Themenwoche Jobmarkt Jura: Die juristische Arbeitswelt in Zahlen

von Johanna Strohm, LL.M.

05.05.2014

2/2: Zu viele Anwälte, zu wenige Richter?

In über 54.000 Anwaltskanzleien arbeiteten im Januar 2014 insgesamt 163.690 zugelassene Rechtsanwälte, beinahe dreimal so viele wie 1990. Pro Jahr drängen nach Zahlen des DAV 3.000 neue zugelassene Anwälte auf den Markt.

Besonders stark ist der Zuwachs der Rechtsanwaltszulassungen in den Rechtsanwaltskammern der großstädtischen Ballungsräume; hier lag die Steigerung von 2002 bis 2012 bei über 40 Prozent. Die Anwaltschaft wächst damit immer weiter, allerdings in den letzten Jahren nicht mehr ganz so rasant wie in den davorliegenden. Während zwischen 1996 und 2001 der Mitgliederzuwachs der Rechtsanwaltskammern bei über sechs Prozent lag, betrug er 2003 bis 2006 nur noch etwa vier Prozent und sinkt nach Angaben der Bundesrechtsanwaltskammer seit 2007 auf jetzt 1,15 Prozent. Dennoch befürchten viele Anwälte für die Zukunft weiter steigenden Wettbewerbsdruck.

Während sich Rechtsanwälte immer mehr Sorgen um den zunehmenden Druck durch die ständig wachsende Zahl von Konkurrenten machen, wünschen sich viele Richter dringend mehr Kollegen. In einem Sonderbericht des Roland Rechtsreport 2014 zum deutschen Rechts- und Justizsystem wurden insgesamt 1.770 Richter und Staatsanwälte befragt.

Der überwiegende Teil der Befragten zeigt sich mit der Berufswahl und den Arbeitsbedingungen an deutschen Gerichten grundsätzlich zufrieden. Aber besonders der Personalmangel an den Gerichten und die als unzureichend empfundene Bezahlung sorgen für Unzufriedenheit. Acht von zehn Richtern und Staatsanwälten geben an, eine zu hohe Arbeitsbelastung zu spüren. Zudem haben zwei Drittel der Richter und fast vier von fünf Staatsanwälten nach eigenem Empfinden nicht genügend Zeit für die Bearbeitung ihrer Fälle. Nach Angaben des Deutschen Richterbundes fehlen allein in NRW 500 Richter und 200 Staatsanwälte.

Immer mehr Frauen, nur noch nicht an der Spitze

Jeder dritte Anwalt ist mittlerweile weiblich. Der Frauenanteil in der Anwaltschaft hat sich damit in den letzten zwanzig Jahren mehr als verdoppelt, von 15 Prozent im Jahr 1990 auf über 30 Prozent im Jahr 2012. Allerdings sind Frauen bei der fachlichen Spezialisierung im Vergleich zu ihrem Anteil an der Anwaltschaft häufig unterrepräsentiert, vor allem in Fachbereichen mit wirtschaftlicher Ausrichtung. Die Spanne des Frauenanteils bei den Fachanwaltschaften reicht von neun bis 55 Prozent.

Trotz guter Ansätze werden in den Kanzleien nur partiell Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf umgesetzt. Nach der Zukunftsstudie des DAV  bieten 54 Prozent der befragten Kanzleiinhaber die Möglichkeit einer Teilzeitbeschäftigung an, 36 Prozent setzen andere Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf um. Für die Zukunft wird nur wenig Handlungsbedarf gesehen. Nach der erwähnten Studie des staufenbiel Instituts bieten immerhin 80 Prozent der befragten Unternehmen Teilzeitarbeit und die gute Hälfte flexible Wochenarbeitszeiten an.

Männer führend auf der Anklagebank, Frauen im Vorzimmer

Wegen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf gehen immer mehr Juristinnen in den Staatsdienst. Dies zeigt sich am Beispiel des Bezirks des größten deutschen Oberlandesgerichts in Hamm. 2013 wurden dort von 67 zu besetzenden Richterstellen 44 mit Frauen besetzt, unter 33 neuen Staatsanwälten waren 22 weiblich. Der Frauenanteil bei Gerichten und Staatsanwaltschaften liegt aktuell insgesamt bei etwa 50 Prozent, auch fast die Hälfte der Gefängnisse in NRW werden von Frauen geleitet.

