Die besten Apps für Jura-Studenten
Digitaler Lernstoff für die Hosentasche
18.08.2011

© goodluz - Fotolia.com
Gesetze im Internet
Bei "Gesetze im Internet" ist der Name Programm – die kostenlose App bietet Zugriff auf die Webseite des Bundesministeriums für Justiz. Die Anzahl der aufgeführten Rechtswerke ist auf den ersten Blick fast erschlagend, die Suchfunktion sorgt jedoch dafür, dass in sekundenschnelle das gewünschte Gesetz auf dem Display erscheint. Ein gedrucktes Werk kann die App sicherlich nicht ersetzen, für den Unterwegs-Gebrauch eignet sich die Anwendung aber auf jeden Fall. "Gesetze im Internet" gibt es als iPhone- und iPad-Version.
Dejure
Im Gegensatz zum kostenlosen "Gesetze im Internet" trumpft "Dejure" mit einer noch leistungsfähigeren Titel- und Volltextsuche auf, die auch zur Navigation genutzt werden kann. Für 5,99 Euro erhält der Anwender 260 Gesetze des europäischen, deutschen und baden-württembergischen Rechts, die auch offline, also ohne Internet-Verbindung genutzt werden können. Im Preis inbegriffen sind sechs Monate kostenfreie Gesetzesänderungs-Nachlieferungen, danach zahlt man 15 Euro pro halbes Jahr. Dejure ist für iPod und iPad im Apple-Store erhältlich. Kostenlos steht das Programm Dejure GG zur Verfügung, das GG, BVerfGG, AEUV und EU enthält.
Jurion Mobile
Gesetzessammlung zum Dritten: "Jurion Mobile" bietet kostenlosen Zugriff auf 2.500 Gesetze, 90.000 Urteile und enthält ein Rechtswörterbuch mit über 3.000 Rechtsbegriffen. Wie beim kostenpflichtigen Dejure sind beim Programm des Datenbankanbieter Jurion eine Volltextsuche und Lesezeichenfunktion enthalten. Außerdem besteht die Möglichkeit, Inhalte herunterzuladen, um diese Offline zu nutzen. Trotz der sehr kurzen Übersichts-Titel ist die Gratis-Gesetzessammlung die empfehlenswerteste der drei aufgeführten.
Alpmann Schmidt – Jura Definitionen
Für 1,99 Euro bietet die bekannte Repetitoriums-Gesellschaft Alpmann Schmidt wichtige Rechtsbegriffe des Zivilrechts, Strafrechts und des öffentlichen Rechts - genaustens definiert. Das Programm ist nützlich, um passende Grund-Definition schnell zur Hand zu haben. Hilfreich sind die Lern- und Merkfunktionen, um sich die für das 1. Staatsexamen grundlegend notwendigen Definitionen einzuprägen. Zwar weist das Programm ein paar Lücken in Bezug auf den Gesamtinhalt auf, für den Preis aber sicherlich eine lohnenswerte Anschaffung - wenn man offline lernen möchte. Als kostenlose Alternative bietet sich die eigens von Alpmann Schmidt betriebene Webseite an, von der alle Definitionen übernommen wurden.
Lernapp - BGB AT
Den stolzen Preis von 7,99 Euro veranschlagt die "Lernapp – BGB AT". Dafür erhält der Käufer mehr als 70 Karten mit detaillierten Fragen aus dem namensgebenden Allgemeinen Teil des BGB. Die Erklärungen sind ausführlich und lehrreich, am Ende bekommt man eine Abfragestatistik. Die App läuft sowohl auf iPhone als auch auf iPad.
Examensrechner von Perdoctum
Ein vergleichsweise simples Tool ist der Examensrechner von Perdoctum. Für 0,79 Euro bekommt der Käufer ein Programm, in das er seine im Jura-Studium erreichten Punkte eintragen kann und am Ende die Gesamt-Note für das 1. Staatsexamen vorgerechnet bekommt. Der Examensrechner unterscheidet in seiner Menüführung zwischen staatlichem Teil und Schwerpunkt und bezieht die aktuellen Prüfungsordnungen der jeweiligen Universitäten in seine Rechnung mit ein. Der Examensrechner ist momentan für die Bundesländer Bayern, Berlin, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Nordrhein-Westfalen verfügbar.
Spiel der Juristen
Das "Spiel der Juristen" bietet für 9,99 Euro über 2.700 Fragen zu rechtswissenschaftlichen Grundlagen, erstes und zweites Staatsexamen und juristischer Praxis. Dabei sind die Fragen für jedes Bundesland individuell einstellbar, es gibt eine bundesweite Rangliste und eine persönliche Statistik zu jeder Kategorie. Des Weiteren ist ein Wiederholungsmodus für falsch beantwortete Fragen und regelmäßige Updates, insbesondere zu aktueller Rechtsprechung, integriert. Schön ist der Umfang und Inhalt der Fragen, sodass auch Rechtsreferendare und Praktiker etwas mit der App anfangen können. Ob das den sehr hohen Preis rechtfertigt, muss jeder selbst entscheiden.
