Erfolgreich bewerben

7 Tipps für eine perfekte Bewerbungsmappe

von Ass. jur. Carmen SchönVistenkarteProfil bei Google+

29.01.2013

junge Frau mit Bewerbungsmappe

Sich bewerben bedeutet, Selbstmarketing zu betreiben – die eigene Person mit allen Stärken darzustellen. Professionelle Bewerbungsunterlagen sind die Visitenkarte jedes Bewerbers. Damit man schon vor dem Vorstellungsgespräch einen positiven Eindruck hinterlässt, sollte man formelle und inhaltliche Aspekte berücksichtigen. Karriere-Coach Carmen Schön gibt 7 Tipps für die perfekte Bewerbungsmappe.

1. Papier, Grammatik und Layout - Die Formalien beachten

Falls die Bewerbungsunterlagen auf dem Postwege verschickt werden, sollten Bewerber ein hochwertiges Papier verwenden. Es darf leicht getönt sein, zum Beispiel in hellgrau, und über ein Wasserzeichen verfügen.

Sämtliche Unterlagen sind einheitlich zu gestalten, damit sie wie aus einem Guss wirken. Wie ist der Platz aufgeteilt? Welche Schriftgröße und eventuell Farben werden gewählt? Die Schrift sollte sachlich sein, es eignet sich zum Beispiel Arial. Im Internet gibt es diverse Portale, die Mustervorlagen anbieten. Diese sind jedoch nur Anregungen und sollten immer individualisiert und an die Situation angepasst werden. So kann man auf die Vorlagen in den führenden Bewerbungshandbüchern vertrauen.

Korrekte Grammatik und Zeichensetzung sollten gerade für Juristen selbstverständlich sein. Zur Überprüfung bietet sich z.B. das Rechtschreibprogramm von Microsoft Office an, aber darauf sollte man sich alleine nicht verlassen. Besser ist es, den Text noch einmal von einem Bekannten Korrektur lesen zu lassen.

In der Auswahl der Bewerbungsmappe kann sich der Bewerber von anderen absetzen. Der Markt hält verschiedene Materialien, Farben und Strukturen der Mappe bereit. Ein Vergleich in 2-3 Schreibwarengeschäften lohnt sich und es muss nicht immer die teuerste Mappe sein. Wichtig ist es, dass die Mappe äußerlich den Anforderungen des Unternehmens gerecht wird. Tradierte und konservative Unternehmen bevorzugen klassische Farben (dunkelblau, grau oder schwarz) und eine hochwertige Haptik (Karton). Bei innovativen Firmen darf man auch einmal ein etwas anderes äußeres Design wählen (z.B. hochwertiges Plastik statt Karton). Aber Vorsicht: Das Profil eines Juristen bleibt immer mit den Attributen Verlässlichkeit und Korrektheit verknüpft – also nicht zu viel wagen.

Sollte die Bewerbung online abgeschickt werden, ist es wichtig, Unterlagen wie Zeugnisse, Foto und Fortbildungsnachweise lesbar einzuscannen. Die Dateianhänge sollten insgesamt nicht größer als 1 – 2 MB sein, damit der Adressat sie in seinem  Postfach empfangen kann (in vielen Unternehmen ist das Empfangspostfach der Mitarbeiter limitiert).

Man weiß nicht genau, ob der Empfänger für die interne Auswahl des Bewerbers auch die E-Mail mit dem entsprechenden Anschreiben oder nur die Dateianhänge des Bewerbers ausdruckt. Deshalb ist es erforderlich, den persönlichen Einleitungstext noch einmal als Datei anzuhängen. Ansonsten sind die Unterlagen der Person nicht zuzuordnen.

2. Das Bewerbungsanschreiben – die ersten Zeilen richtig formulieren

Das Bewerbungsanschreiben mit einer maximalen Länge von einer Seite ist immer noch wichtig, auch wenn es etwas an Bedeutung verloren hat, da die meisten Anschreiben ähnlich aufgebaut sind. Mustervorlagen sind erlaubt, die allerdings individualisiert werden sollten. Zu viel Kreativität im Anschreiben kann den Arbeitgeber abschrecken.

Das Layout sollte professionell und klar gestaltet sein. In das Schreiben gehören zunächst der Absender mit einer privaten E-Mail-Adresse - eine Firmenadresse gehört nicht in die Bewerbung - der Adressat, das Datum, die Betreffzeile (ohne Nennung des Wortes Betreff, fett schreiben reicht aus) und die persönliche Anrede. Kernstück ist dann der Aufbau mit den Punkten Einleitung, Hauptteil und Schluss.