Nur die Berufe des Gerichtsvollziehers und Justizwachtmeisters bleiben im Bereich des OLG Hamm mit über 80 Prozent vorwiegend männlich besetzt. Mit der insgesamt hohen Frauenquote ist das OLG Hamm keine Ausnahme, in Bayern werden seit zehn Jahren mehr Frauen als Männer in der Justiz angestellt, vergangenes Jahr lag ihr Anteil an den Neueinstellungen bei 65 Prozent. Nur eines bleibt: 90 Prozent der Angeklagten sind Männer.

Langsam aber sicher steigt auch der Anteil von weiblichen Führungskräften in Kanzleien, Verbänden und Unternehmen. Wie weit der Weg zu einer paritätischen Besetzung jedoch noch ist, zeigen folgende Zahlen zum Anteil der weiblichen Mitarbeiter in der Rechtsabteilung in 65 der 150 führenden deutschen Unternehmen: General Counsel: 6 Prozent, 1. Leistungsebene: 14 Prozent, 2. Leistungsebene: 20 Prozent, Referenten/Associates: 39 Prozent. Und Sekretariat/sonstige Assistenz? Genau: 99 Prozent.

Zitiervorschlag

Johanna Strohm, LL.M., Themenwoche Jobmarkt Jura: Die juristische Arbeitswelt in Zahlen. In: Legal Tribune Online, 05.05.2014, http://www.lto.de/persistent/a_id/11866/ (abgerufen am: 29.04.2017)

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Kommentare
  • 06.05.2014 08:45, Nachwuchsjurist

    Der Beruf des Staatsdienstes wird (leider) immer unattraktiver. Steigende Arbeitsbelastung, hervorgerufen durch den teilweise radikalem Abbau von Richter- uns Staatsanwaltsstellen (bzw vollständige Schließung von ganzen Gerichtsbezirken und Umverlagerung des noch vorhandenen Personals auf andere Gerichtsbezirke) auf der einen Seite, im Verhältnis die unzureichende Bezahlung auf der anderen Seite. Ich wollte früher immer Richter werden, da ich einen ausgeprägten Sinn für Unterstützung des Rechts habe. Die derzeitige Arbeitsbelastung rangiert (wenn überhaupt) nur wenig unterhalb derer eines Associates in einer Großkanzlei. Bricht man die Bezahlung auf den tatsächlichen Stundenlohn herab, stellt man fest, dass eine Einkommensschere aufgeht. War der Stundenlohn bspw. eines Richters vor einigen Jahren durch Zuschläge auf das nach der Besoldungstabelle festgelegte Gehalt in etwa mit dem eines Anwalts in einer Großkanzlei vergleichbar (da wöchentlich deutlich weniger Stunden zu arbeiten waren), klafft derzeit ein riesiges Gehaltsloch. Die wöchentliche Stundenzahl ist in beiden Berufsgruppen vergleichbar, das Gehalt im Staatsdienst deutlich schlechter (weniger als 50% des Bruttogehalts einer der führenden Großkanzleien). Meines Erachtens zeichnet sich ein gefährlicher Trend ab. Der Staatsdienst wird immer umlukrativer. Zwar mag durch die weitestgehend eigene Gestaltung des Arbeitstages eine bessere Vereinbarkeit zwischen Familien und Beruf herstellbar sein als in einer Großkanzlei, in der man von den Arbeitszeiten des Chefs abhängig ist. Die gleiche Menge an Arbeit muss dennoch verrichtet werden. Insofern wird sich der Beginn des Arbeitstages drastisch nach vorne verlagern, was dann für einen früheren Feierabend spricht. Auch aus diesem Grund ist die Work-Life-Balance nur zu 1/3 zufriedenstellend hergestellt. Es besteht dringender Handlungsbedarf. Entweder müssen mehr Stelen im Staatsdienst besetzt werden oder die Bezahlung muss deutlich angehoben werden. So ist es jedenfalls nachzuvollziehen, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen von dem Berufswunsch im Staatsdienst mittlerweile abstand genommen haben und sich auf eine (lebenslange) Karriere in der freien Wirtschaft vorbereiten.

