Juristenausbildung: Vier gewinnt nicht

Der bekannte Sinnspruch zu juristischen Prüfungen "Vier gewinnt" hört sich für Außenstehende ziemlich einfach an. Für frisch immatrikulierte Studenten klingt er nach jeder Menge Freizeit - und für arbeitssuchende Juristen nach blankem Hohn. Constantin Baron van Lijnden über Notengebung und Nervenzusammenbrüche in einer der besten Ausbildungen der Welt.

 

Gerade einmal vier Punkte braucht man in juristischen Prüfungen zum Bestehen. Das klingt wirklich nicht nach viel, immerhin liegt die Obergrenze der Notenskala bei 18; es sind also nicht einmal 25 Prozent der theoretisch möglichen Bestleistung nötig, um durchzukommen. Es verwundert schon ein wenig, dass ein Fach, dessen Abgänger später einmal recht verantwortungsvolle Positionen und Ämter bekleiden sollen, die Latte so niedrig hängt – wer zu Schulzeiten im Schnitt vier Punkte (entsprechend einer 4 Minus) erreichte, der blieb schließlich sitzen - und dabei lag das Maximum sogar bloß bei 15 Punkten.

Ist Jura also wirklich kindisch einfach, machen die Studierenden zu Unrecht ein solches Buhei um ihre Examina? Keineswegs, denn die Maßstäbe der Gymnasien oder anderer Studiengänge an die Benotung im Jurastudium anzulegen, hieße mit zweierlei Maß zu messen. Tatsächlich ist die Notenvergabe in Jura um ein Vielfaches strenger als in jedem anderen Fach; eine historische Tradition, deren ursprüngliche Gründe umstritten sind, die sich aber längst als Norm etabliert hat und allen Reformbestrebungen standhält.

So müssen sich die meisten Abiturienten zum Studienbeginn auf einige herbe Enttäuschungen einstellen; für den Klassenprimus, der seine Erstsemesterklausuren mit siegessicherem Lächeln abgibt, sind die Zeiten der "guts" und "sehr guts" vorbei, und auch für das "voll befriedigend" wird er kämpfen müssen.

Andere Maßstäbe

Tatsächlich gelten die obersten drei Punktwerte - 16, 17 und 18 - in Jura als praktisch unerreichbar. In Bayern etwa schloss eine Studentin namens Sonja Pelikan im Jahr 2004 ihr erstes Examen mit einem Schnitt von 16,08 Punkten ab und erzielte damit das beste Ergebnis der letzten 21 Jahre im Freistaat. Immerhin: Ein "sehr gut" hat man im Examen bereits ab 14 Punkten, da die Zuordnung von Punktzahl zu Notenbezeichnung hier nach einem anderen Schlüssel erfolgt als bei den einzelnen Klausuren. Das ändert allerdings nichts daran, dass durchschnittlich weniger als 1 Prozent aller Absolventen es in diesen Bereich schaffen.

Und auch mit den "guten" Examina (11,5-13,99 Punkte) gehen die Prüfungsämter nicht gerade verschwenderisch um: Im Schnitt erreichen 2-3 Prozent diese Werte. Überaus zufrieden kann daher sein, wer mit 9-11,49 Punkten ein "vollbefriedigend" landet und damit zu den obersten ca. 15 Prozent jedes Jahrgangs zählt.

Das Gros der Studenten muss sich hingegen mit einem "befriedigend" (6,5-8,99 Punkte; erreicht von ca. 20-30 Prozent) oder einem "ausreichend" (4-6,49 Punkte; erreicht von ca. 35-40 Prozent) zufrieden geben. Insbesondere letzteres gilt angesichts eines mit Juristen übersättigten Arbeitsmarktes zwar als Garant für einen Job mit den Gehaltschancen einer besseren Putzfrau.

Nicht nur streng, sondern alles entscheidend

Die ca. 25-30 Prozent der Kandidaten, die im ersten Anlauf das Examen erst gar nicht nicht bestehen, wären für ein entsprechendes Ergebnis sicher dennoch dankbar. Im zweiten Anlauf fallen zwar nur noch knappe zehn Prozent durchs Examen. Zum einen lässt diese Zahl aber jene außer Betracht, die sich aus Angst, Frustration, Burn-Out etc. gar nicht erst zum zweiten Versuch anmelden. Zum anderen sind zehn Prozent noch immer eine stattliche Zahl, wenn man bedenkt, dass diese (ehemaligen) Studenten nun über fünf Jahre vollkommen sinnlos vertan haben: Sie haben keinerlei Abschluss und sind nach zweimaligem Nichtbestehen für das Examen gesperrt - im gesamten Bundesgebiet und auf alle Zeit.

