Pump up the volume

Über Belesenheits- und Wissenschaftsmimikry

von Prof. Dr. Roland SchimmelVistenkarte

24.01.2013

Recherche in der Bibliothek

Manchmal taucht in einem der Anfängerkurse über wissenschaftliches Arbeiten für Juristen die Frage auf, ob es einen Geheimtipp gebe, wie man mit möglichst wenig Aufwand eine möglichst professionell wirkende Abschlussarbeit zusammenstrickt. Dann denkt Prof. Roland Schimmel bei sich: "There are no shortcuts." Er lässt sich zu einem Kaffee einladen und erzählt dem Studenten Folgendes.

Wer im täglichen Prüfungsgeschäft, genervt von den vielen sich wiederholenden Fehlern in Anfängerarbeiten, Erholung braucht, greift am besten zu einem Krimi. Oder zu einer guten juristischen Doktorarbeit, wenn man schon alle Krimis kennt.

Als es kürzlich wieder so weit war, nahm ich eine aktuelle Diss zur Hand. Sie war kurz: Mit 86 Textseiten gerade genug Lesestoff für eine Fahrt im Regionalexpress von Frankfurt nach Fulda. Das ist zwar weniger Text als manche Bachelor- oder Masterthesis, mit denen ich sonst befasst bin, aber size doesn´t matter, wie man gemeinhin sagt. Jeder Schluss von der Quantität auf die Qualität fällt auf den Fehlschließenden zurück. Trotzdem freute ich mich, weil ich eine so schlanke Dissertation das letzte Mal Ende der 1950er Jahre in der Hand gehabt hatte.

Kurz und kürzer

Als sich die ersten sechs Seiten als Einleitung erwiesen und die letzten beiden als Zusammenfassung, wurde ich nachdenklicher. Ich habe schon universitäre Schwerpunktbereichsabschlussarbeiten (Bearbeitungszeit: ein paar Wochen) gelesen, die mehr als 78 Seiten aufwiesen – und deren Fußnotenapparat die gut 400 leicht hinter sich ließ, die hier den wissenschaftlichen Unterbau darstellten.

Um bei den schnöden Zahlen zu bleiben: Im Schrifttumsverzeichnis, das überwiegend alphabetisch sortiert war, standen 105 Einträge. Zweibändige Werke waren mit zwei Einträgen aufgeführt. Klingt harmlos, führt aber schon beim Münchener Kommentar zum BGB zu verblüffenden Bläh-Effekten, vom Staudinger ganz zu schweigen. Und bei Beiträgen in Sammelbänden hatte der Verfasser immer einen Eintrag für den Sammelband angelegt und einen weiteren für den Beitrag selbst.

Die Zahl der ausgewerteten Texte lag in Wirklichkeit also unter 100. Davon hatte sieben der Doktorvater verfasst – und einen der Vater des Doktoranden. Letzterer wiederum war auch der Verfasser des Vorworts eines vom Doktorvater herausgegebenen Handbuchs. Dieses hatte der Doktorand in etwa jeder zehnten Fußnote zitiert. Na gut. Die Welt ist halt klein.

Während die Habilitationsschrift des Doktorvaters nicht nur ausführlich verarbeitet, sondern gelegentlich wortlautnah oder wortlautidentisch wiedergegeben war (nur die lästigen Anführungsstriche hatte der Doktorand vergessen), wurden sechs Doktoranden-Vorgänger in jeweils genau einer Fußnote abgefrühstückt. Wenn ihre Arbeiten zum Thema nicht recht passten, war der gedankliche Zusammenhang in der Fußnote passend gemacht worden.

Diese Technik der Verbeugung vor dem Lebenswerk des Doktorvaters hatte ich mit dem Verschwinden der Ordinarienuniversität ausgestorben geglaubt. Kein Doktorvater zwingt doch heute mehr seine Doktoranden zu solchem Kotau. Und kein Doktorand mit Rückgrat schleimt sich so plump bei seinem Prüfer ein. Die Vergangenheit hob für einen kurzen Augenblick ihr grauses Haupt. Ich fühlte mich, als hätte ich einen lebendigen T-Rex gestreichelt.

