Wegen unterschiedlicher Anklageschriften: LG Verden setzt Pro­zess aus

09.06.2017

Den Auftakt hatte sich der vorsitzende Richter anders vorgestellt: Er musste den Prozess um eine tödliche Prügelattacke in Dörverden kurz nach der Eröffnung aussetzen. Die StA war mit den Anklageschriften durcheinander gekommen.

 

Wegen eines Verfahrensfehlers der Staatsanwaltschaft (StA) hat das Landgericht (LG) Verden einen Prozess gegen fünf Männer wegen einer tödlichen Prügelattacke in der Silvesternacht 2016 ausgesetzt. Die StA hatte vor Gericht eine "falsche" Anklage verlesen, die sich von der Version, die den Verteidigern vorlag, unterschied. Beide Fassungen enthalten unterschiedliche Angaben zur Todesursache des Opfers. "So was habe ich auch noch nicht erlebt", wunderte sich der Vorsitzende Richter und setzte das Verfahren im Einvernehmen aus. Die Hauptverhandlung soll am 20. Juni neu eröffnet werden.

Auf der Anklagebank sitzen fünf Männer im Alter von 21 bis 30 Jahren. Ihnen wird gefährliche Körperverletzung mit Todesfolge vorgeworfen. Sie sollen nach einer Silvesterparty am 1. Januar 2016 in Dörverden auf einen 42-jährigen Mann eingeschlagen haben, der sich zuvor in einen Streit zwischen den Angeklagten und einer Frau eingemischt hatte. Laut StA umringten die Männer den 42-Jährigen und schlugen ihm unter anderem mit dem Griff einer Schreckschusspistole auf den Kopf. Das Opfer starb auf dem Weg ins Krankenhaus.

In ihrem Kern stimmen beide Versionen der Anklageschriften zwar miteinander überein, wie der Richter feststellte. Allerdings gibt es Unterschiede bei den Angaben zur Todesursache. So heißt es in einer Version, dass der 42-Jährige kurz vor Erreichen des Krankenhauses einen Herzstillstand erlitten habe und nicht mehr wiederzubeleben gewesen sei.  

In der zweiten Version heißt es dagegen, das Opfer sei "an einem leichten Schädel-Hirn-Trauma infolge Zusammentreffens seiner Alkoholisierung mit einer erhöhten Ausschüttung von Stresshormonen verstorben, wobei die Angeschuldigten sein Versterben hätten vorhersehen können." Die fünf Angeklagten signalisierten, dass sie sich in dem Verfahren zunächst nicht zu dem Vorgang äußern wollten.

dpa/mgö/LTO-Redaktion

Zitiervorschlag

Wegen unterschiedlicher Anklageschriften: LG Verden setzt Prozess aus. In: Legal Tribune Online, 09.06.2017, http://www.lto.de/persistent/a_id/23147/ (abgerufen am: 19.08.2017)

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Kommentare
  • 12.06.2017 09:59, Klaus

    Die Bevölkerung fragt sich: Wann kommen solche sog. Staatsanwälte endlich auf die Fahndungsliste.

    Viele sagen: Wir haben genug von durchgeknallten gemeingefährlichen Leuten, die unsere Freiheit durch ihre Inkompetenz gefährden und bedrohen.

    Staatsanwälte = Gefährder
    Gut, daß es jetzt harte Strafen gegen diese Leute gibt.
    Wer schützt uns Bürger vor solchen Staatsanwälten?

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 12.06.2017 10:02, Monique

      Falsche Anklageschrift, Drogenprobleme, Gewalt, Kinderpornos
      die Liste der Verfehlungen sog. deutscher "Staatsanwälte" ist lang und wird immer länger.
      Klaus hat völlig recht: Wer schützt uns?
      Wir selber: Wenn wir die sog. Regierung abwählen und Parteien der Freiheit und Vernunft wählen, wird kein Bürger mehr angst haben müssen vor diesen durchgeknallten und inkompetenten "Staatsanwälten".
      CSU abwählen
      CSU Raus aus Bayern

  • 12.06.2017 10:07, Klaus

    Das ist doch nichts neues. Ich erinnere mich an den "Staatsanwalt", der jeden Tag bei der sog. Kripo bzw. bei den Kriminellen vom LKA vorbeikam und fragte, ob sie die bösen Kinderschänder endlich dingfest gemacht haben. Zwei Wochen später waren die leute vom Kripo, "LKA" und Staatsanwalt selber wegen Besitz von Kinderpornos dran.
    Die Bürger haben zu recht kein Vertrauen mehr in die sog. "Ermittler".
    Bei der franz. Revolution haben die Bürger denen klar gemacht, was sie von ihnen halten und viele von ihnen und die Fingerabdruck-Dateien aus dem Fenster geworfen. Warum geht das heute nicht? Klar, weil jeder der gegen die sog. Regierung ist gleich ein "Terrorist" ist. Wie lange schaut die Bevölkerung noch dieser Regierung zu?

    Wir Wähler sagen deshalb zu Recht:
    Wir brauchen
    Freistaat statt Polizeistaat!

    Auf diesen Kommentar antworten
    • 12.06.2017 10:11, BRAKSTOP

      Weil bekannt ist, daß die wahren Terroristen in London, Berlin, Washington, Brüssel, Ankara, Paris sitzen.
      Die sog. Regierung ist für viele Menschen mittlerweile gefährlicher als alles andere.
      Wer sagt es endlich: 98 % aller "Anschläge" sind von den Regierungen inszeniert. Nur 2 % ist echt. Selbst im Nazireich konnte man mit Polizeistaatsmethoden die 2 % nicht stoppen.
      also: Wir brauchen nicht noch mehr gewaltbereite CSU Schlägercops und wir brauchen nicht ständig mehr schärfere Gesetze, sondern NEUWAHLEN!
      Weg mit dieser "Regierung", die uns überwacht, verarscht und uns das Geld aus der Tasche zieht.
      Regierung = Gefahr für uns

  • 13.06.2017 14:42, Aluhut-Community

    Jetzt bei LTO - Aluhut für alle.

    Alter Falter, wo kriegt Ihr die Tabletten her? Das muss ja richtig geiles Zeuch sein

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 14.06.2017 13:50, Thomas

    Nun ja, das übliche Reichsbürgergeschwätz...der Regelsatz reicht eben immer auch fürs Internet.

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