Angesichts dieser Werte dürfte schnell klar sein, dass es mit den vermeintlich laxen Kriterien in Jura nicht weit her ist und sich auch hinter einem popelig klingenden "ausreichend" jede Menge Blut, Schweiß und Tränen verbergen können. Doch nicht nur durch ihre Strenge, sondern auch durch ihre Bedeutung unterscheidet sich die juristische Notenvergabe von der anderer Fächer.

Natürlich steigen und sinken die Gehaltserwartungen auch unter Physikern, Psychologen und Germanisten mit ihren Noten, aber schlechte Ergebnisse lassen sich dort zum Beispiel durch Zusatzqualifikationen, Praktika, etc. weitaus besser kompensieren. Mit den Jahren rückt die Relevanz der eigenen Abschlussnote zudem immer stärker in den Hintergrund, der eigene Platz in der Nahrungskette des Arbeitsmarktes wird immer mehr durch die im Beruf errungenen Verdienste bestimmt.

Einmal unten, immer unten

Nicht so bei Jura: Die Noten des ersten und zweiten Examens ergeben gemeinsam die magische Zahl, anhand derer der fertige Jurist in ein festgefahrenes Kastensystem späterer Over- und Underachiever eingeordnet wird. Wer zwei "vollbefriedigend" oder besser hat, dem ist ein hohes fünfstelliges Einstiegsgehalt garantiert; kommt noch ein Doktortitel oder LL.M. dazu, winken auch im ersten Jahr schon sechsstellige Summen.

Unterhalb der Neun-Punkte-Grenze kommt man jedoch nur in Ausnahmefällen und unterhalb von acht Punkten schon überhaupt nicht mehr bei einer der renommierten Großkanzleien unter. Auch ein Hocharbeiten ist nur begrenzt möglich – durch mehrjähriges Ackern in einer kleinen oder mittelständischen Kanzlei wird der Bewerber für die Big Player im Anwaltsgeschäft nicht unbedingt interessanter; diese decken ihren überschaubaren Personalbedarf weiterhin lieber bei den Top-Absolventen des aktuellen Jahrgangs.

Die Horden der "befriedigenden" und "ausreichenden" Juristen rotten sich also überwiegend in kleineren Anwaltsklitschen zusammen, in denen sie zwar etwas humanere Arbeitszeiten genießen als die Associates der Großkanzleien (das heißt ca. 45 bis 50 statt 60 bis 80 Stunden pro Woche), dafür aber nur einen Bruchteil des Gehalts verdienen: Als Einsteiger – das heißt mit Ende 20 - im Durchschnitt 35.000 Euro jährlich, wobei durchaus Gehälter von 20.000 oder weniger vorkommen. Auch abseits des Anwaltsberufes setzen sich die Grenzmauern des juristischen Ständesystems erbarmungslos fort: Nominell hat zwar jeder examinierte Jurist die "Befähigung zum Richteramt", de facto ist Voraussetzung für eine Erhebung in eben dieses Amt in vielen Bundesländern aber was? Genau: Zweimal vollbefriedigend im Examen.

Wer schließlich hofft, gleich an der Universität zu bleiben, eine Dissertation zu schreiben und sich der juristischen Lehre zu widmen, dem steht die gleiche Enttäuschung ins Haus, denn die Promotionsordnungen der allermeisten Fakultäten setzen mindestens ein "vollbefriedigendes" Examen voraus. Kurzum: Sowohl die berufliche Perspektive als auch akademische Weiterbildungsmöglichkeiten und Chancen auf den Staatsdienst werden durch die Examensnote nicht bloß beeinflusst, sondern in Stein gemeißelt - eine in dieser Radikalität wohl einmalige Situation.

Nervenzusammenbrüche und der Schwerpunktbereich

In Anbetracht des strengen Benotungsmaßstabes einerseits und der Bedeutung der Abschlussnote andererseits kann es kaum verwundern, dass viele Juristen mit weichen Knien ins Examen gehen. Die innere Anspannung wird dadurch verschärft, dass die Entscheidung über die eigene berufliche Zukunft sich - vom Schwerpunktbereich einmal abgesehen - auf 6 Klausuren und eine mündliche Prüfung verdichtet. Die gesamten während des Studiums erbrachten Leistungen sind nun völlig bedeutungslos.

