Legalisierung von Cannabis: Grüne wollen allen das Kiffen erlauben

von Prof. Dr. Dieter Müller

04.07.2012

Wieder einmal versuchen grüne Bundestagsabgeordnete, den Anbau und Konsum von Cannabis für den Eigengebrauch zu legalisieren. Einmal mehr listen sie die altbekannten Argumente auf. Dabei springen sie erneut inhaltlich zu kurz und übersehen neben den möglichen negativen Folgen für Konsumenten auch, dass Deutschland das Kiffen aus rechtlichen Gründen gar nicht legalisieren könnte, meint Dieter Müller.

 

Hintergrund der Gesetzesinitiative ist unter anderem die seit dem 1. Mai geltende Verpflichtung niederländischer Coffeeshops, Nicht—Inländern den Zutritt zu ihren Lokalen zu untersagen.

Die Grünen greifen mit ihrem Vorschlag fraglos vorhandene Widersprüche rund um das Thema Cannabis auf. Zitiert werden eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) von 1994 und ein Gutachten des Freiburger Max-Planck-Institutes für ausländisches und internationales Strafrecht (MPI) aus dem Jahr 2006. Sowohl das BVerfG als auch das MPI prangern zu Recht die unterschiedliche Einstellungspraxis der Staatsanwaltschaften beim Besitz geringer Mengen von Cannabis zum Eigenverbrauch an. Das MPI stellte eine willkürlich anmutende staatliche Kriminalisierung der Drogenbesitzer fest.

Eine Legalisierung soll dem nun, geht es nach Bündnis 90/Den Grünen, entgegen wirken. Dabei legen die Antragsteller beide Dokumente einseitig zugunsten ihrer Position aus. Weder das BVerfG noch die Freiburger Wissenschaftler empfehlen nämlich die Legalisierung des Handels mit Cannabis, sondern mahnen lediglich eine bundesweit einheitliche Einstellungspraxis an. Diese nicht zu vernachlässigende Gerechtigkeitslücke im Strafverfahren steht juristisch in keinem Zusammenhang mit einer Entkriminalisierung des Handels mit Haschisch.

Das zweite Argument der Legalisierungsbefürworter ist epidemiologisch fundiert: Die Kriminalisierung von Cannabis sei eine Folge der "vielfach widerlegten Annahme", es handele sich um eine Einstiegsdroge für den späteren Gebrauch härterer Substanzen. Haschisch sei inzwischen eine Alltagsdroge, die nicht gefährlicher als Alkohol sei. Ihre Kriminalisierung behindert in den Augen der Antragsteller eine wirksame Prävention und leistet einem Schwarzmarkthandel mit verunreinigten Produkten Vorschub.

Pervertierte Argumente

Fraglos fordert der exzessive Konsum der legalen Droge Alkohol jährlich weit mehr Tote als die illegale Droge Cannabis. Daraus ein Argument zugunsten einer Legalisierung zu entwickeln, liegt dennoch neben der Sache.

Vielmehr haben die staatlichen Bemühungen gegenüber der Volksdroge Alkohol versagt. Konsequenz muss sein, dort das System der Suchtprävention effektiver zu gestalten, nicht, an anderer Stelle in die gleiche Falle zu tappen.

Die Antragsteller lassen immerhin die mit dem Cannabiskonsum verbundenen Gesundheitsrisiken nicht unerwähnt. Sie pervertieren diese jedoch, wenn sie daraus Gründe für eine Legalisierung ableiten.

Vollkommen zu Recht stellen die Grünen fest, dass der Staat weit mehr Geld in die Repression, als in die Prävention investiert. Sie folgern daraus, dass die repressiven Mittel im Falle einer Legalisierung für präventive Zwecke freigesetzt werden könnten. Diese auf den ersten Blick charmante Argumentation setzt allerdings die Diskussion um die Legalisierung der Rauschdroge Cannabis auf ein falsches Gleis, weil sie eine nicht ausreichend alimentierte Prävention in einen direkten politischen Zusammenhang mit der Legalisierung stellt.

Dabei sollte es das Grundanliegen jeglicher Drogenprävention sein, die Persönlichkeit so zu stärken, dass der Genuss von Rauschdrogen nicht als alternative Strategie zur Bewältigung der Lebensprobleme oder zur Flucht aus der Realität begriffen wird.

Was die Antragsteller verschweigen: Deutschland kann nicht legalisieren

Deutschland darf den Eigengebrauch von Cannabis gar nicht legalisieren. Als Unterzeichner der UN-Konvention gegen narkotische Drogen, die der weltweiten Ächtung des Handels mit illegalen Drogen dient, hat sich Deutschland zuletzt 1988 völkerrechtlich verpflichtet, den Handel mit Cannabis strafrechtlich zu verfolgen. Sich von dieser Verpflichtung zu lösen, ist nur über die UNO in einem langen institutionellen Weg möglich und politisch unwahrscheinlich. Eine vergleichbare Bindung Deutschlands besteht innerhalb der Europäischen Union, deren Drogenstrategie ebenfalls sowohl restriktiv als auch repressiv ist.

Eine Legalisierung des Eigengebrauchs von Cannabis hätte zudem negative Folgen für die Sicherheit auf deutschen Straßen. Der von den Initiatoren verharmloste gelegentliche Gebrauch von Cannabis führt nämlich ab einer bestimmten Dosis zu einem Verlust der Fahreignung. Der überall in Deutschland festzustellende Anstieg von Drogenfahrten beweist, dass zahlreiche Konsumenten nicht zwischen Konsum und Fahren trennen können. Sie bedeuten ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko.

Schließlich bleiben die Initiatoren konkrete Antworten auf zahlreiche zentrale Fragen schuldig: Wie können Kinder und Jugendliche effektiv geschützt werden, wenn Cannabis wesentlich leichter, weil legal, erhältlich ist? Wie lässt sich der fließende Übergang vom legalen Eigengebrauch zu illegaler Produktion und Handel kontrollieren? Steigert die Legalisierung die Lebensqualität der bislang illegalen Konsumenten? Auf welche Weise entwickelt sich eine aufgeklärte Gesellschaft, wenn der Eigengebrauch von Cannabis legalisiert wird? Welche sozialen, medizinischen und epidemiologischen Langzeitfolgen brächte eine Legalisierung für eine komplexe und hoch technisierte Gesellschaft mit sich?

Dieser Fragenkatalog ließe sich problemlos fortsetzen. Glücklicherweise führen derartige Gesetzesinitiativen regelmäßig ins realpolitische Nirwana. Es bleibt die Frage nach dem tieferen Sinn derartiger politischer Vorhaben. Am Ende geht es den Abgeordneten wohl nur darum, eine vermeintlich sichere Wählerklientel zu bedienen, die ihre Rauschbedürfnisse zukünftig legal befriedigen möchte.

Der Autor Prof. Dr. Dieter Müller ist wissenschaftlicher Leiter des Instituts für Verkehrsrecht und Verkehrsverhalten Bautzen und Autor zahlreicher Publikationen zum Verkehrsrecht.

Zitiervorschlag

Dieter Müller, Legalisierung von Cannabis: Grüne wollen allen das Kiffen erlauben. In: Legal Tribune Online, 04.07.2012, http://www.lto.de/persistent/a_id/6521/ (abgerufen am: 31.08.2016)

Infos zum Zitiervorschlag
Kommentare
  • 04.07.2012 14:45, M. DittmannVistenkarte

    Die Debatte dreht sich im Kreis und fängt an, an den Nerven zu kratzen...
    Falls daher je noch weitere Artikel zu diesem Thema von Ihnen zu befürchten sind, bitte folgendes zu beachten:
    A) Schwieriges Verfahren ist nicht immer gleich Unmöglichkeit, das dürfte bekannt sein
    B) Vielmehr ist streitig, ob nicht sogar eine Legalisierung (etwa des Besitzes) bei regelungskonformer Auslegung der UN-Konventionen von 1961, 1971 und insb. 1988 möglich sei
    C) Dass die Grünen eher die Wahlen im Auge hatten als dass es um die Sache ging, ist gut möglich, trägt aber in der Sache nichts bei zur Fragestellung
    -> Fazit: ob man sich nun so oder so entscheidet ist eine eher gesellschaftspolitische Frage. Zur wissenschaftlichen Aufgabe von jur. Hochschulprofessuren sollte vielmehr gehören, Wege und Möglichkeiten (sowie juristisch verwertbare Argumente) aufzuzeigen, anstatt den immergleiche Zirkelschluss zum Besten zu geben, dass eine Reform unmöglich sei, da sie gegen geltendes Recht verstöße (ebendrum werden Gesetze ja geändert! )
    -> Siehe auch die Expertenanhörung im dt. Bundestag: http://m.youtube.com/watch?v=jlD-RCxlWr8

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  • 04.07.2012 14:48, M. DittmannVistenkarte

    korrigiere: nicht Hochschulprofessor, sondern WISSENSCHAFTLICHER institutsleiter

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  • 04.07.2012 15:11, joergVistenkarte

