Strafrechtler zum Verbot von Sex mit Tieren: "Moralische Fragen gehen den Staat nichts an"

Interview mit Prof. Dr. Joachim Renzikowski

17.12.2012

Über 40 Jahre nach Abschaffung der Strafbarkeit ist die Sodomie nun wieder untersagt. Experten kritisieren das vom Bundestag am Donnerstag beschlossene Verbot der Unzucht mit Tieren, zumal es vor allem Jugendliche und psychisch Kranke betreffe. Das ist überhaupt nicht das Problem, meint Joachim Renzikowski im LTO-Interview. Aber was ist Tierwürde? Und wen sollte das Verbot schützen?

 

LTO: Der Bundestag hat am Donnerstag der Änderung des Tierschutzgesetzes zugestimmt. Die Novellierung sieht unter anderem ein Verbot zoophiler Handlungen vor, um Tiere vor artwidrigen sexuellen Übergriffen zu schützen. Seit 1969 war Sex mit Tieren nicht mehr verboten. Warum wollen die Abgeordneten das jetzt wieder ändern?

Renzikowski: Am Anfang steht oft ein unklares Gefühl, vermeintliche Strafbedürfnisse zu erfüllen. Die in der Diskussion herumgeisternden angeblichen Tierbordelle hat bislang jedoch jedenfalls in Deutschland noch niemand gefunden.

Ernst zu nehmen ist dagegen der Aspekt des Tierschutzes, der dem Tierschutzgesetz (TierSchG) insgesamt zugrunde liegt und der sich auch als Staatsziel in Art. 20a Grundgesetz (GG) findet.

LTO: Reicht das bisherige Verbot der Tierquälerei nach § 17 TierSchG denn nicht aus?

Renzikowksi: Manche leiten aus der Staatszielbestimmung eine Pflicht zur Bestrafung ab, weil sexuelle Handlungen mit Tieren artfremd seien und daher die auch durch das Strafrecht zu schützende Tierwürde verletzten. Das Verbot der Tierquälerei reicht deshalb nicht aus, weil es nicht darauf ankommt, dem Tier Schmerzen zu bereiten, sondern weil seine Integrität durch jede artfremde sexuelle Handlung beeinträchtigt wird.

Die hier bemühte Tierwürde bereitet jedoch ebliche Probleme. Wenn man von der Würde von Tieren spricht, setzt man damit voraus, dass Tiere eigene Rechte haben. Nähme man die Tierwürde ernst, dann dürfte es keine Tierversuche zu kosmetischen Zwecken mehr geben und viele andere Felder wie Massentierhaltung oder Tierversuche würden sehr problematisch. Eigene Tierrechte würden andererseits implizieren, dass Tiere mit sexuellen Kontakten "einverstanden" sein könnten. Was soll das heißen und wie will das jemand feststellen?

"Ein liberales Strafrecht hat sich nicht um moralische Fragen zu kümmern"

LTO: Warum wurde die Vorschrift des § 175b Strafgesetzbuch (StGB), welche die "widernatürliche Unzucht, welche von Menschen mit Tieren begangen wird" unter Strafe stellte, denn damals aus dem Gesetz gestrichen?

Renzikowski: In der Debatte über eine grundlegende Reform des StGB setzte sich in den 60-er Jahren eine Richtung durch, die den Rechtsgüterschutz als leitenden Topos zur Legitimation von Strafvorschriften erhob.

LTO: Was genau bedeutet das?

Renzikowksi: Am augenfälligsten wirkte sich diese neue Anschauungsweise im Sexualstrafrecht aus. Bis dahin wurden die Sexualdelikte als Straftaten "gegen die Sittlichkeit" verstanden, und die Sodomie war als "widernatürliche Unzucht" strafbar. Grund für die Strafbarkeit war also die Sexualmoral.

Bild: Prof. Joachim RenzikowskiJetzt aber sollte es um den Schutz von Rechtsgütern gehen – konkret: um die sexuelle Selbstbestimmung. Dazu passte die Bestrafung der Sodomie ebenso wenig wie übrigens die damals ebenfalls abgeschaffte Strafbarkeit des Ehebruchs. Mit der Homosexualität hat der Gesetzgeber jedoch etwas länger gebraucht, und über den Inzest streitet man bis heute. Die damalige Aufbruchstimmung jedenfalls kann man sich heute kaum mehr vorstellen.