Sie finden in die Examensnote keinen Eingang, sind den Korrektoren nicht einmal bekannt. Nun gilt es, das aufgestaute Wissen der letzten vier Jahre im Zeitraffer abzuspielen: Sechs Klausuren und eine mündliche Prüfung - das sind insgesamt ca. 35 Stunden, an denen sich die ungefähr 35.000 Stunden (= vier Jahre) des Studiums messen lassen müssen. Für viele werden sie zur Zerreißprobe: Nervenzusammenbrüche und Heulkrämpfe auf den Toiletten der Prüfungsämter sind keine Seltenheit.

Natürlich gibt es zahlreiche kritische Stimmen sowohl gegenüber dem Maßstab der Benotung als auch der geringen Zahl von Prüfungsleistungen. Diese haben in den letzten Jahren insofern Erfolg gehabt, als mittlerweile der universitäre, einjährige Schwerpunktbereich zu 30 Prozent ins Examen eingeht. Ob man den Studenten damit allerdings wirklich einen Gefallen getan hat, darf bezweifelt werden: Der Schwerpunktbereich fließt zwar in die Examensnote ein, wird aber auch separat von dem im staatlichen Prüfungsverfahren erzielten Ergebnis ausgewiesen.

Never change a running system?

Da die Benotung in den Schwerpunktbereichen extrem uneinheitlich ist (an manchen Universitäten sind 9 Punkte auf einmal die schlechteste vergebene Zensur, an anderen wird der traditionell strenge Bewertungsmaßstab weiter beibehalten), werden die dort erzielten Ergebnisse von vielen Personalabteilungen schlechthin ignoriert. Für sie zählt heute nicht mehr die Examensnote, sondern die Note im staatlichen Teil des Examens, weil hier - wenigstens halbwegs – die Vergleichbarkeit der Ergebnisse gewährleistet ist.

Da aber seit der Einführung der Schwerpunktbereiche die im staatlichen Teil zu erbringenden Prüfungsleistungen reduziert wurden (früher schrieb man sieben Klausuren und hatte zusätzlich zur mündlichen Prüfung noch eine Hausarbeit anzufertigen), ist die relative Bedeutung der einzelnen Prüfungsleistungen sogar noch gestiegen.

Bei aller unterschwelligen wie auch ausdrücklichen Kritik an der deutschen Juristenausbildung sollte eines nicht unerwähnt bleiben: Sie gilt gemeinhin als eine der besten der Welt. Deutsche Juristen genießen international hohes Ansehen und haben bei entsprechenden Zusatzkenntnissen und deutschem Bezug relativ gute Chancen, im Ausland angestellt zu werden.

Nennenswerte Änderungen im System der juristischen Ausbildung hätten sich im Zuge des Bologna-Prozesses ergeben können, der an sich eine Umstellung sämtlicher Studiengänge auf das Bachelor-/Mastersystem vorsieht. Das Jurastudium erwies sich jedoch in diesem Punkt als reformresistent; verschiedene Modelle zur Übertragung der Einheits-Abschlüsse wurden zwar heiß diskutiert, kamen aber nie in die Nähe einer praktischen Umsetzung.

 

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Zitiervorschlag

Constantin Baron van Lijnden, Juristenausbildung: Vier gewinnt nicht. In: Legal Tribune Online, 09.06.2011, http://www.lto.de/persistent/a_id/3462/ (abgerufen am: 28.07.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 19.10.2012 09:07, Ein Leser

    Na der ach so schlaue Autor dieses bedeutungslosen Textes hatte wohl selber kein VB im Examen und hat es nur zum freien Journalisten geschafft und gerade nicht in die von ihm so hoch gepriesene Großkanzlei. Tja, pech gehabt, als "freier" Journalist winken einem dann doch wohl noch weniger als die 35.000 Euro für einen "ausreichenden" Juristen und man muss ich mit solch langweiligen Themen wie "vier gewinnt nicht" rumschlagen ähh ich meine rumschreiben...

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    • 14.11.2014 12:39, Ein Mitfühlender

      @"Ein Leser": Ich bin bei Siemens tätig und habe zusätzlich einen MBA + Dr. Erwähne das nur, um ihrer vorhersehbaren Reaktion (=nicht weiter lesen) auf folgende Anmerkung vorzubeugen:
      Ich bin entsetzt über ihre Gefühlskälte und Arroganz! Offensichtlich hatten Sie nur "tolle" Kommilitonen mit VB und mit dem "Bodensatz" der "ausreichend-Looser" nichts zu tun. Ihr Kommentar zeigt, wes' Geistes Kind Sie sind - und dass man zuerst auf den Charakter achten sollte und erst dann auf die Note!

