Urteil zu verkauften Examenslösungen: "Er hat sich die Schwachen ausgesucht."

26.02.2015

Examenslösungen für Sex und Geld: Wegen Korruption im Amt ist Jörg L. zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Die Vorsitzende Richterin des LG Lüneburg wählte klare Worte: "Das kriminelle Verhalten des Angeklagten ist in hohem Maße geeignet, den Rechtsfrieden zu stören", so Sabine Philipp in der Urteilsbegründung. Jörg L. habe primär seinen eigenen Vorteil im Blick gehabt.

 

Der ehemalige Referatsleiter im niedersächsischen Landesjustizprüfungsamt muss nach der Entscheidung des LG Lüneburg für fünf Jahre hinter Gitter. Die Kammer ging letztlich von sechs besonders schweren Fällen der Bestechlichkeit aus, viermal in Verbindung mit versuchter Nötigung und einmal in Verbindung mit dem Verrat von Dienstgeheimnissen. Dazu kamen sechs weitere Einzelfälle von Geheimnisverrat (Urt. v. 26.02.2015, Az. 33 KLs 20/14).

"Das kriminelle Verhalten des Angeklagten ist in hohem Maße geeignet, den Rechtsfrieden zu stören", erklärte die Vorsitzende Richterin Sabine Philipp in der Urteilsbegründung. "Er hat die ihm eingeräumte Stellung missbraucht." Auch wenn in den zur Anklage gebrachten Fällen letztlich nur 5.000 Euro geflossen seien, ging die Kammer von gewerbsmäßigem Handeln aus.

"Respekt gebührt denen, die das Angebot abgelehnt haben"

Die Justiz hasse ihren Mandanten, hatten die Verteidiger erklärt. In dem Verfahren solle ein Exempel statuiert werden. Er habe vor allem den Referendaren mit Migrationshintergrund helfen wollen, hatte der 48-Jährige im Januar erklärt.

Das wollte ihm Philipp nicht glauben. So hätten nicht alle betroffenen Referendare einen Migrationshintergrund, zwei wären auch ohne Hilfe erfolgreich gewesen, andere hätten das Examen bereits in der Tasche gehabt und nur ihre Zensuren verbessern wollen. Dennoch habe er sich auch noch die Schwachen und Schlechten herausgesucht, betonte Philipp. "Respekt gebührt denen, die das Angebot abgelehnt haben."

Außerdem habe der Angeklagte durchaus seinen eigenen Vorteil im Blick gehabt, nämlich Geld und die Anbahnung sexueller Kontakte. Zudem hatte er den Nachwuchsjuristen schwere Folgen wie etwa Anzeigen wegen übler Nachrede und Verleumdung angedroht, wie mehrere Referendare als Zeugen berichteten.

Verteidigung will Revision einlegen

Damit droht dem Juristen das berufliche Aus und der Verlust seiner Pension. Im Januar hatte der Familienvater ein Geständnis abgelegt, und dabei auch ein intimes Verhältnis zu einer der betroffenen Referendarinnen eingeräumt. Die Anklage konnte Computer-Dateien, SMS-Nachrichten und zahlreiche Zeugen ins Feld führen.

Der Richter war Ende März in Mailand gefasst worden. Bei seiner Verhaftung war er in Begleitung einer Prostituierten und hatte 30.000 Euro in bar und eine geladene Pistole dabei.

In der Schummelaffäre soll mindestens 15 Nachwuchsjuristen das Zweite Staatsexamen nachträglich aberkannt werden, gegen die Betroffenen wird gesondert verhandelt. Rund 200 Sonderprüfer des Justizministeriums hatten die Abschlüsse von 2.000 Juristen untersucht, dabei allein 16.000 Klausuren.

Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre und drei Monate gefordert, die Verteidigung hatte auf eine Strafe von höchstens elf Monaten plädiert. "Ich gehe davon aus, dass wir Revision einlegen werden", erklärten die Anwälte des 48-Jährigen nach der Urteilsverkündung.

dpa/age/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Urteil zu verkauften Examenslösungen: "Er hat sich die Schwachen ausgesucht.". In: Legal Tribune Online, 26.02.2015, http://www.lto.de/persistent/a_id/14807/ (abgerufen am: 02.12.2016)

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Kommentare
  • 26.02.2015 16:36, Apfel

    Endlich ist dieser Typ wegen dieser unsäglichen Taten im Knast. Und da soll er auch bleiben. Diese Person, die das das Staatsexamen besudelt und die Justiz mit Schande überspült hat. Ich habe nur Geringschätzung für die Taten dieser Person übrig.

