Parlament diskutiert über Petition: Briten for­dern Ein­rei­se­verbot für Donald Trump

18.01.2016

Eine Petition für ein Einreiseverbot mit bisher rund 573.000 Unterschriften, eine Mini-Demo und Anwälte, die ihn nicht im Land sehen wollen: Donald Trump hat es sich bei vielen Briten komplett verscherzt.

 

Schadet er dem Gemeinwohl oder nicht? Vor einer Debatte über ein Einreiseverbot für Donald Trump in Großbritannien reißt der Protest gegen den US-Präsidentschaftsbewerber nicht ab.

Eine Vereinigung schwarzer Anwälte hat Innenministerin Theresa May aufgefordert, den 69-Jährigen nicht mehr ins Land zu lassen. So könne man Trump deutlich machen, dass Großbritannien rassistischen Stereotypisierungen nicht zustimme, sagte ein Sprecher der Society of Black Lawyers (SBL) der Nachrichtenagentur PA. Die SBL ist nach eigenen Angaben die älteste britische Vereinigung von Anwälten aus Afrika, Asien und der Karibik. Ihr Ziel ist es, Rassismus und Diskriminierung zu bekämpfen.

Proteste auf schottischen Golfplätzen

Am Vortag hatten Trump-Gegner auf zwei schottischen Golfplätzen protestiert, die dem Milliardär gehören. 40 Menschen waren dem Linksbündnis Rise Scotland zufolge beteiligt, festgenommen wurde niemand. Trump hatte im Dezember die Briten mit seiner Forderung verärgert, Muslime nicht mehr in die USA einreisen zu lassen.

Zudem hatte er behauptet, Teile Londons seien so radikalisiert, dass Polizisten dort um ihr Leben fürchteten. Trump habe "eindeutig den Verstand verloren", erwiderte Londons Bürgermeister Boris Johnson, auch Scotland Yard widersprach. Unter dem Schlagwort #TrumpFacts (Trump-Fakten), hatten Briten den Amerikaner im Netz verspottet.

Onlinepetition bringt Einreiseverbot ins Parlament

Mehr als 573.000 Menschen haben eine Online-Petition unterzeichnet, die ein Einreiseverbot für Trump fordert. Nach britischem Gesetz kann die Innenministerin Personen die Einreise verweigern, wenn es dem Gemeinwohl dient. Am Montagabend soll das Parlament sich mit der Forderung befassen, drei Stunden sind eingeplant. Schon ab 100.000 Unterschriften kommt eine Petition für eine Debatte in Betracht. Auch eine Gegen-Petition soll Thema sein, die ein Einreiseverbot als "völlig unlogisch" ablehnt. Sie hat nur rund 43.000 Unterschriften.

Es gilt als sicher, dass Trump weiterhin seine Golfplätze in Schottland besuchen darf. Premierminister David Cameron hat Trumps Aussagen zwar verurteilt, sich aber gegen ein Einreiseverbot ausgesprochen.

Der Labour-Abgeordnete Paul Flynn, der die Diskussion leiten soll, schrieb vorab auf seiner Website: "Ich werde darauf dringen, dass wir ihn höflich behandeln und ihn hierhin einladen, damit er uns die britischen "No-Go-Areas" für die Polizei zeigt." Er wolle zu bedenken geben, ob ein Verbot der Einreise Trump die Möglichkeit gebe, sich als Opfer zu inszenieren. Labour-Chef Jeremy Corbyn hat angekündigt, Trump in eine Moschee in seinem Wahlkreis einzuladen.

dpa/mbr/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Parlament diskutiert über Petition: Briten fordern Einreiseverbot für Donald Trump. In: Legal Tribune Online, 18.01.2016, http://www.lto.de/persistent/a_id/18175/ (abgerufen am: 29.07.2016)

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Kommentare
  • 18.01.2016 20:23, Stephan

    573.000 Unterschriften für ein Einreiseverbot? In was für einer Welt leben wir????

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    • 19.01.2016 13:10, Laila

      In einer Welt in der man sich füreinander einsetzt!!!

  • 19.01.2016 11:57, RDA

    Wie wäre es mit einem Zwangsumtausch für Donald T. bei der Einreise? Er muss mindestens 1 Mrd. GBP erwerben, und zwar zum Sonderpreis von 100 USD je GBP.

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  • 19.01.2016 21:29, Z

    @Stephan: In einer Welt, in der Bürger etwas zu sagen haben. Das ist Euch Pegidas doch immer so wichtig. Oder gilt das etwa nur, wenn der eigenen Meinung entsprochen wird? ;)

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