  • 05.01.2013 04:16, Ein weiterer Leser

    Bitterer Vorkommentar, das kann man sich doch sparen Jungs..
    Das ganze ist schon heiß genug, da müssen wir jetzt nicht anfangen auf den Leuten rumzupicken.. der Artikel ist vielleicht ein wenig überspitzt, aber teilwiese bittere Wahrheit

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  • 10.01.2013 17:07, Leser

    Der Autor beschreibt Zustände in der Juristenausbildung und im späteren Berufsleben, die zum Teil ihre Berechtigung haben.Jedoch geht die Simplifizierung zu weit. Die freie Wirtschaft ist mannigfaltiger als die Vorstellungskraft des Autors. Er (der Autor) hat unterschlagen, dass die Juristerei das analytische Denken schärfen und eine strukturierte Herangehensweise schulen soll. Diese Grundlagen können in vielfältigen Berufen eingesetzt werden.
    Anscheinend kennt der Autor nicht viele Juristen (Rechtsanwälte, Richter und etc.). Ein mäßiges Ergebnis ist nicht der berufliche Exodus. Es gibt regionale und marktspezifische Unterschiede.
    Alles in allem ist der Autor mit wenig Tiefgang und vielerlei unnötiger Angstmacherei an die Erstellung des Artikels herangegangen. Das zeugt nicht gerade von den Fähigkeiten, die man im Studium sich aneignen sollte.Dass wiederum Zweifeln aufkommen lässt, in welcher "Kaste" der Autor einzuordnen ist.
    Auch ist der Mehrwert des Artikels auf der lto.de Hompage fraglich, da dieses "Gerede" bereits jeder Student seit dem ersten Semester an zu hören bekommt. Vielleicht wäre die "Bams" oder die "Welt" die richtige Adresse gewesen.

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  • 31.01.2013 18:14, Der Rentner

    NOTEN!!! Noten kein Zeichen für intelligent, man Kann alles Lernen, aber intelligent und Schlauheit das kann man nicht Lernen, der Fux hat auch nicht Gelernt,das heißt schon Lange nicht das Juristen mit befridigen fleißig am Arbeitplatz sind, beweis Viele Politiker im vergangennen Jahren haben Keine Noten
    Die Examensnote ist ja nur eine Momentaufnahme und sagt nichts über die tatsächliche Befähigung des Bewerbers aus. Viele Grüße der Rentner . Der Rentner

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    • 31.08.2015 22:52, der Fachfremde

      Eieieieiei. Da haben Sie absolut recht. Und ich glaube wirklich, wenn Sie von Noten und bildungsunabhängiger Intelligenz reden, dann sind Sie der beste Ansprechpartner dafür. Der Fux hat tatsächlich nicht gelernt - der Dax aber auch nicht, das sollten Sie nicht vergessen. Ich bin froh, dass Sie mir die Augen geöffnet haben.

  • 31.01.2013 19:59, gustuffGANT's

    Hört auf damit, auf dem Autor rum zu hacken, das ist ja peinlich.
    Sehr wichtig, immer wieder erneut daran erinnert zu werden, dass Leistung sich auszahlt, Faulheit schnell gefährlich werden kann. Vielleicht kommt aber auch mal ein weitergehender Artikel mit wirklich nützigen Tips für zB die Mündliche ( etwa Formulierungen und Herangehensweise etc., aber eben auch Extremfallstrategien). Danke!
    der Examenskandidat

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    • 08.02.2013 19:58, Der Rentner

      Das hat mit faulheit nicht zutun,Wiviel Intelligente Menschen haben Schlechte Noten,und Sind in der Politik als minister President oder Verteidigung Minister oder Außenminister,beweis Doktor Titel 40 Prozent der DoktorTitel Sind Plagiat oder gekauft oder duruch beschtechung oder beziehung, diese Titel soll Verboten Werden , Prof. die haben was geleistet

    • 31.10.2013 00:50, Hans Peter Schilig

      Noten für fach Idioten

  • 15.04.2013 21:24, Der Rentner

    Juristen Vier gewinnt nicht, Warum bei Mediciner Vier gewinnt oder alle Mediciner in Deutschland haben die Note gut ,zum glück Kein mediciner arbeslos,aber Juristen mit vier werden abgeschrieben, das ist die Menschen Rechte bei uns, obwohl die Noten von Mediciner haben den gleichen wert wie bei die Juristen,bei psyschologen 93% mit Vollbefriedigen bestanden,Juristen 23% ich suche nach gerechtigkeit

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  • 19.04.2013 18:54, Hedrich

