mit zwei Staatsexamina, jeweils mit Praedikat und in der Summe mit ueber 21 Punkten.

      Ich wuerde mich letztendlich zwar aus dem praktichen Grund gegen die Todesstrafe entscheiden, weil sie irreversibel ist, aber auch ich will drakonische Strafen, kein weichgespueltes Gutmenschentum. Es muss Opferschutz und Taetervergeltung geben.

      Und wer hier anzweifelt, dass Anon im Strafrechtsschwerpunkt 12 Punkte hat, der hat die Kernaussage seines Textes nicht verstanden.

      Deutschland hat ein verweichlichtes Strafrechtssystem.

    • 15.10.2014 03:29, Michael

      Wenn die Todesstrafe mit der Wuerde des Menschen unvereinbar waere, haette es keinen (nicht deklaratorischen) Grund gegeben, die Abschaffung in Art. 102 GG extra festzuschreiben. Dieser Artikel ist nicht veraenderungsfest und koennte im Rahmen einer Grundgesetzaenderung abgeaendert werden.

    • 15.10.2014 08:57, Anon

      Also die Anzeige wegen schwerer KV kommt vielleicht daher, weil die, noch während ich im Koma lag, von der Polizei selbst geschrieben wurde. Letztlich hatte ich Glück und jedenfalls keine bemerkbaren dauerhaften Schäden. Damit wollte ich ausdrücken wie überfordert die Polizei sein muss.

      Und bei meiner Aussage ging es nicht um die Todesstrafe, auf die ich aber auch einen anderen Blick habe, seit dem uns ein amerikanischer Prof. die Gründe mal näher erklärt hat, die auch nicht so abwegig sind, wie man in Deutschland glaubt. Aber ich bin auch dagegen, weil es irreversibel und eine falsche Verurteilung nie ausgeschlossen ist. Und für Folter bin ich auch nicht, aber auch nur, weil die Gefahr zu groß ist, dass Folter missbraucht wird. Wenn man bspw im Fall Metzler 100% gewusst hätte, das er es war und man das Kind retten noch retten kann, dann fände ich nicht nur die Androhung von Folter angemessen. Aber da das nicht geht, bin ich natürlich gegen Folter.

      Mein Beitrag bezog sich auf zu niedrige Strafen, das Personalproblem der Justiz und das ewige Gerede um die Resozialisierung. Ich bin nicht der Auffassung, dass es bei Strafe nur darum gehen kann, dass der Täter wieder in die Gesellschaft eingegliedert wird. Das wäre zwar wünschenswert, aber das ist doch utopisch. Wenn die Täter keine Folgen treffen sehen sie doch, dass sie immer wieder so handeln können und andere sehen auch, dass solches Handeln folgenlos bleibt. Um besser zu verstehen was ich meine, sollte man sich mal diesen Beitrag ab Minute 10:00 anschauen. http://www.youtube.com/watch?v=m7Jk0IgpwUU "Der Rechtsstaat ist für die Jungs nur noch eine Lachnummer"

    • 15.10.2014 09:02, Anon

      Ich entschuldige die Fehler. Habe das gerade schnell runtergetippt.

    • 15.10.2014 09:32, Statistiker

      Auf youtube-Videos zu verweisen ist ja erbärmlich und eines Studierenden unwürdig... 12 Punkte an der youtube-Universität oder am Google-Kolleg?

    • 15.10.2014 09:37, Anon

      Was hat das mit youtube zu tun ? Hör dir bitte die Aussagen der Jugendlichen an, darum geht es.

    • 15.10.2014 09:41, Anon

      Auf welche Videoplattform darf man als Studierender, der nicht einmal mehr bin, denn verweisen ? Wäre das Video als Quelle brauchbar, wenn es auf einer anderen Seite hochgeladen worden wäre ?

    • 15.10.2014 09:52, Anon

      Ich zitiere mal sinngemäß, dann kann man sich das anklicken des Links sparen.

      Jugendlicher: "Warum soll ich die ernst nehmen ? Ich bau jede Scheiße und ich komm nicht in den Knast rein. [...] Früher wo ich Jugendgericht saß, bin ich immer freigelassen worden. Irgendwas mit Strafarbeit. Was sind 60 Stunden ? Ich kenne Einrichtungen, wo ich sage ich mach die Strafarbeit da und dann geh ich nie da hin, weil ich die Leute da kenne und die geben mir die 60 Stunden, das wars. Und wiedereinmal habe ich nichts gemacht."


      Darum geht es.

    • 15.10.2014 12:20, LM

      Lieber Anon, lieber Michael,
      Ich schreibe für die taz an einem Artikel über diese Studie und würde dafür gerne ein kleines Interview mit ehemaligen oder aktuellen Jura-Studenten führen, die für eine Verschärfung des Strafrechts im Sinne der Studie plädieren. Solltet ihr grundsätzlich Lust und Zeit haben, mir eure Meinung zum Thema noch en bisschen weiter auszuführen, wäre es schön, wenn ihr euch unter laurameschede@taz.de bei mir melden könntet.
      Mit vielen herzlichen Grüßen
      Laura

    • 15.10.2014 13:16, Johannes

      An Michael:
      Sehr geehrter Herr,
      gern würde ich ihren Ausführungen bzgl. der Auslegung des Art.1 GG hstl. der Anwendung der Todesstrafe unter Auslassung des Art. 102 GG "lauschen". Vielleicht wäre es ihnen ja möglich hier oder in einschlägigen Aufsatzsamlungen etwas zu Besten zu geben.
      Ihrer gepriesenen Gesammtreputation von 21 Punkten wird dies bestimmt nicht "schaden".
      Ganz im Gegenteil, gewiss ist es ihnen ein Anliegen ihre juristische Kompetenz bzgl. der Beantwortung solcher Fragen mit einschlägigen Argumenten zu untermauern. Man darf gespannt sein.
      MfG

    • 16.10.2014 12:21, Lionel Hutz

      Inwieweit höhere Strafen den Umstand kompensieren sollen, dass die Beweislage nicht ausreichend ist oder die Strafverfolgungsbehörden nicht leistungsfähig genug sind, erschließt sich mir nicht.

      Es gibt AFAIR genug kriminologische Untersuchungen die belegen, dass eine erhöhte Entdeckungs- und Verurteilungswahrscheinlichkeit deutlich höhere Abschreckungswirkung entfaltet, als hohe Strafen. Der beste Beweis ist der Täter, der sein Opfer zur Verhinderung seiner Entdeckung tötet, obwohl er dadurch zum Mörder wird.

      Die genannten Probleme wird man auch dann nicht befriedigend lösen, wenn man gefährliche Körperverletzung mit 10 Jahren Freiheitsstrafe bestraft. Das Konzept der französichen Revolution, Todesstrafe für jedes Delikt zu verhängen, ist auch nicht so überzeugend.

