Ehemaliger BVerfG-Richter Hassemer verstorben: "Ein großer Verlust"

10.01.2014

Der ehemalige Vizepräsident des BVerfG Winfried Hassemer ist tot. Der mit vielen Ehrendoktortiteln geehrte Jurist starb am Donnerstag nach schwerer Krankheit im Alter von 73 Jahren.

 

Der Strafrechtswissenschaftler Winfried Hassemer war von 1996 bis 2008 als Richter am Bundesverfassungsgericht (BVerfG) tätig. Von 2002 an war er Vorsitzender des zweiten Senats und Vizepräsident des Gerichts. Dort wirkte er als Berichterstatter an zahlreichen wegweisenden Entscheidungen mit, unter anderem ging es dabei um die strafrechtliche Rehabilitierung eines Soldaten, der von einem DDR-Militärgericht wegen Fahnenflucht verurteilt worden war, um die Wohnungsdurchsuchung bei Gefahr im Verzug und die Vermögensstrafe.

Nach Ende seiner Amtszeit arbeitete Hassemer als Strafverteidiger in Frankfurt für HammPartner Rechtsanwälte. "Das ist natürlich für uns ein großer Verlust - und nicht nur für uns", sagte der Mitgründer der Kanzlei, Rainer Hamm.

Daneben lehrte Hassemer in Frankfurt an der Universität. Dort war er Professor für Rechtstheorie, Rechtssoziologie, Strafrecht und Strafverfahrensrecht. Von 1991 bis 1996 war Hassemer zudem hessischer Datenschutzbeauftragter.

Der Verstorbene erhielt zudem zahlreiche Auszeichnungen. Er wurde zum Ehrendoktor der Universität Thessaloniki (1981), der Bundesuniversität Rio de Janeiro (2001), der Universität Lusiada in Lissabon (2004) und der Universität Pablo de Olavide in Sevilla (2005) sowie zum Honorarprofessor der Renmin University of China (2005) ernannt. Im Jahr 2008 erhielt er das Große Verdienstkreuz mit Stern und Schulterband der Bundesrepublik Deutschland sowie die Wilhelm- Leuschner-Medaille, die höchste Auszeichnung des Landes Hessen.

mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Ehemaliger BVerfG-Richter Hassemer verstorben: "Ein großer Verlust". In: Legal Tribune Online, 10.01.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/10630/ (abgerufen am: 01.10.2016)

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