VG Berlin zum Polizeidienst: Silikonbrüste sind kein Hindernis

04.03.2014

Das VG hat entschieden: Eine Polizistin mit Brustimplantaten ist nicht weniger leistungsfähig als ihre Kollegen. Mag die Schutzkleidung auch etwas drücken, eine relevante Gefahr für die Gesundheit gehe davon nicht aus.

 

Die Berliner Polizei darf Bewerberinnen nicht wegen eines Brustimplantats ablehnen. Damit gab das Verwaltungsgericht (VG) Berlin der Klage einer Bewerberin statt und verwies auf die Rechtsprechung des Bundesverwaltungsgerichts (BVerwG). Danach könne die gesundheitliche Eignung nur noch abgesprochen werden, wenn regelmäßige oder lange Erkrankungen "überwiegend wahrscheinlich" sind.

Diese Grundsätze müssten auch für die Einstellung von Polizeianwärtern gelten, befand das VG in dem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil. Fachärzte hätten nicht bestätigt, dass sich durch den Druck des Schutzpanzers das Risiko von nachhaltigen Schäden des Bindegewebes erhöhe. Es sei also nicht sonderlich wahrscheinlich, dass die Bewerberin häufiger als ihre Kollegen krank sein werde oder ihr gar die Frühpensionierung drohe (Urt. v. 22.01.2014, Az. 7 K 117.13).

Der Polizeipräsident ging noch davon aus, dass das Risiko langer Ausfallzeiten zu hoch sei. Eine Frühpensionierung sei ebenfalls wahrscheinlicher als bei Bewerberinnen ohne Implantate.

Die Entscheidung ist nicht rechtskräftig. Das VG hat die Berufung zugelassen.

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

VG Berlin zum Polizeidienst: Silikonbrüste sind kein Hindernis. In: Legal Tribune Online, 04.03.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/11223/ (abgerufen am: 27.08.2016)

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Kommentare
  • 04.03.2014 20:09, Annette Bredendick

    Leute. Bitte. Haben wir - in Deutschland und der Welt - ernsthaft solche Luxusprobleme wie aufgeblasene Kunstttitten an einer Ordnungshüterin? Kinners. Das mit dem restlichen Rechtsschrott zusammengerechnet führt uns völlig berechtigt in die unausweichliche BRD-Staatspleite. Also. Rosa von der Brille weg, Polizistin mit Megamöpsen hat ja auch was. So dann und wann. Und so lange sie den Täter kriegt, iss mir das sowas von buggi! Meinen Steuergeldern übrigens auch, die für derlei "tragweitige" Entscheidungen den Bach runtergehen.

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    • 04.03.2014 23:59, Boogeyman

      Anstatt der rosa Brille haben Sie aber nicht eine Schwarzweiß-Brille auf, oder? Nicht, dass ich die Entscheidung nicht richtig fände (im Ergebnis - die Urteilsgründe habe ich nicht nachgelesen). Aber warum ist es Ihnen und Ihren Steuergeldern - ipsissima verba - auch "buggi" wäre, wenn man nicht einem durchaus berechtigten "Anfangsverdacht", der gegen die Eignung für den öffentlichen Dienst sprechen könnte, nachgeht und dies auch juristisch klärt, würde mich schon interessieren.
      Oder finden Sie es so gnadenlos übertrieben, dass man genauer hinschaut, ob die von Ihnen so bezeichneten "Megemöpse" überhaupt in die Standardausrüstung der Polizeit passen? Wäre es für Ihre Steuergelder immer noch "buggi", wenn nach der Einstellung herauskäme, dass die Dame für den Dienst eine sonderangefertigte Schutzausrüstung benötigt?

  • 05.03.2014 07:34, www.strafakte.de

    www.strafakte.de verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    VG Ber­lin, Urt. v. 22.01.2014 – 7 K 117.13 (Si­li­kon­brüste)

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  • 05.03.2014 12:50, Gast

    Möglicherweise ist die auf dem Foto abgebildete Staatsdienerin (ähnlich wie weiland der Herrenreiter) nicht so ganz begeistert davon, als Illustration von "Silikonbrüsten" bzw. "Kunsttitten" und "Megamöpsen" herzuhalten?

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  • 06.03.2014 19:40, Thomas

    Hallo, sind wir schon wieder im Sommerloch? Es ist doch noch nicht einmal Ostern vorbei! Ich finde, dass die abgebildete, hübsche Kollegin, keinerlei chirurgischer Eingriffe bedarf. Und ich nehme an, dass diese Aussage auch für die allermeisten Frauen zutrifft. Gespannt bin ich auch, ob nunmehr aufgespritzte Lippen, mega gestraffte Hautpartien im Gesicht etc. Einzug in die Welt der Ordnungshüter halten werden. Einstellungskommissionen haben da sicherlich auch Ausschlussmöglichkeiten zur Verfügung, die gerichtlichen Prüfungen stand halten.

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