OLG Hamm zur elterlichen Sorge: Kommunikationsprobleme muss man ertragen

21.01.2014

Sprechen Eltern nicht mehr miteinander, ist das kein Grund, die gemeinsame Sorge in eine Alleinsorge umzuwandeln. So entschied das OLG in einem am Dienstag bekannt gewordenen Urteil. Im Mittelpunkt stehe nämlich das Kindeswohl und nicht der Ausgleich persönlicher Defizite.

 

Das Oberlandesgericht (OLG) Hamm ist dem Wunsch einer geschiedenen Mutter nicht nachgekommen. Sie hatte sich für eine Alleinsorge eingesetzt, um sich unabhängig von ihrem Ex-Mann um ihre beiden Kinder kümmern zu können. Als Grund hierfür führte sie Kommunikationsprobleme an. Das reichte den Richtern jedoch nicht (Beschl. v. 23.07.2013, Az. 2 UF 39/13).

Das Gericht begründete seine Entscheidung mit dem Kindeswohl. Denn überwiegend um dieses gehe es hier. Die Alleinsorge könne dagegen nicht nur zum Ausgleich persönlicher Defizite beantragt werden.

Die Mutter hatte die Alleinsorge 2012 beantragt, nachdem die Eltern zuvor die elterliche Sorge noch gemeinsam ausgeübt hatten. Nach Problemen im Herbst 2012 hatte der Vater nach Angaben des Gerichts ein "übertriebenes Kontrollverhalten" zwar eingesehen, die Mutter verweigere jedoch den Kontakt. Nach wie vor sei den Parteien möglich, über wichtige Belange der Kinder gemeinsam zu entscheiden, fand das Gericht.

una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

OLG Hamm zur elterlichen Sorge: Kommunikationsprobleme muss man ertragen. In: Legal Tribune Online, 21.01.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/10725/ (abgerufen am: 20.01.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 23.01.2014 15:04, Gert Bollmann

    Im Hinblick auf die halbgare,genderfeministische Sorgerechtsreform von Mai 2013 dürfte die Beibehaltung der mütterlichen Alleinsorge bei nichtverheirateten Eltern aufgrund von unbegründeter Kommunikationsverweigerung nicht nur eine Ungleichbehandlung nichtehelicher Kinder gegenüber ehelichen sondern auch weiterhin eine Diskriminierung ihrer Väter darstellen.
    Das gemeinsame Sorgerecht von Geburt an statt unwürdiger und kostenintensiver Antragsverfahren,die den Vater allein schon wegen der Antragstellung zum Täter macht,bleibt auch künftig eine zentrale Forderung im deutschen Familien(un)recht.

    Auf diesen Kommentar antworten
Neuer Kommentar
TopJOBS
Ju­ris­ti­sche Re­fe­ren­tin­nen/Re­fe­ren­ten

Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Soziales, Familie und Integration Personalreferat, Mün­chen und 1 wei­te­re

Rechts­an­walt (m/w) für den Be­reich Ar­beits­recht

Bird & Bird LLP, Mün­chen

be­ruf­s­er­fah­re­nen Rechts­an­walt (m/w) für den Be­reich Ban­king & Fi­nan­ce

Bird & Bird LLP, Frank­furt/M. und 1 wei­te­re

Rechts­an­wäl­te (m/w) im Be­reich Li­ti­ga­ti­on & Dis­pu­te Re­so­lu­ti­on

Clifford Chance, Düs­sel­dorf

Rechts­an­walt (m/w) für den Be­reich Ge­werb­li­cher Rechts­schutz

Bird & Bird LLP, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w) Li­fe Sci­en­ces / Re­gu­lato­ry & Com­p­li­an­ce

Covington, Brüs­sel

Rechts­an­walt (m/w) - für das pri­va­te Bau­recht -

Klemm & Partner, Ham­burg

be­ruf­s­er­fah­re­nen Rechts­an­walt (m/w) für den Be­reich Ar­beits­recht

Bird & Bird LLP, Mün­chen

Rechts­an­walt (m/w) im Be­reich Ge­sell­schafts­recht / M&A

Flick Gocke Schaumburg, Frank­furt/M.

Neueste Stellenangebote
Se­nior Ex­pert (m/w) Tax Con­sul­ting für den Be­reich Tax
Re­fe­ren­ten für Ar­beits- und So­zial­recht (m/w)
Ju­ris­ti­sche Re­fe­ren­tin­nen/Re­fe­ren­ten
Con­tract Ma­na­ger (m/w)
Steu­er­fach­an­ge­s­tell­te/n, Steu­er­fach­wirt/in, Dipl.Be­triebs­wirt/in oder Bi­lanz­buch­hal­ter/in
Mit­ar­bei­ter Geld­wä­sche­präv­en­ti­on (m/w)
Dipl.Ing. Ma­schi­nen­bau (m/w) oder Mas­ter of Sci­en­ce Ma­schi­nen­we­sen (al­le Stu­di­en­schwer­punk­te)