Es geht auch anders, doch so geht es auch …

Das seltsame Schicksal der Sekundenberühmtheit teilten die Doktoranden-Vorgänger indes mit den Verfassern etwa sechzig weiterer Quellen. Um diese ins Verzeichnis aufnehmen zu können, hatte der Autor der Doktorarbeit sie jeweils exakt einmal zitiert. Besonders hübsch wirkte das bei den Buchrezensionen, die in den Fußnoten ein schönes schmückendes Beiwerk zu den je besprochenen Büchern bildeten, ohne für den Gedankenfaden eine Rolle zu spielen. Von den anderen etwa zwei Dutzend Texten waren sieben wirklich oft zitiert worden, der Rest je ungefähr eine Handvoll Male. Der Schreibtisch des Doktoranden kann sich nicht gebogen haben unter der Last der Bücher.

Hatte er dieses einigermaßen durchsichtige Aufpumpen des Quellenverzeichnisses denn nötig gehabt? Eigentlich nein. So recht bewandert bin ich im Thema der Arbeit nicht, aber es fiel doch schnell auf, dass er von den einschlägigen Lehrbüchern nur ein oder zwei und auch von den Standardkommentaren und -handbüchern zu den betroffenen Rechtsgebieten bei weitem nicht alle verarbeitet hatte. Vermutlich musste die Arbeit einfach nur schnell fertiggestellt werden.

Am Ende hat mich der Text übrigens ziemlich gelangweilt. Das lag weniger daran, dass ich vom Kartellrecht nicht genug verstehe. Anstrengend wirkte, dass etliche Passagen einschließlich der Fußnoten doppelt oder dreifach verwendet worden waren. Copy and Paste mit marginalen Modifikationen, aber unter Beibehaltung der grammatikalischen Fehler. So etwas fällt leicht auf, wenn der Gesamttext nicht allzu umfangreich ist. Hätte der Verfasser sich auf Verweise beschränkt statt Papier mit Wiederholungen zu füllen, wäre die Arbeit gleich noch ein paar Seiten kürzer geworden.

Und wo bleibt das Positive?

Wenigstens einen Fehler hatte er nicht begangen: Die letzthin so beliebten Plagiate, die mehr und mehr Politiker- und Wissenschaftlerkarrieren ausbremsen, waren nicht zu sehen. Wo anderthalb Seiten wörtlich aus der Wikipedia kopiert waren, hatte er das – wissenschaftlich eher verpönte – Online-Lexikon konsequent in den Fußnoten genannt. Nur die Anführungsstriche… - aber das erwähnte ich wohl schon. Anführungsstriche werden sowieso überschätzt dieser Tage.

Um Missverständnisse zu vermeiden: Die Arbeit war inhaltlich gewiss ertragreich. Ich habe einiges gelernt beim Lesen. Zum Beispiel: "Politiker sind Menschen und als solche sind sie entweder auch fußballinteressiert oder sind sich zumindest der Bedeutung des Fußballs bewusst." Das war mir vorher nicht klar gewesen. Immerhin eine steile These, vielleicht sogar eine echte neue Erkenntnis.

Who cares?

Letzten Endes bleibt die pragmatische Einsicht: Wenn auch ein Text diese und ein paar andere Schwächen hat - für den Erwerb eines juristischen Doktorgrads reicht es allemal.

Der Doktorvater kann sich an diesen Petitessen jedenfalls nicht gestört haben, sonst hätte er den Verfasser nicht promoviert. Aber wenigstens vor Erteilung des Druckfreigabevermerks hätte er auf Korrektur offensichtlicher Fehler im Gebrauch der deutschen Sprache, Bereinigung unnötiger Wiederholungen und Anführungszeichen für wörtliche Zitate bestehen können. Meine Eisenbahnfahrt jedenfalls hätte er gerettet.

Roland Schimmel lehrt Bürgerliches Recht an der FH Frankfurt am Main.

(Anm. des Autors: Den Namen des Verfassers und den Titel der Arbeit habe ich absichtlich nicht genannt. Wer sich dafür interessiert, möge mir eine E-Mail schicken. Der Text mag langweilig zu lesen sein. Aber als Vorbild für das Aufpumpen einer anständigen Seminararbeit zu einer Doktorarbeit des Typs ultra slim kann man ihn bestimmt verwenden. Für den Erfolg will ich aber nicht garantieren. Es geht schließlich auch anders.)