    • 16.10.2014 14:27, FF

      An das wichtige Detail des Migrationshintergrundes konnten Sie sich noch erinnern, ja?! Und an die Punktzahl im Schwerpunktbereich... darf ich mal lachen?!

    • 16.10.2014 15:45, McSchreck

      FF: an die Verhandlung konnte er sich ja erinnern, wo der Täter mit Migrationshintergrund angeklagt und von einem Zeugen identifiziert war. Also ihren vermeintlichen Widerspruch gibt es nicht.

    • 16.10.2014 16:18, FF

      MC_Schreck: Wenn ich die Schilderung richtig Verstanden habe, gab es ja gerade keine Verhandlung. Einen Täter gab es sicherlich; aber war es die Person mit Migrationshintergrund? Das sagt anscheinend nur ein Zeuge, zumal einer, der die StA nicht überzeugen konnte...

    • 19.10.2014 09:11, Sep

      Lieber Anon!

      Leute wie dich braucht die Justiz. Tu dir aber einen Gefallen, gibt keine Interviews und erzähl nichts von dem Verbrechen, das an dir begangen wurde. Die Medien und Behörden werden dich sonst als traumatisiert und/oder gar rechtsradikal betrachten und dir jede Objektivität absprechen, sodass du keine Chance auf einen Richterposten hast.

    • 19.10.2014 15:40, Stephan

      Danke für deine Ausführungen, Anon. Es ist schon bemerkenswert, mit welcher Vehemenz einige Kommentatoren hier versuchen, dich falsch zu verstehen. Ich behaupte: das sind die, die es noch nicht getroffen hat, die aber ihre Kinder sicherheitshalber schon einmal auf Schulen mit niedrigem Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund schicken.

      Eine Sache noch: lass dich nicht mit der TAZ ein. Die wird nicht fair sein. Die werden dich als das Feindbild des bösen, rechten Jurastudenten darstellen, der die Befugnisse der verhassten Polizei ausweiten möchte. Wahrscheinlich schicken die dir hinterher noch ihre Freunde von der Antifa vorbei.

    • 19.10.2014 22:15, Ohweia

      "Anon". Das ist ein NMick, der im rechtsextrem-rassistischen Blog "PI-News" desöfteren unterwegs ist. Und diese Studie wird dort auch längst zitiert.

      Hey Anon: Dieser Versuch des Fakes ist schon im Ansatz gescheitert.

    • 20.10.2014 01:33, Stephan

      Ha! Sehen Sie den Kommentar über mir von "Oweia"? Ein so lehrbuchartiges ad hominem - "Trauen Sie dem nicht, der ist ein Rechter!" - Pseudoargument habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Typen wie "Oweia" glauben ja tatsächlich, sie würden die Welt besser machen, indem sie Menschen, die sie selbst als "Rechte" ausgemacht haben, als Nazis denunzieren - frei nach dem Motto: "Rassismus ist ein Verbrechen. Verbrechern entzieht man die Menschenrechte. Und wer Rassist ist, ENTSCHEIDE ICH!". Hier im Internet ist das noch einigermaßen witzig, aber im echten Leben können Denunzianten wie "Oweia", die zu keiner Diskussion in der Lage sind und Argumente allein deshalb ablehnen, weil sie auch nur vermeintlicherweise von der falschen Person geäußert werden, wirklich gefährlich werden.

      Um es ganz deutlich sein: "Anon" könnte der wiederbelebte Adolf höchstpersönlich sein - solange seine Argumente stimmen, muss man ihnen zustimmen. Sonst rückt man den Faschisten tatsächlich nahe.

      In meiner Generation (bin jetzt Mitte zwanzig) hat man zu viele Möchtegern-Widerständler herangezogen, die glauben, man müsste jedem vermeintlich "Rechten" nur oft genug mit der Faust ins Gesicht schlagen und nur oft genug Demonstrations- und Meinungsfreiheit entziehen, und das Fehlverhalten von Asylbetrügern, Islamisten und Intensivtätern mit Migrationshintergrund müsste man nur oft genug relativieren, "um den Rechten keine Munition zu liefern", und schon wären Demokratie und Freiheit verteidigt. Das Gegenteil ist doch der Fall - Islamismus etwa gedeiht im linken Selbsthass wie ein Schimmelpilz.

    • 20.10.2014 12:06, FF

      Stephan: Wenn du hier schon ganz Argumentationskritisch (zurecht) darauf hinweist, dass Argumente ad hominem unzulässig sind, dann frage ich dich: Wo ist denn bei der Ausführung von Anon selbst irgendeine Form des allgemeinen, objektiven Arguments zu finden?

      Er äußert ein paar (eher zweifelhafte, wie ich schon versucht habe darzulegen) persönliche Anektdoten über nicht geahndete Gewaltdelikte (begangen von, keine überraschung, oft Menschen mit Migrationshintergrund) und versucht, seine Argumente mit seinen Prüfungsleistungen zu untermauern. Das ist doch genauso "ad hominem", bzw. menschelt es gewaltig.

      Und ich muss sagen, wenn wir hier auf der persönlichen Ebene sind: Meine Lebenserfahrungen decken sich überhaupt nicht mit denen von Anon. Ich lebe in einem großtstädtischen "Problem"viertel, dessen Einwohner zu 68% Migrationshintergrund haben, bin oft draußen unterwegs, auch oft nachts, auch oft alleine. Vielen meiner Freunden geht es ganz ähnlich. Ich kenne so gut wie niemanden, der überhaupt schon einmal Opfer eines Gewaltdelikts wurde, insb. eines anlasslosen, unprovozierten (das "so gut wie" kann man egtl. streichen, wenn ich noch mal darüber nachdenke; ich will nur vorsichtig formuliren, daher lasse ich es mal stehen. Gerade fällt mir wirklich gar kein Fall ein). Weder Frauen, noch Männer.
      Und wenn wir schon dabei sind, spiele ich einfach mal mit: Ich habe meinen Schwerpunkt Strafrecht mit 13,5 Punkten bestanden. Nach Anons eigener Logik kann er dann wohl gar nicht mehr recht haben...

    • 20.10.2014 18:27, Korrektor

      Richter, die Gewaltkriminelle - bei denen es sich i. d. R. um Migrationshintergründler handelt - zum 10. bis 20 . Mal hintereinander mit Bewährung "bestrafen", müßten wegen Begünstigung und Anstiftung (zu weiteren Taten) selbt hart bestraft werden, da es sich um Rechtsbeugung handelt. Daß die Polizei keine große Lust hat, aufwändig zu ermitteln, ist verständlich. Wozu auch? Kommt vor Gericht außer ein bißchen Theaterklamauk für den doofen Michel eh nichts bei raus (es sei denn, es geht gegen Autofahrer, Steuerhinterzieher oder "Nazis", dann gibt's auch schon mal elf Jahre für WORTE. ((natürlich nicht bei türkischen Nazis der grauen Wölfe)).