    Man steht im Staatsexamen aufrecht und nimmt es wie ein Mann, und nicht wie eine armselige Memme, die sich Lösungen kauft. Pfui, und das bei einem Richter. Abartig diese Tat. Zutiefst abscheulich und widerwärtig, ehrliche Kandidaten so zu betrügen, sowas von niederträchtig und widerlich.

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    • 27.02.2015 08:39, Ass. jur. Tell

      Sie haben aber auch irgendwo ein kleines Problem, oder? Ihre Wortwahl spiegelt in ihrer Arroganz leider das Erscheinungsbild vieler Juristen.

      Jeder sollte sich erst mal an die eigene Nase fassen, ob er denn wirklich niemals in seinem Studium ein wenig "nachgeholfen" hat... Bei den Ergebnissen der Staatsexamina und den Anforderungen der Praxis kann ich durchaus verstehen, wenn jemand eine solche "Hilfe" sucht und annimmt. "Verstehen" heißt nicht "billigen", aber letztlich ziehen wir uns solche Auswüchse selbst heran.

    • 27.02.2015 09:28, Ozelot

      Ozelot gefällt Ass. jur. Tell

      Genau dieser von Apfel gelebte unerträgliche Habitus bringt viele kluge und leistungsfähige junge Menschen dazu, sich einen Weg abseits der Prüfungsordnung zu suchen. Die wirklich guten Juristen lassen sich zu derlei Äußerungen jedoch gar nicht erst hinreißen.

      Und ob die Examina in ihrer Ausgestaltung wirklich noch dazu geeignet sind, gute Juristen zu formen, darf angesichts des geradezu lächerlich gewordenen Wettkampfes zwischen Prüfungsämtern und kommerziellen Repetitoren stark bezweifelt werden. Jörg L. war seinen Prüfungsergebnissen nach dann nämlich auch ein guter Jurist. Aber er war kein guter Mensch. Und um ein guter Jurist, insbesondere Richter, sein zu können, kommt es maßgeblich auf beides an. Das wird in letzter Zeit nur zu häufig vergessen (vgl. Datenleck der Staatsanwaltschaften in Niedersachsen, rechtsradikaler Richter in Bayern).

    • 27.02.2015 13:03, Xaerdys

      Ich teile die Wortwohl auch nicht, aber ich kann mit Fug und Recht sagen, meinem Studium nicht "nachgeholfen" zu haben. Abgesehen davon ist abschreiben bei einer Klausur oder was auch immer Sie darunter verstehen jedenfalls kaum mit einem gekauften Examen zu vergleichen. Das relativiert auch im Hinblick auf die vielen Scheiternden besser nicht.

    • Uni-Dozenten/Examensprüfer sind hundsmiserable Anwälte, vwerwechseln BRAO und BRA-G-O!

      http://buvriek.baehring.at/pix/20020927-verlegung-examenspruefer-anon.jpg
      http://buvriek.baehring.at/

    • 27.02.2015 19:41, Rechtsanwalt

      Ja, aber dann liegts doch am System, wei hier weiter unten geschrieben wurde

    • 27.02.2015 19:42, Rechtsanwalt

      Nur das System, dass wir Juristen alle dulden, lässt Äpfel und Birnen Examen prüfen!

      Das muss sich ändern!

  • 27.02.2015 10:19, Anon

    Liebe Kollegen,

    lesen Sie sich doch mal den Müll durch, mit dem man auch in den anspruchsvollen Bundesländern noch besteht - im ersten wie im zweiten Examen (und bei den Schriftsätzen später wird das nicht besser - im Gegenteil). Das Problem ist nicht, dass die Examina zu schwer sind, sondern dass alle Selektionsmechanismen bis zum Examen (das geht beim Abitur in vielen Bundesländern los) derart aufgeweicht sind, dass man erst zu diesem Anlass einmal eine halbwegs brauchbare Leistung abgeben muss. Und auch hier weicht das weiter auf, aus Angst der Ministerien vor den vor diesem Hintergrund eigentlich völlig angemessenen Durchfallquoten von 50-60%. Diese "Milde" nützt aber nichts, weil sich der Druck dann eben auf die Note verlagert. Wer nicht einfach allen dieselbe Note geben will kann daher die Probleme nur durch Selektion bereits bei Studienbeginn oder zumindest im Laufe des Studiums lösen. Hier ist bereits aus Fairness ggü. den Studenten der richtige Zeitpunkt.