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    • 06.05.2014 12:07, Frank Furter

      "Der Beruf des Staatsdienstes wird (leider) immer unattraktiver."

      Gewagte These, angesichts dessen dass die Bewerberzahl konstant hoch ist und man ohne Prädikat im 2. StaatsEx kaum Chancen auf Einstellung hat.

      "Die derzeitige Arbeitsbelastung rangiert (wenn überhaupt) nur wenig unterhalb derer eines Associates in einer Großkanzlei. Bricht man die Bezahlung auf den tatsächlichen Stundenlohn herab, stellt man fest, dass eine Einkommensschere aufgeht. War der Stundenlohn bspw. eines Richters vor einigen Jahren durch Zuschläge auf das nach der Besoldungstabelle festgelegte Gehalt in etwa mit dem eines Anwalts in einer Großkanzlei vergleichbar (da wöchentlich deutlich weniger Stunden zu arbeiten waren), klafft derzeit ein riesiges Gehaltsloch. "

      Wieso wird es eigentlich von Seiten der Richterverbände immer als gesetzt betrachtet, dass Richter genauso viel verdienen müssten wie die Spitzenverdiener der Anwaltsbranche? Würden sie deren Job machen können und wollen?

      Wenn ja, warum tun sie's dann nicht?

      "So ist es jedenfalls nachzuvollziehen, dass viele meiner Kolleginnen und Kollegen von dem Berufswunsch im Staatsdienst mittlerweile abstand genommen haben und sich auf eine (lebenslange) Karriere in der freien Wirtschaft vorbereiten."

      Eine vernünftige ökonomische Überlegung. Was soll nun schlimm daran sein?

  • 06.05.2014 12:24, Nachwuchsjurist

    Lieber Frank,

    ich behaupte jetzt einfach mal, dass die Bewerberzahlen NOCH hoch sind. Mit Abbau von zahlreichen Richter- und Staatsanwaltsstellen alleine in Hessen steigt die Arbeitsbelastung. Diesen Trend sieht man seit einiger Zeit in ganz Deutschland. Ob die Bewerberzahlen tatsächlich genauso hoch sind wie bspw. vor 10 weiß ich nicht. Aber ich kann zumindest sagen, dass eine deutliche Bewegung bei Studierenden und Referendaren erkennbar ist. Die Bereitschaft bei vergleichsweise niedrigem Gehalt relativ viel zu arbeiten sinkt. Dass nur die besten Juristen die Chance auf einen begehrten (?) Platz im Staatsdienst haben verstärkt dieses Dilemma meines Erachtens. Ich bin absolut dafür, dass nur die Besten in unserem Lande Recht sprechen sollten, aber die Zahl potentieller Arbeitnehmer wird in Zukunft schrumpfen. Und genau dies zeigt meine "ökonomische Überlegung". Die guten Juristen wenden sich mittlerweile vom Staatsdienst ab. Ich bin ganz offen: Wäre das Gehalt besser, würde ich zu meinem ursprünglichen Berufswunsch des Richters zurückkehren. Unter diesen Umständen bin ich aber nicht dazu bereit.
    Dass Richter nicht den Job eines hochbezahlten Anwalts machen wollen kann sicherlich verschiedene Grüne haben: Bereits erlangte Sicherheit durch den Beamtenstatus, kein Gefallen am Anwaltsjob. Letztlich muss jeder für sich selbst entscheiden was das Richtige ist. Ich finde es nur bedenklich, dass ich in letzter Zeit verstärkt Leute getroffen habe, die von Beginn des Studiums an eine Richterkarriere geplant hatten und jetzt doch in die Großkanzleiwelt umgeschwenkt sind. Dies sind objektive Beobachtungen, die mich nachdenklich machen.