LTO: Der ehemalige Verfassungsrichter Winfried Hassemer sagte in einem Zeitungsinterview, ein Verbot zoophiler Handlungen widerspreche den Grundsätzen des liberalen Strafrechts. Was meint er damit?

Renzikowski: Hassemer meint damit genau den Aspekt, den ich eben angesprochen habe. Ein liberales Strafrecht hat sich nicht um moralische Fragen zu kümmern. Überhaupt gehen Fragen des guten Lebens den Staat nichts an.

Strafrecht wird durch Rechtsgüterschutz legitimiert und nur dadurch. Anders ausgedrückt – und so steht es übrigens auch in Art. 2 Abs. 1 GG -: Wenn der Staat etwas bestrafen will, muss er zeigen, welche Rechtsposition – eines Einzelnen oder der Allgemeinheit – dadurch geschützt werden soll. Kurz: Wer darf von wem aus welchem Rechtsgrund verlangen, dass er das inkriminierte Verhalten unterlässt.

LTO: Und einen solchen Rechtsgrund sehen Sie bei der Unzucht mit Tieren nicht?

Renzikowski: Das ist sehr schwierig. Es leuchtet ein, dass man Tiere nicht quälen soll, und eben derartiges Verhalten stellt § 17 TierSchG bereits unter Strafe.

Wenn man aber sexuelle Handlungen an Tieren erfassen will, die noch keine Quälerei sind, dann lässt sich das meines Erachtens nur bewerkstelligen, wenn man von eigenen Tierrechten ausgeht. Das wäre ein grundlegender Paradigmenwechsel, den man durchaus diskutieren kann, zumal es in der Bioethik dazu ja schon eine breite Debatte gibt. Aber diese Frage jetzt ausgerechnet an der, wenn man so will, sexuellen Selbstbestimmung von Tieren aufzuhängen, erscheint mir doch etwas zweifelhaft.

Zitiervorschlag

Prof. Dr. Joachim Renzikowski, Strafrechtler zum Verbot von Sex mit Tieren: "Moralische Fragen gehen den Staat nichts an". In: Legal Tribune Online, 17.12.2012, http://www.lto.de/persistent/a_id/7805/ (abgerufen am: 23.07.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 17.12.2012 12:14, Rummi

    Bei uns sind alle Wachhunde schon lange abgeschafft worden!

    Gruß aus der Hornstraße

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  • 19.12.2012 17:28, Zweifler

    "Moralische Fragen gehen den Staat nichts an". Das Ergebnis: Morgens erhebt die Bundesregierung den pseudomoralischen Zeigefinger gegen Staaten, die Menschenrechtsverletzungen begehen, nachttags vertickt sie ihnen die Waffen und Überwachungstechnik, die sie dafür brauchen.

    Eine grundlegende Diskussion über Moral ist das allerdringendste, was wir in der Politik benötigen - und folglich auch im Strafrecht. Das althergebrachte, anachronistische religiös motivierte Moralvorstellungen darin nichts verloren haben versteht sich von selbst. Grundsatz kann hier immer nur der Kategorische Imperativ sein.

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  • 20.12.2012 16:22, Jean

    Diese neuerliche Gesetzesschwurbelei beweist doch in erster Linie nur Eines:
    Eine absolute Unterforderung und zuviel lange Weile unserer über 600 Abgeordneten!

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  • 20.12.2012 16:52, Ullrich Dobke

    Gut das der Gesetzgeber neben all den anderen unwichtigen Problemen zeit für diese wichtige soziale und juristische Frage gefunden hat. Eigentlich haben wir zulange auf die Beantwortung dieser Frage warten müssen. Nun zahle ich noch lieber meine Steuern und Sozialabgaben
    Also Bürger/IN sei wachsam, AUGEN AUF -wir dürfen vor diesem Problem die Augen nicht zumachen und müssen Zivilcourage zeigen! Findet entspr. also den Mut zur Anzeige ...

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  • 20.12.2012 17:21, Tierschützer Nr.1

    Endlich mal ein vernünftiges Gesetz. Nach Art. 20a GG stehen die Tiere unter dem besonderen Schutz des Staates. Damit muss der Staat die Tiere vor den Perversen schützen. Wer sich über diesen neuen Schutz der Tiere aufregt, ist doch eigentlich im Kopf kaputt.