    BG,

    Ass. iur. Anon

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    • 27.02.2015 12:17, Ozelot

      Verzeihen Sie mir, aber aus ihren Worten klingt derselbe Habitus, dasselbe Lebensgefühl, dass der werte Kollege Apfel zum Besten gegeben hat, heraus. Wenn ich mir erlauben darf ihren Wohnort zu erraten? Ich würde sagen Hamburg, da dort die sog. Gucci-Revolte exakt ihre selektiven Ansätze vertreten hat. Meiner Meinung nach übrigens teilweise unter Verwendung von historisch äußerst belasteter Formulierungen.

      Sie sollten sich vor Augen führen: Es darf auch derjenige mit gutem Gewissen Jurist sein, der das 1. und 2. Staatsexamen mit jeweils der Note Ausreichend bestanden hat.

  • 27.02.2015 10:50, Lawyer83

    Hoffentlich schlottern den Damen und Herren GroßkanzleijuristInnen die sich die Lösungen erkauft/erschlafen haben mittlerweile ein wenig die Knie. Da quält und ackert man jahrelang unter höchsten psychischen Belastungen dafür zwei Staatsexamina zu bekommen und die lieben Anwalts-Söhne und -Töchterchen öffnen einfach die Schatulle und kaufen sich die Lösungen.

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  • 27.02.2015 11:35, Peter Petersen

    Lieber Herr Kollege Anon,

    ist Ihnen schon mal aufgefallen, wie problematisch das Wort "Selektion" im Zusammenhang mit Menschen ist? Mann Mann Mann....

    Und zu der unsäglichen aber auch eher schon lächerlichen Arroganz von Judge Apfel sei Uwe Wesel zitiert, der zu Anspruch und Wirklichkeit juristischer Tätigkeit folgendes zu sagen hatte: " .... weil immer noch dieser unglaubliche Widerspruch besteht zwischen dem hohen Maß ihrer Kompetenzen (der Juristen) und dem niedrigen Niveau ihrer Fragestellungen. Über ein mehr oder weniger unbewusstes Hantieren mit dem einfachen ABC der Rechtsanwendung kommt kaum einer hinaus. Recht ist eben mehr ein Herrschaftsinstrument als eine Wissenschaft."

    Genau das ist es. Wir sind alle nur Klempner des Rechts und der Sprache. Kein Grund für Arroganz.

    Beste Grüsse
    PP

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  • 27.02.2015 12:29, Müller

    Diese ganze Gesellschaft ist krank und wir Juristen haben dazu leider maßgeblich mit dazu beigetragen.

    Gesetze und Entscheidungen vorbei am gesunden Menschenverstand lassen sich eben nicht vermitteln und wenn man Gefahr läuft eine schlechte Note zu bekommen, an der man dann sein ganzes Leben kauen muss, weil die Staatsprüfungen einfach nur ein reines Glücksspiel sind, was wundert es dann, wenn einige versuchen sich den "Lottogewinn zu kaufen".

    Nicht der Richter ist ursächlich verantwortlich, sondern das absurde juristische Prüfungssystem.

    Das aber haben wir Juristen ins Leben gerufen und wir tun NICHTS dagegen !!!

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    • 01.03.2015 16:08, Henning

      Ich bin Jurist, aber ich habe dazu nichts beigetragen. Ziehen Sie sich den Schuh gerne an, aber ich tue es nicht.

  • 27.02.2015 14:50, Apfel

    "Nicht der Richter ist ursächlich verantwortlich, sondern das absurde juristische Prüfungssystem."

    Wie bitte? Ich glaube ich lese nicht recht! Dieser Ex-Richter, und nur dieser Ex-Richter, ist alleine voll schuldig und voll verantwortlich dafür.

    Und wer glaubt, dass er die Klausuren nur Schwachen verkauft hätte, der muss sich auch fragen, wie es sein kann, dass manche dieser Schwächlinge sogar im Justizdienst gelandet sind! Man sieht hier, dass dieser Ex-Richter nur aus Gier gehandelt hat.