Juraquiz
Ein kleines aber feines App ist das "Jura-Quiz", das am Lehrstuhl von Prof. Dr. Schwintowski der Humboldt-Universität Berlin entwickelt wurde. Der Nutzer bekommt in Form eines Spielquizes eine Frage gestellt, zu der er mehrere Auswahlmöglichkeiten hat. Das Quiz kann jederzeit beendet und zu einem späteren Zeitpunkt fortgesetzt werden. Somit können auch unterwegs Lerninhalte eingeprägt werden. Trotz der noch übersichtlichen Fragenreihe ist das kostenlose Programm sehr empfehlenswert.
Verbreitete Rechtsirrtümer
Eher in den skurrileren Bereich sind die verbreiteten Rechtsirrtümer einzuordnen. Die Inhalte entstammen dem Projekt "Sammlung volkstümlicher Rechtsirrtümer" des JuraWiki und räumen mit Fehlvorstellungen auf, wie zum Beispiel dass die absichtliche Tötung eines Menschen immer Mord und Kiffen strafbar ist, oder dass Verträge immer schriftlich geschlossen werden müssen. Die App ist zwar kostenlos über iTunes erhältlich, aber für Jura-Studenten wegen des geringen Lerninhaltes nicht zu empfehlen.
Kuriose Rechtsirrtümer
Neben den verbreiteten, werden auch kuriose Rechtsirrtümer auf iTunes für 0,79 Euro angeboten. Hier wird mit Fragen aufgeräumt, ob es Hitzefrei nur in der Schule gibt oder gekaufte Artikel nur in der Originalverpackung reklamiert werden dürfen. Für Jura-Studenten wegen des geringen Lerninhaltes und vor allem auch wegen kleiner Fehler nicht zu empfehlen.
Mehr auf LTO.de:
Zitiervorschlag
Christian Grohganz, Die besten Apps für Jura-Studenten: Digitaler Lernstoff für die Hosentasche. In: Legal Tribune ONLINE, 18.08.2011, http://www.lto.de/persistant/a_id/4057/ (abgerufen am 22.05.2012)
Infos zum ZitiervorschlagRechtsgebiete
TopJOBS der Woche
Neueste Stellenangebote
Meistgelesene Artikel
NRW verbietet RockerclubsKriminelle Kumpanei kostet die Vereinsfreiheit
Auch vor dem Kadi vorläufig gesiegtDFB-Sportgericht bestätigt Fortuna-Aufstieg
Zur Geschichte von § 175 StGBSpäte Wiedergutmachung für Schwule
Norbert Röttgens EntlassungWie die Kanzlerin sich eines Ministers entledigt
Geplante Verschärfung der VerbandsgeldbußeDeutschlands nächster Schritt zu einem Unternehmensstrafrecht?
Veranstaltungen und Seminare
22.05.2012 - 23.05.2012, Leipzigheute13. Kongress Neue Verwaltung
25.05.2012, MainzMainz Media Forum
11.06.2012 - 13.06.2012, BerlinSummer Academy State Aid
12.06.2012 - 13.06.2012, BrüsselEnforcement of EU-Animal Welfare Legislation
14.06.2012 - 16.06.2012, MünchenDeutscher Anwaltstag 2012
Ihre Meinung
Hells Angels und Co. im Visier der LänderSollten Rockerclubs mit kriminellen Mitgliedern generell verboten werden?
Ein Vereinsverbot wäre dann angemessen.
Andere Vereine mit kriminellen Mitgliedern werden auch nicht verboten.
Dazu habe ich keine Meinung.
Artikel der Woche
Auch vor dem Kadi vorläufig gesiegt
DFB-Sportgericht bestätigt Fortuna-Aufstieg
Fortuna Düsseldorf steigt in die Bundesliga auf, Hertha BSC Berlin muss den Gang in Liga 2 antreten. Was auf dem Fußballplatz bereits vergangenen Dienstag entschieden wurde, hat am Montag auch das DFB-Sportgericht in Frankfurt bestätigt. Obwohl Hertha in Berufung gehen will, wohl eher eine endgültige Entscheidung – auch wenn sie einen Aspekt nicht berücksichtigt, kommentiert Johannes Arnhold.
mehr






Kommentare
Schreiben Sie den ersten Kommentar zu diesem Artikel
Kommentieren