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller,
    von einem Juristen könnte man eigentlich eine weniger oberflächliche Besprechung erwarten.
    1) Sie haben Recht. Eine Legalisierung von Cannabis ist wegen der internationalen Übereinkommen in Deutschland allein nicht möglich. Allerdings geht es in dem Antrag auch nicht um die Legalisierung, sondern um die Entkriminalisierung des Gelegenheitskonsums. Selbige ist durch das Einheitsübereinkommen mitnichten ausgeschlossen..
    2) Ihre Argumentation, eine "Legalisierung" von Cannabis hätte "negative Folgen für die Sicherheit auf deutschen Straßen" ist - mit Verlaub - scheinheilig. Das Verkehrsrecht bietet, das sollten gerade Sie wissen, genügend Handhabe, um das berauschte Führen eines Kraftfahrzeuges zu unterbinden bzw. zumindest zu ahnden. Die Frage, ob eine Droge legal oder illegal ist, hat mit der Fahrtüchtigkeit nichts zu tun. Nach Ihrer Logik müßte dann auch Alkohol verboten werden.
    3) Sie unterschlagen - sicher ganz zufällig - das zentrale Argument des grünen Antrags: die mangelnde Evidenz der Repression. Zahlreiche wissenschaftliche Studien zeigen, dass es keinerlei Zusammenhang zwischen den rechtlichen Vorschriften und Art und Umfang des Konsums gibt. Prävalenz und Einstellung zu Cannabis sind in Bundesländern mit scharfer Regelung ähnlich hoch wie in Ländern mit einer liberaleren Regelung.
    4) Sie fragen: "Wie können Kinder und Jugendliche effektiv geschützt werden, wenn Cannabis wesentlich leichter, weil legal, erhältlich ist?" Diese Frage stellt sich schon heute, denn schon heute ist Cannabis praktisch rund um die Uhr überall verfügbar. Auf dem Schwarzmarkt gibt es keinen Jugendschutz. Der Schwarzmarkt ist indes direkte Folge des Cannabisverbotes. Zugegeben, auch durch den grünen Antrag würde dieses Problem weitgehend bestehen bleiben. Erst durch eine legale Abgabeform, die leider durch die prohibitiven Vorgaben der internationalen Übereinkommen untersagt ist, könnte dieses Problem behoben werden. Dann wären Regelungen zum Jugendschutz und zum Verbraucherschutz möglich, wie wir sie auch bei Alkohol und Tabak haben.
    5) Sie fragen: "Steigert die Legalisierung die Lebensqualität der bislang illegalen Konsumenten?" Fragen Sie diese zumeist noch sehr jungen Menschen doch einfach mal selbst. Und fragen Sie auch mal die betroffenen Jugendrichter und -staatsanwälte, denen diese Verfahren einen großen Teil ihrer Arbeitszeit wegnehmen.
    6) Sie schreiben, es solle "Grundanliegen jeglicher Drogenprävention sein, die Persönlichkeit so zu stärken, dass der Genuss von Rauschdrogen nicht als alternative Strategie zur Bewältigung der Lebensprobleme oder zur Flucht aus der Realität begriffen wird." Da wäre zunächst zurückzufragen, warum Sie Cannabiskonsumentinnen und -konsumenten unterstellen, sie würden Cannabis gebrauchen, um ihre "Lebensprobleme" damit zu lösen oder Realitätsflucht zu begehen. Zudem müßte dann der Gebrauch auch legaler psychoaktiver Substanzen als Realitätsflucht verstanden werden. Auch das Gläschen Wein auf einer Familienfeier wäre etwas derartiges. Im übrigen haben Sie ein zumindest überholtes Verständnis von Drogenprävention. Prävention verfolgt das Ziel, problematisches Konsumverhalten und Abhängigkeitserkrankungen zu verhindern. Von Abstinenz werden Sie dort nichts finden. Zumal dieses Ziel ohnehin gescheitert ist.

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  • 04.07.2012 15:42, W WVistenkarte

    In diesem Artikel ist sovieles verkehrt, man meine hier stecke bewusste Fakten Vertuschung vor, insbesondere ihre vier letzten Absätze :


    Zu Absatz 1 : Dass Deutschland sich gegenüber der EU und UN verpflichtet hat, zweifle ich nicht an. Aber man bedenke : Man habe sich verpflichtet zu einem Zeitpunkt wo man noch Blind an den Krieg gegen Drogen geglaubt hat (der heute bewiesenermaßen verloren ist), strafrechtlicher Verfolgung ist nur eine Waffe dieses Krieges gewesen - und wer nicht einsehen will dass dieser Weg mehr Menschen schadet, als die Drogen selbst, die wir versuchen mit solchen Gesetzen zu verstecken, liegt hier grundlegend Falsch.
    Deutschland muss hier sein versprechen brechen - wir können nicht warten bis man das ganze aufhebt. Hier vergisst man ganz klar : die einzelnen Länder machen die UN und die EU aus, NICHT UMGEKEHRT. Wenn sich jedes einzelne Land darauf beruft, dass die UN/EU sie dazu verpflichtet, können wir gleich das ganze über Bord werfen - das führt nur zu stillstand!

    Zu Absatz 2: In Deutschland gilt eine Cannabis Drogenfahrt bei 0,1 NANO-Gramm THC im Blut. Wissenschaftlich gesehen beginnt eine Drogenfahrt durchschnittlich bei 5-8 Nanogramm.
    Woher kommt nun dieser 0,1 Nano-Gramm-Wert ?
    Es ist der kleinste zu ermittelnde Wert, und das ist nun Gesetz so, und es wird knallhart behauptet 0,1 Nano Gramm wären vergleichbar mit 0,5 Promille, ohne wissenschaftliche vergleichbare Fakten.

    Beispiel : Trinke ich Alkohol und habe 0,5 Promille Intus, habe ich 1-2 Tage Später 0 Promille wenn ich in diesem Zeitraum nix getrunken habe.
    Konsumiere ich Cannabis, sinkt zunächst der THC Blutwert Rapide, je weniger THC ich in meinem Blut habe, desto langsamer wird diese auch abgebaut. Sprich: Bis der Körper komplett THC abbaut können Tage, Wochen und Monate vergehen bis man einen Blutwert von 0,0 Nanogramm THC hat.
    Man sollte sich das einfach vor Augen führen wie ungerecht diese Gesetze formuliert sind.
    Dass hier der Bezug zur Legalität und Illegalität komplett fehlt, hat mein Vorredner schon geschrieben.

    Dazu kommt : Wenn der Konsument sich dem ganzen komplett Bewusst ist, und er selber weiß dass er keine Chance hat vor dem Gesetz denkt er sich doch : Warum fahr ich nicht gleich bekifft ? Macht vor dem Gesetz doch keinen Unterschied.

    Bitte informieren sie sich noch einmal, ob wirklich jeder Konsument eine Drogenfahrt begeht. Soviel ist sicher : Der Staat deklariert wer unter Drogen fährt und wer nicht, kein Wissenschaftler und kein Konsument hat darüber zu entscheiden. Hier bedarf es an einenr grundlegenden Änderung!

    Zu Absatz 3 : Cannabis soll durch Legalisierung leichter zugänglich sein für Kinder und Jugendliche ? Ich kann ihnen nur bestätigen dass es kaum eine Schule gibt die nicht verseucht ist von klein-Dealern die ihren Kindern ohne Skrupel Drogen geben.
    Ich verstehe nicht wieso man das immer wieder behauptet, das Legalisierung-Befürworter Drogen freiverkäuflich haben wollen, ohne irgendwelche Regeln. Dieser Logikfehler kann doch nur einem 12-Jährigen passieren, ich bitte sie.
    Legalisierung bedeutet nichts anderes als KONTROLLIERTE Abgabe - und nicht dass ich im REWE Käse-SB-Regel als 16 Jähriger mir Drogen kaufen kann, diese Annahme ist so lächerlich und aberwitzig.

    Weiterhin : Dass das nur ein Wahlkampf-Gag sei, können sie behaupten. Während Gegner das behaupten, und dazu behaupten Cannabis werde immer wieder unterschätzt (Drogen sollte man per se nicht unterschätzen) - Frage ich mich wo ihre Subjektivität bleibt : Cannabis ist die meist konsumierte Droge in Europa und auf der Welt - aber sie ist Illegal. Menschen haben mit Problemen zu kämpfen die meist nichts mit der Drogen zu tun hat, sondern mit der Diskriminierung des Konsumenten.
    Die Kriminilasierung des Konsumenten wird ganz klar unterschätzt genauso die Konsumenten Zahlen - und die menschliche Freiheit die auf Kosten von blinder Poltik hergeht.


    Ich bitte sie als Autor, Jurist, Prof. Dr. nochmal scharfsinnig nachzudenken :
    Ist es wirklich notwendig, logisch, demokratisch und menschlich, Maßnahmen zu nutzen, die mehr Schaden als die Drogen selbst ?
    Konsumenten wird vorgeworfen skrupelose Drogenbarone und Terroristen zu finanzieren. Na klar : Deutschland, UN und die EU machen doch die Poltik dafür! Diese Gesetze unterstützen das, wer das nicht sieht, ist Blind vor Ignoranz.

    Und vergessen sie nicht was Politiker immer wieder bei diesem Thema machen : Die Prohibition rechtzufertigen umd Probleme zu bekämpfen, dessen Ursache die Prohibition meist selbst ist.

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  • 04.07.2012 16:49, FrancoisVistenkarte

    Ich kann mich meinen Vorschreibern nur anschließen. Der Autor dieses Artikels tut genau das was er den Grünen mit ihrem Antrag vorwirft. Er argumentiert einseitig und missachtet wissentlich oder unwissentliche, Fakten.

    Villeicht irre ich mich, aber mir sind keine verbindlichen EU-Abkommen bekannt die eine Legalisierung von Cannabis verhindern würden. Die EU hat jedenfalls keine originäre Regelungskompetenz in drogenpolitischen Fragen. Wie aber bereits erwähnt haldelt es sich auch erstmal um eine Entkriminalisierung.

    Die Problematik der aktuellen Getzgebung bezüglich Cannabis im Straßenverkehr wurde von dem User ArrayW W bereits ausreichend beschrieben.

    Kommen wir zu den Fragen am Schluss des Artikels die nicht so schwer zu beantworten sind, wie villeicht vom Autor angenommen.
    "Wie lässt sich der fließende Übergang vom legalen Eigengebrauch zu illegaler Produktion und Handel kontrollieren?"
    In dem man z.B. Freimengen für den Privatanbau festegt. So wie es in Belgien und den Niederlanden der Fall ist. Auch wenn hier der Anbau im kleinen Umfang nicht legal ist, jedoch geduldet wird. Dadurch wird es nicht leichter auf großen Flächen kommerziell anzubauen. Im Gegenteil die Nachfrage für illegales Cannabis geht zurück.

    "Auf welche Weise entwickelt sich eine aufgeklärte Gesellschaft, wenn der Eigengebrauch von Cannabis legalisiert wird? Welche sozialen, medizinischen und epidemiologischen Langzeitfolgen brächte eine Legalisierung für eine komplexe und hoch technisierte Gesellschaft mit sich?"
    Mit dieser Frage wird unterstellt dass die Konsumentenzahlen mit einer Legalisierung in die höhe schnellen würden, das Gesellschaftsgefüge sich grundlegend ändern würde und das Sozialesicherungsnetz zusammenbrechen würde. Um diese Frage zu beantworten muss man jedoch nicht lange spekulieren sondern nur einen Blick ins europäische Ausland werfen. Da wären als erstes die Niederlande zu nennen. Hier ist Cannabis seit mehr als 30 Jahren für über 18-Jährige frei zugänglich. Die sozisle Struktur der Niederlande unterwscheidet sich jedoch nicht westlich von der der anderen europäischen Länder. Auch der technologische Fortschritt und die Wirtschaftskraft ist hoch. Dies sind zugegebenermaßen "nur" Einschätzungen, die man jedoch relativ leicht mit Zahlen belegen könnte. Um an dieser Stelle aber auch belastbare Fakten zu liefern, kann man die durch Drogen bedingte Todesrate der einzelnen Länder betrachten.
    http://www.emcdda.europa.eu/stats11/drdfig7a
    Hier haben die Niederlande proportional gesehn weniger Drogentote als die meisten europäischen Länder.
    Auch bei der Quote der Menschen mit problematischem Drogenkonsum liegt z.B. Spanien im Breich mit den niedrigsten Werten.
    http://www.emcdda.europa.eu/stats11/pdufig1a
    Spanien hat eine weitaus liberalere Cannabispolitik als Deutschland. Der private Konsum wird in weiten Teilen des Landes nicht verfolgt und auch Cannabis Social Clubs sind möglich.
    Um die Daten nicht einseitg zu interpretieren muss man betonen dass diese Statistiken keines Falls belegen dass die liberale Politik für die niedrigen Zahlen verantwortlich ist. Die Statistiken belegen jedoch eindeutig dass eine Liberalisierung des Umgangs mit Cannabis nicht zu den befürchteten negativen Auswirkungen führen wird.