    • 21.10.2014 09:20, RA Ullrich Dobke

      Nun ist es gut! Es verwunderte mich bereits, wie dieser Artikel/Kommentar angenommen wurde und ein solches Echo auslösen konnte. Die Ausführungen von Anon sind doch eher die eines Schachmathen.

    • 21.10.2014 17:01, nonA

      "Ich selbst wurde beim Public-Viewing in Mitten von mehreren hundert Menschen von einem Menschen mit Migrationshintergund bewusstlos geschlagen.

      Der Täter wurde wegen schwerer Körperverletzung angezeigt.

      Das Verfahren wurde mangels Zeugen eingestellt, obwohl es eine Person gab, die den Täter identifiziert hat."


      Na das spricht doch ganz klar für die Todestrafe!
      Wenn ein Verfahren aus Mangel an Beweisen eingestellt wird, dann muss der etwaige Täter halt exekutiert werden. Ist doch klar!

      Ähmmm... ja. Bei so viel Logik komme ich nicht mehr mit.

      Ich bin übrigens auch noch "oft auf der Straße" und kriege das dann Hautnah mit. Das auf der Staße sein läuft in 99,99% aller Fälle ziemlich harmlos ab. Du glaubst im Ernst dass sich ein "Täter" mit 1.4 Promille wirklich vor dem Zuschlagen die Frage stellen würde ob sich dass jetzt lohnt weil die Strafe so hoch ist?

      OMG!

    • 22.10.2014 06:54, bombjack

      Hm.... vielleicht sollte das Notwehr- und Nothilferecht da eher überdacht werden bzw. die Auslegung dessen...z.B. im Fall von Sven G. mit seinem Notwehrversuch vgl. www.heise.de/tp/foren/S-Muenchner-Urteile-gegen-Zivilcourage/forum-166154/list/
      Dann klappt es u.U. auch mit sog. Intensivtätern die u.U. dann mal eher an den Falschen kommen..

      bombjack

    • 23.10.2014 01:25, Blinkfeuer

      "
      Ich kann die Studenten gut verstehen. Die sind jung, gehen insb. noch feiern und erleben "die Straße" noch etwas näher."
      Kenne ich, ist echt hart. Da stellen Pfeifen Laternen hin, die auf dem Weg zur gastronomischen Anstalt noch nicht da waren. Und danndaheim noch dieses Türringen, das hat man ja NIE durchgenommen!

  • 14.10.2014 19:01, zweifler

    Peinlich... aber wenig verwunderlich. Ich erinnere mich noch gut, dass der Jurablock an der Uni eher reaktionär eingestellt war. Wer Todesstrafe und Folter befürwortet hat nun wirklich gar nichts verstanden. Fragt sich, ob da die geistige und emotionale Reife vorhanden ist, die man in dem Beruf voraussetzen sollte - vor allem im Strafrecht.

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  • 14.10.2014 22:03, Leser

    Wie kommt der Autor der Studie (oder der LTO-Autor?) zu der Aussage, "ausgerechnet" bei Jurastudenten seien die Ergebnisse so, wie sie sind? Der Autor hat doch Erstsemester befragt, also Abiturienten, die noch nicht viel vom Jurastudium mitbekommen haben. Eine Aussage über Jurastudenten ließe sich zudem allenfalls dann treffen, wenn man wüsste, ob die Ergebnisse unter Studierenden anderer Fächer nicht noch weit drastischer wären - Vergleichszahlen gibt es aber offenbar nicht.

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  • 15.10.2014 10:06, Purzelbaum

    Selbstverständlich trifft die Studie eine Aussage über Jurastudenten und eben nicht über fertige Juristen, also solche, die durch das Jurastudium gegangen sind und dort hoffentlich eine demokratienahe und rechtstaatliche Sozialisation erfahren haben. Genau diese scheint denen, die sich für ein Jurastudium entscheiden zusehends abzugehen.
    Die Studie bildet ab, wer sich so im Laufe der Jahre für ein Jurastudium entscheidet. Ich tippe mal drauf, in Zeiten stärkerer ökonomischer Unsicherheit sind das eher die mutlosen Charaktere, moralische "Pragmatiker" mit der Eigenheit sehr fokussiert durchs Leben zu gehen und denen Hochachtung ein Anliegen ist. Idealisten die engagierte Bürgerrechtler werden, eben (Sozial-)Liberale, sind das dann nicht unbedingt.
    Einer Milieuzuordnung enthalte ich mich hier gern, möchte ich doch niemandem über Gebühr zu nahe treten.

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  • 15.10.2014 19:31, Bonn1978

    Der Zeitgeist in Deutschland orientiert sich zunehmend an den Verhältnissen in den USA.

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    • 19.10.2014 09:14, E Ekat

      Bedrückend, wie hier ad personam vorgetragen wird gegenüber Meinungsäußerungen, die mit der eigenen, gestützt auf die vermutete Konsens-Weisheit nicht in Übereinstimmung zu stehen scheinen.

      Bereits dies erfüllt Kriterien des Totalitarismus.

      Angst sollte man also weniger haben vor der Entwicklung, daß junge Menschen eine abweichende, wenn auch lediglich anonym ermittelte eigene Meinung entwickeln.

      Angst haben muß man vor Leuten, die sich zur Würde des Menschen äußern, und sich dabei hinter Paragraphen verstecken müssen, wohl weil sie nicht in der Lage sein dürften, eine zutreffende Herleitung des Würde- Begriffs anzubieten.

  • 16.10.2014 09:04, Hans A

    Die Forderung nach extrem harten Strafen ist ein typisches Merkmal der right-wing authoritarian followers, die vom Kanadischen Psychologen Bob Altemeyer wissenschaftlich untersucht und in seinem Buch "The Authoritarians" beschrieben wurden. Rationale Argumente sind bei dieser Bevölkerungsgruppe nur vorgeschoben. Als Produkte einer extrem autoritären Erziehung halten diese Menschen grundsätzlich immer das für richtig, was die von ihnen akzeptierten Autoritäten von ihnen fordern. Menschen, die selbst keiner Autorität und keiner Ideologie oder Religion nachlaufen, können sie nicht verstehen.

    Besonders auffällig: In Kanada befürwortet ein großer Teil von ihnen sogar Präventivhaft für Menschen, die ihre (d.h. der Befragten) eigene Meinungen teilen, falls die Regierung diese Meinungen für gefährlich halten sollte. (Bei diesen Meinungen handelt es sich z.B. um extreme Abtreibungsgegnerschaft oder Law-and-Order-Positionen.)