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    • 09.05.2014 15:28, petergabriel

      Auch befinde mich derzeit noch "in Ausbildung" und zählte zu den Landesbesten in Hessen im 1. Staatsexamen und erachte den Richterberuf als erstrebenswerte Position. Allerdings müssen die Parameter stimmen. Wenn die Vergütung hinter der Großkanzlei so stark zurückbleibt - wie es gegenwärtig der Fall ist - und zugleich die Arbeitsbelastung unvermindert in extremer Weise zunimmt, bekommt man als Berufseinsteiger doch das gefühl, dass der Staat die Qualifikation und Einsatzbereitschaft ihrer höchsten Justizangestellten nicht ausreichend würdigt.
      Wenn - worauf mein Vorredner zu Recht hinweist - dass nur die besten Juristen in eine Richterposition gehoben werden sollten, dann muss eine solche Position auch entsprechend vergütet werden. Wenn mein Gehalt als Richter nicht einmal 50% eines (Groß)Kanzleigehalts bei nahezu gleicher Arbeitsbelastung erreicht, dürfte die Stellenwahl vielen Absolventen recht leicht fallen.


      Für mich habe ich diese Entscheidung noch nicht getroffen, werde aber den Einstieg als Associate einer Richterposition vorziehen, wenn die Konditionen beider Position derart stark divergieren.

      Der Staat muss sich ins Bewusstsein rufen, dass Rechtspflege ein Mindestmaß an Qualifikation erfordert, die einen entsprechenden Preis hat.

      Würde der Staat dies berücksichtigen wäre es etwa auch nicht erforderlich, dass sich die Ministerien von Bund und Ländern bezüglich der Ausarbeitung von Gesetzentwürfen in letzter Zeit verstärkt an Großkanzleien wenden. Das Großkanzeleien im Spagat zwischen Mandantenberatung und Neutralität bei der Entwurfserstellung zumindest dem Verdacht von Interessenkonflikten aussetzt, dürfte wohl kaum von der Hand zu weisen sein. Gut, das ist dann wieder eine ganz andere Baustelle, wenn auch ausgehend von der gleichen staatlichen Ignoranz ökonomischer Anreizpolitik...

  • 06.05.2014 23:16, Amiga

    Lieber Nachwuchsjurist,

    Von einem, der beide Arbeitsbereiche (Großkanzlei und Justiz) kennt: So wie du es schilderst, ist es nicht. Meine es wirklich nicht böse, aber man merkt an dem, was du schreibst, dass du von dem tatsächlichen Arbeiten in Großkanzlei und Justiz wenig Ahnung hast. Natürlich stimmt, dass die Arbeitsbelastung in der Justiz gestiegen ist. Und gegen mehr Gehalt würde sich dort auch niemand wehren (werden im Übrigen wenige tun). Nur der Druck in der Kanzlei ist mit dem im Staatsdienst nicht zu vergleichen. Und gemessen an dem, was einem Associate teilweise abverlangt wird, ist die Bezahlung auch nicht immer so dolle.. Also vielleicht doch nicht so verwunderlich, dass der Staatsdienst -nicht nur die Justiz - immer noch zu viele hochqualifizierte Bewerber hat...

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    • 07.05.2014 07:40, Nachwuchsjurist

      Liebe Amiga,

      du hast mit einer Aussage recht: Das Arbeiten in der Justiz kenne ich tatsächlich nur aus den Stationen im Referendariat. Ich arbeite aber bereits seit 2,5 Jahren in einer Großkanzlei (Corporate/M&A) und muss sagen, dass die Belastung sehr schwankend ist. Es gibt Phasen in denen man viel zu tun hat (da gehe ich auch mal nach Mitternacht nach Haue) und Phasen in denen ich manchmal einfach nur "rumsitze". Ich bin auch der festen Überzeugung, dass sich in der Justiz niemand gegen höheres Gehalt wehren würde, allerdings sind natürlich nicht die Richter für eine Gehaltserhöhung zuständig... Wenn ich meinen Stundenlohn mit dem eines Richters (ich setze jetzt mal 50 Std/Woche für einen Richter in den ersten Jahren an) vergleiche bin ich immer noch deutlich besser bezahlt. Ich bin übrigens absolut deiner Meinung, dass es immer noch zu viele jochqualifizierte Bewerber auf den Staatsdienst gibt. Die Stellen sind rar und es bewerben sich ja nicht nur diejenigen, die frisch mit dem Examen fertig sind, sondern auch solche die 2-3 Jahre in einer Großkanzlei gearbeitet haben und dann wechseln wollen (was auch lange mein Plan war....). Ich glaube aber, dass die Bewerberzahl rückläufig ist. Nur merkt man das nicht so sehr, weil es wie gesagt viel mehr Bewerber als freie Stellen gibt. Im Grunde gebe ich dir damit auf ganzer Linie recht (bis auf die Aussage, dass ich von dem tatsächlichen Arbeiten in einer Großkanzlei wenig Ahnung habe ;-)). Ich sehe trotzdem einen Wandel und bin gespannt wo es in den nächsten 5 Jahren mit dem Staatsdienst so hingeht...

