OLG Hamm definiert Grenzen: Wer mehr als drei Sekunden drängelt, zahlt

22.08.2013

Das OLG Hamm hat festgelegt, wann Drängeln auf der Autobahn Bußgeld kostet. Autofahrer, die mehr als drei Sekunden einen zu geringen Abstand zum vorausfahrenden Wagen halten, müssen demnach zahlen. Dies entschied das Gericht am Donnerstag. Es bestätigte damit eine in erster Instanz getroffene Entscheidung.

 

In dem Verfahren war ein 57 Jahre alter Autofahrer zu einer Geldbuße von 180 Euro verurteilt worden, weil er auf der Autobahn bei Tempo 131 über eine Strecke von 123 Metern lediglich einen Abstand von 26 Metern zum vorausfahrenden Fahrzeug einhielt.

Ein Verstoß gegen die Abstandsregelung kann dem Oberlandesgericht (OLG) Hamm zufolge mit einem Bußgeld geahndet werden, wenn der Verstoß "nicht nur ganz vorübergehend" ist (Beschl. v. 09.07.2013, Az. 1 RBs 78/13). Situationen, die nur kurzzeitig zu einem zu geringen Abstand führen, wie etwa das plötzliche Abbremsen oder ein Spurwechsel eines vorausfahrenden Wagens, sind demzufolge keine schuldhafte Pflichtverletzung.

Zeitliche Dauer entscheidend

Die Frage, wann eine Unterschreitung des Abstands nicht nur vorübergehend ist, sei in erster Linie nach ihrer zeitlichen Dauer zu beantworten, entschied das Gericht. Bei einer Unterschreitung von mehr als drei Sekunden liege kein kurzfristiges Versagen mehr vor. Von einem Fahrer sei zu verlangen, dass er innerhalb von drei Sekunden handele, um den Sicherheitsabstand wieder zu vergrößern.

Für schnell fahrende Fahrzeuge wurde die 140-Meter-Regelung festgelegt. Denn wer 140 Meter in weniger als drei Sekunden zurücklege, überschreite die Richtgeschwindigkeit auf Autobahnen von 130 Kilometern pro Stunde deutlich. Deswegen müsse er den geforderten Mindestabstand auch schnell wiederherstellen.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

OLG Hamm definiert Grenzen: Wer mehr als drei Sekunden drängelt, zahlt. In: Legal Tribune Online, 22.08.2013, http://www.lto.de/persistent/a_id/9419/ (abgerufen am: 28.05.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 22.10.2013 15:23, Franz

    Völlig Realitätsfremd, diese Entscheidung mit 140 m.
    Jeder Autobahnfahrer kann dies bestätigen!

    Auf diesen Kommentar antworten
Neuer Kommentar
TopJOBS
Voll­ju­ris­ten (m/w)

Hogan Lovells LLP, Frank­furt/M.

Rechts­an­walt (m/w) im Be­reich Cor­po­ra­te

GSK Stockmann, Ber­lin

Rechts­an­walt (m/w) mit dem Schwer­punkt Ka­pi­tal­markt­recht und De­ri­va­te

Mayer Brown LLP, Frank­furt/M.

Rechts­an­wäl­tin­nen und Rechts­an­wäl­te

Lindemann Schwennicke & Partner, Ber­lin

Rechts­an­walt (m/w) Ver­mö­gens­nach­fol­ge

ESCHE SCHÜMANN COMMICHAU, Ham­burg

Rechts­an­walt (m/w) IT-/Da­ten­schutz­recht

Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, Köln

Rechts­an­wäl­tin­nen/ Rechts­an­wäl­te zur Ver­stär­kung un­se­rer Pra­xis­grup­pe Ar­beits­recht.

Gleiss Lutz, Frank­furt/M.

Rechts­an­walt (m/w) für den Be­reich IT-Recht

Osborne Clarke Rechtsanwälte Steuerberater, Mün­chen

Stu­den­ti­sche Aus­hil­fe Le­gal­Tech (m/w)

Wolters Kluwer Deutschland GmbH, Hürth

Neueste Stellenangebote
Sach­be­ar­bei­ter Men­gen­in­kas­so in Per­so­nal­ver­mitt­lung (m/w)
Rechts­an­walts­fach­an­ge­s­tell­te (m/w) – Rechts­fach­wirt (m/w)
Pa­tent­ma­na­ger (w/m)
Rechts­an­walt (m/w) mit Schwer­punkt Ge­sell­schafts­recht
Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin / Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter
Wis­sen­schaft­li­che Mit­ar­bei­te­rin / Wis­sen­schaft­li­cher Mit­ar­bei­ter Schwer­punkt Eu­ro­päi­sches Zoll u...
Lei­tung (w/m) der Ab­tei­lung Ver­trags­ma­na­ge­ment