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  • 04.07.2012 18:02, A.Vistenkarte

    Ich habe dieses Magazin gerade durch einen Facebook-Post vom DHV kennengelernt.
    Sie haben für mich sofort Ihre Seriösität verloren.
    Ich kontrahiere mal kurz:

    "Pervertierte Argumente

    Fraglos fordert der exzessive Konsum der legalen Droge Alkohol jährlich weit mehr Tote als die illegale Droge Cannabis."
    -"weit mehr": Möchten Sie hier Argumente, die in Ihren Augen für die Diskussion "neben der Sache liegen", verzerren? Es ist noch nie jemand von Cannabis gestorben. Dies so formuliert darzustellen lässt Sie für Menschen, die die Fakten kennen unsachgemäß dastehen, ob es nun ein schwergewichtiges Argument ist, oder nicht.

    "Eine Legalisierung des Eigengebrauchs von Cannabis hätte zudem negative Folgen für die Sicherheit auf deutschen Straßen. Der von den Initiatoren verharmloste gelegentliche Gebrauch von Cannabis führt nämlich ab einer bestimmten Dosis zu einem Verlust der Fahreignung."
    -"Verlust der Fahreignung": Sie haben Recht. Der gelegentliche Gebrauch führt laut Gesetz zu einem Verlust der Fahreignung. Diese Regelung zum Beispiel resultiert aus der oberflächlichen und vorrausgehend abweisenden Haltung, die Sie vertreten.
    Welcher Studie oder welcher wissenschaftlichen Erörterung liegt diese Regelung zugrunde? Richtig, der kompromisslosen Ablehnung.

    "Der überall in Deutschland festzustellende Anstieg von Drogenfahrten beweist, dass zahlreiche Konsumenten nicht zwischen Konsum und Fahren trennen können. Sie bedeuten ein unkalkulierbares Sicherheitsrisiko."
    -Zahlreiche Konsumenten jeder Droge können nicht zwischen Konsum und Fahren trennen. Dies an Cannabiskonsumenten festzumachen, was Sie eindeutig durch Ihre Ausdrucksweise tun, ist ein weiterer Punkt der Verhetzung, ob nun bewusst oder unbewusst.
    Natürlich gehören auch Cannabiskonsumenten dazu, aber sehen Sie nicht die Gegenwart, versuchen Sie die Zukunft zu sehen, die die Grünen (bzw. alle Hanf-Aktivisten) anstreben:
    Um der Überzeugung zu sein, dass man betrunken nicht mehr in sein Auto steigt, benötigt man Verantwortungsbewusstsein. Dieses hat nicht jeder Mensch weit genug ausgeprägt.
    Die Überzeugung, bekifft nicht mehr Auto zu fahren ist da etwas ganz anderes. Man weiß, dass man ohnehin bereits als Krimineller angesehen wird. Und das ist bereits der springende Punkt.
    Wäre Cannabis nun legal, und jeder könnte sich damit berauschen, wie er wollte, würden beim Konsum von Cannabis die gleichen Gedanken aufkommen wie bei Alkohol: Zunächst hat man von Anfang an nichts zu verstecken und wird so nicht (natürlicherweise) von seinem Verstand fehlgeleitet. Weiter wird der Hintergedanke "Wenn ich (morgen) gefickt werde bin ich ohnehin dran, ob ich jetzt noch einen rauche, oder nicht" außer Kraft gesetzt und macht Platz für ein "Kann ich jetzt noch einen rauchen und morgen auf der Arbeit trotzdem meine volle Leistung bringen?".
    Die kriminalisierten Konsumenten, die auch herzensgute Menschen mit einschließen, dürfen so ohne Hintergedanken (und forcierte Schutzmechanismen - Danke Vater Staat) mit ihrem Konsum (u.U. hergeleitet, weil Cannabiskonsum keinen Kontrollverlust verursacht, so wie Alkohol -- Da könnte vielleicht auch der Fehlschlag des Versuches herrühren Alkohol zu verbieten. Ich leite da größeres Verlangen und größeres Suchtpotenzial ab) umgehen.
    Aus ungesunden Umständen resultiert ungesundes Verhalten. Klingt das nicht logisch?
    Aber das ist ja alles das Cannabis schuld und der Staat muss den Bürger ja wie ein Kind davor schützen.

    "Schließlich bleiben die Initiatoren konkrete Antworten auf zahlreiche zentrale Fragen schuldig: Wie können Kinder und Jugendliche effektiv geschützt werden, wenn Cannabis wesentlich leichter, weil legal, erhältlich ist?"
    -Leichter? Das ist doch ein Witz, oder? Genau darum bemüht sich die gesamte Bewegung: Solche schlicht falschen Aussagen und Überzeugungen zu hinterfragen und die Sachlage aufzuklären. Das haben Sie wohl verpasst, bevor Sie Ihren "informierenden" Artikel aufgesetzt haben. Entschuldigen Sie meine Ausdrucksweise, aber diese Diskussion ist mMn auf einer der Seiten schlichtweg "hängen geblieben".
    Wo kriegt man Dinge leichter, als illegal auf dem Schwarzmarkt, insofern die Nachfrage vorhanden ist?
    Einen "Ticker" findet man überall, und ich "zitiere" mal: Der fragt einen nicht nach einem Ausweis.
    Ich muss leider 14-jährigen (unschuldigen/braven) Gymnasiasten zusehen wie sie kiffen. Würde ich mich outen, um ihnen zu erzählen wie kaputt sie das macht, und dass sie wenn dann warten sollen, bis sie zumindest 18 sind, hätte ich erstens mit Folgen zu rechnen und zweitens nichts erreicht.
    Von Bier ab 16 halten die Jugendlichen sich im Großteil bis 14 noch fern. Und selbst dann haben sie noch Respekt davor.
    Herrscht diese Situation bei Cannabis vor? NEIN! Sie ist schlimmer. Viel schlimmer!
    Und warum?
    Ich hoffe Sie dachten jetzt nicht an die Droge Cannabis sondern sind sich gerade den Bart am reiben und am realisieren auf was für einem falschen Ufer sie bisher herumschwammen.
    Die aktuelle Gesetzeslage ist schlichtweg falsch. Außerdem diskriminierend und schädlich. Jedoch warte ich bis Heute auf eine Diskussion in der man Neutralen oder Befürwortern eine ernstgenommene Stimme zuteil werden lässt.

    "Wie lässt sich der fließende Übergang vom legalen Eigengebrauch zu illegaler Produktion und Handel kontrollieren?"
    -Wenn Sie damit die UNO und EU-Abkommen meinen: Dazu nehme ich keine Stellung. Aber ich könnte anbieten Konsumenten vollständig zu entkriminalisieren, da diese nicht mit Händlern gleichzusetzen sind.
    Eigenanbau, Cannabis Social Clubs.. Der aktuelle Stand? Da bin ich hier wohl falsch.

    "Steigert die Legalisierung die Lebensqualität der bislang illegalen Konsumenten?"
    -Lesen Sie meinen Text.
    Ja! Jeder der kiffen möchte, tut dies bereits, insofern er nicht durch das Gesetz erfasst wurde und zuerst sein Leben ent-ruinieren muss - vielleicht ohne jemals annährend eine Gefahr für jemand anders gewesen sein zu können. (Um mal Ihre Ausdrucksweise nachzuäffen)

    "Auf welche Weise entwickelt sich eine aufgeklärte Gesellschaft, wenn der Eigengebrauch von Cannabis legalisiert wird?"
    -Das ist eine interessante Frage. Solange Sie dabei nicht nur auf Kiffer-Raten oder andere Statistiken eingehen, sondern die Gesamtgesellschaftliche Entwicklung. Sehr interessant zu beobachten in Portugal, Niederlande, Belgien, Spanien... Offensichtlich eine sehr gefährliche Angelegenheit, die man nicht so einfach in Betracht ziehen darf.

    "Welche sozialen, medizinischen und epidemiologischen Langzeitfolgen brächte eine Legalisierung für eine komplexe und hoch technisierte Gesellschaft mit sich?"
    -Weniger unvorhersehbare Chemie, mehr funktionierende Homöopathie; s.o.. *gähn*

    "Dieser Fragenkatalog ließe sich problemlos fortsetzen.
    -Kein Problem, selbst ich kann Problemlos gute Pro-Argumente liefern.
    Eine ernstzunehmende Diskussion wird erst stattfinden, sobald die Pro- und Contra-Positionen sich gegenseitig anerkennen.

    "Glücklicherweise führen derartige Gesetzesinitiativen regelmäßig ins realpolitische Nirwana."
    -Dank Persönlichkeiten wie Ihnen.

    "Es bleibt die Frage nach dem tieferen Sinn derartiger politischer Vorhaben."
    -Menschenrecht, Freiheit, Demokratie.. Ich könnte Ihnen ein Buch über den tieferen Sinn dieser Bewegung schreiben, da die aktuelle Lage für mich absolut nicht nachvollziehbar ist. Natürlich schließe ich auch alle negativen Folgemöglichkeiten mit ein und versuche auf einen kompromissvollen Weg zu gelangen. Vorbildlich, nicht?

    "Am Ende geht es den Abgeordneten wohl nur darum, eine vermeintlich sichere Wählerklientel zu bedienen, die ihre Rauschbedürfnisse zukünftig legal befriedigen möchte."
    -Das nehme ich als abwertend wahr.

    So viel zu der Aktualität Ihrer Informationen, Ihrer Seriösität und Ihrem vorbehaltslosen, korrekten Journalismus.

