Brain Gym
Gymnastik für die grauen Zellen
01.06.2010

© Christian Schwier - Fotolia.com
Eine der bekanntesten Formen denkfördernder Leibesübungen wurde in den 70er Jahren von dem kalifornischen Pädagogen Dr. Paul Dennison entwickelt und unter dem Namen Brain Gym bekannt. Dennison forschte vor allem nach Ursachen von und Behandlungsmethoden für Lernprobleme. Seine Übungen, die auf Erkenntnissen aus der neueren Gehirnforschung, der Lernpsychologie, der traditionellen chinesischen Gesundheitslehre sowie der angewandten Kinesiologie beruhen, sind jedoch laut einer der führenden deutschen Mentaltrainerinnen, Antje Heimsoeth, für alle Berufsbereiche geeignet.
Die Gründerin der Sport- & BusinessNLPAcademy setzt Brain Gym seit 1998 in ihren Coaching-Seminaren für Sportler und Manager ein. "Brain Gym sind einfache Bewegungsübungen für Gehirn und Körper, die überall in kurzer Zeit durchgeführt werden können und mehr Energie und Wohlbefinden an der Arbeit bringen." So erhöhe das Programm die Stresstoleranz, die Lern- und Konzentrationsfähigkeit und fördere die Kreativität und die Selbstorganisation. Selbst das freie Sprechen in der Öffentlichkeit soll durch Brain Gym leichter fallen.
Dies sei vor allem auf die höhere Durchblutung des Gehirns zurückzuführen: "Die Übungen regen die Nervenenden der Fußsohle über die Blutfettwerte an, sorgen für eine optimale Versorgung des Gehirns mit Sauerstoff und Nährstoffen und fördern die Entsorgung von Verbrennungsabfällen aus dem Gehirn", so Heimsoeth. Letztlich könne sogar die Anzahl der Nervenverbindungen innerhalb des Gehirns mittels des Programms erhöht werden.
Optimal für den Berufsalltag
Inwieweit Brain Gym besser als andere gymnastische Übungen geeignet ist, um die geistige Fitness zu trainieren, ist bisher nicht belegt. Die allgemeine Steigerung der kognitiven Leistung durch körperliche und geistige Aktivität hingegen schon: So stellten Forscher der British Psychological Society 2002 fest, dass selbst Kaugummikauen die Leistungen des Kurz- und Langzeitgedächtnisses um bis zu 35 Prozent verbessert. Oxford-Wissenschaftler haben 2009 mit Kernspin-Untersuchungen gezeigt, dass Jonglieren lernen selbst bei älteren Erwachsenen Veränderungen in der Verdrahtung von Nervenzellen bewirkt. Und auch die positive Wirkung von regelmäßigen Pausen während der Arbeitszeit ist erwiesen.
Brain Gym ist aus einem anderen Grund optimal für den Berufsalltag und auf Reisen geeignet: Übungen wie der "Elefant", der "Schwerkraftgleiter" oder der "Double Doodle" sind einfach zu erlernen und innerhalb weniger Minuten ohne spezielle Hilfsmittel im Büro oder im Hotel durchführbar. Für eine nachhaltige Wirkung muss man allerdings - wie beim klassischen Jogging – regelmäßig trainieren.
Zitiervorschlag
Solveig Erlat, Brain Gym: Gymnastik für die grauen Zellen. In: Legal Tribune ONLINE, 01.06.2010, http://www.lto.de/persistant/a_id/627/ (abgerufen am 24.05.2012)
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