AG Weiden zu Sex auf Auto: Pärchen zahlt für "Motorhauben-Nummer"

16.10.2013

Eine zerbeulte Motorhaube, zerkratzter Stoßfänger, ramponiertes Nummernschild. Das ist das Ergebnis eines Liebesspiels auf dem Auto eines fränkischen Musikers. Der hat die Geschichte längst in einem neuen Faschingslied verarbeitet, während man sich wegen der Schäden an seinem Fahrzeug am Mittwoch vor dem AG Weiden verglich.

 

Statt in die eigene Wohnung zu gehen, brach ein Paar in einer Winternacht in eine Garage ein und hatte Sex auf einem fremden Auto. Den Schaden von 2.700 Euro müssen die beiden nun zahlen. Vor dem Amtsgericht (AG) Weiden stimmten die Parteien am Mittwoch einem Vergleich zu.

Der Eigentümer des Autos spielt Tuba in der im fränkischen Fasching bekannten Band "Altneihauser Feierwehrkapell'n". Diese hat das Geschehen bereits in einem neuen Lied verarbeitet. Der Song trägt den Namen "Motorhauben-Nummer". "Die Geschichte war für unsere Band natürlich ein gefundenes Fressen", sagte Kläger Rupert Beer nach dem Verfahren mit einem Schmunzeln.

Die beiden Parteien hatten sich bereits im Sommer auf einen Vergleich geeinigt. Auf Drängen der Versicherung des Paars wurde dieser jedoch widerrufen und ein Gutachten erstellt. Demnach waren die Motorhaube und ein Stoßfänger zerbeult und zerkratzt sowie das Nummernschild abgerissen.

Schäden nur durch Sex zu erklären

"Die entstandenen Schäden sind nur mit dem angegebenen Ereignis zu erklären", sagte der Kfz-Sachverständige in dem Prozess. Bei einem normalen Gebrauch des Fahrzeuges entstünden solche Schäden nicht.

Er hatte den Hergang für sein Gutachten nachgestellt und dafür sogar eine neue Motorhaube an dem Wagen montiert. Demnach war die Frau auf die Haube gesprungen. Um nicht abzurutschen, hatte sie sich mit den Füßen am Nummernschild abgedrückt, die Kratzer sind durch ihre Schuhe entstanden.

Das Pärchen war nicht zum Prozesstermin erschienen, hatte im Vorfeld den Akt auf dem Auto jedoch eingeräumt. Am Morgen nach dem Liebesspiel hatte die Lebensgefährtin des Wagenbesitzers das zerbeulte Garagentor entdeckt. Innen fand sie ein benutztes Kondom sowie eine Jacke, einen Schlüsselbund und einen Haarreif an der Windschutzscheibe. Selbst in der Dachreling steckten Frauenhaare.

dpa/una/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

AG Weiden zu Sex auf Auto: Pärchen zahlt für "Motorhauben-Nummer". In: Legal Tribune Online, 16.10.2013, http://www.lto.de/persistent/a_id/9813/ (abgerufen am: 24.05.2016)

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Kommentare
  • 16.10.2013 14:45, blog.strafrecht.jurion.de

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  • 16.10.2013 14:54, Rummi

    Ein Auto ist doch für den Verkehr gemacht oder?
    Da haben die beiden wohl etwas missverstanden.
    Da ein Kondom benutzt wurde, wurden auch keine Verkehrssicherungspflichten missachtet. Die Schweine von der Versicherung sollten den Schaden regulieren.

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  • 17.10.2013 15:44, majon

    und so was von nem Tuba-Spieler, tzzz tzzzz.
    Da treibe ich es lieber auf der eigenen Motorhaube. Kostet mich kein Geld und mit demoliertem Stoßfänger verursacht durch Sex kann ich leben und freue mich sogar jedesmal daran erinnert zu werden, wenn ich die evtl. entstandene Beule wiedersehe....
    Zur Not sollte man es mit einem Rechtsanwalt machen, der ist vielleicht vorsichtiger ;)
    Dennoch auch für mich: eine ganz normale und gute Nutzung eines Fahrzeuges und sehr zu empfehlen!!!

    PS: Rummi hat recht.

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  • 17.10.2013 18:55, Philipp A. Kerner

    Dass es sich bei dem Kläger Rupert Beer um einen "fränkischen Musiker" handelt, halte ich für ein Gerücht, das vielleicht auf einen Mangel an Geographiekenntnis in der LTO-Redaktion zurückzuführen ist. Sowohl das Amtsgericht Weiden als auch Windischeschenbach, der Sitz der Kapelle, liegen in der Oberpfalz. Dafür, dass es sich bei dem Tubisten um einen fränkischen Migranten handeln soll, habe ich keinerlei Hinweis gefunden. Die Aussagen auf der Website der Kapelle sprechen eindeutig dagegen.

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