VG Gelsenkirchen bestätigt Bochumer Tradition: Tiere dürfen fürs "Gän­se­reiten" getötet werden

05.02.2016

Für die Tradition des "Gänsereitens" dürfen die Tiere, deren Köpfe von Reitern abgerissen werden sollen, getötet werden. Aber nur, wenn die Gänse danach auch verspeist werden, so das VG Gelsenkirchen. 

 

Das Verwaltungsgericht (VG) Gelsenkirchen hat ein Tötungsverbot für die "Gänsereiter-Trophäe" abgelehnt (Urt. v. 05.02.2016, Az. 16 L 221/16). Tierschützer wollten die Stadt Bochum verpflichten lassen, das Töten von Gänsen für das traditionelle "Gänsereiten" zu untersagen.

Bei diesem Brauch wird bei Vereinen in den Bochumer Ortsteilen Höntrop und Sevinghausen eine zuvor getötete Gans an den Füßen zwischen zwei Bäumen aufhängt. Mehrere Reiter versuchen dann, ihr im Galopp den Kopf abzureißen. Abgehalten wird die Veranstaltung traditionell an jedem Rosenmontag.

Die Tierschützer hatten beklagt, dass die Tiere für die Veranstaltung ohne vernünftigen Grund getötet würden. Nach dem Gänseritt sieht der Brauch allerdings auch den Verzehr der aufgehängten Gans vor. Und der sei ein vernünftiger Grund für die Tötung der Tiere, so die Verwaltungsrichter.

dpa/ms/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

VG Gelsenkirchen bestätigt Bochumer Tradition: Tiere dürfen fürs "Gänsereiten" getötet werden. In: Legal Tribune Online, 05.02.2016, http://www.lto.de/persistent/a_id/18385/ (abgerufen am: 29.05.2016)

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Kommentare
  • 05.02.2016 17:45, Kerstin Reck

    Grausiges "Brauchtum", was kein Mensch braucht, dessen Menschsein nicht verbraucht ist (oder er braucht noch ein Upgrade vom Mittelalter in die Neuzeit).

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    • 06.02.2016 11:52, Serge de Vertmerde

      So "idiotisch" wie Preisangeln, Stierkampf, Königsschießen, Krähengalgen etc.? Das wird auch regelmäßig angezeigt von den linksgrünen Freunden. Nur Schächten nicht, weil das passt ja ins Weltbild.

      Interessant ist die Frage, wie viel denn verspeist werden muss, damit verspeist auch verspeist im Sinne des VG Gelsenkirchen ist.

      Oder anders gefragt: wenn ich mir jetzt im Supermarkt einen Schinkenbraten kaufe und ihn dann doch nicht esse, sondern wegwerfe oder er in der Haltbarkeit abläuft und ich ihn dann wegwerfe, mache ich mich dann auch strafbar wegen eines Vergehens nach dem Tierschutzgesetz?

      Davon abgesehen: Ich wäre auch für Umerziehungslager für Hunde und Katzen, damit die andere Tiere nicht mehr nur zum Spaß töten bzw. mit den Kadavern spielen. Und jedes Raubtier, das ein anderes Tier nicht waidgerecht tötet oder nicht komplett "aufbraucht" muss auch ins Umerziehungslager! Direktorin wird eine Linke mit Topfhaarschnitt. :-D

  • 05.02.2016 17:58, Keiler

    @Kerstin Reck
    Sie haben aber gelesen, dass die Gänse tot sind, wenn das Reiten stattfindet?
    Woher soll denn hier ein Verbot resultieren?

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    • 05.02.2016 18:21, Kerstin Reck

      @Keiler: Ja, ich kann lesen. Danke.

    • 16.02.2016 11:51, Kramer Christoph

      Sie sind es nicht wert, daß man Ihnen eine Antwort schreibt!
      Wenn Sie nicht verstehen, warum das Gänsereiten aus mehreren Gründen
      - wie zum Beispiel Ethik und Würde des Tieres (kennen Sie diese Begriffe?) -
      verboten werden sollte, dann hat eine Antwort eben tatsächlich keinen Sinn.
      Gehen Sie los und kaufen sich ein Paar Pfund Fleisch von gequälten, ermordeten Tieren, dann sind Sie sicher wieder komplett glücklich.

    • 16.02.2016 12:06, Keiler

      @ Kramer Christoph
      Warum antworten Sie dann?

      Ihr Rat, dass ich ein Pfund Fleisch von gequälten Tieren aus Massentierhaltung im Supermarkt kaufen soll, geht fehl..
      Ich habe in der Tiefkühltruhe noch Wildschwein und Reh (beides selbst geschossen und ausgesprochen lecker). Die Tiere haben glücklich und in Freiheit gelebt und wurden ohne Streß erlegt. Das schmeckt man auch!