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  • 20.12.2012 17:27, Marlene Wartenberg

    Gemäss Art. 13 Vertrag von Lissabon/AEUV sind Tiere fühlende Wesen. Dieses europäische Grundprinzip basiert auf den so genannten Fünf Freiheiten für Tiere, dazu zählt auch 'Freiheit von Angst und Schmerzen'.
    §17 TschG deckt gerade dies nicht ab - zudem mangelt es gehörig am Vollzug dieses Gesetzes mangels Rechtskenntnissen über das Tierschutzrecht. Nur ergänzend sei angemerkt, wer die Panik derjenigen Tiere gesehen und erlebt hat, die unter diesen Handlungen zu leiden hatten, stellt deren Strafbarkeit nicht mehr in Frage.

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    • 20.12.2012 18:08, Jean

      und @Tierschützer Nr.1
      da darf ich annehmen, dass Sie noch nie Teilhabe am Schächten von Tieren hatten? Es gibt kaum Schrecklicheres als manche Video-Aufnahmen geschächteter Tiere, die einen teilweise mehrminütigen Todeskampf durchleben, obwohl sichtbar die Luftröhre und Halsschlagadern durchtrennt wurden...

  • 20.12.2012 22:23, Rainer

    Habe ich das jetzt richtig verstanden? In demselben Gesetzesverfahren ist die massenhafte Kastration von Ferkeln ohne Betäubung unbeanstandet geblieben, ebenso wie die Brandzeichnung von Pferden, aber die strafbare Sodomie unter dem Deckmantel des Tierschutzes wieder eingeführt worden? Soviele Perverse, die ihren Sexualtrieb mit und an Tieren befriedigen hat es doch noch nie gegeben, dass diese Zahlen mit gequälten Ferkeln und Pferden (von Tierversuchen mal gar nicht zu reden) mithalten könnten. Wo bin ich hier eigentlich??
    Recht irritiert!
    Rainer

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    • 04.02.2013 15:10, ombrina

      Um beim Tierschutz etwas per Gesetzgebung oder wenigstens generell im Umdenken etwas zu erreichen, braucht es leider oft Jahre. Bisher ist zumindest gelungen, Tierversuche ab März 2013 abzuschaffen. Und nur, weil andere Misstände vorhanden sind, bedeutet das doch nicht, einen anscheinend geringen Missstand als Kleinigkeit darzustellen.Dann könnte man genauso argumentieren: Es gibt ja auch nicht soooo viele Kinderschänder, also braucht es hier dann auch keine Strafbarkeit. Aber sonst gehts noch?!

  • 21.12.2012 15:22, Petra

    Gott sei Dank, ist das verboten worden. Dass Tier will bestimmt kein Sex mit einem Menschen haben. Nur dass Jugendliche und psychisch Kranke ihren Sexualtrieb und -bedürfnisse ausleben können sollen Tiere, die sich nicht dagegen wehren können, es dulden, über sich ergehen lassen und sich quälen lassen inkl. sich vergewaltigen lassen. Wo sind wir denn ???

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    • 29.12.2012 14:47, Konrad N

      Sehen wir mal, was Tiere mit Sicherheit auch nicht wollen:

      1) Industrialisierte Schwangerschaft
      2) Massentierhaltung
      3) Vollgestopft werden mit Ersatzfutter und Medikamenten
      4) Geschlachtet und Gegessen werden
      5) In kleinen Wohnungen auf hartem Parkett leben
      6) In kleinen Fischkugel ihr Leben alleine frisen
      7) ...

      Das hier ist Quark und vom ehemaligen Tierschutzansatz ist nur der Splitter geblieben, gegen den keine Lobbygruppe da war. Man zermalmt hier ein paar tausend politisch Schwache um sich trotz der eigenen Inkompetenz in der Gesetzgebung trotzdem zu gratulieren. Verglichen mit dem oben angeschnittenen ist Sex wohl meistens nicht ganz so schlimm.