Die Einleitung sollte weniger den Wunsch, in der Firma arbeiten zu wollen, als die eigene Qualifikation widerspiegeln. Warum ist man der richtige Kandidat für diese Stelle? Ein passender Einleitungssatz könnte z.B. lauten: "Sie sind ein Unternehmen, das..., ich biete Ihnen...", "Ich bin seit langem sehr an der Entwicklung Ihres Unternehmens interessiert,..." oder "Bei einer Internetrecherche bin ich auf Ihr Unternehmen gestoßen, das...".

Im Hauptteil sind die Anforderungen des Arbeitgebers abzuarbeiten, zum Beispiel stellt man zwei Spalten gegenüber "Sie suchen" und "Ich biete". Dabei sollten sich Suche und Angebot ergänzen und spiegeln. Wenn möglich, kann auch hier auf ein aktuelles Projekt hingewiesen werden. Möglich ist es aber auch, eine separate Seite einzufügen mit der Überschrift "Projekte" und 2-3 darin zu skizzieren.

Der Abschluss kann mit der Bemerkung "über eine Einladung freue ich mich sehr" gestaltet werden. Die einzelnen Anlagen sollten nicht mehr aufgelistet werden.

3. Die Qual der Wahl – das richtige Foto auswählen

Menschen, die sympathischer wirken, sind erfolgreicher. Und danach sollte das Bild ausgewählt werden. Neben der Sympathie muss aber auch die Kompetenz transportiert werden. Daher ist es wichtig, einen professionellen Fotografen auszuwählen, der im Durchschnitt für die Bewerbungsfotos zwischen 80 und 150 Euro abrechnet. Weiter ist zu beachten, den Fotografen klar zu briefen, auf welche Position man sich bewirbt und welche Attribute besonders herausgestellt werden müssen. Das erfolgt sowohl über die Kleidung (Business Dress), als auch die Mimik und Gestik. Ob das Foto farbig oder schwarz-weiß besser ankommt, ist Geschmackssache. In einigen Branchen (z.B. Medien oder PR) gilt das schwarz-weiß Bild als moderner. Es hat oftmals den Vorteil, dass die Gesichtszüge des Bewerbers charmanter herüber kommen.

Das Foto darf gerne etwas größer als Passformat sein, das symbolisiert Selbstbewusstsein. Eventuell gibt es in den Unterlagen eine erste Seite mit dem eigenen Foto und der Adresse. Diese wird dann wie die anderen Anhänge entsprechend eingescannt.

Seite 1/2
  1. Seite 1: Layout, Anschreiben, Foto
  2. Seite 2: Lebenslauf, Zeugnisse, Deckblatt
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Zitiervorschlag

Ass. jur. Carmen SchönProfil bei Google+, Erfolgreich bewerben: 7 Tipps für eine perfekte Bewerbungsmappe. In: Legal Tribune ONLINE, 29.01.2013, http://www.lto.de/persistent/a_id/8056/ (abgerufen am 19.06.2013)

Infos zum Zitiervorschlag

Kommentare

29.01.2013 15:05
Aus meiner subjektiven Arbeitgebersicht sind die Tipps noch nicht so ganz perfekt:

Vor übermäßigem Aufwand bei der Auswahl von Bewerbungsmappe und Papier, der Verwendung von Deckblättern (oder gar farblicher Schrifttypen) kann ich nur warnen, das legt inhaltliche Mängel nahe, die mit der Form überspielt werden sollen. Schlichtheit schadet nicht, auch nicht in der internationalen Top-Kanzlei.

Wer vor Versand seiner Bewerbung einmal anruft und ein Paar Worte mit dem in der Anzeige genannten Ansprechpartner wechselt, zeigt nicht nur Initiative und Interesse, sondern kann daran auch im Einleitungssatz seines Anschreibens anknüpfen und verdient deswegen bereits einen dicken Pluspunkt.

Wer mir eine "Botschaft in eigener Sache" mitteilen muss, dem ist eine Absage 100% sicher. Bewerber mit übermäßigem Sendungsbewusstsein halte ich für Spinner. Was die jeweilige Motivation für die Bewerbung ist, gehört in das Anschreiben.

