iPhone
Die besten Apps für Juristen - Teil II
27.07.2010
Zuletzt haben die Antennenprobleme beim aktuellen Modell und die aktuelle Kontroverse über das Tracken von Positionsdaten ebenfalls dazu beigetragen, dass das Gerät im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses steht – aus Marketingsicht ein durchaus positiver Effekt.
Ungeachtet der Tatsache, dass es durchaus andere Smartphones gibt, die dem iPhone technisch das Wasser reichen können - ihm teilweise sogar überlegen sind -, bietet das iPhone zwei schlagende Argumente, die viele Käufer überzeugen.
Zum einen ist das User-Interface, also die Oberfläche des Betriebssystems, einfach und anwenderfreundlich. Auch Anwender älterer Generationen, die bisher um technische Spielereien einen großen Bogen machten, finden sich leicht mit dem Gerät zurecht und bereits Zweijährige blättern wie selbstverständlich auf dem väterlichen iPhone Fotos hin- und her.
Das zweite Argument ist die Fülle kleiner Programmen – auch App genannt –, die im iTunes-Store verfügbar sind. Viele von ihnen kostenlos, andere im einstelligen Euro-Bereich.
Apps für den Durchschnittsjuristen
Auch wenn der Durchschnittsjurist traditionell nicht gerade zu den von Hause aus technikaffinen Menschen gehört, erfreut sich das iPhone in Juristenkreisen in den letzten Jahren steigender Beliebtheit.
Auch die neueste Version des iPhone mit seinem neuen Betriebssystem iOS 4 wird sicherlich zur Verbreitung des Geräts unter Juristen beitragen. Inzwischen gibt es auch für sie einige zusätzliche Apps, die einen Test lohnen. Einige hiervon trägt dieser Artikel für sie zusammen und ergänzt damit den Beitrag von Rechtsanwalt Knauss vom 21.05.2010.
Vergütungen, Honorare & Co.
Das Programm "iKanzlei" von Christopher De Nicolo richtet sich insbesondere an Anwälte.
Rechnet man nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz ab, ist es mit dem Programm möglich, nicht nur das Prozesskostenrisiko auszurechnen und an den Mandanten zu versenden, sondern es listet auch übersichtlich zum Streitwert alle möglichen Gebührensätze auf. Im Gerichtstermin bei Vergleichsverhandlungen ein sehr nützliches Tool.
Für im Baurecht tätige Juristen bietet sich der HOAI Rechner von Wolters Kluwer an. Dieser ermöglicht es, Honorar nach der neuen HOAI schnell und einfach zu ermitteln und per E-Mail-Funktion an einen beliebigen E-Mail-Account weiterzuleiten.
Zum Diktat, bitte!
Zum Diktieren gibt es mehrere zu empfehlende Programme für das iPhone. Zum einen "Dictamus" (kostenpflichtig in der Vollversion), welches es dem Anwender in einer übersichtlichen und leicht verständlichen Oberfläche ermöglicht, Diktate zu verfassen und anschließend per WLAN oder mobiler Datenverbindung der Sekretärin zu übermitteln. Mit dem Headset kann auch diktiert werden, wenn man einmal keine Hand frei hat.
Auch das Programm "DictaNet Mobile" ist einen Test wert. Dieses bietet insbesondere in der neuesten Version eine Schnittstelle zum Spracherkennungsprogramm "Dragon" an.
Als weitere kostenlose Alternative kommt beispielsweise "Audio Memos Free" in Betracht. Bei der Auswahl der besten Diktiersoftware kommt es vor allem auf die persönlichen Anforderungen an, damit die Software in den bestehenden Arbeitsablauf integriert werden kann.
Wissen to go - und auch sonst ganz nützlich für jede Party
Eine ganze Sammlung von nützlichen Tools bietet die Kanzlei Linten und Partner in ihrer App an. Sie ermöglicht, den Blutalkoholpegel zu bestimmen, zu erwartenden Unterhalt und Bußgelder zu berechnen.
Nicht nur für den professionellen Einsatz ein praktisches Tool, denn von einem Juristen wird gemeinhin insbesondere im privaten Bereich erwartet, dass er Antworten zu Fragen nach Punkten in Flensburg u.ä. aus dem Ärmel schütteln kann – auch wenn er in einem vollkommen anderen Rechtsgebiet tätig ist.
Auch juristische Rechercheportale bieten inzwischen mobile Lösungen an. Der Beck-Verlag hat bereits eine grafisch abgespeckte Version seiner Datenbank bereit gestellt.
Für schnelle Recherchen durchaus eine interessante Möglichkeit. Es ist zu vermuten, dass in Zukunft andere juristische Fachverlage ebenfalls deutlich mehr Lösungen für mobile Endgeräte anbieten werden.
Zeiterfassung - stets genau abgerechnet
Viele Juristen rechnen ihre Tätigkeit nach Stundensätzen ab. Es gibt diverse Apps, die eine mobile Zeiterfassung ermöglichen. Eine kostenlose Lösung ist "WorkLog LT".
Gute Bewertungen erhalten auch die kostenpflichtigen Programme "FinarY timesheet Pro", DueTime und "Reporta Zeiterfassung". Von letzterer ist auch eine kostenlose Light-Version verfügbar.
Die Programme sind allerdings nicht ausschließlich für Juristen konzipiert worden, so dass der Anwender mit allgemeinen Begrifflichkeiten vorlieb nehmen muss.
Gesetze im Internet - immer auf dem Laufenden
Aufgrund der Bedeutung für die Anwendergruppe muss auf eine App ein weiteres Mal hingewiesen werden: Die Zeiten, in denen Juristen permanent mit dem roten Schönfelder durch die Lande ziehen mussten, nur um gegebenenfalls eine Norm aus dem Gesetz heraussuchen zu können, sind vorbei.
Die App "Gesetze im Internet" bietet dem modernen Juristen Zugriff auf alle Gesetze der öffentlichen Sammlung des Bundesjustizministeriums. Grundsätzlich setzt dieses Programm eine bestehende Internetverbindung voraus. Es ist aber auch möglich, ausgewählte Gesetze auf das Gerät herunter zu laden, um auch im offline-Modus Zugriff zu haben. Zusätzlich ist es möglich, Favoriten anzulegen, was die Suche nach häufig genutzten Gesetzen deutlich vereinfacht.
Daneben bieten auch Fachverlage kostenpflichtige Gesetzesprogramme aus allen Rechtsgebieten an. Der Carl Heymanns Verlag bietet über das Portal "MeineGesetze" Zugriff auf aktuelle Gesetzestexte via iPhone. Zum Testen sind einige von ihnen kostenlos.
Man muss kein Prophet sein, um vorherzusehen, dass dies sicherlich nicht der letzte Beitrag zum Thema Apps für Juristen war. Sicherlich werden in Zukunft weitere Angebote für Juristen zu den vorgenannten hinzutreten.
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Zitiervorschlag
Dominik Schüller, iPhone: Die besten Apps für Juristen - Teil II. In: Legal Tribune ONLINE, 27.07.2010, http://www.lto.de/persistant/a_id/1070/ (abgerufen am 21.05.2012)
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Eine härtere Bestrafung ist notwendig.
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Dazu habe ich keine Meinung.
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