  • 24.12.2012 10:57, RA Rainer+Thesen,+Nürnberg

    Irgendwo ist halt Schluß.Auch das natürliche Sittlichkeitsempfinden ist schutzwürdig. Dazu gehört das Unwerturteil. Man kann das auch mit Maß und Ziel tun, wie Friedrich der Große. Er kassierte ein Todesurteil gegen einen Kavalleristen, den man dabei erwischt hatte, wie er mit seiner Stute kopulierte, mit dem Bemerken: "Versetzt das Schwein zur Infanterie!" Die Disziplin blieb gewahrt und dem König ein (teuer ausgebildeter) Soldat erhalten. Zugegeben, etwas utilitaristisch, aber immerhin nicht gleichgültig.

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    • 29.12.2012 14:44, Konrad N

      Problem ist nur, dass das Sittlichkeitsempfinden nicht naturgegeben ist.

      Steinzeitmalereien zeigen Menschen schon beim Geschlechtsverkehr mit Tieren, die Griechen hatten eine ganze Menge davon, die antiken Sagen sind damit geradezu durchsetzt. Man kann gerne sein eigenes Empfinden und auch den Ekel da haben, aber man kann nicht annehmen das eigene Empfinden sei das richtige von Natur aus und anderen Leuten diese "ekligen Dinge" verbieten.

      Andernfalls muesste man sofort ein Strafgesetz dagegen haben sich in die Hose zu machen, ein Vorgang der vermutlich viel breiter in der Population stattfindet.

  • 23.01.2013 21:10, Paul Panther

    Man ließt immer wieder das Tier habe einen Willen - aber ist schlichtweg falsch. So wie überhaupt Tiere keine Rechtspersönlichkeit haben - dafür wäre der freie Wille Voraussetzung -, können sie auch keine Rechte haben. Mithin kann zwischen Tier und Mensch auch kein Rechtsverhältnis bestehen und folglich kann auch keines derart verletzt werden, dass dies eine Pönalisierung rechtfertigen könnte. Man käme ja auch nicht auf die Idee, ein Tier zu bestrafen, weil es ursächlich für den Tod eines Menschens ist. Bei diesem Gesetz handelt es sich um Auswüchse voraufgeklärter Moralpolitik gefährlicher Gutmenschen, deren Fürchterlichkeit ihrer Forderungen nur eine Entsprechung in der Seichtigkeit ihrer Einsichten in die Möglichkeiten der Strafbegründung eine Entsprechung hat.

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  • 24.01.2013 14:39, Marlene Wartenberg

    .... wenn man einen gegenständlichen tierschutzwidrigen Tatbestand kommentiert, befürwortet man nicht gleichzeitig damit einen anderen tierschutzwidrigen Tatbestand. Eine solche Argumentation ist allzu billig. Ich hatte auf dieser Plattform professionellere Kommentare erwartet.
    Marlene Wartenberg

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  • 04.02.2013 14:59, ombrina

    @ Konrad N: Hat nicht das eigene Empfinden der Menschheit seit jeher z. B. für Krieg und Frieden gesorgt? Nur das eigene Empfinden von Vielen hat Kulturen und Welten verändert! Die Steinzeit, Griechen, antike Sagen o. ä. sollten heute nicht mehr als Beispiel angeführt werden. Denn heute wird das eigene Empfinden vieler Menschen z.B. in Wahlen deutlich gemacht. Und nur was früher "üblich" war, wird heute vom Empfinden her sehr oft als barbarisch bezeichnet. Und die Aussage (..) ein paar tausend politisch Schwache (..) und "Verglichen mit dem oben angeschnittenen ist Sex wohl meistens nicht ganz so schlimm". Sorry! Nach diesen Kommentaren bleibt mir leider nur ein Gedanke: Hoffentlich passiert Ihnen nie etwas, was Sie als gewalttätig, schmerzvoll und als furchtbare Erniedrigung empfinden!
    @ Paul Panther: Aufgrund dieser Aussage ist davon auszugehen, dass hier kein Tierhalter gesprochen hat, sondern ein absoluter Ignorant Gefühlen anderen Lebewesen gegenüber und jemand. Übrigens, heute wird ein Tier bestraft, wenn es ursächlich für den Tod eines Menschen ist - nämlich mit Einschläferung sprich Tötung. Und nu?

