Karriere dank Xing, LinkedIn & Co: Abwerben lassen statt Bewerbungen schreiben

von Jana Leitloff, LL.B.

17.01.2013

Planen Sie für das neue Jahr den nächsten Schritt auf der Karriereleiter? Dann sollten Sie jetzt prüfen, ob Sie sich auf Xing, LinkedIn & Co  perfekt präsentieren. Denn damit steigern Sie die Chance, dass ein potentieller Arbeitgeber Sie abwirbt und Sie sich lästige Bewerbungsschreiben sparen können. Der Personalberater Nicolai von Steinaecker verrät, wie man in Karrierenetzwerken heraussticht.

 

"Headhunter sind stets auf der Suche nach dem besten Bewerber, der in einem Sozialen Netzwerk vor allem durch einen guten Track Record, eine hervorragende Performance und ein interessantes Profil von sich reden macht.", erklärt Nicolai von Steinaecker. Heißt übersetzt: Erfolge, Erfahrungen und Leistung müssen im Profil erkennbar sein. Von Steinaecker ist Senior Manager bei Shilton Sharpe Quarry und berät seine Kunden bei der Suche nach Unternehmensjuristen sowie Compliance- und Steuerexperten.

Wie ist der typische Ablauf beim Headhunting?

Der Headhunter erhält von seinem Kunden den Auftrag, einen potenziellen neuen Mitarbeiter mit speziellen Merkmalen zu finden. Um Kandidaten ausfindig zu machen, scannt ein Researcher den Markt und erstellt eine zumeist internetbasierte Marktanalyse. Hieraus wird für den Kunden eine Zielliste mit den potenziellen Kandidaten erstellt. Nach Rücksprache mit dem Kunden nimmt ein sogenannter Ressourcer Kontakt mit den Kandidaten auf und klärt in einem ersten "Vorabgespräch", ob der jeweilige Kandidat geeignet und an einem Jobwechsel interessiert ist. In einem zweiten Schritt führt ein Berater  ein ausführliches Gespräch mit dem Kandidaten.

"Meistens sind die Voraussetzungen wie spezielle Fähigkeiten und benötigte Fachkenntnisse bekannt. Wenn wir zum Beispiel einen Juristen für den Fachbereich Kollektives Arbeitsrecht suchen, dann kommt in der Regel nur ein Jurist von einer großen Kanzlei in Frage. Das liegt daran, dass kleine Kanzleien eher Fragestellungen zum Individualarbeitsrecht bearbeiten und weniger Fälle haben, in denen es z. B. um Betriebsübergänge oder Auseinandersetzungen mit dem Betriebsrat geht. Zuerst sehen wir uns die Homepages der großen Kanzleien oder relevanter Boutiquen im Internet an und erhalten so erste Informationen über die dort tätigen Juristen. Weitere Details zu einem möglichen Kandidaten erhalten wir dann idealiter durch sein Xing-Profil", beschreibt Nicolai von Steinaecker den typischen Ablauf des Headhuntings.

Welchen Stellenwert haben soziale Netzwerke beim Headhunting?

Headhunter sind häufig in berufsbezogenen Netzwerken wie LinkedIn oder Xing anzutreffen, da dort eine Vielzahl von Informationen über den potenziellen Bewerber offen zugänglich ist. Durch zahlreiche Angaben zum beruflichen Werdegang kann sich der Headhunter ein detailliertes Bild vom Kandidaten machen. "Der Stellenwert von sozialen Netzwerken ist stark gestiegen und erspart oftmals unzählige Telefonate.", erläutert der SSQ-Berater. "Bei Xing oder LinkedIn finden sich ca. 70% bis 80% der Juristen wieder, wobei Xing eine hohe Relevanz für den deutschen Markt besitzt und LinkedIn eine größere Bedeutung für internationale Stellen zukommt."

Worauf achten Headhunter bei Profilen in sozialen Netzwerken?