    Was Bob Altemeyer natürlich nicht untersucht hat, mir aber relativ offensichtlich erscheint: In der alten Bundesrepublik wurde das Problem über viele Jahrzehnte dadurch abgemildert, dass es durch das Besatzungsrecht eine äußere Autorität über dem Land gab. Das hatte eine ähnliche WIrkung wie ein Monarch: In der Gegenwart einer äußeren Autorität, die über dem ganzen Land steht und offensichtlich keine extremen Positionen vertritt, unterdrücken die right-wing authoritarian followers ihre extrem rechten Neigungen. Werte wie Demokratie, Liberalität usw. haben leider nicht diesen Effekt.

    So erfreulich die deutsche Wiedervereinigung sonst auch war: Mit dem Zwei-plus-Vier-Vertrag war leider vorgezeichnet, dass die right-wing-authoritarian followers allmählich wieder zu einem ernsthaften Problem in Deutschland werden und insbesondere wie im Vorkriegsdeutschland (und vielen anderen Ländern) die volle Kontrolle über das Rechtssystem erhalten, zu dem sie seit jeher besonders affin sind. Da das Problem weitgehend nicht verstanden wurde, konnte man auch nicht rechtzeitig dagegensteuern.

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  • 16.10.2014 15:10, Elena Glossoti

    Also ich bin versehnltich während der Zwischenprüfung eigentlich in den falschen Raum hineingelaufen in die Jura-Abteilung na ja, inzwischen hofe ich doch sehr, nach wie vor, dass man zu einem freien und aufrechten Standpunkt kommt und aufhört sich in irgendeiner Weise selbst aufzufressen und zu kanibalisieren, aber Freiheti muss auch erlernt sein, das ist nur Hoffnung und hoffen heisst weder glauben noch wissen, aber ich bin überzeugt, dass das alles aus dem Ruder gelaufen ist, wegen mangelnder Beweglichkeit, bezahlter und schlechter Justiz und schliesslich kann man sich erkaufte Urteile auch nicht mehr leisten. Deswegen vielleicht in Abstand, ja ich würde bis über 280 Jahre und mehr Prozesskosten einklagen wollen, bis zu 500 Jahre und darüber hinaus.

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  • 16.10.2014 15:42, McSchreck

    Zu Recht wurde darauf hingewiesen, dass es um Studienanfänger geht, also auch die Frage gestellt wird, warum wird Jura studiert. Und da mein Sohn in einem ähnlichen alter ist und ich zeitweise AGs geleitet habe, kann ich einige Stimmen bestätigen, die "härtere Strafen" als Motiv nennen. Wie die 68er in die Justiz gegangen sind, um sie "menschlicher" zu machen, so ist die junge Generation von heute offenbar von den extrem weichgespülten Urteilen in einigen Teilen Deutschlands frustriert und will etwas ändern. Sozusagen ein neuer Marsch durch die Institutionen. Ich kenne zB die Rechtsprechung in Köln, die ganz überwiegend nur noch als lächerlich zu bezeichnen ist. Wenn nach 3 Bewährungen wieder eine Bewährungsstrafe verhängt wird, wenn die Zahl der "minder schweren Fälle" geschätzt 3 x so hoch liegt wie die Zahl der Verurteilungen aus dem Regelstrafrahmen und wenn eine Ausschöpfung von auch nur 1 Drittel des Strafrahmens schon fast als "hart" gilt, dann läuft eben irgendetwas schief. Es gibt - wobei ich natürlich auch nur einen regionalen Überblick haben - wohl kein Gericht, dessen Urteile vom BGB so oft wegen "unvertretbarer Milde" oder unzureichender Sachaufklärung bei Freisprüchen aufgehoben werden.
    So kenne ich genüngend Leute, die genau deshalb "Richter" oder "Staatsanwalt" werden wollen, damit sich dies ändert.

    Eine Anmerkung noch zu dem seltsamen Beitrag über Autroitätsgläubige. Was dieser verkennt, dass wir hier in einer Demokratie leben und die Gesetze daher in einem Rechtsstaat nun mal bindend sind, zumal die Bundesrepbulik den Menschen nun wirklich sehr viele Freiräume lässt. Was es mit Autoritätsgläubigkeit zu tun haben soll, sich an den Rechtsstaat zu halten, ist für mich nicht nachvollziehbar. Allerdings hat es in Köln zuletzt mehrere Fälle von tödlicher Notwehr gegeben, wo Menschen Räuber erstochen haben. Die Messer hatten sie dabei, weil sie sich nicht mehr auf den Rechtsstaaat verlassen haben, sondern glaubten, sich selbst schützen zu müssen. Ob diese Art "nicht autoritätsgläubig" zu sein, besser ist, stelle ich in Frage. Die Familien der Täter (also der toten Räuber) werden es wohl ähnlich sehen und wären froh, wenn ihre toten Söhne vielleicht das Gesetz mehr geachtet hätten. Dann hätte man sie nicht ungestraft töten dürfen.

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  • 16.10.2014 17:21, Martin Rathsack

    Es ist wirklich Schade, dass es Jurastudenten gibt, die die Todesstrafe befürworten.
    Über Die eine oder andere Strafdauer mag es unterschiedliche Empfindungen und Gerechtigkeitsgefühle geben, aber die Todesstrafe muss außerhalb eines jeden freiheitlich denkenden unabhängigens Juristens Meinung liegen!
    Alle die die Todesstrafe befürworteten sollten bitte Rechtsgeschichte und Rechtsphilosophie belegen und sich vor diesem Hintergrung mit der Strafzumessung und der Ethik beschäftigen.
    Ich hoffe das möge ihnen helfen!

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    • 19.10.2014 23:51, Wilhelm L.

      Ich bin Volljurist und Bundesbeamter im höheren Dienst.
      In gewissen Fällen ist die Todesstraße angebracht, mit dieser Schlapp-Justiz geht es jedenfalls in die Irre. Auf den Straßen ist man nicht mehr sicher und zu Hause auch nicht mehr. Die Gewaltkriminalität nimmt immer mehr zu.
      Ich habe immer eine geladene Waffe bei mir und werde im Notwehrfall auch davon Gebrauch machen.

    • 20.10.2014 08:54, Martin Rathsack

      Das macht mir Angst! Unter diesen Voraussetzungen nimmt man Ihnen die Waffenberechtigung jedenfalls wieder ab. Informieren Sie doch mal Ihren Dienstherren davon, wie Sie so denken.

      Wir reden hier von der Todesstrafe. Das schließt sich schon im Wortsinne aus! Strafe beinhaltet, dass zum einen eine Rache des Opfers am Täter verübt wird. Rache kommt aber psychologisch besser an, wenn die Rache spürbar ist, wenn er tot ist ist er tot, der spürt nichts mehr.
      Zum zweiten gibt es den Besserungsgedanken, der Täter soll was draus lernen. Das geht auch nicht wenn er toto ist. Dann zuguterletzt soll die Rechtsordnung gesühnt werden, also die Rechtsordnung wird verteidigt indem der Täter für seine Verfehlungen bezahlen muss. Wenn nun der Staat genauso primitiv mordet, dann hat er diesen Sühneanspruch gar nicht mehr.
      Warum also Todesstrafe? Aus Strafgründen ist sie völlig verfehlt!
      Man sehe nur die USA, das schlechteste (demokratisch legitimierte) Strafsystem der Welt, mehr Gefängnisinsassen und Kriminalität haben nur totalitäre Regime und failed States.