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    • 06.07.2012 09:30, Stefan GeisVistenkarte

      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller,
      Ihre Kinder könnten also THC-haltige Substanzen konsumiert haben.
      Was wäre heute,
      - wenn diese damals mit Blei gestrecktes THC konsumiert hätten,
      - wenn es wegen Anfangsverdachts zufällig beiwohnender Polizei zu einer Hausdurchsuchung bei Ihnen gekommen wäre,
      - wenn man - wer konsumiert besitzt allgelegentlich - eine Menge gefunden hätte die ein Richter für nicht gering befunden hätte?

      All' das wg.fehlender Qualitätskontrolle und Illegalisierung.

      In einer ausgewogenen Betrachtung der juristischen Grundlagen fehlt mir die Diskussion, wieso wir uns seit Jahrzehnten eine Auffassung angewöhnen wo die Freiheit des Einzelnen allem möglichen anderen nachgeordnet wird.
      Wieso sollte ein Staat Gartenbauprodukte und deren Konsum in jeglicher Form verbieten? Ich hörte noch nie von nachgewisenen Cannabistoten.

  • 04.07.2012 18:09, Dieter MüllerVistenkarte

    Liebe Leser meines Artikels,

    vielen herzlichen Dank für Ihre zahlreichen bisherigen und sicherlich noch kommenden Kommentare der Befürworter einer Legalisierung von Cannabis. Sie beweisen mir, dass ich mit meinen Thesen zu 100 % richtig liege.
    Wie gut, dass Sie politisch nicht den Hauch einer Chance besitzen, Ihre Wünsche politisch durchzusetzen und sich - sofern Sie gleichzeitig Konsumenten des wie auch immer körperlich aufgenommenen Wirkstoffes THC sind - auch zukünftig beim Erwerb ihrer illegalen Drogen auf den Dealer Ihres Vertrauens verlassen müssen.
    Eltern können Sie ja nicht sein, deswegen verstehen Sie meine zentrale Argumentation des Kinder- und Jugendschutzes auch nicht ... vielleicht später einmal, wenn Sie selbst als Mütter und Väter auf Ihre recht egoistische und das potenziell legale Suchterlebnis in den Vordergrund Ihrer Betrachtungen stellende Argumentation zurückblicken.
    Behauptete Zirkelschlüsse hin oder her, Sie haben auch weiterhin mit meinen Artikeln gegen jegliche Legalisierungswünsche und -tendenzen (selbstverständlich mit Ausnahme medizinischer Anwendungen)zu rechnen und es wird mir eine wahre Freude sein, Ihre nur allzu deutlichen und schlecht verbrämten politischen und persönlichen Motive offenzulegen.
    @ M. Dittmann: Es hätte nur einer händisch sehr einfachen Google-Recherche bedurft, um festzustellen, dass ich tatsächlich eine Hochschulprofessur innehabe und nicht "nur" Leiter eines wissenschaftlichen Forschungsinstituts bin. Netter Versuch ... aber leider zu kurz gesprungen.
    @joerg: Ich bin selbst Vater von acht Kindern im Alter zwischen 12 und 27 Jahren. Glauben Sie mir, dass Thema illegaler Drogen kenne ich aus so manchen, auch streitigen Familiendiskussionen zur Genüge. Alle volljährigen Kinder haben es mit dem Genuss von Cannabisprodukten das eine oder andere Mal probiert, aber gottlob sind alle stark genug geworden, diesen Konsum über das Stadium des Probierens hinaus fortgesetzt zu haben. Fragen Sie sich doch selbst einmal, wobei der Genuss von THC in irgendeiner Form im Leben hilft (Entschuldigung, wenn Sie es nicht konsumieren).

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    • 04.07.2012 20:48, joergVistenkarte

      Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller,
      um ehrlich gesagt, ich bin erstaunt. Ich bin erstaunt, weil sich hinter der Kulisse eines juristisch verbrämten Artikels eines (immerhin) Hochschulprofessors eine derart einfältige, weil vorurteilsgeschwängerte Haltung verbirgt (mit Verlaub, ich kiffe nicht und nehme auch sonst keine Drogen!). Sie blenden die Realität aus. Sie stellen fest, dass Ihre Kinder trotz Ihres und des gesetzlichen Verbotes gekifft haben. Sie finden es offenbar wenig problematisch, dass sich Ihre Kinder Cannabis auf dem Schwarzmarkt besorgen mussten. Und sie finden es auch nicht schwierig, dass es für Cannabis keinen Jugendschutz gibt.
      Sie schreiben an mich gerichtet: "Fragen Sie sich doch selbst einmal, wobei der Genuss von THC in irgendeiner Form im Leben hilft." Gegenfrage: Würden Sie das auch Ihre Nachbarn fragen, die bei einem Glas Bier die Wurst auf dem Rost wenden? Würden Sie das ihre Kolleginnen und Kollegen an der Hochschule fragen, die sich ein Gläschen Wein gönnen? Ich denke nicht. Es spielt auch keine Rolle. Es gibt keine guten oder bösen Drogen.
      Im Grunde trauen Sie sich nur nicht, Ihr Ziel auszusprechen: eine drogenfreie Welt, eine gesetzlich verordnete Abstinenz für Jedermann oder Jederfrau. Überlegen Sie mal, wessen Vorstellung eher Realität wird: meine (Legalisierung und ein Ende des War on Drugs) oder Ihre (eine drogenfreie Welt). Ideologien sind nie ein guter Ratgeber.

      Mit freundlichen Grüßen

    • 05.07.2012 01:23, Fraglich ist

      Geehrter Herr Professor Dr. Müller,

      auch ich möchte Kritik an Ihrem Artikel anbringen. Auf einer Internet-Plattform, die stark von Juristen frequentiert wird, sollte man - gerade, wenn man sich mit wissenschaftlichen Meriten schmücken darf - dann doch auch fachadäquat argumentieren.

      Insbesondere, das wissen Sie ja von Berufs wegen, sind wir Juristen nicht umsonst sehr auf Genauigkeit erpicht. Die Ausführungen zur UN-Konvention gegen narkotische Drogen lassen aber leider jede Genauigkeit vermissen. Insbesondere eine fehlende Differenzierung zwischen Legalisierung und Entkriminalisierung fällt mir hier ins Auge. Darüber hinaus wünscht sich der aufmerksame Leser auch tiefergehende Ausführungen zu den völkerrechtlichen Verpflichtungen. Es scheint ja ungemein schwierig zu sein, sich von diesen zu lösen - ich zitiere: "Sich von dieser Verpflichtung zu lösen, ist nur über die UNO in einem langen institutionellen Weg möglich [...]. Eine vergleichbare Bindung Deutschlands besteht innerhalb der Europäischen Union.". Angesichts dieser schier unüberwindlichen Hürden fragt man sich dann doch, wie die Niederlande diese herkulinisch anmutende Aufgabe gemeistert haben. Oder ist mir etwa entgangen, dass unser Nachbarland aus der EU ausgetreten und sich von der UN-Konvention losgelöst haben?

      Sie sehen: Ihre Ausführungen erscheinen mir in Teilen reichlich platt. Enttäuschend für einen Artikel auf LTO. Noch enttäuschender für einen Wissenschaftler.

      Jegliches Verständnis fehlt mir jedoch für ihre Replik auf die zahlreich geäußerte Kritik. Bevor ich mich dem Spott hingebe, mal ganz sachlich: Ihre Antwort strotzt vor arroganter Selbstherrlichkeit und geht mit keinem Satz argumentativ auf die zahlreich vorgebrachten Einwände ein. Ist Ihnen das nicht peinlich?

      Nun zum versprochenen Spott:

      Zum einen ist bereits der zweite Satz Ihrer Antwort vollkommen verfehlt: die Leserkommentare "beweisen" überhaupt nichts. Schon gar nicht Ihre Thesen. Wie soll denn das gehen, etwa in einem e contrario-Schluss? Der Satz ist einfach dumm.

      Zum zweiten ist Ihre Unterstellung, die Kommentarschreiber seinen politisch oder persönlich motiviert, eine freche Unterstellung. Ich kann nur für mich persönlich sprechen: weder handele ich mit Drogen, noch konsumiere ich sie. Ob sie in Deutschland entkriminalisiert werden ist mir vollkommen egal. Auch bin ich nicht Mitglied der GRÜNEN o. Ä. Vielmehr bin ich, der Leser, einfach nur an intelligenten Artikeln oberhalb des Springer-Niveaus interessiert. Gleiches dürfte für etliche der anderen Kommentatoren gelten. Setzen Sie doch vielleicht einfach mal kurz Ihre Scheuklappen ab und fragen sich, ob die vielen Repliken nicht eher der schwachen Qualität Ihres Artikels geschuldet sind als einer persönlichen Betroffenheit.

      Drittens frage ich mich, was mögliche Elternschaft der Diskutanten mit der Fähigkeit, Argumente nachvollziehen zu können, zu tun hat. Mir wäre jedenfalls bei mir selbst - ich bin Vater - kein sprunghafter Anstieg der eigenen Denkfähigkeit mit Geburt meines Kindes aufgefallen. Womöglich verhält es sich ja gerade andersrum: mit jedem Kind nimmt der IQ um 2 Punkte ab? Ihre Antwort, samt Verweis auf Ihre Fruchtbarkeit, liefert diesbezüglich zumindest ein paar Indizien.

      Viertens - nun kommt der gute Geschmack ins Spiel - empfinde ich ihr Beharren auf dem Professorentitel als schlichtweg peinlich. Nicht per se - nach solch einem Beitrag allerdings schon. Ein Wissenschaftler, der unumwunden eingesteht, voreingenommen zu sein, und das auch noch stolz als Qualitätssiegel vor sich her trägt - da ist gar von freudigen Gefühlen die Rede - regt dazu an, den Dr. jur doch künftig durch den Dr. falsa demonstratio zu ersetzen.

      Sie sehen, Sie haben es nicht vermocht, mich hinsichtlich weiterer Artikel in freudige Erwartung zu versetzen. Wenn ich mir das Echo auf Ihre Ausführungen ansehe, bin ich damit wohl nicht der Einzige. Aber vielleicht ticken die Uhren in Bautzen ja auch diesbezüglich anders...

      Es grüßt
      der Schalk

    • 20.02.2013 23:44, Matthias Pfahl

      "Eltern können Sie ja nicht sein, [...]"
      Aha, so sehen also wissenschaftlich fundierte Rückschlüsse aus, höchst interessant. Dann muß meine Tochter wohl pure Einbildung sein ...
      Natürlich hoffe auch ich, daß sie, meine Tochter, ihren Weg ohne Drogen wird gehen können. Sollte sie es aber aus welchen Gründen auch immer (tragischer Verlust ihrer Eltern beispielsweise) nicht schaffen, so hoffe ich inständig, daß ihr Hilfe zuteil werden wird statt Strafverfolgung.