    Noten kein zeichnen für intelligent und Fleiß Volljuristen vier hat verloren, bei der Medizin vier hat arbeit bei der Psychologie vier hat arbeit bei inginieurwesen vier hat auch arbeit,das System bei rechtswissenschat total falsch und mit Absicht das viele volljuriten keine schanze haben,referandariat uni und kein Praktikum, warum bei der Medizin uni und Praxis bei andere berufe auch eine Diskriminierung und Menschen rechtverltzungzung
    Die werden in keine Kanzlei genommen das ist unkollegial und neid,bei Psychologie 93% werden mit vollbefriedigen bei Juristen nur 23%, ihr hält vier für juriste als dumme menschen,das ist Menschen erniedrigen und Persönlichkeit verletzung,warum der unterschied zwischen Juristen und Medizin beide habe die gleiche notenwerte bei Mediziner haben alle arbeit obwohl viele mit Note ausreichend ungerecht.Noten nach zwei Jahren Berufserfahrung die Noten werden nicht mehr gefragt und haben Keine Bedeutung . Viele Gruesse

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  • 08.05.2013 14:25, Der Fred

    Der Artikel beschreibt zutreffend die Gesamtsituation, die sich Studierenden der Rechtswissenschaften stellt.
    Die erste und härteste individuelle Prüfung für Jura-StudentInnen ist, mit schlechten Ergebnissen umgehen zu können. Mit einem 2er oder 1er Abitur ist die Dauerkonfrontation mit Ergebnissen in den Bereichen Mangelhaft bis (mit Glück) Befriedigend eine seelische Prüfung "sui generis".
    Das führt schnell zu der Sinnfrage, ob "Jura" als Studium überhaupt die richtige Wahl ist; dabei stellt sich nicht selten heraus, dass nicht wenige das Jurastudium als "last ressort" und ohne konkrete Zielsetzung ausgewählt haben. Da insbesondere das Grundstudium und die damit verbundene Zwischenprüfung für viele dann doch - glücklich - absolviert werden, führt auf den langen Pfad der potentiellen Verderbnis, wenn sich die Studierenden durch das Hauptstudium regelrecht mühen und kämpfen, Unsummen in private Repititoren zur Vorbereitung auf das erste Examen investieren und am Ende mit Mühe und Not ein (mit Pech) ausreichendes oder (mit Glück) befriedigendes Examens-Gesamtergebnis erzielen - das Drittel Durchfallende sowie die potentielle und kleine Zahl der Elite nicht berücksichtigt.
    Dann sind fünf bis sechs Jahre des Lebens dahin, in den Händen ruhen das Examenszeugnis sowie die Diplom-Urkunde. Und nun heißt es, nach Wartezeiten den Vorbereitungsdienst über zwei Jahre an der Grenze des Existenzminimums zu pflegen, um anschließend erneut geprüft zu werden.
    Ist auch diese Station abgeschlossen worden, sind die Betroffenen mit Glück Mitte oder Ende 20 Jahre alt und dummerweise nicht mit vollbefriedigenden Ergebnissen gesegnet. Die Aussichten für die Berufswelt sind dann zwar nicht sub-optimal, aber optimal ebenfalls nicht. Für eine Fachanwaltschaft müssen erst viele Jahre, unter Umständen passende Fortbildungen und gewisse Mengen an bestimmten Fällen absolviert werden. Der Weg dahin ist keineswegs eine Selbstverständlichkeit. Und in der freien Wirtschaft mögen Juristen mit ihrem analytischen Verständnis zwar verschiedene Aufgaben wahrnehmen können; für den BErufseinsteiger stellt sich dann aber schnell fest, dass erst- wie zweitexaminierte Juristen zunächst einmal nur ein qualifiziertes Abitur haben, weil sie für ihre wirtschaftlichen Aufgaben zunächst einmal wieder sehr viel neues und anderes erlernen müssen ...

    Die Juristenausbildung in Deutschland mag zu den besten der Welt gehören; aber sie ist gemessen an dem Umfang der zu prüfenden Inhalten und der fehlenden Fokussierung, wie es in den meisten Teilen der Welt nun mal üblich ist, nicht zeitgemäß. Insofern wurde mit dem Bologna-Prozess eine großartige Gelegenheit verpasst, die Juristenausbildung zu modernisieren. Ich wäre jedenfalls sehr viel glücklicher gewesen, wenn ich mich im Wege meines Studiums hätte qualifiziert spezialisieren können; die Schwerpunktbereiche bieten dafür nahezu ideale Anknüpfungspunkte ...

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    • 09.07.2013 21:45, G

      Amen!

      Bis auf eine Einschränkung: Die juristische Ausbildung ist definitiv nicht die Beste der Welt.

      1. Wie schon festgestellt ist sie unzeitgemäß. Alle angehenden Juristen werden zum "Einheitsjurist" ausgebildet, keiner arbeitet als Einheitsjurist.