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Zitiervorschlag

Prof. Dr. Roland Schimmel, Pump up the volume: Über Belesenheits- und Wissenschaftsmimikry. In: Legal Tribune ONLINE, 24.01.2013, http://www.lto.de/persistent/a_id/8032/ (abgerufen am 22.05.2013)

Infos zum Zitiervorschlag

Kommentare

24.01.2013 14:39
Nein, dieser Beitrag ist nirgends wörtlich abgeschrieben. Aber das meiste, was hier steht, hat der Verfasser eben doch vorher bei "vroniplag" gelesen - auch nicht ganz die feine Art. Warum er dann die dort zu findenden Hinweise auf Plagiate in der besprochenen Arbeit nicht wahrhaben will, bleibt sein Geheimnis.
LTO-Leser Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von LTO-Leser 24.01.2013 14:51
Hallo LTO-Leser, wo genau haben Sie denn den Text gefunden, den der Verfasser des obigen abgeschrieben/plagiiert/unanständig übernommen hat?
Vielen Dank schon jetzt!
Roland Schimmel

24.01.2013 17:27
@ R. Schimmel: Aber das müssen Sie doch noch wissen - auf der dem Autor gewidmeten vroniplag-Seite unter "Befunde".
LTO-Leser Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von LTO-Leser 24.01.2013 18:03
@ LTO-Leser: Dankeschön! Jetzt erinnere ich mich. Ich habe meinen von mir selbst verfassten obigen LTO-Artikel in jahrelanger mühevoller Arbeit neben meinen Belastungen in Beruf und Familie ... nach bestem Wissen und Gewissen. Und so weiter.
Aber im Ernst. Bitte erlauben Sie mir zwei Fragen:
1. Sind die von Ihnen beanstandeten Informationen nicht sämtlich Tatsachen, die man vom einen Zusammenhang in den anderen transportieren dürfen sollte? (Zumal wenn man die bewußte Doktorarbeit vollständig gelesen hat.)
2. Würde Ihr leise anklingender Vorwurf entfallen, wenn ich versicherte, das Einverständnis des Verfassers der betreffenden Notizen eingeholt zu haben?
Noch einmal danke!
Roland Schimmel

24.01.2013 18:21
Das Weglassen von Anführungszeichen erhöht die Lesbarkeit, zumindest in juristischen Arbeiten. Das ist kein Plagiat.

Als Lesehilfe für das nächste Mal empfehle ich, die ironisch gedachten Stellen farblich zu unterlegen. Die Vorteile sind erhöhter Lesekomfort und verbesserte Verständlichkeit, auch für Juristen.
Sotho Tal Ker Auf diesen Kommentar antworten

24.01.2013 18:29
@ R. Schimmel: Ist o.k. Wir schließen jetzt alle einmal die Augen und nehmen uns vor, ganz fest daran zu glauben, dass Sie sich eine schwer zu beschaffende Dissertation aus einem ihnen fremden Fachgebiet besorgt, diese vollständig gelesen und dann rein zufällig dieselben Defizite entdeckt haben, die vor Ihnen die Leute von vroniplag gefunden haben (immerhin einschließlich der Übereinstimmungen mit der Habilitationsschrift des Doktorvaters, was für eine Zugfahrt-Lektüre eine bemerkenswerte Leistung darstellt). Und damit lassen wir es dann auch bewenden.
LTO-Leser Auf diesen Kommentar antworten

24.01.2013 19:40
@ R. Schimmel: So ganz unrecht hat "LTO-Leser" offenbar nicht. Sie scheinen hier in der Tat VroniPlag-Ergebnisse verkaufen zu wollen. Ist in der Sache eigentlich auch nichts Verwerfliches. Ich habe es mir dort angeschaut, ist ja alles sauber dokumentiert dort. Mich stört auch allenfalls, dass sie deren Ergebnisse hier als die Ihren verkaufen, die Sie "mal eben nebenbei und zufällig im Zug" entdeckt haben. Dabei steckt da bestimmt wieder viel Arbeit der VroniPlager dahinter. Aber wahrscheinlich sind Sie selber VroniPlager - dann sollten Sie es hier aber auch offenlegen. Im Übrigen ist doch VroniPlager sein im Moment ohnehin eher hip und angesagt.
Meckerziege Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Meckerziege 25.01.2013 15:26
Auf die Gefahr hin, daß das hier völlig untergeht: Der Text oben versucht die Frage zu stellen, wie dünn das Brett sein darf, das man bohren muß, wenn man einen Doktorgrad erwerben will. Der Text erzählt nichts über Plagiate. Naja, fast nichts. Die beiden Fragen können miteinander zu tun haben, müssen aber nicht. Und weil über Plagiate schon fast alles gesagt ist mittlerweile, habe ich einen Text über das Bohren dünner Bretter geschrieben. Ich finde, das ist ein Unterschied.
Roland Schimmel
Antwort auf den Kommentar von Meckerziege 25.01.2013 17:40
@ R. Schimmel + M. Klicken: Also als "R. Schimmel" schreibt der Mann auf LTO: "Die letzthin so beliebten Plagiate, die mehr und mehr Politiker- und Wissenschaftlerkarrieren ausbremsen, waren nicht zu sehen."