  • 04.07.2012 18:31, FrancoisVistenkarte

    Tja was bleibt nach der Rückmeldung noch zu sagen. Also ich bin sprachlos...

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  • 04.07.2012 20:11, A.Vistenkarte

    Prof. Dr. Dieter Müller:
    Natürlich können Sie weiter Ihre eigene Meinung publizieren. Es ist ein freies Land und es freut mich sogar, dass Sie überhaupt Stellungnahme zu den Kommentaren beziehen.
    Spielen Sie in Ihrer Rückmeldung etwa darauf an, wie die Kinder in den Kontakt der Droge kommen? Interessant, diesen Gedankengang hatte ich auch bereits.
    Natürlich stimmt es, dass sich bestimmte Menschen aufgrund der Illegalität und des öffentlichen Ansehens (soweit überhaupt bekannt) gänzlich von Cannabis fernhalten oder eine höhere Hemmschwelle besitzen bzw eine ganz andere Position einnehmen.
    Aber zumindestens mir kam da gleich der Folgegedanke: Wer bin ich, dass ich Menschen einen bestimmten Umgang mit etwas "vorzuschreiben" (ich benutze dieses Wort vorsichtig), die sich davon noch gar kein eigenes Bild gemacht haben/machen konnten?
    Dann kann man sich natürlich Fragen: Reicht es denn nicht, dass ich mir sicher bin, dass es einen schlechten Einfluss auf den Menschen haben wird/könnte?
    Ich sage das Recht hat man nicht. Jedoch ist dieser Gedanke und dieser Umgang durchaus nachvollziehbar.
    Leider aber, wenn man weiter darüber nachdenkt, müsste man doch eigentlich wie ich feststellen, dass dies Egoistische Politik ist.

    Ich komme zu folgendem Schluss:
    Eltern, die Ihre Kinder von etwas fernhalten möchten, sollten die Erziehung demnach gestalten. Ihre Meinung jedoch zu verbreiten und in der Interessengemeinschaft flächendeckend durchzusetzen ist für mich unethisch. "Jedem das seine". Schonmal "tiefsinnig" darüber nachgedacht?
    Die Leute, die hier Kommentare geschrieben haben, alle in die Schublade "Hat keine Familie, keine Familienpläne und rechtfertigt nur seinen eigenen Konsum" zu stecken finde ich nicht vorbildlich.
    Auch ich möchte meine Kinder vor solchen Gefahren schützen, aber gerade das Thema Cannabis lässt mir keine Ruhe; ich bin nicht-Konsument. Ich sehe im gesamten Themenkomplex keine Rechtmäßigkeit. Manche Contra-Überzeugten haben aber einen relativ guten Ansatz. Sie gehören dazu, falls ich Ihren "flame-comment" richtig interpretiert habe.

    Aber da komme ich wieder zu meinem Grundsatz:
    Was rechtfertigt eine Kriminalisierung von Cannabis-Konsumenten?

    Sie wollen sicher nicht einfach, dass Kiffen eine "normale" Sache wird, und die Gesellschaft darin verdorrt.
    Dann passen sie mal auf: Was ist demokratischer, freiheitlicher, fairer, rechtmäßiger, richtiger als das Dorn im Auge herauszuziehen und zu verbrennen?
    Man könnte es aufbewahren, immer in der Tasche halten, um seinen Mitmenschen davon zu berichten, dass so ein Dorn im Auge ganz schön weh tut und man mit Dornengewächsen vorsichtig umgehen sollte. Denn man kann so viele Dornen verbrennen, wie man mag: Es kommen immer wieder neue.
    Im Falle Cannabis: Man bekämpft den unsachgemäßen Umgang und nicht die Existenz.
    So wären in meiner Idee alle Rechte gewahrt, jeder könnte über seine uneingeschränkten Freiheit verfügen und niemand wäre beeinträchtigt. Sie könnten Ihren Kindern natürlich immernoch untersagen mit "diesem Kiffer" abzuhängen. Sie dürfen die Kifferei immernoch ablehnen, und die Gesellschaft wird Kiffen nicht als etwas "cooles" propagieren, sodass es unseren empfänglichen Nachwuchs beeinträchtigen würde. Wegknallen bzw. sich die Birne verbiegen kann man immer. Dafür werden einem von der Menschheit genügend Mittel zur Verfügung gestellt. Aber man kann dennoch in seiner Familie einen Standpunkt vermitteln, der aufklärt, dass es nicht "cool" ist, sich zu verdrogen. Das andere sind dann ja "Assi-Familien", alles kein Problem und es funktioniert sogar einwandfrei, das sage ich aus eigener Erfahrung.
    Einspruch Euer Ehren?

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  • 05.07.2012 11:21, Don MuhanVistenkarte

    Hanf legalisieren = den Markt für Erwachsene regulieren!

    WAS bitte sind am Umgang mit Cannabis die Wesensmerkmale einer Straftat im Sinne der Rechtsauffassung eines freiheitlichen Rechtsstaates?

    WIE kann ein freiheitlicher Rechtsstaat Teile seiner Bürger für ein Verhalten zu Kriminellen erklären, welches weder Leben, Gesundheit, Ansehen oder Eigentum eines Anderen Schaden zufügt?

    Im großen und ganzen ist der Cannabis-Konsum eine Straftat ohne Opfer, denn es liegt keine Schädigung dritter vor! Ebenfalls ist das Cannabis-Verbot aus medizinischer Sicht unbegründet, hierzu liegen mehrere Studien vor. Dieses fand bereits 1994 vom Bundesverfassungsgericht Beachtung, welches daraufhin urteilte, dass "Eigenbedarf" zu entkriminalisieren ist. Das ist bis heute nicht geschehen, durch Verweigerung der Politik, denn die "Eigenbedarfler" haben keinerlei Rechtssicherheit in diesem Punkt erhalten.

    Weiter hat das BTMG sein Ziel nicht erreicht, denn trotz Verbot gibt es in Deutschland eine größere Kifferquote als z.B. in den Niederlanden, wo ist kiffen nahezu legal ist.

    Etwas unbegründet zu verbieten und mit Strafe zu belegen, obwohl etwas anderes gefährlicher ist (jedoch gesellschaftlich gefordert und anerkannt ist und vom Staat hoch besteuert), ist eins: Diskiminierung durch Gesetzesmacher!

    Legen Sie mal einen riesen Berg an Fruchtbonbons auf einen Kindergarten-Tisch. Und versuchen Sie danach der Kindergartengruppe klar zu machen, dass alle Bonbons gegessen werden dürfen, außer jene mit Orangen-Geschmack. Raten Sie mal was da los sein wird. Denn verbotene Früchte schmecken nochmal so gut.

    Das Cannabis-Verbot kostet dem Steuerzahler ein irrsinns Geld und bindet eine beachtliche Menge an Personal bei Polizei und Justiz, wobei die Profite vom organisierten Verbrechen eingestrichen werden. Hier muß eine Umkehr her, denn auf der "Haben-Seite" ist nichts nennenswertes zu verbuchen, was den ganzen Aufwand rechtfertigt.

    Es ist eine Tatsache: Es muß ein Umdenken stattfinden. Wenn man seine Ziele "mit dem Kopf durch die Wand" nicht erreicht, dann muß man sich einen anderen, vielleicht auch ungewöhnlichen, Weg suchen und finden. Einfach nur mehr Anlauf zu nehmen reicht nicht.

    "Das Verbot des Konsums, ich korrigiere mich: Konsum in Deutschland legal, der Besitz jedoch nicht, einer in Deutschland weit verbreiteten Droge greift erheblich in die Privatsphäre vieler, sonst gesetzestreuer Bundesbürger ein. Das Verbot muss daher stichhaltig untermauert sein. Es ist nicht akzeptabel, dass dieser massive Eingriff mit einer persönlichen Meinung legitimiert wird, die der wissenschaftlichen Datenlage widerspricht. Es ist an der Zeit, den rechtlichen Status von Cannabis beziehungsweise seine wissenschaftliche Grundlage auf den Prüfstand zu stellen, beispielsweise durch die Einrichtung einer entsprechend beauftragten Enquetekommission."

    @Prof. Dr. Dieter Müller: Können Sie mir bitte meine am Anfang gestellten Fragen beantworten?

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  • 07.07.2012 15:43, B.

    Verehrter Herr Prof.Dr.Müller,
    Ihr Artikel zum Thema Cannabis hätte besser in die Boulevardpresse gepasst, als auf die seriösen Seiten der LTO. Ihre Antwort auf div. Kommentare lässt ein Niveau erkennen, welches ich bei einem Hochschulprofessor nicht vermutet hätte. Es graut mir bei der Vorstellung, dass Forschung und Lehre auch in Händen wie den Ihren liegen. Ideologische Barrieren behindern offenbar den Zugang zur Realität, zumindest dies demonstrieren Sie hier in so eindrucksvoller Weise, dass dieser Aspekt schon wieder ein Gewinn ist. Falls Sie mir ebenfalls rauchgeschwängerte Gedankenvernebelung unterstellen - es muss wohl so sein.

    Hut ab, Herr Professor!

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  • 10.07.2012 15:22, DafasulieVistenkarte

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller.
    Meiner Ansicht nach sind die vertretenen Ansichten der Leser argumentativ wesentlich schlüssiger und relevanter und entsprechen viel mehr das was ich als aufgeklärtes und freiheitsliebendes Denken verstehte.

    Nach den Überzeugungen westlicher Gessellschaften - dementsprechend auch der Deutschlands - verdient ein Bürger grundsätzlich keine Strafe, wenn er der Gesellschaft oder einem anderen Bürger keinen Schaden zufügt.

    Überträgt man diesen Grundsatz auf die Thematik der Drogen so möchte ich folgenden Schluss generieren:
    Drogen haben ein unterschiedliches Maß an unterschiedlichen Nebenwirkungen und Gefahrenpotenzialen, die die Möglichkeit implizieren, dass das Individuum sich durch spezielle, negative Umgangsformen (zu häufiger Konsum, zu hohe Dosierung, falsches "Setting, falsche Intention des Konsums (Problembekämpfung)...usw.) selbst oder seine umwelt schädigt.
    Menschen mit solchen speziellen Umgangsformen verstoßen definitiv gegen den von mir vertretenen Grundsatz, da Sie selbst der Gesellschaft zur last Fallen oder direkt andere Gefährden (einen durch Rausch bedingter Unfall bei der Autofahrt z.B.). Soetwas ist auch nach meiner Vorstellung definitiv zu ahnden oder nochbesser im Rahmen von Präventionsmaßnahmen zu verhindern. Alle Drogen besitzen diese negativen Potenziale, auch die legale Droge Alcohol.