      2. Viel schlimmer: Die angehenden Juristen sind aufgrund der externen Prüfung darauf angewiesen sich zu einem weit überwiegenden Teil den Stoff selbst beizubringen.

      Es ist eher die schlechteste Ausbildung der Welt. Das spricht natürlich umso mehr für die Absolventen die sie trotzdem meistern.

    • 13.04.2015 20:14, Hans

      Die Juristenausbildung in Deutschland ist nicht mehr zeitgerecht und gehört mit Nichten zu den besten der Welt. Zu diesem Thema habe ich einen interessanten Artikel gelesen: https://zeitgerechtejuristenausbildung.wordpress.com/

  • 17.05.2013 11:41, Der Rentner

    Die Juristenausbildung in Deutschland nicht zu den besten der Welt,Referendariat muß mit Kanzleien zusammen arbeiten, uni allein reicht nicht,2 Jahren Berufserfahrung werden noten nicht mehr gefragt, was Jetzt mit dem Juristen gemacht ist einen menschenrechtverltzung persönlichkeit ernidrgung Diskriminierung,ausreichend heißt bstanden, Noten kein Intelligentzeichen, Wichtig berufserfaghrung, dieses System voll neid und Naive Philosophie

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  • 03.06.2013 22:24, Der Rentner

    Noten kein beweis für Intelligent und Flexibilität,Noten Sind für Uni und schuhlen aber nicht am arbeitplatz

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  • 04.07.2013 20:11, 0815

    Im Großen und Ganzen hat der Autor sicher recht. Aber man sollte die Noten trotzdem nicht zu wichtig nehmen. Schließlich entscheidet zum Schluss die Persönlichkeit. Auch kann man über die Aussagekraft der Noten in den einzelnen Bundesländern trefflich streiten. Da darf man nur das Stichwort Süd-Nord Gefälle geben.

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  • 21.09.2013 19:16, Persönlichkeit

    Die Persönlichkeit ist egal, weil sie nicht zum Tragen kommt bei nicht vollbefriedigenden Ergebnissen. Denn die Mappe ist bereits aussortiert.

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  • 22.09.2013 12:59, Der Rentner

    Noten fach idioten

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  • 09.10.2013 20:01, Hedrich

    Noten mit ausreichend Kein Zeichen für Dummheit, und Noten mit 1 KeinZeichen für Intelligent und Schlauheit Noten mit 1 Menschen mit Progrmierte Gedanken, beweis Noten für Viele fach Idioten,2 Jahre Praxis Werden Noten nicht mehr gefragt,ein Abi.mit note 2,8 darf Medizin Studieren weil der Vater Artz ein Abi mit note 1,8 darf Kein Medizin Studieren, und Wiederhole das ist ziwilisierte Menschenrechte und mitten in europa

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  • 17.04.2014 02:14, pwmonatsblatter.com

    pwmonatsblatter.com verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Hochgradig bedeutsam für basement Einzelnen

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  • 01.10.2015 18:30, Leo

    Also eine sache muss ich da mal anmerken: wo hat man denn se hs klausuren + eine mündliche? Ich musste zum ersten examen hier in bbg 7 klausuren schreiben, einen vortrag halten und drei mündliche ablegen. Dazu dann noch der schwerpunkt (1 hausarbeit, 1 verteidigung der ha und 1 klausur). Und ich bin mir da meiner ausführungen auch ziemlich sicher - schliesslich bin ich vor drei stunden erst aus dem jpa gekommen (mit meinem wunderbar bestandenem 4,0er examen)

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    • 07.01.2016 15:45, Der Graf

      In vielen Bundesländern sind es (nur) sechs Klausuren und anschließend eine mündliche Prüfung, so z.B. in Hamburg oder NRW.
      Freuen Sie sich über das bestandene Examen. Wenn man bedenkt, dass jährlich bis zu 40% der Prüflinge nicht bestehen, ist eine 4,0 im Examen immer noch gut.

  • 05.11.2015 15:49, Fremdbesitzerexzess

    Ich will mich gar nicht zum Hintergrund des Autors äußern - der ist ja auch irrelevant. Ärgerlich finde ich - zumindest nach meinem empfinden - den im Hintergrund anklingenden Vorwurf, das Studium, die Notengebung oder die Institution Staatsexamen selbst sei unfair oder studenten-mordend.