Und als „SleepyHollow02“ dokumentiert er auf vroniplag "weitgehend allein" 39 nachgewiesene Plagiate auf 34 Seiten.

Wie soll man das nennen? Headless horseman? Eine Persönlichkeitsspaltung? Oder eher eine riesengroße Verarsche, durch welcher der beiden Persönlichkeiten auch immer?
LTO-Leser
Antwort auf den Kommentar von Meckerziege 25.01.2013 18:00
Lieber LTO-Leser, man muß aufhören, wenn's am schönsten ist. Deshalb hier zum letzten Mal: Sie reden über die Person des Autors, ich rede über ein Problem des Wissenschaftsbetriebs. So wird das nichts werden. Trotzdem tut es mir leid, wenn Sie sich veräppelt fühlen.
Roland Schimmel
Antwort auf den Kommentar von Meckerziege 26.01.2013 14:27
@ R. Schimmel: Das kann man leider nicht so schön trennen, wie Sie sich das vielleicht wünschen. Wenn ein Beitrag wie der Ihre nur die subjektive Einschätzung des Verfassers wiedergibt und auf Belege völlig verzichtet, ist die persönliche Glaubwürdigkeit des Verfassers ja wohl ein relevanter Aspekt, wenn nicht der relevanteste. Ihre ist jetzt leider dahin, sehr zum Schaden der angemessenen Würdigung des (offenbar wirklich skandalösen) Einzelfalls.

Im Übrigen: Sieht es aus Fachhochschul-Sicht im Ernst so aus, als seien juristische Dissertationen, die aufgeblasen werden müssen, um überhaupt mal 86 Seiten zu erreichen, gerade ein besonders aktuelles Problem des "Wissenschaftsbetriebs"? Wenn Sie sich nur die bei Vroniplag untersuchten juristischen Arbeiten ansehen würden, würden Sie erkennen, dass das weitaus häufigere Problem eher in Arbeiten besteht, die im Schnitt 250 Seiten lang sind, ohne irgendetwas Neues zu enthalten.
LTO-Leser
Antwort auf den Kommentar von Simon Terodde 24.01.2013 20:46
Ich bin erstaunt, welche Richtung die Kommentare nehmen. Der Inhalt des Artikels scheint nicht so wichtig zu sein; die Kommentatoren arbeiten sich viel mehr am Verfasser ab. Sei's drum:

@ Simon Terodde: Die Antwort auf Ihre Frage steht im Gesetz. Meine Juristenkollegen sagen in solchen Fällen gern "Ein Blick ins Gesetz erspart Geschwätz." Ich frage mich allerdings, welches Standesrecht Sie meinen. Können Sie mir helfen?

@ Meckerziege: Vielleicht haben Sie recht. Wenn ich VroniPlagMitarbeiter bin, werde ich es aber vermutlich nicht offenlegen. Vielleicht bin ich aber auch der Tippgeber für VroniPlag gewesen, nachdem ich die betreffende Arbeit gelesen habe. Man kann's nicht wissen - und vermutlich ist es auch nciht wichtig.

@ LTO-Leser: Vielleicht bin ich auch der erste VroniPlagPlagiator. Wer das skandalisierte, würde zugleich aber den Inhalt meines Texts in eine weitere Öffentlichkeit tragen (und damit als Marionette meinen perfiden Plan unwissentlich befördern). Vielleicht warte ich aber auch darauf, daß die Leute von VroniPlag mich als Plagiator verklagen. Dann erfahre ich vor Gericht ihre Klarnamen. Und dann sprenge ich diesen Schwarm, über den ich mich schon lange ärgere. Man kann's nicht wissen. Und vermutlich ist es auch nicht wichtig.

Aber ich hätte trotzdem gedacht, daß man eigentlich eher darüber diskutieren sollte, ob es zwischen einer Seminararbeit und einer Doktorarbeit einen Unterschied gibt.