      P.S.:Nicht schlecht, was hier los ist. Die Bunnyhoggers scheinen gut vernetzt zu sein.

  • 05.02.2016 18:34, Kerstin Reck

    @Keiler: Ja, das habe ich gelesen. Nur wo haben Sie gelesen, dass ich das rechtliche Nicht-Verbotensein - jdf. nach dem hiesigen Urteil e. VG Gelsenkirchen - dessen anspreche? Auch wenn sich anhand meiner Bemerkung womöglich ein Diskurs darüber führen lassen würde - Brauchtum, Recht, Mensch, Tier, Totsein, Köpfe von toten Tieren abschlagen, dabei reitend auf lebenden Pferden, ein weites Gebiet...

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  • 05.02.2016 19:20, Marc E.

    Eigenartige Bräuche. Aber wenn die Gans eh gegessen wird.

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    • 16.02.2016 11:13, Luigi

      wenn du sowieso schon tot sein wirst, werde ich dann mit dein kopf fussball spielen wollen. Gefällt dir die idee ?? Hast du was dagegen? Du spührst dann sowie so nicht mehr.

    • 16.02.2016 11:13, Luigi

      wenn du sowieso schon tot sein wirst, werde ich dann mit dein kopf fussball spielen wollen. Gefällt dir die idee ?? Hast du was dagegen? Du spürst dann sowie so nicht mehr.

    • 16.02.2016 15:15, Marc E.

      Tu was du nicht lassen kannst :)) mit meinem Kopf wird sich nur schwer Fussball spielen lassen :))

      Aber es gibt immer solche Spinner wie dich in der Gesellschaft, die alles verbieten wollen nur aus einer Verblendung heraus. Du tötest täglich durch deine Nahrungsaufnahme wehrlose Pflanzen und zerhackst sie in Salat. Hast du schon mal an die Gefühle dieser Lebewesen gedacht, wenn du sie mit Dressing verspeist?? Pflanzen leiden auch.

  • 05.02.2016 21:04, Z

    Wer an diesem "Brauchtum" teilnimmt braucht einen Psychiater. Ein Wettbeweb, in dem einem Kadaver der Kopf agerissen wird? Wie abstoßend ist das bitte?

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    • 06.02.2016 08:57, Paddington

      Ja ja der Gänsebraten kommt aus der Tiefkühltruhe.

    • 06.02.2016 10:19, Bertram Glüwer

      Zum Glück entscheiden mittlerweile rot-grüne Gutmenschen, wer in diesem Land einen "Psychiater" braucht, was "abstoßend" ist, wer "krank" ist, was "mittelalterlich" ist und was man darf bzw. nicht darf. Die eigene Meinung wird dabei zu Volkes Wohl als Gesetz festgelegt. Und wehe, man unterlässt es, das zu tun, was von diesen Menschen vorgegeben wird und wehe man tut Dinge, die diesen Menschen nicht ins Weltbild passen.
      Wer anderer Meinung ist wird mit Klagen überzogen, diffamiert, körperlich angegriffen respektive öffentlich gebrandmarkt.

    • 06.02.2016 12:10, JayBoehner

      Mann, kann dieser Schwachsinn mit "rotgrüne Gutmenschen diffamieren immer Andersdenkende" mal aufhören. Ich kann diesen Käse nicht mehr hören. Immer dieselbe Platte. Wie Pressemeldungen aus Nordkorea, die nicht ohne den Verweis auf das "imperialistische Mariottenregime des Südens" auskommen. Nicht jeder, der Tiere oder Menschen grundsätzlich mag, ist ein "rotgrüner Gutmensch". Ich zB bin Stammwähler der FDP und kann dem Abreißen von Köpfen toter Tiere auch herzlich wenig abgewinnen. Und ja, es klingt nach ziemlich pathologischem Verhalten, das man ruhig mal hinterfragen darf. Ob man das verbieten muss, ist eine andere Frage.

    • 10.02.2016 23:49, Mister Z.

      Ganz meine Meinung... ach so zivilisierte Welt... Tzzzzz! Meilenweit davon! Und das Wort Ethik kommt nur in den Duden vor.... leider.

  • 06.02.2016 11:10, Keiler

    Ich finde das Schächten unter tietschutzrechtlichen Gesichtspunkten deutlich bedenklicher als das Abreißen eines toten Gänsekopfes. Trotzdem wird den Teilnehmern der im Artikel genannten Veranstaltung hier das "Menschsein" abgesprochen.