    • 20.10.2014 18:52, Korrektor

      "Man sehe nur die USA, das schlechteste (demokratisch legitimierte) Strafsystem der Welt, mehr Gefängnisinsassen und Kriminalität haben nur totalitäre Regime und failed States."
      Martin Rathsack

      Würden in der BRD Urteile gesprochen, die der Tat angemessen sind, säßen hier prozentual mindestens genauso viele Personen ein. Es ist doch nur so, wie es ist, weil alles, was Beine hat, laufengelassen wird, i. d. R. mit dem Freispruch 2. Klasse, der sog. Bewährungs"strafe".
      In der BRD wird doch jede Ordnungswidrigkeit härter geahndet als die meisten Gewaltdelikte. Bei der Ordnungswidrigkeit zahlt der Betroffene auf jeden Fall, notfalls bis zum Haftbefehl. Bei Gewalttaten kriegt der Schläger "Bewährung", also nix.

  • 16.10.2014 20:31, Hans A

    @McSchreck: Offenbar haben Sie von meinem Beitrag überhaupt nichts verstanden.

    Über Bewährungsstrafen für Wiederholungstäter und Ineffizienz der Strafverfolgung kann man ja durchaus diskutieren. Wer allerdings die Todesstrafe einführen will, hat offensichtlich ein grundlegendes Problem mit der FDGO und in unserem Rechtssystem nichts verloren. In der alten Bundesrepublik haben sie das noch gespürt und sich dementsprechend angepasst. Aber seit es keine Besatzungsmächte und keinen östlichen Nachbarstaat mehr gibt, dem wir unbedingt moralisch überlegen sein wollen, glauben sie, für das ganze Land zu sprechen und halten sich nicht mehr zurück. Auch in Umfragen tun sie sich jetzt keinen Zwang mehr an und vertreten ihre extremen Positionen.

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  • 17.10.2014 01:10, Rechtsanwaltservice

    Was für ein miesses Pack lässt sich den da sein Studium vom Steuerzahler finanzieren. Die sind ja durchweg untragbar für einen Rechtsstaat - also kurzum: Thema oder besser Studienziel verfehlt! Da kann man ja nur hoffen, daß dieses Gesocks vor der Zwischenprüfung rausfliegt!! Im Übrigen sind das Verfassungsfeinde!! RS

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  • 17.10.2014 01:25, Rechtsanwaltservice

    Nachtrag:
    kein Mensch hat das Recht einen anderen zu töten!! Punkt-um-Aus!

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    • 20.10.2014 19:00, Korrektor

      Laber diesen Stuß nochmal, wenn einer dein Kind getötet hat oder deine Frau/Mann/Mutter/Vater (was hoffentlich nie passieren wird, obwohl ich dir diese Erfahrung schon gönnen würde). Nach lächerlichen 15 Jahren grinst das Viech dich dann in Freiheit wieder an, dein Angehöriger lacht nie wieder mit dir, du Menschenrechtler.

    • 21.10.2014 09:59, Martin Rathsack

      Dieser unfreundliche angreifende Ton, wenn die Agumente ausgehen, schade dass es solche Kommentotoren auch hier gibt. Bitte wechsel auf ein anderes Forum, Stammtischgelaber mit dem agressiven Wunsch, dass dem vorherigen Kommentator alles Schlechte passiere. Was soll das?

      Der Staat hat den Strafanspruch, nicht ein Angehöriger. Wir sind mit der römischen Überprägung vor knapp 2000 Jahren von diesem Blutfehdegedanken langsam weggekommen, weil die Angehörigen des Täters ja sonst wieder Rache an dir und deinen Kindern üben.

  • 17.10.2014 13:11, McSchreck

    Ihr Beitrag ist aber gerade nicht - jedenfalls nicht erkennbar - auf die Todesstrafe bezogen, sondern auf die "Forderung nach extrem harten Strafen" und angebliche "Autoritätsgläubigkeit".

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  • 17.10.2014 14:10, Hans A.

    @McSchreck: Wer den Zusammenhang zwischen extrem harten Strafen und der Todesstrafe ohne Hilfestellung nicht erkennt, hat wohl ein grundsätzliches Problem, bei dem ich nicht helfen kann.

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  • 17.10.2014 20:32, Rudi-Duttschke-Fan-Kreuzberg-1968

    Wir konsumieren zu viel Hollywood-Action-Filme, welche uns das Töten von Menschen als erstrebenswertes Ziel und als einfache und schnelle Lösung von Problemen verkaufen.
    Wir lassen uns beeinflussen, werden zunehmend naiver, und verblöden.
    Früher war es die Bild-Zeitung, heute sind es Killer-Comuter-Spiele und Hollywood-Blockbuster, welche die Menschen zu Anhängern der Todesstrafe machen, und für Waffen und Kriege werben.

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  • 18.10.2014 11:24, Der Rechtsstudent

    Die Forderungen nach einer härteren Bestrafung in Deutschland kann man wohl noch nachvollziehen. Bildet sie doch einfach eine Gegenbewegung zur Justiz der 1000 Chancen, der Justiz der Absprachenpraxis, der Ermittlungsunlust von Staatsanwaltschaften etc. Wie man als Jurastudent aber die Todesstrafe und eine "Rettungs"folter befürworten kann ist mir ein Rätsel. Wobei gerade die Folter auch in der Wissenschaft nicht völlig geächtet ist.

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  • 18.10.2014 11:53, Bernd

    @Rudi-Duttschke-Fan-Kreuzberg-1968
    [ironie]insbesondere die Raub-Mord-Killer-Computer-Spiele, Dünnpfiffkino/TV und die BLÖD-Zeitungen aus der Zeit, zwischen 8000 v.Chrs bis 1900 n. Chr. Das gehört bei Todesstrafe verboten.[/ironie]
    Das Thema gewendet ergänze ich: wir haben doch schon ganz erhebliche Fortschritte gemacht, wenn etwa zwei Drittel aller Jura-Anfänger demokratienah sozialisiert wurden, das berechtigt doch zu höchsten Erwartungen.

    Das Bedürfnis nach (mehr) (staatlicher, polizeilicher, ?) Autorität ist übringens tatsächlich eher Teil des Problems als der Lösung. Für einen Schnellüberblick sei der Wikipedia-Artikel zur Autoritären Persönlichkeit genannt.
    Und noch ein Schmankerl: die Mehrzahl aller, ich nenne es mal Problemkriminalität, hat eine direkte Verbindung zu Milieus und Lebenserfahrung in Milieus, in denen autoritäre Persönlichkeitsstrukturen normal, üblich und wahrscheinlich auch willkommen sind.