    Allerdings gibts es gewiss auch andere denkbare Umgangsformen mit Drogen.
    Es wäre einseitig und nicht vereinbar mit den Prinzipien der Aufklärung nur die negativen Fakten von Drogen in den Fokuss zu nehnmen.
    Drogen können ebensogut unter anderen Bedinungen durchaus positive Konsequenzen für das konsumierende Individuum haben oder in Ihren Konsequenzen von sehr geringer Relevanz sein (seltener und geringer Konsum)
    So gibts es genug Studien, die eine medizinische Wirkung von Drogen, wie etwa Cannabis (u.A. bei Appetitlosigkeit und dem Tourrete-Syndrom) bestätigen. Auch ein Glas Wein kann gesund sein.
    Es gibt genügend Berichte über mögliche, bewusstseinserweiternde Erfahrungen im zusammenhang mit Drogen. Wird die Empirie und das Reflektieren des Menschen verändert, verändern sich auch die darraus resultierenden Gedankengänge. Ob dies nun von positiven oder negativen Ausgang ist, ist meiner Überzeugung nach von Fall zu Fall unterschiedlich und von vielen Faktoren abhängig.

    Aus den genannten Gründen sind die Auswirkungen von Drogen auf der Ebene der Individuen, als auch auf der Ebene der Gesellschaft äußerst schwer zu verallgemeinern! Man kann folgernd nicht sagen: "Wer kifft schadet automatisch der Gesellschaft und/oder sich selbst"
    Es ist also durchaus möglich, dass die Menschen generell oder in einem gewissen Anteil einen vernünftigen Umgang mit der Droge Cannabis praktizieren können, der sie weiterhin befähigt der Gesellschaft und seinen Mitmenschen nicht zur Last zu Fallen. Dieser Anteil kann gewiss, im Gegensatz zu einer Taboisierung, durch eine aufklärende und informierende Politik erhöht werden. Auf grundlage welchen Rechtsverständnisses sollten diese Menschen dann bestraft werden? Weil es mögliche Missbrauchsformen gibt, die es dem freiheitsliebenden Staat erlauben sollten kategorisch alle Menschen, welche Cannabis konsumieren zu kriminaliseren und als potenzielle Gefahr darzustellen obwohl die Grundlage eine gänzlich andere ist? So eine Rechtslogik hat meiner Auffassung nach nichts aufgeklärtem Denken und Wahrung der Freiheit zu tun. Im Sinne unseres Werteverständnisses ist es völlig ausreichend den Missbrauch - also jene Umgangsformen, die zur Folge haben das der oben getroffene Grundsatz nicht eingehalten werden kann - durch Prävention und Ahndung zu bekämpfen.
    Überträgt man dieses Beispiel müssten schließlich eine ganze menge Dinge für illegal befunden werden. Alcohol, Tabak, Fastfood, Süßigkeiten (da einige Menschen keine korrektes Ernährungsverhalten haben und durch Übergewicht und höherem Gesundheitsrisiko der Gesellschaft zur Last fallen). Auch das Fehrnsehen könnte unter gewissen Umständen negative Folgen haben, wenn minderjährige und Kinder ohne Aufsicht längere Zeiträume Sendungen und Filme sehen, welche Gewallt und andere Inhalte haben, die nicht für sie gemacht sind. Dennoch wird das Fehrnsehen nicht grundsätzlich völlig verboten, jedoch das FSK eingeführt.

    Wieso sollte ich bestraft werden, wenn ich nach wissenschaftlichen Kriterien nicht bekifft auto fahre, keine gefährlichen Maschinen bediene oder in sonst einem nachvollziehbarem Maß eine Gefahr oder Belastung darstelle? Ich bin mir meiner sozialen Aufgaben bewusst, interessiere mich an Bildung und würde es mir sehr gerne wünschen nach meinem Studium einen Berruf zu ergreifen, bei dem ich mir sicher sein kann anderen Menschen etwas gutes zu tun? Ich liebe und achte die Umwelt und ... ja ich bin kein unterstützer des Krieges gegen Drogen. Dennoch wieso sollte dieses persöhnliche von mir gewählte Lebensführung die ich anstrebe in einem Freiheitsstaat grundsätzlich verboten sein. Wieso dürfte ich dieses Lebensmodell praktizieren, wenn ich statt Cannabis Alcohol konsumieren würde, oder eine Ernährung alla "supersize me" praktizieren würde? Wenn Cannabis, sofern vergleichbar mit Alcohol, weniger schlimm ist, auf Basis welcher Argumente/Vorstellungen darf ich dann im Vergleich diskrimiert werden, ohne dass das Recht dabei seine Fairness/Gerechtigkeit verliert?

    Sowohl aus dem Zweck herraus, als auch für sich selbst betrachtet sehe ich keinen Sinn in einem grundsätzlichen Verbot von Cannabis.

    Abschließend noch beispielhaft ein paar von vielen möglichen Kritiken an Ihre überaus unwissenschaftliche Herrangehensweise üben:
    "Eltern können Sie ja nicht sein, deswegen verstehen Sie meine zentrale Argumentation des Kinder- und Jugendschutzes auch nicht ... vielleicht später einmal, wenn Sie selbst als Mütter und Väter auf Ihre recht egoistische und das potenziell legale Suchterlebnis in den Vordergrund Ihrer Betrachtungen stellende Argumentation zurückblicken."
    http://de.wikipedia.org/wiki/Ad_hominem ... Herr Professor ihre Argumentativen Fehlschlüsse haben mich teilweise von der logischen Kompetenz sehr an das Werk des Thilo Sarrazin (Europa braucht den Euro nicht) erinnert. Soetwas ist meiner Vorstellung nach, mit Verlaub, sofern Sie sich nicht dafür entschuldigen/korrigieren, keines wissenschaftlichen Titels mehr würdig.

    Auch zu behaupten, jeder Konsument würde Drogen (Canabis) konsumieren um Probleme damit zu verdrängen ist schlicht und ergreifend einfach ein unsachliches Vorurteil, welches Sie gewiss nicht fundieren können. Auch soetwas ist meiner Vorstellung nach, mit Verlaub, sofern Sie sich nicht dafür entschuldigen/korrigieren, keines wissenschaftlichen Titels mehr würdig.

    "Sie beweisen mir, dass ich mit meinen Thesen zu 100 % richtig liege."
    Wenn sie wirklich eine Vorstellung von wissenschaftlichem Arbeiten haben würden sie Wissen, das die getroffenen Kommentare keineswegs als Beweiß gültig sind. Sie sollten sich als Inhaber eines Wissenschaftlichen Lehrstuhls verpflichtet fühlen, persöhnliche Interessen und Gefühle zu vermeiden; beziehungsweise diese als solche kenntlich zu machen.

    "Behauptete Zirkelschlüsse hin oder her"
    Wie kann man als vermeintlicher Wissenschafter nur so ignorant sein, als das man darrüber hinwegzusehen vermag, anstatt seine Meinung zu modifizieren/überdenken? Wie kann einem Wissenschaftler nur soetwas "egal" sein?

    "(...)und es wird mir eine wahre Freude sein, Ihre nur allzu deutlichen und schlecht verbrämten politischen und persönlichen Motive offenzulegen."
    Ob Freude oder nicht spielt wohl kein einen Belang. Schlecht verbrämte politische und persönliche Motive offenzulegen ist dagegen äußerst sinnvoll im Namen der Wissenschaft. Meiner persöhnlichen Ansicht nach werden Sie am meisten schlecht verbrämte poltische und persöhnliche Motive im Rahmen einer Selbstrefklektion offenlegen können. Schließlich haben sie ja noch nicht einmal genau herrausgestellt was an den Motiven ihrer Leser schlecht verbrämt ist.

    Entschuldigen sie bitte meine harsche Wortwahl und Empörung.
    In Ihrem Ausgangsartikel wurde ja noch nicht einmal die Argumentation der Grünen zur Entkriminalisierung korrekt und vollständig wiedergegeben.
    Die doch sehr lückenhafte Form der Wiedergabe ist mir entweder nur durch mangelndes Wissen/Motivation, oder durch eine bewusste, sophistische Rhetorik zu erklären. (annahme) SIE LASSEN BEWUSST DIE ZENTRALSTEN THESEN UND ARGUMENTE DER GEGENSEITE IN IHREM ARTIKEL WEG, UM BEI DEN LESERN EINEN TRUGSCHLUSS ZU GENERIEREN, DER IHRE ARGUMENTATION ALS SCHLÜSSIGER UND GEWICHTIGER HERRAUSSTELLEN SOLL!
    In meinen Augen so ziehmlich die Antiwissenschaft und so kommt mir spontan starke Zweifel auf ob der qualitative Verfall an Universitäten wirklich nur durch die Studenten verursacht wird.

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  • 13.07.2012 14:33, Dieter MüllerVistenkarte

    Allen meinen thematisch geneigten Lesetrn empfehle ich die folgenden Fachartikel zur Lektüre, die allesamt entweder online oder sogar als kostenfreie Downloads im Internet zu finden sind.

    Allerdings erfordert die Lektüre von Fachliteratur zum Thema Cannabis Zeit und Fleiß. Wer allerdings lediglich seine eigenen Vorurteile bestätigt sehen möchte, sollte auf die Lektüre der Fachautoren (Ärzte, Psychiater, Psychologen, also nicht so profane Gesellschaftswissenschaftler wie unsereiner) besser verzichten - und wer über den eigenen exzessiven Genuss von Cannabisprodukten die Fähigkeit zum eigenständigen, sich zuweilen auch selbst hinterfragenden Denken verloren hat, der darf selbst entscheiden, ob ihm noch eine genügend große Anzahl von grauen Zellen verblieben ist, um die Gedanken der Fachautoren verstehen und sich auf die Argumentationen einlassen zu können.

    Auffällig ist übrigens, dass unter den Kommentatoren meiner Artikel zu illegalen Rauschmitteln ausschließlich männliche Leser zu finden sind. Frau sind eben schlauer und finden andere, vor allem legale Wege, ihre transzendentalen Wünsche zu efüllen ...

    Hier nun die angekündigte Liste der Fachartikel, die man bei einer einfachen Interbetrecherche problemlos finden kann (... wenn die Gehirnzellen es erlauben ... s. o.):

    Bilke, O., Die klinische Diagnostik der Cannabisabhängigkeit bei Kindern und Jugenlichen - die jugendpsychiatrische Perspektive, in: Suchttherapie 2005, S. 102 ff. (besonders S. 105)

    Freyberger, Harald J./Stieglitz, Rolf-Dieter, KLassifikatorische Diagnostik von Störungen durch psychotrope Substanzen, in: Suchttherapie 2001, S. 2 ff.

