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Mediation: Online die ersten Schritte aufeinander zu gehen

MediationOnline die ersten Schritte aufeinander zu gehen

von Dr. Stefan Rusche

06.07.2011

Mediation

Wie finde ich einen neutralen Mediator? Und wichtiger noch: Wie kann ich sicher stellen, dass auch mein Kontrahent ihn für allparteilich hält? Kaum etwas ist in der Mediation so wichtig wie die Integrität des Vermittlers. Die Webseite Fair Instance zeigt, wie es gehen kann. Dort finden Interessierte ihren Mediator und Mediatoren ihren Fall – online und transparent.

"Mediation ist eine Kunst mit einem anspruchsvollen theoretischen Hintergrund", schreibt Katharina Gräfin von Schlieffen, Direktorin des Contarini-Instituts für Mediation und eine treibende Kraft für die Mediation in Deutschland. Mittlerweile gibt es in Deutschland rund 15.000 ausgebildete Mediatoren und es werden jährlich mehr. Nach wie vor steht ihnen eine geringe Zahl von Fällen gegenüber, doch das Feld wächst. Mediatoren sind Pioniere, die neben ihrem eigentlich Beruf als Rechtsanwalt, Psychologe oder Pädagoge den Acker bereiten für eine Methode, die für viele ältere Juristen leider kaum mehr als alter Wein in neuen Schläuchen ist.

Mediation - alter Wein in neuen Schläuchen?

Ein Vorurteil, das  nicht den berühmten Funken Wahrheit enthält und durch Wiederholung nicht richtiger wird, weiß die Gründerin und Geschäftsführerin von fairinstance.com, Anke Stein: "Mediation ist  mehr als Schlichtung und verlangt besondere Zurückhaltung hinsichtlich eigener Lösungsideen. Anders als bei einer Schlichtung kommt in der Mediation die Lösung von den Konfliktparteien – oder sie kommt nicht. Gerade an starre Schemata gewohnte Juristen tun sich hier gegenüber Psychologen und Pädagogen schwer und sollten die Ausbildung zum Umdenken nutzen."

Schon einmal haben die Juristen einen lukrativen Markt verloren, den der Steuerberatung. Das soll nicht noch einmal passieren, weswegen fast alle Rechtsanwaltskammern mittlerweile Mediatorenlisten führen. Allein von der Mediation leben kann allerdings noch niemand. Stein empfiehlt daher angehenden Mediatoren, sich breiter aufzustellen und sich zum Beispiel auch im Bereich Coaching weiterzubilden. Nachhaltig erfolgreiche Streitschlichtung gelinge nur über persönliches Wachstum und Entwicklung der Kontrahenten.

Vorteil Volljurist

Auch wenn nicht nur Rechtsanwälte in die Mediation strömen: Sie stellen gleichwohl als  Torhüter des Rechtssystems die größte Gruppe. Gerade auf Seiten der Wirtschaft und mittelständischer Betriebe ist die  Rechtsanwaltszulassung von Vorteil: "Bei vielen Unternehmern heißt es dann: 'Sie sind ja eine von uns'", sagt die Rechtsanwältin und ehemalige Kapitalmarktrechtlerin Stein.

Auch komme es nicht darauf an, die Mediation als solche zu erklären und zu verkaufen. Der Klient oder Mediant buche die Person. Einen guten Mediator zeichnen Empathie, Intuition und Gelassenheit im Umgang mit Konflikten aus. In sich ruhend und ohne Bewertungsdrang begleitet er die Konfliktparteien dabei, ihre ureigene Lösung zu finden. Anke Stein: "Und die muss  ganz und gar nicht den Vorstellungen des Mediators entsprechen."

Noch ist der Gang zum Mediator nicht selbstverständlich. Den 15.000 Mediatoren stehen 160.000 Rechtsanwälte gegenüber. Das geplante Mediationsgesetz soll das ändern und die Möglichkeit der Mediation im Bewusstsein  insbesondere von Juristen und Mandanten  tiefer verankern. Dazu sind im Gesetzesentwurf vom 1.4.2011 unter anderem  Verschwiegenheitsverpflichtungen, Vollstreckbarkeit von Mediationsvereinbarungen und Mindestanforderungen an die Ausbildung von Mediatoren geregelt. Das Gesetz soll nach der Sommerpause verabschiedet werden.

Wie kommen die Konfliktparteien zueinander und dann zu ihrem Mediator?

mediate.com, mediator-finden.de oder mediatorenportal.de - all diese Seiten listen Mediatoren mitsamt ihrem beruflichen Hintergrund. Keine löst jedoch das Kardinalproblem der Kontaktaufnahme der Konfliktparteien untereinander und ihre gemeinsame Einigung auf einen Mediator. Fair Instance tut es. Die Seite bietet eine Plattform, auf der sich eine Konfliktpartei einloggt und die andere Konfliktpartei einlädt, sich auch zu registrieren und am Mediationsverfahren teilzunehmen. Die Konfliktparteien geben den geschätzten Streitwert, Streitgegenstand  und den gewünschten beruflichen Hintergrund des Mediators an, beispielsweise  Jurist oder Psychologe.

Die Datenbank wählt passende Mediatoren aus und fragt ihre Verfügbarkeit ab. Von den fünf zu den Vorstellungen der Konfliktparteien am besten passenden Mediatoren erhalten die Parteien Foto, Preis und Lebenslauf. Dann stellen sie elektronisch über das System den Mediator mit dem größten gemeinsamen Nenner fest. Erst dann können die Parteien auch außerhalb des Systems Kontakt miteinander aufnehmen.

Die fünf klassischen Grundsätze der Mediation - Freiwilligkeit, Neutralität, Selbstverantwortung, Informiertheit und Vertraulichkeit – bleiben so bei Fair Instance von Anfang an gewahrt.

Dr. Stefan Rusche ist auf das Medizin-, Medien- und Strafrecht spezialisierter Rechtsanwalt und Wissenschaftsjournalist.

 

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Dr. Stefan Rusche, Mediation: Online die ersten Schritte aufeinander zu gehen. In: Legal Tribune ONLINE, 06.07.2011, http://www.lto.de/persistent/a_id/3679/ (abgerufen am 01.10.2014)

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