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  • 09.02.2016 17:57, GrafLukas

    Ob man das jetzt persönlich gut oder schlecht findet, sei eventuell mal hinten an zu stellen. Relevant doch eher: Tier wird geschlachtet, um später gegessen zu werden. So weit, so normal, so gesellschaftlich anerkannt. "Dazwischen" wird ein etwas merkwürdiges Ritual veranstaltet, dass eine Art "Leichenschändung" sein könnte, die aber bei Tieren zum einen grundsätzlich nicht strafbar ist, zum anderen nur einmal im Jahr zur Pflege eines "Brauchtums" erfolgt.

    Interessant auch: Gerade die, denen sonst immer zu viel verboten ist, rufen hier nach einer Einschränkung der Freiheit durch gerichtliches Verbot. Qui bono? - die Gänse sind tot, so oder so.

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  • 12.02.2016 15:41, mio27

    Als (ver-)störend empfinde ich, dass in unserer aufgeklärten, zivilisierten Welt immer noch mittelalterliche "Bräuche und Traditionen" Schutz genießen, die alle eins gemeinsam haben: die fehlende Achtung vor dem Mitgeschöpf Tier, egal ob tot oder lebendig. Ob in blutigen Stierkämpfen, stressigen Zirkusveranstaltungen, grausamen Vogelmorden oder brutalen Tierhatzen und Jagdveranstaltungen. Immer wird das Tier aus Profitgier, zum Spaß und zur Volksbelustigung der Menschen ausgebeutet, gequält, getötet oder einfach als bloße Sache verachtet. Hat der Mensch das wirklich nötig? Nein. Kann er darauf stolz sein? Nein. Wenn die Tiere schon für unser Überleben ihr Leben geben, dann - verdammt noch mal - sollten wir ihnen den nötigen Respekt für die Würde ihres eigenen Leben entgegenbringen. Das hat viel auch mit unserer eigenen Würde als Menschen zu tun, oder nicht? Wir haben es geschafft, das Rauchen sozial zu ächten. Warum schaffen wir es dann nicht endlich, solche widerlichen, tierfeindlichen "Bräuche und Traditionen" zu ächten. Die Richter hätten gut daran getan, hier ein Zeichen zugunsten eines Umdenkens zu setzen. Wann, wenn nicht jetzt sollten wir damit beginnen.

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  • 15.02.2016 07:45, Luigi

    Schon der satz: "...nur wenn die tiere danach gefressen werden....." zeigt eindeutig was für richter hier entschieden haben. Wie kann man ein tiermörder (tierfresser sind durch ihr eigenen tierkonsum indirekte morder weil mit ihren konsum das mordbefehl geben) als richter über ein tiermord entscheiden lassen???? Echt sinnlos !!

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    • 15.02.2016 16:00, Harald von Fehr

      mio 27 hat es genau richtig ausgedrückt. Und Liigi trifft den Nagel auf den Kopf, was wir in Deutschland für eine Sorte Richter haben. Dem getöteten Tier gegenüber evtl. noch eine gewisse Würde zeigen und es nicht wie ein Raubtier auseinanderreisen, sollte das Wenigste sein, was wir diesem getöteten Tier an Anstand entgegenbringen sollten. Ja, ja, Richter - schon ein schönes Völkchen, was es mit der Ethik und schon gar nicht mit dem Recht so genau nimmt! Denn was gab den Anlaß dieses Tier, die Gans, die zerrupft werden soll, erst zu töten? Es war doch eindeutig eine Tradition, auf die intelligente Menschen gut und gerne verzichten könnten. Doch ich vergaß - zu erwähnen, wo man heutzutage eigentlich noch vernunftbegabte Menschen findet! Gibt es die überhaupt noch??? Oder sind wir mittlerweile alle so verroht, daß wir jegliches Mitleid mit Unsergleichen und erst recht gegenüber unseren Mitgeschöpfen verloren haben??? Eine ganz arme Menschheit, die heute noch auf diesem Planeten umherkrabbelt! Nur sehr bedauerlich, daß dem baldigen Untergang dieser Welt, der dem Menschen anzulasten ist, so viele unschuldige Lebewesen mit zum Opfer fallen!

  • 15.02.2016 18:26, Jetzt mal Klartext

    Alle, die das gut finden / befürworten und sich womöglich noch aktiv daran beteiligen, gehören sowieso in die geschlossene Psychiatrie!