    Hambrecht, Martin, Früherkennung von Psychosen in der Praxis, in: psychoneuro 2003, S. 518 ff. (besonders S. 520)

    Hambrecht, Martin, Schöne neue Welt: Cannabis für alle? Anmerkungen aus psychiatrischer Sicht, in: Psychiatrische Praxis 2003, S. 179 ff.

    Rink, Jürgen, Die Fachklinik Eiterbach, in: Suchttherapie 2000, S. 36 f.

    Wobrock, Thomas, u. a., Schizophrenie und Sucht, in: psychoneuro 2005, S. 433 ff. (besonders S. 436)

    Wuensch, Stephanie, Therapiezentrum Psychose und Sucht - die stationäre medizinische Rehabilitationseinrichtung für Doppeldiagnosepatienten, in: Suchttherapie 2000, S. 93

    Diese Aufsätze sollten als eine erste Diskussionsgrundlage genügen. Nach dieser Lektüre können wir uns gerne auf einer neuen Basis sprechen. Ohne diese wissenschaftlich abgesicherte Wissensbasis ist all ihr Reden, Denken und Handeln lediglich der Ausdruck ihrer mentalen und seelischen Hilflosigkeit, mit ihrem Leben ohne Drogen zurecht zu kommen.

    Ein kostenloser, aber nicht nutzloser Rat zum Schluss:

    Nutzen Sie diese Anregungen gerne dazu, Ihren aktuellen Suchtmittelkonsum ebenso kritisch zu überdenken wie Ihre Einstellung zum Leben überhaupt.

    Ich mache seit vielen Jahren Präventionsveranstaltungen für junge Leute wie Sie, wurde dabei schon oft provoziert und kritisch hinterfragt. Dass sie alle dies hier ebenso praktizieren finde ich gut.

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    • 13.07.2012 15:01, Don MuhanVistenkarte

      Ist wirklich schön wie Sie die Kommmentatoren hier diskreditieren.

      Nicht jeder der die Schwulenehe befürwortet ist schwul. Nicht jeder der für Gleichberechtigung ist, ist eine Frau. Nicht jeder der Gewalt gegen Ausländer verurteilt ist ein Ausländer. Nicht jeder der gegen Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten ist konsumiert selber, oder befürwortet auch nur den Konsum.

      Vielleicht sollten Sie mal Ihren Tunnelblick verlassen und der Wirklichkeit ins Auge blicken.

      Ich empfehlen Ihnen sich die wissenschaftliche Analyse aus aktuellen Studien von Dr. Krumdiek durchzulesen.

      http://www.max-plenert.de/blog/wie-gefahrlich-ist-cannabis-metastudie-von-frau-dr-nicole-krumdiek


      Hier behauptet niemand, dass Cannabis (Hanf) harmlos ist.
      Sind viele Substanzen des täglichen Lebens auch nicht.
      (zb. Koffein, Nikotin, Alkohol, Muskatnuss usw...)

      Es geht hier auch nicht um Jugendliche oder Kinder sondern um erwachsene Menschen.

      Ein kostenloser, aber nicht nutzloser Rat für Sie zum Schluss:

      Mündige aufgeklärte Bürger können selbst entscheiden was gut, was schlecht ist. NICHT DER STAAT!

      Und solange wir Natur und Pflanzen verbieten, leben wir nicht in Freiheit!

      Die schlimmste Nebenwirkung von Cannabis ist die Strafverfolgung!
      Die Strafverfolgung der Konsumenten zerstört die Lebensexistenz.

      Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:

      WAS bitte sind am Umgang mit Cannabis die Wesensmerkmale einer Straftat im Sinne der Rechtsauffassung eines freiheitlichen Rechtsstaates?

      WIE kann ein freiheitlicher Rechtsstaat Teile seiner Bürger für ein Verhalten zu Kriminellen erklären, welches weder Leben, Gesundheit, Ansehen oder Eigentum eines Anderen Schaden zufügt?

    • 13.07.2012 15:06, Don MuhanVistenkarte

      Entschuldigung für den Doppelpost. Die Formatierung stimmte nicht...



      Ist wirklich schön wie Sie die Kommmentatoren hier diskreditieren.


      Nicht jeder der die Schwulenehe befürwortet ist schwul. Nicht jeder der für Gleichberechtigung ist, ist eine Frau. Nicht jeder der Gewalt gegen Ausländer verurteilt ist ein Ausländer. Nicht jeder der gegen Kriminalisierung von Cannabiskonsumenten ist konsumiert selber, oder befürwortet auch nur den Konsum.


      Vielleicht sollten Sie mal Ihren Tunnelblick verlassen und der Wirklichkeit ins Auge blicken.


      Ich empfehlen Ihnen sich die wissenschaftliche Analyse aus aktuellen Studien von Dr. Krumdiek durchzulesen.


      http://www.max-plenert.de/blog/wie-gefahrlich-ist-cannabis-metastudie-von-frau-dr-nicole-krumdiek


      Hier behauptet niemand, dass Cannabis (Hanf) harmlos ist. Sind viele Substanzen des täglichen Lebens auch nicht. (zb. Koffein, Nikotin, Alkohol, Muskatnuss usw...)


      Es geht hier auch nicht um Jugendliche oder Kinder sondern um erwachsene Menschen.


      Ein kostenloser, aber nicht nutzloser Rat für Sie zum Schluss:


      Mündige aufgeklärte Bürger können selbst entscheiden was gut, was schlecht ist. NICHT DER STAAT!


      Und solange wir Natur und Pflanzen verbieten, leben wir nicht in Freiheit!


      Die schlimmste Nebenwirkung von Cannabis ist die Strafverfolgung! Die Strafverfolgung der Konsumenten zerstört die Lebensexistenz.

      Der War on Drugs ist fehlgeschlagen - aber es ist sogar noch schlimmer als das.


      Er gefährdet aktiv unsere Gesellschaft. Gewaltverbrechen gedeihen in den Schatten, denen der Drogenhandel überlassen wurde. Leute, die wirklich Hilfe brauchen, bekommen sie nicht. Und auch Leute, die medizinisches Marihuana als Mittel gegen schreckliche Krankheiten brauchen, bekommen es nicht. Wir geben Milliarden aus, um unsere Gefängnisse mit nichtgewalttätigen Straftätern zu füllen und opfern unsere Freiheiten!


      Bitte beantworten Sie mir folgende Fragen:


      WAS bitte sind am Umgang mit Cannabis die Wesensmerkmale einer Straftat im Sinne der Rechtsauffassung eines freiheitlichen Rechtsstaates?


      WIE kann ein freiheitlicher Rechtsstaat Teile seiner Bürger für ein Verhalten zu Kriminellen erklären, welches weder Leben, Gesundheit, Ansehen oder Eigentum eines Anderen Schaden zufügt?


      Don Muhan

    • 13.07.2012 22:45, A.Vistenkarte

      erstens: deine rechtfertigung durch die lektüren, auf denen du deine einstellung stützt, berichtigt nicht die falschaussagen in deinem artikel.

      zweitens: jurist? gehobenen alters? vater? jemand in deiner position sollte sich wirklich reifer verhalten und ausdrücken und keine "witze" über die grauen zellen der aufgebrachten, in seinen augen kiffenden, leser seines artikels machen. das ist schlichtweg unprofessionell.
      möchtest du deine meinung/position vertreten und ggf. begründen oder bist du bereits so abgehoben, dass in deinem kopf ausschließlich du recht hast und jeder, der deine einstellung nicht teilt, lachhaft ist? genau das drückt deine ausdrucksweise aus. überdenk das mal.

      drittens: so wie ich bisher über dich urteilen kann bist du ungeeignet um präventionsmaßnahmen durchzuführen.

      viertens: danke für die angabe einiger fachlektüren, die mich hoffentlich verstehen lassen, wie solche einstellungen wie die deine entstehen.

      ps
      groß- und kleinschreibung scheinen Sie ja auch nicht adäquat zu berücksichtigen, also verzichte ich bequemerweise darauf, da ich die diskussion mit dir nicht ernster nehme, als einen chat in facebook.

      alle angaben und aussagen sind ehrlich und in keinster weise angreifend gemeint. sie spiegeln nur meine eigene, ehrliche, direkte, ungefilterte meinung wieder.

    • 14.07.2012 12:41, Fraglich ist

      Herr Müller,

      ich würde es wirklich begrüßen, wenn Sie Ihre Vorurteile einmal überdenken würden. Ihre Antworten sind an Peinlichkeit kaum zu überbieten.
      Anstatt wissenschaftlich zu argumentieren, bezichtigen Sie jeden, der Ihre Ansicht nicht teilt, pauschal des Drogenkonsums. Demzufolge müssten auch die Richter Graßhof und Sommer leidenschaftliche Kiffer sein, ebenso ihre Kollegen am LG Frankfurt & LG Lübeck.
      Auch für meine Person gilt: Nein, ich kiffe nicht, sondern bin Jurist, Familienvater und kritischer Zeitungsleser.

      Die fortgesetzte Weigerung ihrerseits, sich mit den entgegengehaltenen Argumenten auseinander zu setzen, zwischen Legalisierung und Kriminalisierung zu unterscheiden oder sich zur Fragen der Rechtsgutlehre, des Grundrechtseingriffs und des Verhältnismäßigkeitsprinzips zu äußern, ist eines Wissenschaftlers unwürdig.

      Dass Sie auf die Gefahren von Drogenkonsum hinweisen, hilft in der juristischen Debatte kaum weiter. Dass Kiffen keine gesundheitsförderliche Sache ist, ist ohnehin unbestritten.
      Allerdings kennt unser Strafrecht die Figur der eigenverantwortlichen Selbstgefährdung - das sollte auch jemand, der mittlerweile fachfremd arbeitet, noch aus dem Studium wissen. Darüber hinaus ist das Strafrecht von der Rechtsgutlehre geprägt - ebenfalls juristisches Standartwissen - und die wenigen Ausnahmen (BTMG, Geschwisterinzest) sind eben genau deswegen höchst umstritten. Dass dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein, Stichwort BVerfG und EuGH. Die vorlgenden Gerichte bzw. Kläger in diesen Fällen waren nicht allesamt vollkommen Verblendete.

