Unwahre Aussagen zum Gesundheitszustand: Bunte muss an Michael Schu­ma­cher 50.000 Euro zahlen

05.05.2017

Seit seinem Skiunfall Ende 2013 ist Michael Schumacher aus der Öffentlichkeit verschwunden. Über seinen Gesundheitszustand dringt wenig nach außen. Die Zeitschrift Bunte berichtete dennoch - und muss nun zahlen.

 

Wegen der Verletzung seines Allgemeinen Persönlichkeitsrechts muss die Bunte 50.000 Euro Entschädigung an Michael Schumacher zahlen. Die Pressekammer des Hamburger Landgerichts (LG) entschied am Freitag zudem, dass die Zeitschrift die Prozesskosten zu 65 Prozent und die vollen Abmahnkosten in Höhe von 950 Euro zu tragen hat (Urt. v. 05.05.2017; Az. 324 O 189/16).

Die Bunte hatte im Dezember 2015, zwei Jahre nach dem schweren Skiunfall des Ex-Formel-1-Weltmeisters, auf ihrer Titelseite berichtet: "Es ist mehr als ein Weihnachtswunder - Michael Schumacher kann wieder gehen."

LG: Kein Hinweis darauf, dass Schumi gehen konnte

Die Vorsitzende Richterin am LG sagte dazu: "Die Kammer geht davon aus, dass diese Aussage unwahr ist." Der frühere Rennfahrer könne jetzt nicht gehen; wieso dies zum Zeitpunkt der Veröffentlichung anders gewesen sein sollte, sei nicht ersichtlich.

Das Gericht habe sich aber davon überzeugt, dass die Bunte einen Informanten hatte. Von dessen Zuverlässigkeit habe sich die Kammer allerdings kein Bild machen können.

Die Zeitschrift habe auch recherchiert. Sonst wäre die Geldentschädigung höher ausgefallen. Das Gericht bemängelte, dass die Bunte nicht bei der Pressesprecherin von Schumacher nachgefragt habe. Dass diese in der Vergangenheit keine Angaben zum Gesundheitszustand gemacht habe, sei kein Grund, nicht nachzufragen.

Recherchebemühungen mildernd, Werbung in der Bild-Zeitung erschwerend bewertet

Die Zeitschrift habe sich allerdings bei einem Arzt erkundigt, ob es überhaupt denkbar sei, dass ein Unfallopfer nach einer so schweren Verletzung wie bei Schumacher wieder gehen könne. Bei dem Arzt habe es sich um einen Freund des ehemaligen Handballers Joachim Deckarm gehandelt, der Jahre zuvor ebenfalls bei einem Unfall schwer verletzt wurde. Diese Bemühungen seien zu berücksichtigen gewesen, auch wenn es sich nur um eine allgemeine Recherche handelte, sagte die Richterin.

Als erschwerend wertete das Gericht, dass die Bunte ihre Weihnachtsausgabe 2015 auch in der Bild-Zeitung bewarb. Die unwahre Aussage habe praktisch die ganze Titelseite der Zeitschrift eingenommen. Die Persönlichkeitsverletzung sei so schwer, dass nur eine Geldentschädigung in Frage gekommen sei. Die Familie von Schumacher hatte mindestens 100.000 Euro gefordert. Die Zeitschrift hatte sich bereits vor dem Urteil verpflichtet, die Behauptung nicht zu wiederholen.