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  • 19.10.2014 08:13, Meinereiner

    Vorab: ich habe NICHT Jura studiert
    Ich bin nicht über das Ergebnis der Studie entsetzt, im Gegenteil (wobei ich die Todesstrafe und die Folter ablehne!)
    Mich entsetzt vielmehr, dass die enorm hohen Rückfallquoten bei gewissen Straftatbeständen offensichtlich erst jetzt und vielleicht nur bei den "Erstsemestern" zu einem Umdenken führt. Dem normalen Menschen ist es nämlich sehr schwer zu vermitteln, warum z.B. alleine in Berlin 800 Intensivtäter auf den Strassen unterwegs sind, die ein Opfer nach dem anderen produzieren und selbst mit Samthandschuhen angefasst werden.

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  • 19.10.2014 09:13, gustav

    ich lehne die todesstrafe ab und wenn die jung-juristen diese wieder einführen wollen, ja dann liegt das an der lehrmeinung der professoren, wo sehe ich das

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  • 19.10.2014 09:15, Cologne237

    Es heißt Strafrecht und nicht Resosialisierungsrecht. Stellen Sie sich vor, neben Ihnen wird jemand aus Ihrem engsten Familienkreis umgebracht. Der Täter ist ein Wiederholungstäter der gerade auf sein Leben in Freiheit vorbereitet wird.....
    Würden Sie da nicht auch nur einen kurzen Moment über die Todesstrafe nachdenken?
    PS: ich finde einige Kommentare für absolut überheblich... Wer für die Todesstrafe ist, hat den Sinn nicht verstanden usw.

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  • 19.10.2014 09:22, Tabularasa

    Also bei unserem hochveräterischem Regierungs-Pack kann ich den Wunsch nach härteren Strafen durchaus verstehen. Lebenslang reicht da schon lange nicht mehr aus ...

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  • 19.10.2014 09:44, Stefan

    Resozialisierungsprogramme sind zu teuer und bringen unterm Strich sehr geringe Erfolge. Die Täter werden rückfällig. Folglich wäre die Todesstrafe die bessere Variante um sich der Täter zu entledigen.

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  • 19.10.2014 12:06, RA-HH

    Interessant wäre hier mal eine Befragung der Richter/StA zum Thema.
    Was da selbst bei härtester KV eingestellt bzw zur Bewährung ausgesetzt wird ist unglaublich. Begründet wird das mit Arbeitsüberlastung. Korrekte jur. Begründung gibt es natürlich nicht. Bei den (ahnungslosen) Studienanfängern bzw beim Pulikum kommt das als Kuscheljustiz an. Dabei ist es nichts weiter als schlichte Faulheit denn die Gesetze sind selbstverständlich da, werden aber nicht angewandt. So kommt es zu den merkwürdigsten Resultaten. Ich erinnere einen Intensivtäter mit 12x Bewährung. Das ist schon rein rechnerisch gar nicht möglich. Aber kein Mensch hat Berufung eingelegt.

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  • 19.10.2014 15:15, El Bearsidente

    Kein Mensch hat den Tod verdient? Googelt mal Tsutomu Miyazaki,den sog. Otaku Killer.

    Es gibt Verbrechen die so scheusslich sind, dass darauf die einzige Strafe der Galgen sein kann.

    Aber der moderne deutsche Nazi, der sich gerne als toleranter Gutmensch präsentiert, will lieber Verbrecher schützen als deren Opfer.

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    • 20.10.2014 09:08, Martin Rathsack

      Auf die Gefahr hin als arrogant bezeichnet zu werden:

      @El Bearsidente
      "Aber der moderne deutsche Nazi, der sich gerne als toleranter Gutmensch präsentiert, will lieber Verbrecher schützen als deren Opfer. " Ehrlich? Das verdreht ja genau den historischen Hintergrund!
      Gerade weil die Nationalsozialisten so unmenschlich straften, gerade deshalb hatte ich gehofft die Menschen hätten daraus gelernt, dass man genausowas nicht macht! Einfach aus Prinzip! Was man sonst mit Menschen macht, die jede gesellschaftliche Eingliederung unmöglich machen ist eine andere Frage, da bin ich für gute Vorschläge offen. Aber die Todesstrafe und andere Menschenunwürdige Behandlung sind einfach nicht drin!
      Weil wir (hoffentlich) KEINE Nazis sind!

  • 19.10.2014 17:24, Maser Rodan

    Und bald singen sie wieder "...Lehrgang marschiert. Achtung! die Zukunft frei! [..]". Da fällt mir nur eins ein: furchtbare Juristen.

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  • 21.10.2014 12:37, p8!

    Das Land der Dichter und Denker wird einmal mehr zum Land der Richter und Henker!

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  • 21.10.2014 13:33, Detlev Burghardt

    Zuerst: Ich bin KEIN Jurist.

    Todesstrafe? Nein. Wie schnell passieren Ermittlungsfehler (nicht widerlegte Falschaussagen) und Verfahrensfehler. Eine Todesstrafe ist nicht korrigierbar! Es gab in der Vergangenheit schon genügend Justizmorde aufgrund von Fehlurteilen.

    Ich bin ein Gegner von Folter. Trotzdem muß es eine Möglichkeit geben, daß im Einzelfall (wo die Täterschaft unstrittig ist wie seinerzeit im Entführungsfall Jakob von Metzler) ein Täter (im zitierten Fall war es Manuel G.) zum Reden gebracht wird. Ich kann mir den Gewissenskonflikt des damaligen Ermittlers lebhaft vorstellen: Er mußte denken, daß das Opfer (ein kleiner Junge) noch lebt. Der bereits zweifelsfrei überführte Täter sitzt vor dem Ermittler und redet nicht, wo sich der (zu dem Zeitpunkt zwar schon ermordete) Junge befindet. Der damalige Ermittlungsstand ließ die Hoffnung zu, daß das Opfer noch lebte. Die vermeintliche Überlebenschance wurde aber mit fortschreitender Zeit immer geringer.

    Ich möchte die Frage in den Raum stellen, was ist formal juristisch korrekt, in diesem Falle zu tun? Muß der Ermittler wirklich warten, bis es ggf. für das Opfer zu spät ist? Wieviel und welchen Druck DARF der Ermittler ausüben, um den bereits überführten Täter zum Reden zu bringen, wo jede Stunde, jede Minute zählt? (Heute wissen wir, daß das Opfer bereits tot war, aber damals bestand noch die Hoffnung, daß das Opfer noch lebt!)

    Liebe Volljuristen, ich frage ausdrücklich Sie, wieviel psychischen Druck darf der Ermittler ungestraft aufbauen? (Ich gehe davon aus, daß der Ermittler keine glühenden Zangen geholt hätte!)