  • 08.05.2014 14:52, LexNevel

    Diese Vergleiche sind doch absurd. Richterliche Unabhängigkeit, ein Sitzungstag pro Woche, hervorragende private KV, Beamtenstatus. Das ist doch nicht bezifferbar und wird hier völlig ausgeblendet. Nörgelnde Richter sollen doch bitte aufgeben und sich etwas anderes suchen. Mit der Einstellung wird es allerdings in der Wirtschaft schwierig.

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  • 09.05.2014 14:51, Ludwig Zimmermann

    Wie immer wird die Lage der Rechtsanwälte zu rosig dargestellt. Eine richtige Abschreckung ist damit nicht verbunden. Ich bin seit Jahren als Rechtsanwalt tätig und habe duzende Kollegen kennen gelernt, die unter allen möglich psychischen Erkrankungen leiden. Jüngere und ältere Kollegen, die kaum über ausreichendes Einkommen verfügen, alleine oder in Bürogemeinschaft tätig sind und mangels Aufträgen und Übrung kaum in der Lage sind einen normalen Rechtsfall einigermassen wirtschaftlich abzuwickeln. Die Schuld liegt hier nicht bei den Kollegen, sondern der Teufel steckt im System: Wer glaubt mit einemmehr oder minder efolgreichen Studienabschluss sich selbstständig machen zu können liegt auf jeden Fall falsche. Ohne Mitarbeiter und eine geschmierte Organisation läuft nichts. Bis man ohne Kapital und mit eisernen Nerven eine Kanzlei, sagen wir mal mit drei bis sechs Mitarbeitern aufgebaut hat, vergehen Jahre. Ohne eine gewissen Mindestgröße lässt sich ein Anwaltsbüro weder organisatorisch noch wirtschaftlich betreiben.

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  • 11.05.2014 12:15, Henrik Leiner

    "Die Jobsituation für Juristen ist relativ konstant. Im Jahr 2012 waren durchschnittlich 5.300 arbeitslos gemeldet, rund vier Prozent weniger als im Jahr 2011. Schwierigkeiten haben vor allem Berufsanfänger ohne oder mit geringer Berufserfahrung, fast zwei Drittel der arbeitslosen Juristen sind unter 35 Jahren. Im Allgemeinen stellt Arbeitslosigkeit für Juristen jedoch nur ein Randphänomen dar. Bezogen auf alle in Deutschland Tätigen mit einem Studienabschluss der Rechtswissenschaften betrug die Arbeitslosenquote 2011 gerade einmal 2,2 Prozent. "
    Was hier betrieben wird ist gezielte Desinformation.
    Viele Volljuristen verstecken sich in der prekären Selbständigkeit als Einzelanwalt und oder beziehen Hartz-IV
    Nach einigen Jahren Arbeitslosigkeit werden Juristen nicht mehr als arbeitslos in der Statistik für Juristen geführt, sondern als ungelernte oder man hat sie in fachfremde prekäre Tätigkeiten gedrängt und so aus der Statistik gelogen. Da ist man dann ganz schnell bei 20-30 % welche sich den Abschluss hätten sparen können. Dieser Anteil ist weitaus größer als derjenige der wenigen Spitzenverdiener von denen hier die Rede ist und mit denen von den eigentlichen Verhältnissen abgelenkt werden soll.
    Allgemein zur 23 % Lohnlüge von der hier ja auch noch die Rede ist:
    http://de.wikimannia.org/Lohndiskriminierung

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