Profile in sozialen Netzwerken sind sehr unterschiedlich gestaltet. Will der Wechselwillige seiner Karriere nicht im Wege stehen, sollte er viel Wert auf sein Profilfoto legen, um Interesse zu wecken und Professionalität auszustrahlen. Auch sollte er seine Berufserfahrung und seine fachlichen Kenntnisse nennen und Details über seine politische Gesinnung vermeiden, ebenso wie falsche oder nicht mehr aktuelle Angaben.

Nicolai von Steinaecker erklärt: "Im Großen und Ganzen kommt es auf eine interessante Gestaltung des Profils an, denn wenn es kein Foto und nur wenige Informationen enthält, ist der Profilinhaber nicht aktiv. Beinhaltet es hingegen zahlreiche Angaben, ist der User möglicherweise auf der Suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung."

Welche Profilangaben sind für einen Headhunter besonders ansprechend?

Headhunter suchen gezielt nach potenziellen neuen Mitarbeitern für ihre Kunden. Aus diesem Grund ist es wichtig, entsprechende Fachkenntnisse und Fähigkeiten im Profil anzugeben und diese durch Kommata voneinander zu trennen. So taucht ein Profilinhaber auch bei der Suche nach einem speziellen Stichwort in den Trefferlisten auf. "Wenn wir zum Beispiel einen Compliance-Experten suchen, sind Stichworte wie ‚Compliance‘ oder ‚FSA-Kodex‘ als Spezialwissen innerhalb der Pharmabranche wichtig, um von der Suchfunktion bei Xing gefunden zu werden", berichtet von Steinaecker.

Angaben wie "suche neue Herausforderung" oder "suche beruflichen Austausch" sind hilfreich. Hier sollte der potenziell Wechselwillige natürlich überprüfen, ob er auf dem Netzwerk schon mit Kollegen oder seinem Chef in Kontakt steht bzw. wie die Privatsphäre-Einstellungen seines Accounts sind, um bereits im Vorfeld Schwierigkeiten zu vermeiden. Außerdem sollten mögliche Bewerber ihre Kenntnisse und Fähigkeiten konkret darstellen. Beschreibungen wie "Prädikatsexamen" oder "überdurchschnittliche Examina" sind besonders zielfördernd.

Was ist zu beachten, wenn man von einem Headhunter kontaktiert wird?

Bei entsprechender Berufserfahrung und einem professionellen Profil in einem sozialen Netzwerk könnte ein Anruf von einem Headhunter nicht lange auf sich warten lassen. Dann gilt es, vorsichtig zu sein, denn auch unter Headhuntern können sich schwarze Schafe tummeln. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Seriosität des Headhunters zu prüfen und seine Person und seine Angaben im Internet zu recherchieren. "Dies kann ein Interessent oftmals mit einigen wenigen Fragen recht leicht herausfinden", so von Steinaecker. "Wenn mir ein Headhunter nicht sofort und nachvollziehbar Details wie Teamgröße, Berichtslinie, Gehalt oder ob es sich um eine Neu- oder Nachbesetzung handelt, zurufen kann, dann Finger weg!"

Zudem sollten Arbeitnehmer Loyalität gegenüber dem derzeitigen Arbeitgeber zeigen und dennoch Interesse an der angebotenen Position signalisieren. Auch auf Diskretion sollten sie achten, denn ein ausführliches Telefoninterview sollte nicht während der Arbeitszeit stattfinden. So kann der Bewerber sicherstellen, dass der derzeitige Arbeitgeber nicht bemerkt, dass sein Mitarbeiter an einer anderen Stelle interessiert ist.

Die Entscheidung über den Jobwechsel sollte gut überlegt sein. Hierfür ist es sinnvoll, die aktuelle Stelle, den potenziellen neuen Job und die Zukunftspläne zu vergleichen. Wenn keine Bedenken vorhanden sind und alle offenen Fragen geklärt wurden, steht dem neuen Job und der beruflichen Karriere nichts mehr im Wege.

Zitiervorschlag

Jana Leitloff, Karriere dank Xing, LinkedIn & Co: Abwerben lassen statt Bewerbungen schreiben. In: Legal Tribune Online, 17.01.2013, http://www.lto.de/persistent/a_id/7987/ (abgerufen am: 30.04.2017)

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