    Dazu möchte ich etwas auf Basis meiner mehrjährigen Anstellung an der Universität und den dabei gesammelten Erfahrungen sagen: Es ist ja - jedenfalls in der Regel - keinesfalls so, dass eine schlechte Note im Examen vom Himmel fällt. Der Weg wird im Studium gezeichnet. Wer da schon Probleme hatte, über ein ausreichend in den Klausuren hinaus zu kommen, der wird im Examen selbst eher Schwierigkeiten haben, dieses überhaupt zu halten, wohingegen die Leute, die schon an der Uni 8 Punkte und mehr regelmäßig ihr Eigen nennen können, auch im Examen gute Chancen haben, in Bereiche vorzudringen, in denen die Ergebnisse ein gutes Auskommen sichern.

    Was ist nun aber die Konsequenz daraus? Das Studium wird von denjenigen, die schon im Rahmen der Zwischenprüfung (in Köln ist es m.E. fast unmöglich, diese nicht zu bestehen) kein Bein auf den Boden bekommen, bis zum Ende fortgesetzt. Es werden in vielen Fällen sämtliche Klausurversuche ausgeschöpft und notfalls noch weinerlich beim Professor vorstellig geworden, denn ist es ja gerade der letzte Versuch, der zum Exmatrikulation führt, wenn die Klausur nicht zumindest jetzt im dritten Versuch zumindest mit 4 Punkten bestanden wird. Im Hauptstudium dann ist es mittlerweile jedenfalls in Köln so, dass hier fast gar nicht mehr gesiebt wird. Selbst die Übungen kann man nunmehr beliebig oft schreiben, wenn die schlechten Studenten auch hier mehrfach scheitern.

    Letztlich möchte ich damit nur sagen, dass im Rahmen des Studiums hinreichend Gelegenheit besteht, die Reißleine zu ziehen und etwas anderes zu machen. Wer diese Entscheidung nicht fällen will und sich im Examen dann zwangsläufig so quälen muss wie an der Universität, der kann sich m.E. nicht darauf berufen, dass sein Schicksal in der Berufswelt mit einem ausreichend in Stein gemeißelt ist. Dass die Entscheidung zum Studienwechsel oder Abbruch keine Leichte ist, ist richtig, aber man ist eben nicht mehr an der Schule und im Leben gibt es halt nicht immer nur eine leichte Entscheidung.

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    • 07.01.2016 15:40, Der Graf

      Da haben Sie recht!
      Wer sich schon im universitären Bereich quält, wird es im Examen sehr schwer haben.
      Trotzdem erschließt sich mir nach langer juristischer Studienzeit die Punkteskala bis 18 Punkte immer noch nicht.
      Auch ist es logisch, dass im Studium "ausgesiebt" werden muss, das ist in jedem Fach der Fall. Allerdings ist das Studiensystem bei den Rechtswissenschaften komplett veraltet. Überall hört und liest man, dass es einfach zu viele "Wald- und Wiesenanwälte" gibt, aber es wird seitens der universitären Lehre und Bildung nichts dagegen getan. Anstatt mal ernsthaft darüber nachzudenken, dass Studium nach dem Grundstudium in einen spezifischeren Bereich zu lenken, haut man auf den Tisch und sagt, es ist gut so wie es ist.
      Was spricht dagegen, dass Juristen sich nach dem Grundstudium schon für einen Bereich spezialisieren und genau da dann auch glänzen können?
      Was bringt mir das Wissen über Erb-, Familien- oder Baurecht, wenn ich später nie in diesem Bereichen tätig werden will? Selbst Strafrecht ist für einen Juristen, der eine Karriere in einer angesehenen Wirtschaftskanzlei anstrebt, vollkommen unwichtig, muss aber von hinten bis vorne im Examen beherrscht werden.

      Daneben ist der Aufwand, den dieses Studium mit sich bringt enorm. Das gilt sicherlich auch Medizin, aber da kann man sich fürs Examen noch gezielter vorbereiten, als bei Jura. Hier heißt es nur: ZR I, ZR II, ZR III, ÖR I etc.
      Was aber genau dran kommt (Schuldrecht, Bereicherungsrecht, Sachenrecht etc.), dass weiß nur das JPA. Und so soll man auf das Berufsleben vorbereitet werden? Vor allem ist es blanker Hohn, dass man sich Meinungsstreits "bis zum Abwinken" einverleiben muss, um diese dann nach dem 1. Staatsexamen getrost vergessen zu können, da dies für das 2. Examen von keiner großen Relevanz mehr ist.

      Meinetwegen sollen die Zugangskriterien zu dem Studiengang erschwert werden. Aber dieser Zufallsgenerator in den Staatsexamen und das Bestehen auf rudimentäres Wissen ist für ein modernes Bildungssystem nicht mehr tragbar!