    Die juristischen Staatsexamina zu bestehen ist nicht schwer. Viele Kandidaten haben schlichtweg nicht die nötige Lerndisziplin an den Tag gelegt oder waren schlichtweg ungeeignet. Das ist nicht schlimm, aber ein widerlicher Charaktermangel ist es, sich durchzumogeln.

    Ich kenne niemanden, der in Klausuren oder im Staatsexamen betrogen hat.

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    • KURpfuscherei, Quaksalberei.

      ich kenne Fälle von Ärzten mit Abschlüssen von "Universäten" im ehemaligen Ostblock die gerne auch mal dem falschen Patienten (verschäert geleicher Name )die K-r-ampfaderen vom WK2-Flugzeug-absturz veröden und dann mit Amputation drohen weil sie nur kyrillsich lesen und schreiben gelernt haben.

    • 27.02.2015 15:29, Ozelot

      Können Sie sich eigentlich in einer Diskussion artikulieren, ohne regelmäßig Kraftausdrücke oder herabwürdigende Formulierungen zu wählen? Ihre Ausführungen sind sowohl ihrer Wortwahl, als auch ihres Inhaltes nach geradezu ein gegenwärtiger rechtswidriger Angriff i. S. d. § 32 Absatz 1 StGB auf den Verstand des Lesers.

    • 27.02.2015 16:37, gaargasg

      Wenn es das System nicht zuliese, d.h. wenn das alles anders organisiert wäre, hätte der Richter auch keinen Profit drauß schlagen können!

      Da ist das Problem !!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • 28.02.2015 07:23, Apfel

      Ozelot, wenn Sie fuer Meinungsfreiheit zu sanft gestrickt sind, dann halten Sie sich doch die Augen zu :)

  • Ich hatte mal einen Chemilehrer, Herrn Dr. D., der am Anfang jeder Stund von einem seiner Schüler verlangte nochmal das bisher gelernte wiederzugeben "ALS WÄRE ICH EIN MANN AN DER BUSHALTESTELLE UND SIE HÄTTEN 5 MINUTEN ZEIT MIR DAS ZU ERKÄREN" und zwar wohgemerkt bevor dieser Film über "Jobverlust wegen Rollstuhl udn H(artz)IV" in die Kinos kam. Erklären Sie mir also bitte mal so als wäre ich jemand den sie zufällig an einer Bushaltestelle treffen

    wo der Unterschied liegt zwischen einem Kind das druchfällt, einem Kind daß seine Prüfungen besteht weil die Eltern das Geld haben einen Nachhilfelehrer anzuheuern und einem "GEKAUFTEN" Abschluss

    und der - zurück zur bushaltestelle - in etwa 5 jahre alt ist.

    Studiengebühren sind notwendig. Um jenen Altfällen die nach 30 Semestern immer noch keinen Studienabschluss haben das Platzwegnehmen derseleben bei denjenigen Erstsemestlern zu ermöglichen die sich für das bezahlen ihrer Studienbegühren am Arbeitsmarkt für Ungelernte "prostituiern" müssen.

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  • 27.02.2015 17:31, Apfel

    Was soll denn bitte anders organisiert werden? Ich habe am System der juristischen Staatsprüfungen, die sogar eine Wiederholung erlauben, nichts auszusetzen.

    Mir ist ein strenges, anonymes Prüfungsverfahren lieber als ein Verlagern in Assessment Center. Fänden Sie es besser, wenn ein Haufen Juristen bei jeder Bewerbung wie die Schulbuben im Bewerbungszimmer sitzen und fälle lösen und vor den anstellenden Partnern Aktenvorträge halten?

    Die Heulsusen, die die juristischen Staatsexamina als Lotteriespiel verteufeln, verkennen folgendes Prinzip:

    Es gibt keine schlechten Juristen, die ein gutes Examen haben. Deshalb haben gute Examina einen besonderen Wert.

    Wenn Sie Ihr Leistungsvermögen in zwei Versuchen nicht umgesetzt bekommen haben, dann ist das Pech. So ist das manchmal im Leben. An manchen Tagen verliert man einfach. Die Chance zu verlieren, war dann hoffentlich für alle gleich, weil nicht ein geldgieriger Ex-Richter Schande über die Justiz gebracht hat.

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    • 27.02.2015 19:38, Rechtsanwalt

      Entweder Sie arbeiten beim Prüfungsamt oder Sie sind auch einer derjenigen Personen, die glauben mit ein oder zwei bestandenen Juraexamen die Welt verstehen und regeln zu können. Leider sind unsere Behörden, unsere Gerichte, insbesondere die in I. Instanz, mit solchen Leuten randvoll.