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  • 16.02.2016 04:10, Claudia

    Jetzt reichts aber mit dieser blöden Politik und den beschissenen Gerichten .... die wollen was verändern...? Wo denn ...? Sie tuen gar nichts ... ein Dreck .... sollten sich schämen so was weiter zu dulden und noch was an

    @Keiler ... wenn sie so der meinung sind das die Tiere ja eh Tod sind und es daher nichts zur Sache tut ... dann stellen Sie sich doch wenn sie verstorben sind doch auch uns zur Verfügung damit wir bei ihnen das selbe machen können????

    Mal ehrlich etwas mehr würde und Respekt erwartet der Mensch von sich .... und das haben auch gefälligst die Tiere verdient ... was geht ab in diesen verrotzten Ländern ... da werde ich echt sauer bei so was abscheulichen ....

    Wenn die Politik und Gericht so wie Menschen nicht langsam mal kapieren das nicht das Tier die Bestie ist sondern DER MENSCH und dann auch mal in die Richtung gehen und demnach auch fungieren dann wäre es ja mal LOBENSWERT .... aber wozu ein hohles Hirn einsetzen ist doch eh keins ... man man man

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  • 16.02.2016 17:48, Kerstin Reck

    Nun, in jedem Fall findet ja ein Diskurs statt...Interessant finde ich persönlich, dass dabei gegenseitig/allseitig aus geäußerten Meinungen/Kommentaren u. a. Parteizugehörigkeiten/Parteinähen abgeleitet werden oder Essensgewohnheiten-/vorlieben, Lebens- wie Moralvorstellungen, auch Meinungen oder Einstellungen zu anderen Sachthemen oder Netzwerkzugehörigkeiten usw., hm ...

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    • 16.02.2016 18:54, Keiler

      Ich finde eher die Wortwahl und das Auftreten der "Tierschützer" (sind es überhaupt mehrere oder nur einer?)!interessant.
      Mit Diskurs hat das Gepöbel hier wenig zu tun.

  • 08.03.2016 14:13, Max

    Liest man das - ganz überwiegend moralisierende, an Sachkunde mangelnde und von Pathos getragene - Geschwätz der vermeintlichen Tierschützer-Fraktion, dann muss man sich doch ein paarFragen stellen:

    1.) Wie viele von Ihnen tragen eigentlich Taschen, Schuhe der Gürtel aus Echtleder? Und wer von Ihnen hat kontrolliert, wie die Tiere, deren Häute da verarbeitet werden, geschlachtet wurden? Na, war ne Scherzfrage, geb' ich ja zu.

    2.) Ich lese vermehrt von der "Würde des Tieres"... unterstellt die gibt es, dann
    - ist doch auffällig, dass sie nach dem Tode des Tieres noch fortwirken soll (da sind wir schon bei Menschen, Stichwort postmortales Persönlichkeitsrecht, schon zurückhaltend, verglichen mit Lebenden), und
    - dass hier am Verspeisen des Tieres vergleichweise wenig Kritik geäußert wurde. Also: Kopf abhacken, in der Küche, zum Verzehr ja. Kopf abreißen, zur Brauchtumspflege nein?

    Wer soll entscheiden, welche Bräuche vernünftig sind? Ich persönlich finde den Gänseritt unsinnig. Aber ich finde auch eine vegane Ernährung unsinnig, weil sie von Haus aus eine Mangelernährung ist (an der bereits Kleinkinder verstorben sind - zum Glück hatten die keine Federn!). Und nu? Wer darf jetzt entscheiden, welches Verhalten man den Mitmenschen zubilligen muss?

    3.) Und selbst wenn man diesem moralisierenden Mob minderbemittelter Weltverbesserer in der Sache zustimmen wollte (was mit den hier vorgebrachten Argumenten schwer ist, aber nicht gänzlich unsympathisch, natürlich) dann muss man ihnen doch ein Armutszeugnis hinsichtlich der Zielrichtung ihrer Wut ausstellen:
    Es sind die Politiker, die Gesetze machen. In dem Fall die Abgeordneten des Bundestages. Nicht Richter. Es gibt also zwei Möglichkeiten:
    a) Man hört mit der Richteschelter auf und fängt an sich politisch zu engagieren (jaja, ist Arbeit, ist bekannt), oder
    b) man verflucht weiter die Richterschaft dafür, dass sie sich an die geltenden Gesetze (die zu ändern man zu faul, feige oder dumm war) halten - sprich: fordert zur Rechtsbeugung auf (ist auch dumm, merkt man aber erst dann, wenn man feststellt, dass man ohne die Gewährleistungen eines funktionierenden Rechtsstaats nur halb so privilegiert ist, wie man vorher noch dachte...).

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