    Detlev Burghardt

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    • 21.10.2014 21:04, Hans A

      Ich bin kein Jurist, möchte aber anmerken, dass das Recht nicht alle Probleme lösen kann. Manchmal muss man Recht brechen und hinterher die Strafe auf sich nehmen im Bewusstsein, dass man das moralisch Richtige getan hat und alle, einschließlich Richter und Staatsanwalt, das verstanden haben. So war das im Metzler-Fall, und so war das im Fall des Vaters, der den gut situierten Mörder seiner Tochter nach Frankreich verschleppt hat, weil ein Filz in Deutschland seine Strafverfolgung erfolgreich verhindert hatte. In solchen Fällen wird die Strafe für den moralisch richtig handelnden Straftäter automatisch im untersten Strafrahmen liegen, aber ganz auf sie verzichten kann man nicht.

  • 21.10.2014 14:21, Matthias

    Die Umfrage findet unter Erst- und Zweitsemestern statt. Ich habe selbst vor einiger Zeit daran teilgenommen. Die Reihen, die die Todesstrafe befürworten, dünnen sich sehr schnell und sehr stark aus.

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  • 21.10.2014 15:09, Stevie Ray

    Bei Gewalttaten von "katastrophischem Ausmaß", wie zB der Amoklauf von Anders Behring Breivik wäre die Todesstrafe nicht nur angemessen, sondern auch die einzig denkbare Strafe, um die Schuld, die er auf sich geladen hat, zu sühnen.

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  • 21.10.2014 15:46, Samira

    Ich lebe in Saarbrücken. Dort gibt es eine berüchtigte Polizeiwache - die Karcher. Wer dort als Beschuldigter hinkommt und sich nicht botmäßig benimmt, der hat die Wahl zwischen dem Aufzug in dem einem die Beamten eine liebevolle Ganzkörpermassage mit Gummiknüppeln verpassen und der Treppe bei der einem die Beamten zuvorkommenderweise herunterhelfen. Mit einem schwungvollen Schubser in den Rücken.

    Folter und Gewalt sind Alltag in deutschen Polizeiwachen. Der Polizist im Fall Metzler war lediglich dumm genug sich zu verplappern.

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  • 21.10.2014 16:12, Arbeiterkind

    Meine These: Diese "beängstigende Entwicklung" ist ein Milieuproblem. Diejenigen, die Jura studieren und noch vielmehr diejenigen, die Richter oder Staatsanwälte werden, also beide Examina mit mindestens 9 Punkten abgelegt haben, gehören weit überwiegend einer anderen sozialen Schicht an als diejenigen über die im Strafverfahren später ein Urteil gefällt wird. Das wohlhabende Bildungsbürgertum kann sich unmöglich in die Lebensrealität und Emotionalität eines im Ghetto aufgewachsenen Jugendlichen einfühlen. Dass sich dies negativ auf die Bereitschaft auswirkt, die Gesamtumstände auch aus Sicht des Täters zu würdigen, liegt für mich auf der Hand. Natürlich ist verwirklichtes Unrecht per definitionem nie gerechtfertigt. In der beschriebenen Haltung und dem Ruf nach schärferen Sanktionen spiegelt sich m. E aber hauptsächlich ein Mangel an Empathie und ein fehlendes Bewusstsein dafür, dass es eben die durch das Bildungsbürgertum stark geprägte Wohlstandsgesellschaft ist, die eben diese Straftäter und das Unrecht erst hervorbringt. Der eigene Lebensweg und die gesellschaftliche Stellung wird unreflektiert als eigenes Verdienst oder als selbstverständlich erlebt, während hingegen die Wahrnehmung der Delinquenz der "Anderen" als deren persönliche Schuld im Extremfall einen Ruf nach der Todesstrafe opportun erscheinen lässt. Arbeiterkind

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  • 21.10.2014 19:03, Mike

    @LT-Redaktion; Blogger

    Im Arsenal des postmodernischen Zynismus spricht etwas für die Todesstrafe: Sie schließt Wiederholungstäter aus.

    Gegen die Todesstrafe spricht: Vom alten Ferdinand Tönnies (starb 1936) bis Ralf Dahrendorf (starb 2009) galt auch in der bürgerlichen Soziologie Streit / Konflikte als typischer oder Normalfall menschlichen Zusammenlebens und ihrer Gesellschaft genannten Societät. Und auch der alte Freud (starb 1939) polemisierte gegen die Konflikte vernebelnde, religiös begründete „Inflation der Liebe“. Soziologen ging – und geht – es darum, sogenannte institutionelle Regelungen zu finden und über Normen durchzusetzen, damit Konflikte / Streit sich im Lebensrahmen halten. Damit bezweifle ich, ob die wie auch immer (auch vom Philosophen Karl Jaspers 1946 gegen Menschheitsverbrechen begründete) Todesstrafe dazu beiträgt.

    Gruß, Mike

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  • 22.10.2014 08:10, Laros

    Das Wort "Todesstrafe" ist an sich schon ein Euphemismus. Eine Todesstrafe ist keine Strafe. Eine Strafe würde eine Resozialisierung implizieren, was hier ausgeschlossen ist. Exekution ist das richtige Wort. Ein Mord im Namen des Staates wenn man so will. Nüchtern betrachtet ist eine Exekution ein Mord ausgeübt vom Staat zur Befriedigung von Rache (Vergeltung) der Anderen.

    Ebenso nüchtern kann man einmal betrachten, was wir als Gesellschaft verlieren für das was wir gewinnen (eigentlich gar nichts).

    Bei der Folter verhält es sich ähnlich. Mal frei von Ethik und Moral: Sie ist schlichtweg - NUTZLOS. Das gilt für alle Arten von Foltern, auch psychische Folter. Wenn es nicht mehr geht, macht das Gehirn früher oder später Schluss, und strickt sich seine Wahrheit selber zusammen um sich zu retten. Wahrheit ist für unser Bewusstsein zweitrangig.
    Umgekehrt ausgedrückt: Wenn ich einen Menschen tatsächlich glauben lassen möchte, dass 2+2=5 ist. Dann kann ich das. Und dafür brauche ich nicht einmal körperliche Schmerzen.
    Wenn ich einen Menschen glauben lassen möchte, etwas zu wissen obwohl er es nicht weiß, dann wird er dieses Wissen ab einem gewissen Punkt herstellen, ohne dass es ihm bewusst wird.

    Bedenkt man, dass eine Abschreckung durch Folter und Exekution in der Gesellschaft nicht statt findet, bleibt die Frage offen: Wofür überhaupt?

    Für mich wäre das ein Grund eine solche Gesellschaft zu verlassen.

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  • 22.10.2014 08:21, Laros

    Ich muss auch sagen, ich bin skeptisch welchen Einfluss Folter und Exekution auf die Gesellschaft ausübt. Ich lebe in einem Staat, der sagt: Manchmal ist es richtig einen Menschen zu töten. Mehr noch: Manchmal MUSS man einen Menschen töten.
    Genauso: Manchmal MUSS man einen Menschen foltern.