      Bevor Sie also das nächste Mal "Heulsusen" pp. rausposauen, gehen Sie vielleicht ersteinmal in medias res, wozu ich Ihnen als Einstieg empfehle "Juristische Staatsprüfungen und das Grundgesetz - Stoffüberfülle, Blockversagen, Exotenklausuren, strenge Noten".

      Wenn Sie das durchgearbeitet und verstanden haben, können Sie hier nochmal anklopfen und versuchen sich so langsam "auf Augenhöhe" vorzuarbeiten.

    • 28.02.2015 07:05, Apfel

      Ich habe mir dieses von "Rechtsanwalt" zitierte Buch angesehen. Und was zieht man daraus? Dass Kandidaten, die durch zwei Verwaltungsrechtsklausuren fallen zu Recht keine Volljuristen werden.

      Wenn Sie auf Augenhoehe diskutieren wollen, dann teilen Sie doch mal Ihre Punktzahl in den Examina mit. Dann sehen wir, ob das mit Ihnen machbar ist.

    • 02.03.2015 07:37, Rechtsanwalt

      Soso, Sie haben sich also über Nacht dieses Buch mal angesehen . . . wobei es dann wohl nur beim Betrachten der Bilder geblieben sein kann . . . Ja, man glaubt es kaum, auf welch hohem wissenschaftlichen Niveau Sie sich befinden . . . weiter so . . . sicher wird man noch viel von Ihnen hören . . .

  • 27.02.2015 17:34, Apfel

    Leute, die so gerne auf das System schimpfen, benutzen oft auch gerne Wörter wie "faschistoide Systeme", der Mensch ist nicht schlecht, sondern wurde von der Gesellschaft so gemacht. Beliebig zu erweitern.

    Wie gesagt: Man begegnet dem Staatsexamen mit aufrechtem Gang. Und nicht wie eine Heulsuse, die Systemkritik üben will.

    MAN UP A BIT!

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    • 27.02.2015 19:00, Donald

      Schauen wir, ob tatsächlich Revision gegen das Urteil eingelegt wird, hier L. wäre gut beraten dies nicht zu tun und wie ein Mann seine Strafe nach dem Gesetz anzunehmen.

  • 28.02.2015 04:15, Apfel

    Herr Rechtsanwalt, Sie möchten wollen "in medias res" gehen? Na dann sagen Sie doch mal, wie viel Punkte Sie in Ihren beiden Staatsexamina erzielt haben, damit ich beurteilen kann, ob eine Diskussion auf Augenhöhe überhaupt möglich ist.

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    • 28.02.2015 10:05, Ozelot

      Ich kann nur hoffen, dass Sie nicht in Lehre und / oder Justiz tätig sind oder werden dürfen. Es fehlt Ihnen offensichtlich an der wichtigsten Eigenschaft für eine juristische Tätigkeit auf hohem Niveau: Reflektionsfähigkeit.

      Die hier von Ihnen getätigten Äußerungen sind - und da begebe ich mich auf ihre Augenhöhe herab und verwende ihr Vokabular - einfach nur widerlich.

  • 28.02.2015 09:29, Student der Rechtswissenschaft

    Als Abiturient und mittlerweile Student vermag ich den Argumenten von Herrn Apfel und Ass. Jur. Anon im vollen Umfang zuzustimmen:

    1) Bis zur Zulassung zum ersten Staatsexamen gibt es nur zwei "Hindernisse": das Abitur und die juristische Zwischenprüfung. Beide sind mit Leichtigkeit zu überwinden; selbst bei einer Durchfallquote von über 50% wäre dem Prüfungssystem kein Vowurf zu machen.

    2) Sich im Studium außerhalb der Prüfungsordnung zu bewegen und "nachzuhelfen" ist aufs Schärfste zu verurteilen. Jeder, der das Studium nicht innerhalb der Prüfungsordnung schafft, sollte es vielleicht einfach ganz mit dem Jurastudium lassen.

    3) Das Prüfungssystem ist vor allem im Hinblick auf die Stofffülle im Examen nicht perfekt, durchaus aber zu vertreten.

    Als Student lasse ich mich gerne belehren, vielleicht ändert sich meine Meinung ja noch im Laufe des Studiums.

    Beste Grüße
    Stud.iur.