  • 25.01.2016 02:27, Dozent

    Zunächst bin ich entsetzt über den niveaulosen, ersten Kommentar. Weiterhin darf ich vielleicht aus eigener, langjähriger Erfahrung beitragen, dass es keine vernünftige Veranlassung gibt einem grasgrünen Junganwalt ein sechsstelliges Gehalt zu zahlen. Kein Cent wurde aus eigener Aquisition erwirtschaftet. Nicht einmal die Anwaltsversicherung wird selbst bezahlt. Maßlose Arroganz ist geradezu Erziehungsziel. Die tatsächliche Fachkompetenz bleibt oft weit hinter den Büttenvisitenkarten und der ungebremsten Werbung zurück. Es gibt gute Großkanzleianwälte. Aber sie sind selten. Ein großes Glück hat, wer von einem solchen alten Hasen unter seine Fittiche genommen wird. Auf das Einstiegsgehalt kommt es nicht an, sondern auf den Chef - und zwar ganz individuell. Zudem geht die universitäre Grundlagenausbildung durch den Arbeitsmarkteinfluss der Law Firms völlig den Bach runter. Was schert mich römisches Recht! Gibt´s hier ´n M&A Kurs? Und wer schon an der Hochschule nach "High Potentials" wirbt darf sich nicht wundern, wenn das Ergebnis dessen am Ende auf dem gleichen Büroflur sitzt. Insoweit: Klare Ansage aus langjähriger Erfahrung. Wer ein Team und hohe Fachkompetenz sucht, der geht besser in Verbände oder Industrie. Zudem kann ich aus meinen Auslandstätigkeiten bestätigen: Das deutsche Jurastudium ist international absolut marktfähig. Notwendig ist aber eine sehr gute Grundlagenausbildung - will heißen Kenntnis der Entwicklungsgeschichte des Rechts und eine sattelfeste Methodenlehre. Beides wird heute zu sehr im Studium vernachlässigt.
    Ach ja. Bevor mich hier einer als seinen Gesinnungskratzbaum identifiziert: VB, Dr. iur., Deutschland, Namibia, Belgien. Und ich habe hervorragende Kolleginnen und Kollegen mit 5 Punkte Examina kennen gelernt und auch Vollnasen mit VB. Also: Stolz sein, wenn Ihr´s geschafft habt! Nicht den Law Firms nachweinen! Bei vielen netten Unternehmen wird man mit VB gar nicht genommen, weil einem unterstellt wird für einen Law Firm Job wieder davon zu laufen. Das ist Eure Niesche. Und es ist keine Schlechte!

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  • 28.01.2016 05:20, Dozent

    Verehrter Herr Graf,

    ich bitte um Nachsicht, dass ich Ihre Argumentation gerade erst im Detail zur Kenntnis genommen habe. Also ein Wirtschaftsanwalt braucht kein Strafrecht. Der Volljurist ist out. Hm.
    Sie möchten also ein arbeitsrechtliches Compliancegutachten über einen Parallelfall zu - sagen wir "Fall Harz" (Betriebsratsbevorteilung), über einen strafbaren Verstoß gegen das BDSG oder eine Insolvenzverschleppung eines Geschäftsführers durchführen, einen Unternehmenskaufprozess betreuen oder im Steuerrecht Unternehmen beraten, ohne einen Dunst vom Strafrecht? Sie möchten einen Produkthaftungsprozess nach Deliktsrecht führen, ohne Kenntnis vom Strafrecht? Ich kann Ihnen gerne dasselbe vorführen für öffentliches Recht, Europarecht oder Völkerrecht. Geistiges Eigentum ohne TRIPS? Phantastisch. Sowas wollen Sie einer "Wirtschaftskanzlei" verkaufen? Wenn die Münchner Rück mal Anwaltshaftpflichtversicherungen direkt anbietet, können wir´s ja aufgreifen.

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Veranstaltungstipps

71. Deutscher Juristentag (13. - 16.09.2016 in Essen)

Der Deutsche Juristentag ist mit über 2.500 Teilnehmern aus allen juristischen Berufsgruppen (plus Begleitpersonen) die größte juristische Fachtagung Europas. Tagungsort ist die Messe Essen am Grugapark. Weitere Infos gibt es auf djt.de.

27. Jahrestagung der Gesellschaft Junger Zivilrechtswissenschaftler e.V. (14. -17.09.2016 in München)

Unter dem Thema "Perspektiven einer europäischen Privatrechtswissenschaft" diskutieren die Teilnehmer über die Grundlagen und Methoden des Zivilrechts, das allgemeine Zivil- und Zivilverfahrensrecht sowie das Wirtschafts- und Arbeitsrecht. Mehr Infos gibt es hier.