    Hat diese Sichtweise keinen Einfluss auf die Gesellschaft? Warum sollte sich ein Mensch der in einem solchen Staat lebt diese Sichtweise nicht als Vorbild nehmen? Oder sich von ihr indoktrinieren lassen? Und unter Einfluss verschiedener Faktoren (fehlende Bildung, Alkoholeinfluss, Depressionen, etc.) dazu bewegen selbst Justiz anzulegen: Manchmal müsse es ja sein, einen Menschen zu töten/foltern!

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    • 06.11.2014 13:54, rescuedirk

      EIn herzliches Danke!

  • 22.10.2014 14:14, Schumi

    Interessant wäre noch, ob das Studium und die dort gewonnen Erkenntnisse diese Ansichten ändert. Sprich gibt es Unterschiede zwischen den Meinungen der Studienanfänger und der gleichen Personen kurz vor bzw. nach ihrem Abschluss.

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  • 22.10.2014 16:37, Claudia Sperlich

    Gibt es irgendeinen Grund zur Annahme, man könne durch Folter die Wahrheit erfahren?
    Ich empfehle die Lektüre der Cautio Criminalis des Friedrich Spee von Langenfeld. Da ist schön dargelegt, warum Folter der Wahrheitsfindung unter keinen Umständen dienen kann.
    Wer sich so lange Lektüre nicht zutraut, kann auch den Kassiber des Johannes Junius lesen. Ist alles online.

    Und wem auch das zu viel ist, der möge sich vorstellen, man bedroht ihn mit Folter, und er kann ohne Folter davonkommen, wenn er gesteht, einen Menschen umgebracht zu haben. Also bitte genau überlegen:
    Entweder du sagst - wahrheitsgemäß - niemanden umgebracht zu haben, dann wirst du gefoltert. Immer wieder. Bis du "gestehst".
    Oder du "gestehst" gleich, im vollen Bewußtsein, daß das Geständnis gelogen ist.
    In beiden Fällen droht dir die Todesstrafe - aber ob du vorher unvorstellbare Schmerzen und Ängste leidest oder nicht, das hast Du in der Hand. Einfach lügen, und schon macht der Staat den Schmerzen für immer ein Ende.

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    • 22.10.2014 17:37, Bernd

      @Claudia Sperlich,
      du liegst zwar richtig, aber deine Begründung ist unnötig umständlich. Daher hier die meinige:
      Zu Zeiten von Hexenwahn/Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit haben bekanntermaßen Beschuldigte regelmäßig unter Folter gestanden Geschlechtsverkehr mit dem Teufel gehabt zu haben usw.
      Diese Gefolterten haben also Tätigkeiten mit Wesenheiten gestanden, obwohl an der Existenz der Wesenheiten erhebliche Zweifel bestehen und Existenznachweise nicht geführt werden können.
      Selbst ein flüchtiger Blick auf Hexenprozesse und neuzeitliche Folterpraxis genügt für die Erkenntis, dass Folter der Wahrheitsfindung abträglich ist.
      Laros hat es bereits auf den Punkt gebracht: Folter ist NUTZLOS.

  • 22.10.2014 16:48, h.ewerth

    Ganz ehrlich, diese Studie macht mir Angst. Ich ging immer davon aus, dass solche "Einstellungen" nur bei Stammtischen, Boulevard Medien sowie dem privat Fernsehen und Co. vorkommen.

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  • 22.10.2014 21:19, G. Langweilt

    Soso, Folter solle also angebracht sein wenn die Täterschaft feststeht. Interessant. Ich dachte immer, die Täterschaft stellt ein Gericht fest? Vor dem Hintergrund der hier zur Diskussion gestellten Studie warten dunkle Zeiten auf uns alle...

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  • 22.10.2014 22:56, Claudia Sperlich

    Zu alledem:
    Wer Todesstrafe will, will Vollstrecker.
    Wer Folter gutheißt, will Folterer.
    Wenn Folter legalisiert wird, gehört sie zur Ausbildung eines Polizisten.

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  • 23.10.2014 10:12, DAniel

    Ihr mit euren beschissenen Punkten und Examen... Was habt ihr denn für eine Ahnung wie es auf der Straße zugeht?! Richitg! Keine! Aufgewachsen wohlbehütet zwischen Tür und Angel von Mami und Papi. Darum sage ich euch: "Wehrt Euch!" Wer mich verletzt wird von mir verletzt. Faktum. Aus. Amen.

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    • 24.10.2014 08:50, Bernd

      Ich fasse die Aussage deines Posts mal zusammen:
      Neid. Ad hominem. Ad hominem & Neid. Biblischer Rhetorikschnipsel. Negation des Notwehrrechts. Erweiterung des Notwehrrechts vom Recht auf Verteidigung zum Codex Hammurapi. Signal unterdurchschnittlicher Diskussionsbereitschaft. Aramäische Bekräftigungsformel.

      In diesem Sinne mach nur, was du da schreibst. Dann haben wir, wenn du, deine Freunde und Verwandten göück habt, hier gleich den nächsten Dünnpfiffschreiber, der Todesstrafe und Folter fordert, weil sein Angehöriger bei nichtiger und anfangs verbaler Auseinandersetzung mit dir unglücklich krepiert ist und dein Auge-um-Auge-Prinzip für inakzeptabel hält.
      Wenn du freilich Pech hast, geht der Hinterbliebene deines nächsten mutmassl. Opfers hinter den Codes Hammurapi zurück und vergilt nicht Gleiches mit Gleichem sondern eher maßlos...

      *facepalm*

  • 24.10.2014 06:37, Winterweiss

    Evtl. sollten die "Freunde" der Todesstrafe einmal diesen Artikel lesen:

    http://rt.com/usa/155472-death-row-inmate-innocent-study/

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  • 14.02.2015 08:08, N. Schippers

    NRW hat die Frage beantwortet ob solche Menschen für das Richteramt geeignet sind. Nein.
    Man muss sich fragen ob solche Verfassungsfeindlichen Elemente überhaupt zum Juristen geeignet sind.
    Noch viel erschreckender als die Haltung zur Todesstrafe, ist die Haltung zur Folter.
    Zur Wiedereinführung der Todesstrafe musste nur der Abschaffung des 102 GG. Mit einfacher Mehrheit. Und schon hat Hessen wieder eine Todesstrafe (Art 21 Landesverfassung)
    Aber gerade bei der Folter sind sich alle zivilisierten Staaten mit Ausnahme der USA einig, das sie unwirksam, unmenschlich und völlig ungeeignet für eine Wahrheitsfindung ist. Sie dient lediglich der Sardistischen Befriedigung der Folterknechte.
    Es bleibt also zu fragen was "Juristen" die ein solches kriminelles Verhalten befürworten im juristischen Betrieb zu suchen haben, außer weggeschlossen hinter Gittern.

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