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    • 02.03.2015 19:54, Christian

      Wenn man sowas schon liest... an Arroganz ja kaum zu übertreffen. Bei 50% Durchfallquote könnte den Lehrenden schoneinmal der Gedanke kommen ob das jetzt nur an den dummen Abiturienten liegt die nur das Wischiwaschi Idiotenabitur haben oder ob es vielleicht an der Lehre liegt. Lehrer müssen bei solchen quoten bei Klausuren beim Schulleiter antanzen. Profs stellen einfach fest, dass da einfach viele Idioten sitzen.

      Ich kenne viele die ihr Studium mit der Masterarbeit abschließen. Durchfallen gibt es da kaum. Es wird MIT den Profs gearbeitet und mit deren Mitarbeitern. Seltsamerweise muss dort nichts gekauft werden und auch Ritalin ist z.B. dort bei weitem nicht so verbreitet.

      Die Juristen erhalten sich ihr Prüfungssystem als besonderes, wie man hier schön sieht um dann narzistisch und arrogant sein zu können. Denen gegenüber die es nicht geschafft haben usw. .
      Sachen wie "versteckte Bücher" in der Bibliothek kenne ich nur von Juristen. Ritalin, schummeln usw. auch verstärkt. Wenn ich mir aber ansehe was für ein Stressscenario beim Examen aufgebaut wird ist das auch kein Wunder.

      Und die meisten Menschen in unserer Gesellschaft haben kein Abitur, einige sicher weil sie es nicht geschafft haben oder hätten. Hier dann rumzuposaunen das wäre eine Leichtigkeit... unmöglich.

      Das ganze Rep. Modell lebt vom System, bei meinem war ein Richter aktiv. Natürlich lassen die viele durchfallen, auch dieser ist natürlich davon überzeugt, dass die Uni viel zu leicht ist, das Abitur ja auch keine Hürde mehr sei und sowieso... .
      Und so viel ist sicher, ganz viele Juristen weisen ganz ähnliche Züge auf wie die des Herren Jörg L. .

      Und nun wird sich hier duelliert bzw. ersteinmal geschaut wer wie viele Punkte im Examen hatte... .
      Da weiß ich nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Aber gut, wer im Leben nicht so viel hat kann sich vielleicht damit beglücken.


      Ps.: Eventuell erstmal das Examen schreiben bevor man sich über dessen Anforderungen usw. auslässt ;)

    • 03.03.2015 06:23, Student der+Rechtswissenschaft

      Christian, durch Ihren letzten Absatz haben Sie leider gezeigt, dass Sie mich nicht verstanden haben. Das hohe Niveau des Examens ist mir bewusst, dies habe ich nicht bestritten; im Gegenteil habe ich ja sogar geschrieben, dass ich eine Durchfallquote von 50 % für nicht problematisch halte. Lediglich die Hürden bis dahin (ich wiederhole: Abitur und Zwischenprüfung) sind einfach (leider viel zu einfach!) zu überwinden. Wenn Sie jetzt einfach willkürlich 100 Laien auf der Straße bitten, das Examen aus dem Standgreif zu schreiben, würden Sie sich dann über eine hohe Durchfallquote wundern? Sehen Sie. Warum sollte es bei Abiturienten, notorischen Vorlesungsabwesenden und Gelegenheitslesern von Repititorenskripten anders sein. Weil sie mal vier Jahre immatrikuliert waren?

      Und glauben Sie mir: Das Abitur ist sehr einfach zu schaffen (wenn man nur einen Notenschnitt von 3,0 abwärts haben will, ist es in der Tat eine "Leichtigkeit"). Aus eigener Erfahrung weiß ich aber, dass vielen Leuten einfach das Engagement fehlt, sich zwei Jahre nur etwas anzustrengen. Dies setzt sich leider im Studium fort; die ersten Semester des Jurastudiums werden viel zu sehr auf die leichte Schulter genommen, die Zwischenprüfung wird mit viel Blut und Schweiß mit vier Punkten bestanden und dann gehts wieder bis zum Examen in den Ruhemodus. Leider ist das nach meiner Erfahrung ein nicht geringer Teil.