Erfolgreich ist die Bewerbung, die nicht nur Qualifikation erahnen lässt (Zensuren helfen, genügen aber nicht), sondern auch in einfachen Worten und kurzen Sätzen verrät, weshalb gerade der/diejenige Bewerber/in ausgerechnet zu mir als Arbeitgeber möchte.
Arbeitgeber Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Arbeitgeber 30.01.2013 09:02
vielen Dank für Ihre Einschätzung! Ich der Tat kann Papier und Mappe nicht über mangelnden Inhalt täuschen - aber beides in Kombination wäre oftmals wünschenswert und kann zur Individualisierung der Bewerbung beitragen. Eine Botschaft in eigener Sache ist "Geschmackssache" und muss immer zum Bewerber UND Kultur des Arbeitgebers passen. Von "Spinner" bis "außerordentlich erfolgreich" ist alles möglich. Und ja, die Motivation des Bewerbers sollte immer klar und deutlich dargestellt werden.
Carmen Schön

29.01.2013 16:42
Bei diesem Artikel wäre mehr drin gewesen. Interessant wäre z.B. ein konkreter Tipp für die Bewerbungsmappe. Die Probleme sind nicht Haptik und Farbe, sondern die flachen Klemmstreifen. Als Berufsanfänger ist es wohl üblich, die Stationszeugnisse beizufügen. Normale Mappen stoßen dann schnell an die 30-Seite-Grenze.
NR Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von NR 30.01.2013 09:03
ja, danke - guter Hinweis zum Thema Mappe. Grüße
Carmen Schön
Antwort auf den Kommentar von NR 30.01.2013 12:26
Ich finde es super, dass die Autorin auf die Kommentare antwortet.
NR

29.01.2013 18:39
Stationszeugnisse mitschicken?? Woher hast du das denn? Außer bei der Justiz weiß doch jeder, dass diese nicht das Papier wert sind, auf dem sie gedruckt wurden. Wer mir als Arbeitgeber (Kanzlei) seine Zeugnisse aus der Strafrechts-AG oder ähnlichen Blödsinn schickt und damit die Bewerbung auf 30 Seiten aufbläht, hat irgendwas falsch verstanden.
jimmy Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von jimmy 29.01.2013 21:53
Die Antwort auf die Frage ist umstritten. Hätte also in den Artikel gehört.
NR
Antwort auf den Kommentar von jimmy 30.01.2013 09:05
danke für den Kommentar - das hängt davon ab, wann ich mich bewerbe. Für den ersten Job werden in der Regel die Stationszeugnisse mitgeschickt (auch wenn jeder weiß, dass man diese oftmals selber schreiben kann) - in den späteren Bewerbungen fallen diese dann natürlich nicht mehr ins Gewicht und werden nicht mehr mit geschickt. Grüße
Carmen Schön

29.01.2013 18:51
Der Artikel listet leider nur die wirklich gängigen und oberflächlichen Dinge auf. Für mich waren es (und sind es immer noch) die Details, welche über Wohl und Wehe einer Bewerbung entscheiden.
Machen sie doch gleich mal den Test und nehmen sie einen roten und einen grünen Textmarker. Markieren sie in ihrer Bewerbung alle 'ich' rot und jede Namensnennung des perspektivischen Arbeitgebers grün.
Wenn der Aufbau im Anschreiben so gewählt ist, wie oben beschrieben, sehe ich - nicht schwarz - sondern rot für die Bewerbung. Aber das ist nur meine persönliche Meinung.
Bezüglich des Umfanges kann ich mich eines Kommentares nicht enthalten. Berufsanfänger mit 2-3 Seiten? Die Aufgaben mit 3-5 Punkten versehen? Kein Wunder, dass derartig viel zusammen kommt. Lieber weniger. Je nach Unternehmen sollten die Kompetenzen ausgewählt werden und die Erfolge aufgelistet (Aufgaben ergeben sich häufig aus dem Titel des Jobs) - dann kommt auch bei erfahrenen Berufstätigen kaum mehr als eine Seite zusammen. Denken sie bitte immer daran, diejenigen, die das lesen sollen haben nur ein begrenztes Zeitfenster für viele Bewerber. Insofern schulden sie m.E. Prägnanz und keine weitschweifige Selbstbeweihräucherung.
Bernd Mueller Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Bernd Mueller 30.01.2013 09:10
Danke für Ihre Einschätzung, Herr Müller. Das Thema Individualisierung ist wichtig, da gebe ich Ihnen vollkommen recht. Der Artikel biete leider nur Platz für die Basis - daher die weitergehende Literatur. 1-2 Seiten als Einsteiger (je nach Tätigkeiten) halte ich für akzeptabel und 2-3 nach den ersten beiden beruflichen Stationen. Für alles gilt - die Dinge aussagekräftig auf den Punkt zu bringen - Qualität statt Quantität - aber auch auf keine Dinge verzichten, die aussagekräftig sind. Viele Grüße
Carmen Schön