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  • 04.02.2013 15:28, ombrina

    Allein die Aussage (..) Wenn man aber sexuelle Handlungen an Tieren erfassen will, die noch keine Quälerei sind (..) stellt Herrn Renzikowski in ein moralisches und menschliches Abseits. Welche sexuellen Handlungen an Tieren wären denn keine Quälerei? Das würde bestimmt zumindest eine ganz bestimmte Klientel interessieren. Herr Professor Renzikowski, um es im Facebook-Stil auszudrücken: Daumen runter - gefällt überhaupt nicht!

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    • 18.02.2013 11:31, Andreas

      Nunja, es gibt keinerlei wissenschaftliche Studien, etc. die so etwas beweisen können! Tiere haben auch einen Sexualtrieb und genießen den Sex genauso wie Menschen. Wieso sollte das nicht so sein und warum sollte es eine Quälerei sein wenn nun ein Mensch mit ins Spiel kommt? Solange alles einvernehmlich geschieht kann von Quälerei ja keine Rede sein.Und ja, Tiere können zustimmen oder Ablehnung zeigen. Wenn z.B. ein Hund etwas nicht will fängt dieser ja auch an die Ohren anzulegen, zu knurren oder mit beißen. Das wirklich schlimme was hier in Deutschland geschieht ist immer noch die Agrarindustrie, gegen die sollte was unternommen werden! Sexueller Missbrauch bzw. allgemeiner Missbrauch an Tieren war vor diesem Moralgesetz schon strafbar. Dieses Gesetz dient nur zur Diskriminierung einer missverstandenen sexuellen Minderheit. Es gibt überall schwarze Schafe, wieso deshalb gleich alle verurteilen? Eine Frau wird vergewaltigt, wir müssen vor solchen weiteren Fällen die Menschen in Deutschland schützen, verbieten wir doch die Heterosexualität...! Außerdem wie soll dieses Gesetz angewendet werden? Wie will bewiesen werden das ein Mensch sexuellen Kontakt mit einem Tier hatte? Ohne Augenzeugen und handfeste Beweise ist dieses Gesetz relativ nutzlos und unausführbar.

  • 17.02.2013 00:28, Vernunft statt Hysterie

    Das Dumme an den selbsterwählten TierschützerInnen ist, dass sie überhaupt keine Ahnung haben, wovon sie bei der Zoophilie reden. Sie haben vielleicht mal ein, zwei oder sogar drei wirklich misshandelte Tiere gesehen, wo die Täter schon nach dem bisherigen Recht bestraft worden wären, aber von dem, wie Zoophile mit ihren Tieren umgehen, haben sie keinen blassen Schimmer. Wie auch, wie wollten Sie diese bösen Perversen auf der Straße oder im Reitstall erkennen? Sie sind direkt unter ihnen, aber da deren Tiere völlig normal und weder gestresst noch ängstlich sind, kriegen sie nichts mit. Und wenn per Zufall doch, würden sie sich das Maul zerreißen, auch wenn es dem Tier offenbar gut geht. Denn dies ist ihr privater Feldzug, bei dem Sinn und Verstand ausgeschaltet werden.

    Juristen hingegen tun das nicht, sie urteilen (im Idealfall) unbefangen und neutral und orientieren sich an den tatsächlichen Gegebenheiten und gesellschaftlichen Notwendigkeiten, genau wie es der Herr Renzikowski im Interview getan hat. Und weil seine Meinung den vermeintlichen TierschützerInnen nicht passt, wird mit unbewiesenen Behauptungen unsachlich gegen ihn polemisiert. Bis heute wurde kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht, dass die Zoophilie den Tieren Schaden zufügt, und solange das nicht der Fall ist, werden sich die GegnerInnen von intimen Mensch-Tier-Kontakten den Vorwurf gefallen lassen müssen, lediglich dumm daherplappernde Quacksalber zu sein.