Und was ich gern noch wüßte: Steht oben in meinem Text irgendwo, daß ich auf der Eisenbahnfahrt auch die Habilitationsschrift gelesen habe? Das war mir nicht so klar...
Roland Schimmel

24.01.2013 21:57
Da ist Herr Schummel aber enttäuscht, dass die bösen Kommentare nicht in die von ihm intendierte Richtung laufen. Dabei hat er die Vroniplag
Befunde nicht nur ausführlich verarbeitet, sondern gelegentlich wortlautnah oder wortlautidentisch wiedergegeben(nur die lästigen Anführungsstriche hat er vergessen)... Um Missverständnisse zu vermeiden: Der Artikel war inhaltlich gewiss ertragreich. Ich habe einiges gelernt beim Lesen. Zum Beispiel von den Bläh-Effekten eines Fachhochschullehrers, wenn er einen lebendigen T-Rex streichelt. Oder wie man mit möglichst wenig Aufwand einen möglichst professionell wirkenden Artikel zusammenstrickt.
Schlaubi Auf diesen Kommentar antworten

24.01.2013 22:31
Was der Herr Schimmel so alles gerne wüsste...ich wüsste gerne einmal: Wieviele Promotionsstudenten hat er denn schon in seinem akademischen Leben betreut? Na? 1 oder 2? Herr Schimmel?

Außerdem frage ich mich: Bekommt er keine vernünftigen Forschungsaufträge und Publikationsanfragen oder warum muss er jetzt auf diesen Guttenberg-Schavan-Zug aufspringen und uns mit einem Thema langweilen, das irgendwann auch einmal ausgelutscht ist. Diese - ach wie witzigen - Kommentare auf eine Dr.-Arbeit sind in etwa so innovativ wie Witze über die Deutsche Bahn („senk ju vor träwelling")...aber gut, da schließt sich der Kreis zu seiner Zugfahrt...
Allwissend Auf diesen Kommentar antworten

24.01.2013 23:17
Ein sehr vergnüglich-lesbarer Artikel - wäre der Hintergrund nicht so traurig.

Die Älteren unter uns erinnern sich noch an das "Notabitur": Gymnasiasten, die vorzeitig an die Front abberufen wurden, durften noch ihr "Notabitur" machen - wenn man schon fiel, sollte man dies wenigstens mit Hochschulreife getan haben.

Geschichte wiederholt sich nicht 1 zu 1, aber immerhin: neuerdings gibt es die Institution der "Notpromotion"; und das geht so: man will den "Dr.-Titel", aber Arbeit soll er nicht machen. Also nutzt man die Netzwerke des Herrn Papa und pumpt ein schlichtes Seminararbeitsthema zu einer 90-Seiten-Diss. auf, und dies möglichst mit Dreifach-Wiederholungen, kuriosem Fußnotenapparat und Literaturverzeichnis sowie unsauberen Zitierweisen. Und der Herr Doktorvater, der solche "Notpromotion" goutierte, befürwortete in einem Gutachten auch noch die Honorarprofessur-Verleihung des Herrn Papa des Doktoranden.

Das ist alles so verwirrend wie erstaunlich.

Noch verwirrender freilich die Kommentare hier. Empört ist man nicht über die Frechheit der "Notpromotion", sondern über den Umstand, dass ein FH-Professor den Finger in die Ordinarienwunde legt. Bleibt abzuwarten, wie die Prüfungskommission der Juristischen Fakultät der Universität Kiel entscheiden wird.
Notpromotion Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Notpromotion 24.01.2013 23:44
Verwirrend ist doch eine Sache: Aufgabe seriösen Journalismus ist professionelle "Fremd"beobachtung. Herr Schimmel ist aber offensichtlich VroniPlag-Insider bzw. -Mitmacher. Gleiches gilt hier für "Notpromotion", der ebenfalls 1 zu 1 VroniPlag-Informationen zum Besten gibt. Die LTO muss sich doch dann fragen, ob sie hier die Pressestelle von VroniPlag sein oder nicht lieber unabhängige Autoren schreiben lassen möchte.
Klartext
Antwort auf den Kommentar von Notpromotion 25.01.2013 13:24
Die Diskussion hier ist in der Tat noch entlarvender als die Dissertation. In solchen Diskussion wird mir wieder klar, warum sich mein Freundeskreis im Studium nur zu einem kleinen Teil aus Kommilitonen zusammensetzte...
claire

25.01.2013 00:11
@ Klartext:

Ich bin "unabhängig". "Vroniplag-Informationen"? Wer "googlen" kann, ist klar im Vorteil. Beschäftigten Sie sich inhaltlich auch noch mit der "Sache" an sich? Oder sind das Petitessen?
Notpromotion Auf diesen Kommentar antworten
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