Der heute 48-Jährige hatte Ende 2013 im französischen Wintersportort Méribel einen Skiunfall. Dabei erlitt er ein schweres Schädel-Hirn-Trauma. Details über seinen Gesundheitszustand sind weiterhin nicht bekannt. Gegen das Urteil kann Berufung zum Oberlandesgericht eingelegt werden.

dpa/mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Unwahre Aussagen zum Gesundheitszustand: Bunte muss an Michael Schumacher 50.000 Euro zahlen. In: Legal Tribune Online, 05.05.2017, http://www.lto.de/persistent/a_id/22838/ (abgerufen am: 27.07.2017)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 08.05.2017 00:40, FUBAR

    Ja wunderbar. Wann hat der Herr Schumacher das letzte Mal in diesem Land Steuern gezahlt? Seit 1996 den Wohnsitz in der Schweiz! [1]

    Er sieht Deutschland als schön dumm an weil der Fiskus nicht mit ihm VERHANDELN wollte über seine Steuern. [2]
    Er drohte noch 2012 aus der Schweiz wegzuziehen wenn diese die Pauschalsteuer abschaffen würde [3], die er als offiziell arbeitsloser Ausländer zahlen muss, anno 2001 z.B. ganze 2,8125 % [4], aber um aus dem System auch noch Geld heraus zu ziehen, dafür ist Deutschland und seine Justiz gut genug.
    Nicht dass ich dieses Klientel das die Bunte kauft nicht nur marginal mehr leiden könnte, nur dass sie es im Endeffekt sein werden, die 50.000 € + Kosten refinanzieren werden, und es somit erneut eine Umverteilung von ganz unten nach ganz oben ist, sollte klar sein.

    Für mich ist diese Familie nun ganz offiziel Eines, nämlich Justizschmarotzer!

    Steuer nach der Staatsangehörigkeit und zwar sofort, für natürliche wie für juristische PersoneJa wunderbar. Wann hat der Herr Schumacher das letzte Mal in diesem Land Steuern gezahlt? Seit 1996 den Wohnsitz in der Schweiz! [1]

    Er sieht Deutschland als schön dumm an weil der Fiskus nicht mit ihm VERHANDELN wollte über seine Steuern. [2]
    Er drohte noch 2012 aus der Schweiz wegzuziehen wenn diese die Pauschalsteuer abschaffen würde [3], die er als offiziell arbeitsloser Ausländer zahlen muss, anno 2001 z.B. ganze 2,8125 % [4], aber um aus dem System auch noch Geld heraus zu ziehen, dafür ist Deutschland und seine Justiz gut genug.
    Nicht dass ich dieses Klientel das die Bunte kauft nicht nur marginal mehr leiden könnte, nur dass sie es im Endeffekt sein werden, die 50.000 € + Kosten refinanzieren werden, und es somit erneut eine Umverteilung von ganz unten nach ganz oben ist, sollte klar sein.

    Für mich ist diese Familie nun ganz offiziel Eines, nämlich Justizschmarotzer!

    Steuer nach der Staatsangehörigkeit und zwar sofort, für natürliche wie für juristische Personen und zwar rückwirkend für beide! Für alle Unternehmen und Unternehmensteile die irgendwann einmal nach 23.05.1949 in Deutschland existiert haben und fortbestehen. In welcher Form auch immer, denn Eigentum hat seitdem verpflichtet.
    Bis dass dann vom BVerfG entschieden wird, ob das ne echte Rückwirkung ist oder nicht, haben wir das dann hoffentlich auch mit Richtern besetzt, die das nicht so sehen.

    [1] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [2] http://www.news.de/auto/855557825/michael-schumacher-news-schumi-zuhause-skiunfall-zustand-aktuell-legale-steuerflucht-schumi-im-steuerparadies-schweiz/1/
    [3] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [4] http://www.spiegel.de/sport/formel1/michael-schumacher-schweizer-wohnsitz-macht-ihn-arbeitslos-a-140416.htmln und zwar rückwirkend! Für alle Unternehmen und Unternehmensteile die irgendwann einmal nach 23.05.1949 in Deutschland existiert haben und fortbestehen. In welcher Form auch immer, denn Eigentum hat seitdem verpflichtet.
    Bis dass dann vom BVerfG entschieden wird, ob das ne echte Rückwirkung ist oder nicht, haben wir das dann hoffentlich auch mit Richtern besetzt, die das nicht so sehen.