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    • 17.02.2013 08:28, ombrina

      Wenn man meint, dass selbst erwählte TierschützerInnen keine Ahnung von Zoophilie haben, weil sie nicht wüssten, wie diese mit ihren Tieren umgingen... Entschuldigung, dass man sich auch als nicht selbst erwählte/r TierschützerIn aufgrund von Befunden und Bildern von Tierärzten selbst ein Bild macht.Oder sollte man erst einmal Anschauungsunterricht nehmen, um zu sehen, wie gut es der Zoophile mit seinem Tier doch nur meint. Kinderschänder haben auch oft die Entschuldigung, dass die Kinder das ja auch wollten. Wenn man sieht, wie das Tier oft fixiert wird, um den "Neigungen" solcher, ja, für mich sind es Perverse, nachzugehen, dann mag das Tier dies ja auch, es ist ja schließlich devot. Leider wurde bisher ja auch kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht, dass die Zoophilie k e i n e n Schaden den Tieren zufügt ;) Aber Menschen, die das praktizieren, müssen sich halt auch den Vorwurf gefallen lassen, als Perverse in unserer heutigen Gesellschaft angesehen zu werden.

  • 03.03.2013 12:12, blog.zeta-verein.de

    blog.zeta-verein.de verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Prof. Dr. Renzikowksi in der Legal Trebune

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  • 07.03.2013 05:27, Komet

    ombrina schrieb: "Entschuldigung, dass man sich auch als nicht selbst erwählte/r TierschützerIn aufgrund von Befunden und Bildern von Tierärzten selbst ein Bild macht."
    Tierärzte haben in den meisten Fällen selbst keine Ahnung von dem Thema. Das liegt mit Sicherheit auch daran, dass es bisher so gut wie keine Forscung über Zoophilie gibt. Die 2 groeßen, ernstzunehmenden Doktorarbeiten zum Thema kommen aber zu dem Ergebnis, dass Zoophilie nicht als Paraphilie sondern als sexuelle Orientierung angesehen werden sollte. Die Bilder, die zu dem Thema häufig die Runde machen, zeigen Opfer von Zoosadismus, die zu Opfern von Zoophilen umdeklariert wurden und damit ein zweites Mal missbraucht wird (im zweiten Fall für eine politische Kampagne).

    ombrina schrieb: "Oder sollte man erst einmal Anschauungsunterricht nehmen, um zu sehen, wie gut es der Zoophile mit seinem Tier doch nur meint."
    Wenn du aktive Tierschützerin bist, dann gehe ich jede Wette ein, dass sich in deinem Umfeld ein Zoophiler oder eine Zoophile befindet, der oder die ebenfalls im Tierschutz aktiv ist. Auf Grund deiner Vorurteile Zoophilen gegenüber wirst du aber nie auf die Idee kommen, diese Person für zoophil zu halten und weil diese Person die Vorurteile der Tierschützer kennt, wird sie sich dir gegenüber niemals outen.

    ombrina schrieb: "Kinderschänder haben auch oft die Entschuldigung, dass die Kinder das ja auch wollten."
    Was Pädophile sagen spielt nur für Pädophilie eine Rolle. Homosexuelle haben in ihrem Kampf für Gleichberechtigung ebenfalls behauptet, der Sex zwischen zwei Männern geschehe einvernehmlich und sahen sich deshalb mit diesem unzutreffenden Pädo-Vergleich konfrontiert. Heute wissen wir, dass er Unsinn ist, weil Kinder eben keine erwachsenen Männer sind. Und da Kinder auch keine erwachsenen Tiere sind, ist diser oberflächliche Vergleich völlig unangebracht.

    ombrina schrieb: "Wenn man sieht, wie das Tier oft fixiert wird, um den "Neigungen" solcher, ja, für mich sind es Perverse, nachzugehen, dann mag das Tier dies ja auch, es ist ja schließlich devot."
    Nein, wenn man ein Tier sieht, das für sexuelle Handlungen fixiert wird, dann sieht man entweder einen Besamungstechniker bei der Arbeit oder einen Zoosadisten. Ein Zoophiler käme niemals auf die Idee, sein Tier zu fixieren, um seinen eigenen Gelüsten nachgehen zu können.

    ombrina schrieb: "Leider wurde bisher ja auch kein wissenschaftlicher Nachweis erbracht, dass die Zoophilie k e i n e n Schaden den Tieren zufügt"
    Doch, der wurde erbracht und kann problemlos immer wieder erbracht werden. Die Tiere von zoophilen erfreuen sich nämlich tatsächlich bester Gesundheit, die von Tierärzten wie auch Veterinärämtern regelmäßig bescheinigt werden kann und auch schon bescheinigt wurde.

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  • www.zoophiler-tierschutz.info verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Prof. Dr. Renzikowski

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    Prof. Dr. Renzikowski

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