29.01.2013 21:59
Im Groben sind es die gängigen Tipps die man immer wieder liest. Nichts Neues für jemanden, der sich schon häufiger beworben haben sollte.
Die Stationszeugnisse habe ich bisher nie mitgeschickt. Wollte auch nie einer sehen.
30 Seiten sind daher auch viel zuviel. Kein Personaler hat die Zeit sich so eine dicke Bewerbung anzugucken, zumal es bei ausgeschriebenen Stellen nicht die einzige Bewerbung sein wird, die er bekommt. Ich selbst bin nicht Arbeitgeber, habe als Tochter eines Arbeitgebers aber schon einige gute und schlechte Bewerbungen zu Gesicht bekommen (nicht im juristischen Bereich). Besser ist: Weniger Schnick-Schnack, dafür sauber und ordentlich.
Noch-Referendarin Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Noch-Referendarin 13.03.2013 17:25
@Noch-Referendarin:

Da stimme ich Ihnen voll und ganz zu. Lange Bewerbungen führen beim Personaler zu einem langen Gesicht, welches sich wiederum keiner weiteren Sekunde der Bewerbung widmen wird. Kurze und aussagekräftige Sätze sind gefragt, die dem Personaler im Gedächtnis bleiben. Eine Bewerbung muss überzeugend sein. Darum hier noch ein paar konkretere Tipps: http://www.deinebewerbung.de/unser_blog/ueberzeugende-bewerbung.page.htm
Mike

30.01.2013 14:15
Ich finde die Aussage bezüglich des Teils "Zeugnisse und Fortbildungen" nicht ganz klar. Dort heißt es: "Es muss nicht der fünfte Englischkurs und der achte EDV-Kurs aufgelistet werden. Das verwässert die Aussagekraft der wirklich wichtigen Zeugnisse."

Soll man Ihrer Ansicht nach nicht alle Fortbildungen im Lebenslauf "auflisten", oder soll man nur nicht jedes Zeugnis/Zertifikat hierüber mitschicken und so die Aussagekraft der übrigen Zeugnisse nicht "verwässern"?

Und falls Sie von einer Auflistung aller Fortbildungen im Lebenslauf abraten: Bei welcher Anzahl ziehen Sie denn hier ca. die Grenze?
(Hier würde mich auch die Ansicht der anderen Kommentatoren interessieren!)

Im Übrigen kann ich "Arbeitgeber" bei der Kritik an der "Botschaft in eigener Sache" nur zustimmen. Alle "Dritte Seite"n, die ich bisher gesehen habe, waren schlichtweg eine Aneinanderreihung nichtssagender positiver Adjektive, mit welchen sich der Bewerber selbst lobgehudelt hat.
Leser Auf diesen Kommentar antworten
Antwort auf den Kommentar von Leser 01.02.2013 18:53
Hallo. danke für Ihren Kommentar. Ich empfehle, nur die Fortbildungen aufzulisten, die für den Arbeitgeber wirklich einen Mehrwert darstellen - insgesamt muss die Anzahl der aufgezählten Fortbildungen in das Gesamtbild passen. Bsp.: Im Laufe der Jahre sammeln sich schnell mehrere Zertifikate über absolvierte Englischkurse an. Dort nur den erwähnen, der eine Aussagekraft hat (z.B. ein anerkanntes Zertifikat eines bekannten Instituts) - und dann auch nur das eine Zertifikat mit den Unterlagen schicken (und auf die anderen vielen Zertifikate der Englischkurse verzichten). Also - weniger ist mehr. Ansonsten hat der Arbeitgeber den Eindruck, dass mangelnde Fachkenntnisse durch Masse an Fortbildungen kompensiert werden sollen. Eine Anzahl an Fortbildungen per Ferndiagnose abzugeben, ist schwer - dennoch wage ich eine - mehr als ca. 3-5 sollten es nicht sein.

Beste Grüße und viel Erfolg Carmen Schön
Carmen Schön

01.02.2013 12:22
Am besten KEIN Bewerbungsfoto mitschicken, es sei denn Sie möchten aufgrund Ihres Geschlechtes, Aussehens oder ihrer Hautfarbe bevorzugt oder benachteiligt werden. Widerstand fängt im praktischen Leben an.
Revolutionär Auf diesen Kommentar antworten

07.02.2013 13:24
Im Text ist lediglich von "führenden Bewerbungshandbüchern" die Rede. Können Sie diejenigen, auf welche Sie ihre Aussagen stützen, konkret benennen?
Schreiber Auf diesen Kommentar antworten
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