    [1] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [2] http://www.news.de/auto/855557825/michael-schumacher-news-schumi-zuhause-skiunfall-zustand-aktuell-legale-steuerflucht-schumi-im-steuerparadies-schweiz/1/
    [3] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [4] http://www.spiegel.de/sport/formel1/michael-schumacher-schweizer-wohnsitz-macht-ihn-arbeitslos-a-140416.html

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 08.05.2017 00:47, FUBAR

    Ja wunderbar. Wann hat der Herr Schumacher das letzte Mal in diesem Land Steuern gezahlt? Seit 1996 den Wohnsitz in der Schweiz! [1]

    Er sieht Deutschland als schön dumm an weil der Fiskus nicht mit ihm VERHANDELN wollte über seine Steuern. [2]
    Er drohte noch 2012 aus der Schweiz wegzuziehen wenn diese die Pauschalsteuer abschaffen würde [3], die er als offiziell arbeitsloser Ausländer zahlen muss, anno 2001 z.B. ganze 2,8125 % [4], aber um aus dem System auch noch Geld heraus zu ziehen, dafür ist Deutschland und seine Justiz gut genug.

    Nicht dass ich dieses Klientel das die Bunte kauft nicht nur marginal mehr leiden könnte, nur dass sie es im Endeffekt sein werden, die 50.000 € + Kosten refinanzieren werden, und es somit erneut eine Umverteilung von ganz unten nach ganz oben ist, sollte klar sein.

    Für mich sind diese Schumachers nun ganz offiziel Eines, nämlich Justizschmarotzer!


    Steuer nach der Staatsangehörigkeit und zwar sofort, für natürliche wie für juristische Personen und zwar rückwirkend für beide!
    Für alle Unternehmen und Unternehmensteile die irgendwann einmal nach 23.05.1949 in Deutschland existiert haben und fortbestehen. In welcher Form auch immer, denn Eigentum hat seitdem verpflichtet.
    Bis dass dann vom BVerfG entschieden wird, ob das ne echte Rückwirkung ist oder nicht, haben wir das dann hoffentlich auch mit Richtern besetzt, die das nicht so sehen.

    [1] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [2] http://www.news.de/auto/855557825/michael-schumacher-news-schumi-zuhause-skiunfall-zustand-aktuell-legale-steuerflucht-schumi-im-steuerparadies-schweiz/1/
    [3] https://www.nzz.ch/formel_1_michael_schumacher-1.13220631
    [4] http://www.spiegel.de/sport/formel1/michael-schumacher-schweizer-wohnsitz-macht-ihn-arbeitslos-a-140416.html

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 08.05.2017 15:32, Roxin

    Lieber Fubar! Es ist mir nicht ersichtlich, seit wann das allgemeine Persönlichkeitsrecht an die Tatsache gebunden ist, ob und wo man seine Steuern zahlt. Schauen sie doch einfach nochmal selbst im GG nach!

    Liebe LTO Redaktion!
    Ich habe starke Zweifel daran, dass es sich bei meinem Vorposter (Fubar) um einen Menschen handelt. Formatierung und Duktus des Posts lassen doch wohl eher darauf schließen, dass es sich um eine Bot oder zumindest einen Troll handelt. Werden Kommentare bei ihren nicht überprüft?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 11.05.2017 17:34, Sabine Bischoff

      vielen Dank Roxin für diesen Kommentar! Ich bin mir auch sicher: "Hier stimmt etwas nicht".

  • 08.05.2017 19:57, Dr. Michel

    Warum bekommen Reiche in diesem Land eigentluche inen höheren Schadenersatz zugesprochen als Arme? Wird über den Sozialhilfeempfänger berichtet und verlangt der dann Entschädigung, sagt manchem guten Mann bei Gericht: Ist ja alles nicht so schlimm.

    Auf diesen Kommentar antworten
Neuer Kommentar