      Summa summarum gebe ich das von Ihnen hier vergebene Kompliment der geistigen Impotenz somit gerne zurück. Zudem verstehe ich nun erstmals, warum sich in Österreich habilitierte Universitätsprofessoren gerne mit "Univ.Prof." bezeichnen. Bislang erschien mir diese Unterstreichung des eigenen Verdienstes dünkelhaft, nach dem bislang von Ihnen Vorgebrachten kann ich den Wunsch nach Abgrenzung jedoch absolut nachvollziehen.

  • 05.08.2012 02:24, denkender mensch der aufgeklärten Gesellschaft

    beim letzten Satz würd ich noch gerne hinzufügen, dass diese menschen vielleicht auch einfach nur so leben wollen, wie sie es nunmal wünschen, ohne kriminalisiert, marginalisiert, diskriminiert und stigmatisiert zu werden.
    der Artikel ist eine Unverschämtheit. hinter pervertierte Argumente fehlt lediglich der Doppelpunkt. denn diese werden hier aufgeführt.
    deutlich wird Inkompetenz in dem abschnitt, über die Aufgabe der drogenprävention: sie solle die menschen so erziehen, dass sie nicht zu (illegalen) Drogen greifen.
    leute, erwachet, und verlasst eure höhlen, menschen nehmen Drogen, egal ob es cannabis, Alkohol, Nikotin, Koffein, fernsehn, oder was auch immer ist, sogar so etwas wie heroin und Kokain, und es gibt auch solche, die ohne Drogen leben möchten (stellt sich bloß de frage, ob diese nicht andere Rituale oder sonstwas haben, was den selben Stellenwert wie Drogen einnimmt)
    das ist Realität, und da sollte Prävention ansetzten, in einem offenen Klima.
    hier offenbart sich, wie weltfremd dieser Artikel ist.
    das ist antijournalismus!!!

    Auf diesen Kommentar antworten
  • 05.08.2012 10:25, joergVistenkarte

    Sehr geehrter Herr Prof. Dr. Müller,
    ich verstehe, was genau Sie mit Ihrer Literaturliste bezwecken. Dass Cannabis unter bestimmten Umständen psychische Probleme befördern kann? Dass hochfrequenter Cannabiskonsum nicht harmlos ist? Das dürfte bekannt sein und steht auch in dem Review des von Ihnen sicher geschätzten Hamburger Profs. Thomasius. Ich empfehle Ihnen das Review dennoch zur Lektüre. Dort mußte nämlich Thomasius eine Reihe von kursierenden Legenden zu Cannabis wieder einsammeln, weil sich dafür keine Belege gefunden haben.
    Aber zurück zur Frage: Was wollen Sie mit Ihren Büchern belegen?
    Es geht in dem von Ihnen kritisierten Antrag nicht um die Frage, ob Cannabis harmlos ist, sondern darum, welche Belege es für die behaupteten positiven Wirkungen des auch von Ihnen offenbar präferierten Cannabisverbotes gibt. Hierzu haben Sie weder in Ihrem Artikel noch in Ihren Antworten auf die Kommentare etwas gesagt. Schließen möchte ich meinen Kommentar mit einer auch in diesem Zusamenhang hier treffenden Äußerung von Dr. Gaßmann von der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen: "Nach so vielen Jahrzehnten ergebnisloser Diskussionen sind wir nicht mehr an Glaubenssätzen, Meinungen und Allgemeinplätzen zur Prohibition interessiert. Wir erwarten Beweise. Für die Vorteile von Prohibition wurde noch kein einziger vorgelegt. Diejenigen dagegen mehren sich von Jahr zu Jahr. Ob uns das gefällt oder nicht, spielt überhaupt keine Rolle. Es sei denn, Suchtpolitik wäre eine Geschmacksfrage."

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    • 05.08.2012 10:26, joergVistenkarte

      In meinem ersten Satz fehlt das Wort "nicht"

  • 14.10.2012 17:44, Eifelschnee

    Ich bin "eine von den Grünen" und ärgere mich sehr, wenn jemand einen Artikel schreibt indem lautet "wir Grünen wollen aus.... Gründen Cannabis legalisieren".
    Ich bin absolut gegen die Legalisierung von Cannabis zum Privatverbrauch und
    für die Verstärkung des Schutzes gegen Alkohol- und Tabakabhängigkeit.
    Auch der Schutz vor Passivrauchen geht mir noch nicht weit genug.
    Ich möchte meine Kinder, deren Kinder, mich selber jetzt und im Alter vor den Folgen von Cannabiskonsums schützen. Bewußt gab ich mir das Pseudonym "Eifelschnee" nach dem gleichnamigen Krimi. Da ich in der Eifel aufwuchs weiß ich was Spätfolgen sind.
    Ich hoffe, dass "Die Grünen" mit ihrem Anliegen nicht weit kommen.

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  • 07.11.2012 16:41, Joe99

    Lieber Herr Müller, liebe Cannabis-Gegner !

    Jetzt flippen doch sogar schon wahl-mehrheitlich die Menschen in den
    US-Bundesstaaten Colorado und Washington aus. Dort ist seit gestern
    der Besitz von ca. 28 g (!) Marihuana einschließlich der ein oder
    anderen Pflanze für Erwachsene ab 21 defacto legal ! Wer hätte das
    vorgestern noch für möglich gehalten ?!

    Verschonen Sie mich jetzt bitte mit kleinkarierten Hinweisen auf
    die Problematik der dortigen Diskrepanz zwischen Bundesgesezten und
    Staatengesetzen. Man wird sehen, wie die Us-Amerikaner das in der
    Praxis schon irgendwie deichseln.

    Darüber hinaus wird die Einführung des sogenannten Wiet-Pas in
    Holland seit Regierungswechsel auch wieder langsam aufgeweicht.

    Lassen Sie mich diese beiden jüngsten Änderungen nur als Spitze
    des Eisbergs bezeichnen, welcher durchaus gemächlich begonnen hat,
    auf uns zuzuschwimmen. Sehen Sie, ich möchten Ihnen ja gar nicht
    jedes Ihrer "Argumente" madig machen.

    Aber auch Sie sollten sich allmählich der normativen Kraft des Faktischen
    stellen. Über kurz oder lang funktioniert diese "Prohibition" einfach
    nicht (Das hatten wir doch schon !)

    Have a nice day

    Joe99

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  • 04.12.2012 20:49, www.opencannabis.net

    www.opencannabis.net verlinkt auf diesen Artikel mit folgendem Linktext:
    Legalisierung von Cannabis: Gr

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  • 11.02.2013 12:40, Rene Peitz

    Wie sagt man doch im Jargon: "Da haben sie einen richtigen Guttenberg" hingelegt!"

    Bis jetzt war Herr Dr. Thomasius für mich die „Nummer 1“ für unsachliche, empirisch falsche Argumente. Aber sie können sich freuen, wir halten sie absolut ebenbürtig!

    Selbstverständlich werden wir ihre falschaussagen breit in der Öffentlichkeit diskutieren, damit die Auswahl von Kompetenten Ansprechpartnern in der Zukunft selektiver erfolgen kann.

    Bei dieser Diskussion erfreut es mich ganz besonders zu sehen, dass die Leute sich nicht länger für dumm verkaufen lassen. Dies ist eine höchst erfreuliche Entwicklung !

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  • 28.07.2013 09:17, unwischtig

    Hallo,zur Zeit werden Cannabis Konsumenten krank weil alle den scheiss von der Strasse kaufen.es ist gestreckt zb-düngemittel.deutsche dürfen kaum noch in coffeshops.das verbot macht die Konsumenten krank in jeder Form.würde es erlaubt werden zum teil dan gäbe es auch wieder sauberes Genussmittel.Zigaretten stehen die Nebenwirkungen drauf?Alkohol macht die Birne hol nachkommen sind schon krank davon und meine Meinung warum ein mittel frei geben was viele positive Eigenschaften hat da gibt es weniger zB.Krebs die Gesundheitsreform ist auf Zigaretten und alkoholausgelegt.die Welt ist gedruckt oder die die das sagen haben und alles tun um die arbeitsdronen klein zu halten.OK. ich hör auf .in 200 Jahren werden auch die da oben es merken.es freut misch.

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  • 20.03.2014 09:06, P2Kay

    also das mit dem fahren unter Drogen is ja klar.
    weil mann einfach erst ein paar tage nach Konsum wider fahren darf obwohl die Wirkung nach weit weniger als 24 stunden nachgelassen hat.
    aber der Drogentest nach 3-4 tagen noch anschlagen kann.
    die jugendlichen denken sich dann auch
    positiv anzeigen tut es e immer ob ich jetzt total dicht bin oder nüchtern is doch den beatmen egal.
    selbst wenn es nach 5 tagen noch über 1 ng anzeigt is mein schein auch weg also fuck off.

    obwohl fahren unter Cannabis nicht mal ansatzweise so schwer und gefährlich ist wie unter Alkohol (trotzdem sollte man dicht nicht fahren!!!!) , sind die strafen bei Cannabis doch deutlich höher.

    und die Gefängnisse sind ja e schon überfüllt mit der Legalisierung würden vieles besser werden. und es ist ja nicht so als wären wir das erste Land
    bei allen anderen hat es nach der Legalisierung nur gute Resultate gegeben.

    außerdem heißt es wir sind ein freies land :D
    was ist das für Freiheit wenn wir daheim nicht mal ungefährliche Zimmerpflanzen halten dürfen.
    unser leben wird vom Staat bestimmt lasst uns wenigstens 1 was selbst in die hand nehmen und nicht weiter von den Geld geilen Säcken bestimmen lassen der
    staat hat nur angst weil mann durch Cannabis eine bessere Welt sieht
    und einem auf einmal klar wird was bei uns alles falsch läuft und das ist einiges

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  • 12.03.2015 09:10, Vr4ccas

    Sehr schlecht verfasster Artikel der wenig mit gutem Journalismus zu tun hat und niveautechnisch allerhöchstens der BILD gleichkommt.
    Sie behaupten über den Einfluss einer Legalisierung auf eine aufgeklärte Gesellschaft keine Erkenntnisse zu besitzen. Doch aus den Niederlanden sind diese Zahlen bereits da. Bei einer Debatte gegen die Legalisierung mit Hinweis auf die "Gefahren" nicht mal das Land einzubeziehen, dass diesen Schritt bereits vor Jahren ging, weißt darauf hin, dass es keine handfesten Argumente dagegen gibt.
    Vielmehr scheint dieser Artikel ein Rundumschlag gegen das Thema zu sein, der jeglicher Fakten entbehrt.
    Ich hoffe @LTO achtet in Zukunft besser auf die Verfasser ihrer Online Artikel, wenn sie sich nicht schnell mit anderen Ramschmedien in einer Schublade befinden wollen.

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