      Und die Leute, die einfach in den ersten Semestern trotz Fleiß und Mühe nichts auf die Reihe bekommen, sollten doch einfach einsehen, dass sie keine gute Juristen werden können, was ja überhaupt nicht schlimm ist!! Ich kann auch 1000 andere Berufe nicht, und? Ich muss mir ja wohl nicht vorwerfen lassen, dass ich nicht alles kann. Umgekehrt: Es muss ja nicht jeder Jurist werden und es ist auch keine Schande, wenn man es nicht schafft. Aber dann sollen sie es um Gottes Willen auch lassen!!! Problem ist eben, wenn die Uni die so lange durchlässt, bis sie sich im Rep durchquälen (was man einfach nicht braucht!!!) und dann kläglich durchs Examen fallen. Spätestens hier sollte man doch einsehen, dass man es lassen sollte, wenn man nicht einmal vier Punkte in sechs Klausuren schafft. Nein, dann kommt ein zweiter Versuch und und...Zeit- und Lebensqualitätverschwendung. Und die, die es gerade so schaffen, will ich mir nicht auf dem Arbeitsmarkt vorstellen; gut, dass er öffentliche Dienst halbwegs hohe Hürden aufstellt.

      Alles was ich sage, werde ich mir natürlich auch selbst zu Herzen nehmen; wenn ich mehrmals vier Punkte nicht schaffe, würde ich über einen Studiumabbruch nachdenken. Aber angesichts der einfachen juristischen Ausbildung ist das ja nicht so leicht möglich.

    • 05.03.2015 16:57, Cand. iur.

      Sehr geehrter Student der Rechtswissenschaften.

      Leider muss ich Ihnen widersprechen. 50 % Durchfallquote in Klausuren sind für die Lehrenden, egal welchen Fachgebietes, einfach nur ein Armutszeugnis. Aber leider definieren sich einige Professoren gerade darüber, dass "ihre" Klausuren besonders schwer sind, weswegen dann 50% plus X Durchfallquote absolute Norm sind. Die Kollegen die sich dann tatsächlich um die Lehre kümmern (und bei denen oh Wunder plötzlich die Durchfallquoten fallen) werden von diesen Professoren dann oft nur müde belächelt und sind auch häufig eher die nicht so beliebten Professoren des Kollegiums...

      In den Rechtswissenschaften kommt dazu, dass hier eine extreme Notenfixiertheit besteht. Diese wird durch den bestehenden Wettbewerb zwischen den LJPAs der Länder noch verschärft, denn kein Land will von sich sagen lassen, dass sein Staatsexamen zu einfach sei. So kommen dann juristische Klausuren zusammen, die in 5 Stunden zu lösen sind und z.B. folgende strafrechtlichen Probleme beinhalten (Schwerer Raub in Mittäterschaft, § 25 II; Gekreuzte Mordmerkmale durch Beihilfe, Straßenverkehrsdelikte mit versuchtem Mord, Strafprozessuale Zusatzfrage mit offener Fragestellung und erwarteter rechtswissenschaftlicher Diskussion aller relevanten Meinungen in Literatur und Rspr.) (habe ich heute geschrieben) und zu denen natürlich eine ausgiebige wissenschaftliche Diskussion aller relevanten Rechtsprobleme erwartet wird.
      Was ich damit sagen will: Wenn Klausuren von vorne herein auf 7 bis 8 Std. Bearbeitungszeit zugeschnitten werden (im Strafrecht mittlerweile regelmäßig der Fall) ist es kein Wunder, wenn die Bewertungen der Klausuren entsprechend ausfallen. Gerne würde ich Examensklausuren aus den 80ern oder 90ern anfertigen. Aufgrund des Wissenstandes in den heutigen Diskussionen sind diese immernoch anspruchsvoll, aber mittlerweile immerhin in der zur Verfügung stehenden Zeit auch lösbar.

  • 28.02.2015 11:05, Berger

    Was mich an dem Fall am meisten interessieren würde, ist die Frage, wie man den schummelnden Prüflingen in diesem Fall ihre Schummelei nachweisen kann.

    Zugegeben - von vier Punkten im ersten auf elf Punkte im zweiten Examen zu springen ist unwahrscheinlich, aber auch unmöglich?

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    • 28.02.2015 15:21, Student der+Rechtswissenschaft

      Eventuell wegen einer erheblichen Übereinstimmung mit der Musterlösung in Punkten, in denen verschiedenste Argumentationen möglich sind. Notensprünge im Examen sind indes auch ohne Einflussnahme wahrscheinlich (die Examensnote schließlich hängt auch von Zufall, Glück und weitere Faktoren ab). Diesbezüglich wären die Indizien sehr schwach.

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